Sonntag, 7. Januar 2024

Gâteau du Vully

Mein Ausflug am Freitag nach Sugiez hatte den einzigen Zweck, in der dortigen Bäckerei Guillaume einen Gâteau du Vully zu kaufen. Der berühmte Kuchen hat seinen Namen vom Mont Vully, der sich zwischen dem Neuenburger- und dem Murtensee erhebt und wie der Buckel eines Wales in der sonst flachen Gegend aussieht.

Ich war vor einigen Jahren schon einmal in dieser Bäckerei, damals war es ein kleiner, unscheinbarer  Laden im Zentrum des Dorfes. Heute aber ist es ein grosses, modernes Geschäft mit einem sehr breiten Angebot und einem grossen Tea Room. Der neue Standort ist wenige Schritte vom Bahnhof entfernt an der Hauptstrasse.

die Bäckerei hat mit dem Kuchen schon viele Auszeichnungen gewonnen

Und der Laden scheint erfolgreich zu sein, bei meinem Besuch war das Tea Room gut besetzt und an der Kasse musste man anstehen. Gefühlt jeder zweite Kunde kaufte einen Gâteau du Vully. Davon gibt es drei Sorten: eine süsse Variante nur mit Rahm, eine weitere süsse Variante mit Rahm und Mandeln und eine salzige Variante mit Speck und Kümmel. Da die Variante mit Mandeln ausverkauft war kaufte ich eine nur mit Rahm.




Samstag, 6. Januar 2024

Egli statt Moules

Am Mittwoch musste ich auf dem Rückweg von Sursee in Olten umsteigen. Dabei fiel mir beim Bahnhofbuffet ein Plakat auf, auf welchem für Moules et Frites Reklame gemacht wurde, jeden Donnerstag und Freitag ab 14 Uhr würden sie angeboten. Das löste bei mir Lust aus, diese französisch-belgische Spezialität wieder einmal zu essen.

Gestern machte ich einen Ausflug nach Sugiez am Murtensee (mehr darüber morgen) und kehrte auf dem Rückweg im Oltner Bahnhofbuffet ein. Aber leider waren die Moules schon am Donnerstag ausgegangen, offenbarte mir der freundliche Kellner und Nachschub gab es keinen. Aber auf der Karte stehen noch andere leckere Speisen, ich entschied mich für die Egli-Knusperli mit Frites. Und ich wurde nicht enttäuscht, die grosse Portion Fisch und die noch grössere Portion Frites waren schön in einem grossen Korb angerichtet, so wie Fish 'n' Chips in England.

Unbedingt erwähnen muss ich auch noch die Location, schliesslich ist das Bahnhofbuffet in Olten eines der ganz wenigen, welche es an Schweizer Bahnhöfen noch gibt. Und eine Einkehr ist dort sehr empfehlenswert, der grosse Raum ist sehr geschmackvoll eingerichtet und lässt einen erahnen, wie es hier vor vielleicht 100 Jahren ausgesehen hat. Ausserdem ist der Service sehr professionell, speditiv und freundlich und die Preise fair. Ich kann jedem empfehlen, einmal hier gemütlich einzukehren statt auf den nächsten Anschlusszug zu hetzen.

Und hier wurde auch Geschichte geschrieben: die FDP und der SAC wurden hier gegründet.





Donnerstag, 4. Januar 2024

Mein Einkauf in Sursee

Zur Erinnerung: am 8. Dezember brannte ich in Sursee an, die Geschäfte waren wegen eines katholischen Feiertags geschlossen. Den geplanten Einkauf musste ich verschieben.

Gestern Mittwoch machte ich einen zweiten Versuch und diesmal öffnete sich die Tür zum Kochtopf, so heisst der Laden gleich neben dem Rathaus.

Und so sieht mein Einkauf aus:

Auf dem Bild ist einerseits ein Brot zu sehen, es handelt sich um ein "Sauerländer Schwarzbrot" mit Roggenschrot und -Mehl, Sonnenblumenkernen und Leinsamen. Gebacken wurde es beim "Eigenbrötler", das ist eine Bäckerei in Wauwil westlich von Sursee. Das Brot ist nur eines von einer Vielzahl meist spezieller Sorten, welche dort gebacken werden. Auf der Website der Bäckerei sind die Sorten unter "Kaufen" beschrieben. Irgendwo hatte ich von dieser Bäckerei gelesen und nahm mir vor, einmal eines der Brote zu kaufen.

