Freitag, 3. Juli 2026

Eröffnung Mehrspur Zürich-Winterthur

Gestern wurde das Mega-Projekt Mehrspur Zürich-Winterthur in Dietlikon offiziell eröffnet, BR Albert Rösti war als zuständiger Minister natürlich dabei. Ich berichtete ja hier kürzlich über dieses Projekt, dessen zentrales Element der 9 km lange Brüttener Tunnel sein wird.

Bild NZZ

In einem Artikel in der heutigen NZZ las ich, dass es bei der Eröffnungsfeier auch Störgeräusche gegeben hat. Einerseits forderte Rösti den Kanton Zürich auf, inskünftig mit Forderungen für neue öV-Projekte etwas zurückhaltender zu sein. Und dann gab es einen Aktivisten, welcher gleich den Abbruch des Projektes forderte, weil es zu überrissen sei und zu wenig Nutzen bringen würde.

so wird der Bahnhof Dietlikon einst aussehen,
ein Quantensprung gegenüber heute (Bild NZZ)

Interessant noch ein finanzieller Aspekt: In den nächsten 10 Jahren wird jeden Tag eine Million Franken verbaut. Kein Wunder bei einem solch komplexen Projekt.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Die Seile sind auf der Schwägalp

Hier ein paar Bilder vom Transport der Seile für die Säntisbahn aus dem Whatsapp-Kanal. Der Konvoi ist heute Morgen pünktlich auf der Schwägalp eingetroffen.


Start in Romanshorn. Pünktlich um 04.55 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung in Richtung Schwägalp. 🚛⛰️

Route über  Salmsach - Egnach - A23 - A1 - Ausfahrt St. Gallen-Winkeln - Herisau - Waldstatt - Saien - Urnäsch - Schwägalp


Die Vorbereitungen auf der Schwägalp laufen und der Kiesplatz ist bereit für die Seilbobinen.


Ankunft Schwägalp


Die drei Seilbobinen sind auf der Schwägalp angekommen und werden nun auf dem vorbereiteten Kiesplatz abgestellt. 


Unser Restaurant Schwägalp hat für Gipfeli, Kaffee oder Zmorge geöffnet.

Dienstag, 30. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - S wie Sulzer

Kein anderes Industrieunternehmen hat die Stadt Winterthur und deren Umgebung mehr geprägt als die Sulzer. Über Generationen hinweg was sie der bedeutendste Arbeitgeber in der Eulachstadt und sie prägte mit ihren riesigen Fabrikhallen auch das Stadtbild nachhaltig. Ein Teil der Gebäude ist in der Zwischenzeit verschwunden, aber zum Beispiel das Sulzer-Hochhaus steht immer noch und es beherbergt nach einer umfassenden Renovation immer noch den Hauptsitz des Sulzer-Konzerns respektive was davon übrig blieb.

das Sulzer-Hochhaus neben dem Stadion Schützenwiese

Die im Jahr 1834 von Johann Jakob Sulzer als Eisengiesserei gegründete Firma entwickelte sich rasch zu einem weltweit tätigen Industriekonzern. Höchst erfolgreich war die Produktion von Dampfmaschinen, welche die weltweite Industrialisierung überhaupt erst ermöglichten. Und auch die berühmten Schiffsmotoren fanden reissenden Absatz und sind teilweise immer noch auf den Weltmeeren oder auch auf Schweizer Seen unterwegs.

Zeichnung eines Schiffs-Dieselmotors von Sulzer

Die Firmengeschichte von Sulzer ist mit derjenigen von Rieter vergleichbar. In den Boomjahren beschäftigte Sulzer weltweit über 30'000 Mitarbeiter. Im Rahmen des weltweiten Strukturwandels der Schwerindustrie wurde ab ca. 1980 die Fertigung in Winterthur reduziert und bis 2016 ganz eingestellt. 

Übrig geblieben ist von der Sulzer eine Firma, welche sich auf Strömungstechnologie spezialisiert hat und in diesem Nischenbereich sehr erfolgreich ist. Wo immer Flüssigkeiten aller Art fliessen, gemischt oder getrennt werden kommt die Strömungstechnologie von Sulzer ins Spiel. Weltweit arbeiten noch etwa 13'000 für Sulzer, produziert wird aber nur im Ausland.

Sonntag, 28. Juni 2026

Neue Säntis-Seile

Am Säntis wird ja gegenwärtig am Projekt Säntis 2026 gearbeitet. Es gibt zwei neue Kabinen, welche in etwa die gleiche Kapazität haben wie bisher, denn an der Struktur der Tal- und Bergstation wird nichts geändert. Die neuen Kabinen werden aber auf neuen Seilen unterwegs sein. Der erste Teil der neuen Seile wird am kommenden Mittwoch, 1. Juli auf der Schwägalp angeliefert. Dabei handelt es sich um zwei von vier Tragseilen sowie das Zugseil, die drei Seile haben ein Gesamtgewicht von 145 Tonnen. Die beiden anderen Tragseile werden später geliefert, diese wiegen nochmals 100 Tonnen. Insgesamt werden also 245 Tonnen Seile gespannt. Da die neuen Seile mehr als 100 Tonnen schwerer sind als die alten müssen die Verankerungen in den Stationen verstärkt werden.

die alten Kabinen werden abtransportiert...

