Dienstag, 27. Oktober 2026

3'700 Velos pro Tag

Im linksgrünen Winterthur wird das Velofahren schon seit vielen Jahren gefördert. Mit viel Steuergeld werden Radwege neu gebaut oder verbreitert, grosse Parkhäuser für Velos gebaut, in welchen die Stahlesel gratis eingestellt werden können und in der Verkehrsführung werden Radfahrer prioritär behandelt.

Genau das Gegenteil widerfährt den Autofahrern. Strassen werden zugunsten von Radwegen verschmälert, Parkplätze aufgehoben und in der ganzen Stadt gibt es nur noch blau gekennzeichnete Parkplätze, auf welchen nur noch eine Stunde parkiert werden kann. Zudem werden die Gebühren in den Parkhäusern erhöht. Ein Albtraum vor allem für Handwerker, welche ihr Fahrzeug meistens länger als eine Stunde parkieren müssen.

Gestern fiel mir in der Nähe des Hauptbahnhofs in Winterthur ein Gerät auf, auf welchem die Anzahl durchgefahrener Radfahrer:innen angezeigt werden.1'136'555 wurden seit Anfang Jahr angezeigt, was etwa 3'700 pro Tag entspricht. Dieses Gerät ist für mich ein Sinnbild für die etwas einseitige Verkehrspolitik in der Eulachstadt. Und man möge mir das Sprachungeheuer "Radfahrer:innen" verzeihen, aber es passt einfach zum Thema.

Montag, 26. Oktober 2026

Fast wanderweglose Wanderung

Gestern hatte ich bei dem Sauwetter Zeit, um die restlichen Wanderungen zu ehemaligen Gemeinden zu planen. Oder vielmehr umzuplanen, weil die bereits geplanten Routen für mich nicht mehr stimmig waren.

In der Regel plane ich die Routen nach Möglichkeit entlang von markierten Wanderwegen, was aufgrund des dichten Wanderwegnetzes in der Schweiz meistens ohne grössere Umwege möglich ist. Aber es gibt auch Ausnahmen, so wie bei einer Route im Waadtland, welche zu fünf ehemaligen Gemeinden führt. Die 14.5 km lange Route enthält nur etwa zwei Kilometer auf Wanderwegen.

die wanderweglose Route

Meistens ist das aber auch kein Problem, es lässt sich auch auf nicht markierten Wegen in der Regel problemlos wandern. Aber es kann auch einmal Überraschungen geben, zum Beispiel unüberwindbare Abschrankungen oder total überwachsene Wege. Und bei den Strassen ist aufgrund der Karte schwer abzuschätzen, wieviel Verkehr zu erwarten ist. Aber es kann sogar reizvoll sein, in einer Gegend zu wandern, wo sonst kaum jemand unterwegs ist.

Diese Wanderung möchte ich demnächst absolvieren, über meine Erfahrungen wird man hier dann lesen können.

Samstag, 24. Oktober 2026

Die neue Migros im Rosenberg

Für uns ist das Einkaufszentrum Rosenberg in Winterthur mit dem Auto in etwa sieben Minuten erreichbar, wir sind dort oft am Einkaufen. Das Angebot an Läden ist gross und für Lebensmittel ist die Migros für uns erste Wahl.


In den letzten sechs Monaten jedoch gab es dort grosse Einschränkungen. Der ganze Laden wurde umgebaut und es stand immer nur etwa eine Hälfte der Ladenfläche zur Verfügung. Die bediente Metzgerei und Fischabteilung waren geschlossen, Fleisch und Fisch gab es nur in Selbstbedienung und das Angebot war sehr beschränkt. Zudem war der Lärmpegel zeitweise an der Grenze des Zumutbaren und auch Staubimmissionen beeinträchtigten das Einkaufserlebnis. Es gab für uns in dieser Zeit nur noch wenig Gründe, trotzdem dort einzukaufen.


Jetzt aber ist der Umbau mehr oder weniger beendet. Es steht wieder die ganze Fläche zur Verfügung und alles ist wieder auf dem neusten Stand. Gestern war ich zum ersten Mal wieder dort am Einkaufen. Gegenüber früher hat es grössere Freiflächen und obwohl viele Leute am Einkaufen waren gab es kaum Engpässe. Allerdings müssen sich die Kunden zuerst an den neuen Layout gewöhnen, nichts ist mehr am selben Ort wie vor dem Umbau.

Donnerstag, 22. Oktober 2026

GV dormakaba

Am Dienstagnachmittag waren die Aktionäre der dormakaba nach Regensdorf ins Hotel Mövenpick zur diesjährigen ordentlichen GV eingeladen. Der weltweit tätige Spezialist für Schlüssel und digitale Zutrittslösungen hat ein um 6 Monate verschobenes Geschäftsjahr, welches am 30. Juni endet, deshalb findet auch die GV in einer sonst GV-losen Zeit statt.

252 Aktionäre fanden den Weg nach Regensdorf, um im spärlich beleuchteten Versammlungsraum den Ausführungen des VR-Präsidenten, des CEO und CFO zu lauschen und die Anträge zu genehmigen oder abzulehnen.