Und andererseits sieht man auf dem Bild Meerrettich-Wurzeln. Damit hat es folgende Bewandtnis: vor vier Jahren war ich auf einer Wanderung bei Willisau und kam an einem Feld vorbei, wo Meerrettich angebaut wird. Das hatte ich in der Schweiz noch nirgends gesehen und deshalb nahm ich mir vor, irgendwann von diesem zu kaufen. Auf der Website des Anbauers fand ich heraus, dass man die Wurzeln beim Kochtopf in Sursee kaufen könne. Et voilà, die Erklärung.

Einen Haken hat die Geschichte aber. Im Kochtopf fragte ich die Verkäuferin, woher der Meerrettich stamme. Ich wollte natürlich sicher sein, dass er von Willisau kommt. Und sie tat ihre Pflicht und teilte mir nichtsahnend mit, dass er von Unterstammheim komme. Zuerst war ich enttäuscht, im Nachhinein kann ich aber damit leben, immerhin wurde er im Kanton Zürich angebaut und das erst noch recht nahe von uns.




Mittwoch, 3. Januar 2024

Wanderung Zürich - Langnau am Albis

Datum: 01. Januar 2024
Dauer: 3h10
Länge: 14.5 km
Wetter: bewölkt
Route: Zürich HB-Platzspitz-Wiedikon-Allmend Brunau-Leimbach-Adliswil-Langnau am Albis
Charakteristik: einfache, meist breite Wege, flach


der Autobahnstummel...

...der 1974 eröffneten Sihlhochstrasse

kurz danach bei der Allmend Brunau, hinten der Üetliberg

in Adliswil

Das Wanderjahr 2024 eröffneten wir gleich am ersten Tag mit der gestern erwähnten Sihlwanderung. Die Anreise war kurz und einfach: ab Seuzach mit der S11 nach Zürich HB.

Beim Landesmuseum geht es los, entlang der Limmat geht es am Rand des Platzspitz zum Platzspitz-Spitz, wo die Sihl in die Limmat mündet. Vor 35 Jahren wären wir hier nicht durchgewandert, die Drogenhölle hätte uns abgeschreckt.

Wir überqueren die Sihl und wandern ihr entlang zuerst auf der linken, dann auf der rechten Seite unter dem Hauptbahnhof durch, dann durch das Zentrum von Zürich zur Allmend Brunau, wo es schon fast ländlich aussieht. Hier sind unzählige Spaziergänger mit ihren Vierbeinern unterwegs. Der Verkehr im Zentrum hält sich aufgrund des Feiertages in engen Grenzen. So macht das Wandern auch in einer Stadt Spass.

Kurz danach ist aber die Stadtnähe in Form eines Autobahnkreuzes direkt über uns wieder spürbar. Die breiten Wege beidseits der Sihl sind aber vom Strassenverkehr gut abgeschirmt, es müssen keine Strassen gekreuzt werden.

Weiter geht es am Uferweg durch das zur Stadt Zürich gehörende Leimbach und via Adliswil zum Ziel am Bahnhof von Langnau am Albis.

Für uns war dieser Teil der Sihl Première, wir waren hier noch nie unterwegs. Und wir waren überrascht, wie angenehm das Wandern hier ist. Es hat keine spektakulären Landschaften, aber man ist immer sehr nahe am Fluss und kann dem Verkehr sehr gut ausweichen. Den nächsten Teil der Sihlwanderung werden wir sicher bald in Angriff nehmen.


Dienstag, 2. Januar 2024

An der Sihl

Am Samstag fuhr ich vom Zürcher HB mit der Sihltalbahn nach Adliswil, um von dort aus den Wildnispark Langenberg zu besuchen. Vom Zug aus sieht man immer wieder die Sihl und dabei ist mir aufgefallen, dass es neben dem Fluss breite Wege für Fussgänger und Radfahrer hat. Das löste bei mir die Absicht aus, einmal der Sihl entlang zu wandern, von Zürich bis zum Sihlsee. Und genau damit beschäftigten wir uns am Neujahrstag. Allerdings nicht auf der ganzen Strecke, aber immerhin bis Langnau am Albis.