Hergestellt werden resp. wurden die Seile in der Schweiz bei der Firma Fatzer in Romanshorn. Sie ist Weltmarktführerin bei der Herstellung von Hochleistungsstahlseilen, welche nicht nur für Luftseilbahnen, sondern zum Beispiel auch für Brücken, Stadien oder Standseilbahnen eingesetzt werden. Noch ein interessantes Detail: in den neuen Tragseilen sind Glasfaserkabel für die Kommunikation zwischen Berg und Tal integriert. Mehr zu den neuen Seilen kann man hier nachlesen.

...und so sehen die neuen aus

Am Mittwoch war ich ja auf der Schwägalp und habe die abgespannten alten Tragseile gesehen. Diese werden noch einmal gebraucht, nämlich um die neuen Seile auf den Berg hochzuziehen. Das wäre dann sicher noch interessant und wenn ich es einrichten kann werde ich nochmals auf die Schwägalp fahren wenn es soweit ist.

Samstag, 27. Juni 2026

GV SSE

Für die gestrige Teilnahme an der GV der SSE, Société Suisse des Explosifs, war eine lange Reise in die Walliser Hauptstadt Sion angesagt. Ich überlegte es mir mehrmals, ob ich bei dieser Hitze überhaupt hinfahren sollte, die Reise in den meist angenehm klimatisierten Zügen war aber kein Problem und auch der Versammlungsort war klimatisiert. Zuhause hätte ich mehr geschwitzt.

VR-Präsident Loretan hält seine Ansprache

Die SSE lädt die Aktionäre jedes Jahr an einen anderen Ort ein. Dieses Jahr in den Saal "Noda BCVS", das ist eine neue, zur Walliser Kantonalbank gehörende Mehrzweckhalle in einem neu überbauten Areal gleich neben dem Bahnhof. Auf dem Areal hat es Wohnblöcke und eine bunte Mischung von Geschäften aller Art.

die Bar mit dem raffinierten Deckenspiegel

Risotto wird geschöpft

VR-Präsident Loretan durfte über ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 berichten. Sowohl der Bereich Sprengstoff als auch der Chemie-Bereich erwirtschafteten zunehmende Umsätze und auch Gewinne, was den VR dazu bewog, die Dividende zu erhöhen.

im neu überbauten Areal

Die 90 anwesenden Aktionäre waren anschliessend zum Apéro eingeladen. Gegenüber anderen Jahren fiel dieser allerdings etwas dürftig aus, deshalb nahm ich einen früheren Zug nach Hause als ursprünglich geplant. 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Beim Säntis

Gestern war ich beim Säntis, auf der Schwägalp. Auf dem Säntis-Gipfel wäre es bei der gegenwärtigen Hitze sicher etwas angenehmer gewesen, aber auf den Säntis kommt man bis im Spätherbst nur zu Fuss, denn die Seilbahn wird umgebaut. Die Stütze 1, welche vor ein paar Jahren durch einen Lawinenniedergang beschädigt wurde, ist schon abgebaut, die Bahn wird künftig nur noch eine Stütze haben. Und es wird auch neue Kabinen geben.

ein ungewohntes Bild, die Talstation ohne Kabine und Seile

links das Festzelt für die GV

Morgen Freitag findet die GV der Säntisbahn in einem Festzelt auf der Schwägalp statt. Dort werde ich aber nicht teilnehmen, aber das GV-Essen in Form von Schinken mit Kartoffelsalat und Bürli wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die Aktionäre können dieses von Montag bis Freitag einlösen.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - R wie Rieter

Fast jeder Schweizer und jede Schweizerin - vielleicht ausgenommen die jüngeren Jahrgänge - kennt die Firma Rieter in Winterthur. Sie wurde im Jahr 1795 von Johann Jacob Rieter gegründet und ist damit eine der traditionsreichsten industriellen Betriebe der Schweiz. In den ersten Jahren war es eine Handelsfirma, welche mit Gewürzen, Kaffee, Baumwolle, Zucker und anderem handelte. Ab 1812 betrieb Rieter Spinnereien und ab 1835 stellte sie die Spinnereimaschinen für den Eigengebrauch selbst her. Und schon bald interessierte sich die Textilindustrie aus der ganzen Welt für diese Webmaschinen und Rieter entwickelte sich zu einer weltweit agierenden Firma mit Produktionsstandorten auf der ganzen Welt. Die Maschinen wurden laufend weiterentwickelt, was für hohe Auftragsbestände und steigende Umsätze sorgte. Im Jahr 2007 wurde mit 3.9 Milliarden Franken der Umsatzrekord geschrieben.

Hauptsitz der Rieter in Winterthur

Seit dem Rekord ging es praktisch nur noch bergab. Die Finanz- und Wirtschaftskrisen, der starke Franken, zyklische Nachfragerückgänge, die Abspaltung der Autosparte und besonders Corona hatten dramatische Einflüsse auf den Auftragseingang. Im Corona-Jahr 2020 sank der Umsatz auf gerade einmal 573 Millionen Franken. In den drei folgenden Jahren stieg der Umsatz aufgrund von Nachhol-Aufträgen wieder an, das war aber eher ein Strohfeuer. 2025 betrug der Umsatz noch 685 Millionen.

weltweite Rieter-Standorte

XXL-Spinnmaschine

Parallel zu den Umsatzzahlen entwickelte sich der Personalbestand. Ende des letzten Jahrhunderts beschäftigte Rieter noch über 13'000 Mitarbeiter, Ende 2025 waren es nur noch 4'220.

der Aktienkurs der Rieter ist im Kriechgang

Und natürlich litt auch die Rieter-Aktie an den sinkenden Umsätzen. Im Jahr 2007 wurde mit 56.75 Franken der Höchststand erreicht, gegenwärtig liegt der Kurs bei etwa 3 Franken.