Die 69 Kilometer lange Sihl entspringt am Drusberg im Kanton Schwyz. Bei Einsiedeln wird sie unter Zuhilfenahme eines weiteren Gewässers, der Minster, zum Sihlsee gestaut. Dabei handelt es sich um den flächenmässig grössten Stausee in der Schweiz.

beim Platzspitz-Spitz, links die Sihl, rechts die Limmat

Danach geht es vorbei am Höhronen durch die Hügellandschaft zwischen den Kantonen Zug und Zürich und durch das rein zürcherische Sihltal nach Zürich, wo sie beim berühmt-berüchtigten Platzspitz in die Limmat mündet. Kurz zuvor unterquert sie die Gleise des Hauptbahnhofs, was ich erst bei der Planung der Route realisierte. Als Zugpassagier sieht man davon rein gar nichts, was ich etwas schade finde. Wäre doch genial, wenn man den Fluss durch ein Fenster sehen könnte.

Blick zum Hauptbahnhof, unter welchem
die Sihl durchfliesst



Sonntag, 31. Dezember 2023

Im Wildnispark Langenberg

Über Weihnachten las ich in diversen Medien, dass nicht verkaufte Christbäume im Wildnispark Langenberg den Tieren verfüttert werden, insbesondere den Waldtieren wie Rehe, Hirsche oder Elche. Und da erfuhr ich auch, dass ein Elch bis zu 6 Christbäume pro Tag verspeist. Natürlich nur die Äste, nicht den Stamm.

Das machte mich neugierig. Einerseits wusste ich nicht, dass es in einem Schweizer Tierpark Elche hat, und andererseits war ich noch nie im Wildnispark Langenberg bei Langnau am Albis im Sihltal. Zwei Gründe, am Samstag dorthin zu fahren.

Der Park ist ziemlich weitläufig und ich musste die Elche zuerst suchen, fand dann aber doch noch drei Exemplare, zwei Weibchen und ein Männchen. Und zwei davon knabberten friedlich an einem Christbaum. Ich staunte über die riesigen Tiere, besonders über das Männchen mit dem gewaltigen Geweih.

Der Eintritt in den Park ist gratis und er ist ganzjährig tagsüber geöffnet. Neben den Elchen hat es noch viele andere Tiersorten wie Steinböcke, Wisente, Bären, Wildkatzen oder Wildschweine. Viele davon habe ich bei meinem kurzen Besuch noch nicht gesehen, deshalb werde ich dort nochmals vorbeischauen.

hunderte Christbäume warten darauf, gefressen zu werden

So, nun wünsche ich den Elchen und anderen Tieren eine ruhige Silvesternacht und den Lesern meines Blogs einen guten - und vielleicht lauten - Rutsch und ein gutes neues Jahr.

Samstag, 30. Dezember 2023

Wanderung Ämtlerwäg Teil 2

Datum: 28. Dezember 2023
Dauer: 3h50
Länge: 16.5 km
Wetter: Schleierwolken
Route: Knonau-Maschwanden-Underholz-Rickenbach-Bickwil-Im Gibel-Zwillikon-Hedingen
Charakteristik: einfache, sehr gut markierte Wege


Maschwanden

Weitsicht über das Reusstal mit den schönen Auen

beim Zusammenfluss der Lorze mit der Reuss

In Knonau endete der erste Teil des Ämtlerwägs, dort beginnt der zweite Teil. Richtung Westen geht es durch das Dorf, dann auf einem schönen Bachuferweg Richtung Maschwanden. An einigen Stellen hat man eine gute Sicht in die innerschweizer Bergwelt.

Nach der Durchquerung von Maschwanden geht es über Feldwege zum Zusammenfluss von Lorze und Reuss und auf einem langen Dammweg in Fliessrichtung nach Rickenbach auf der Zürcher Seite der Reuss.

Dort verlassen wir den Uferweg und steigen nach Bickwil und weiter zum Isenberg auf. Der Ämtlerwäg verläuft hier an der westlichen Flanke des bewaldeten Hügels, auf einem waldlosen Teilstück hat man eine einmalige Sicht über das breite Reusstal und die Berge.

Dann geht es über die Autobahn nach Zwillikon, wo wir einen Zeitcheck machen. Dies deshalb, weil der markierte Weg nicht überall der von mir programmierten Route entsprach und wir eine grössere Distanz zurücklegten. Wir entscheiden deshalb, nicht wie geplant bis zum Bahnhof Bonstetten-Wettswil zu wandern, sondern schon in Hedingen den Zug zu nehmen, was etwa 6 Kilometer kürzer war.

Deshalb wird es für uns noch einen dritten Teil des Ämtlerwägs geben, um die Lücke zu schliessen.