Die Traktandenliste umfasste die Standard-Themen wie Geschäftsbericht, Gewinnverwendung, Entlastung des Verwaltungsrats, Vergütungsbericht, Nachhaltigkeitsbericht, Wahlen des VR, der Revisionsstelle sowie des unabhängigen Stimmrechtsvertreters. Alles wurde mit grossem Mehr genehmigt.

Nicht vorbereitet war ich dann auf ein zusätzliches Traktandum, in welchem es um eine Statutenänderung ging. Meistens handelt es sich bei solchen Änderungen um kleinere Anpassungen, in diesem Fall jedoch um viel mehr. Die Struktur des Unternehmens, welche anlässlich des Zusammenschlusses der ehemaligen Kaba mit der Deutschen Dorma festgelegt wurde, soll vereinfacht werden. Der CFO umriss die beantragten Änderungen, welche in 7 separaten Abstimmungen genehmigt werden mussten.

Dann ging er ins Detail der Änderungen, über welche in der ersten der 7 Abstimmungen zu befinden war. Aber schon nach wenigen Minuten habe ich den Faden verloren und nach einer halben Stunde hatte ich keine Ahnung mehr, über was jetzt abgestimmt werden soll. Und ich bin ziemlich sicher, dass es den meisten Leuten im Saal gleich ging. Eine so komplizierte Statutenänderung habe ich noch nie erlebt.

Und das war ja erst der Anfang, es folgten noch 6 weitere Abstimmungen. Für mich war das sinnlos vergeudete Zeit und ich verliess die Versammlung, um mich auf den Heimweg zu machen. Vom vorbereiteten Apéro-Buffet machte ich noch ein Bild, gekostet habe ich davon natürlich nichts.

Ich überlege jetzt, ob ich die dormakaba-Aktien verkaufen soll, ich weiss nicht ob ich an einer so kompliziert organisierten Firma beteiligt bleiben will.

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Die KI-Réception

Nach der Wanderung im Waadtland übernachtete ich im Hotel Des Alpes beim Bahnhof Bulle FR. So konnte ich die Rückreise auf den Freitag verschieben und etwas Stress reduzieren. Mein Übernachtungsgepäck deponierte ich dort ja schon vor der Wanderung.

die Check-in-...

Für den Check-in meldete ich mich bei einer Service-Angestellten der hoteleigenen Bar, diese verwies mich aber an die Réception gleich nebenan. Dort war aber keine Réceptionistin anwesend, vielmehr wurde ich von einer Dame auf einem TV-Bildschirm begrüsst. Sie fragte nach meinem Namen, welchen ich in ein Mikrofon sprach, dann wollte sie meine ID sehen, welche ich vor eine Kamera halten musste. Das war's schon, sie öffnete ferngesteuert die für mein Zimmer vorhandene Schlüsselbox neben dem Bildschirm, darin war mein Zimmerschlüssel hinterlegt.

Noch einfacher was das Auschecken am Freitagmorgen. Nach dem Frühstück stellte ich mich wieder vor den Bildschirm, von wo mir eine andere Dame zuwinkte und mich nach meiner Zimmernummer fragte. Und da die Rechnung schon bei der Buchung bezahlt wurde sagte sie so etwas wie "c'est tout bon, bonne journée". Ich legte noch den Schlüssel in ein Körbchen und ging von dannen.

...und die Check-out-Dame

Schon während dem Ein- und Auschecken und auch danach wunderte ich mich über die Art der Abwicklung und ich fragte mich, ob die beiden Damen echte Personen waren oder eher eine Art künstliche KI-Agentinnen. Gegen echte Personen würde sprechen, dass diese ja fast den ganzen Tag vor einer Kamera sitzen und auf Gäste warten müssten. Zudem fand ich die Aussprache teilweise etwas undeutlich. Und beim Auschecken verbrachte die Dame keine Sekunde damit, den Status meines Zimmers anzuschauen.

Ich bin ziemlich sicher, dass es sich um ein KI-unterstütztes System handelt und ich finde es eigentlich recht gut gemacht. Wenn ich wieder einmal dort bin werde ich die Dame fragen, ob sie echt ist.

Dienstag, 20. Oktober 2026

Drei ehemalige Waadtländer

Nach der Wanderung im Waadtland letzte Woche stehen jetzt noch 8 ehemalige Gemeinden in diesem Kanton auf meiner Pendenzenliste. Drei Ehemalige lagen auf meiner Route: Vuibroye, Oron-le-Châtel und Bussigny-sur-Oron.



im Vordergrund Vuibroye



Château d'Oron in Oron-le-Châtel

Am 1. Januar 2012 wurde der grosse Zusammenschluss von 10 Gemeinden in der Gegend rund um Oron-la-Ville umgesetzt. Beteiligt daran waren neben den drei von mir besuchten Ehemaligen auch Châtillens, Chesalles-sur-Oron, Ecoteaux, Oron-la-Ville, Palézieux, Les Tavernes und Les Thioleyres.


Daraus entstand die neue Gemeinde Oron mit einer Fläche von 26 km2 und ca. 6'500 Einwohnern. Und es entstand auch ein neues Gemeindewappen mit einem Löwen und 10 Rechtecken, welche für die 10 an der Fusion teilnehmenden Gemeinden stehen.

Montag, 19. Oktober 2026

Pierre du Dos à l'Âne

Schon von weitem konnte ich den Menhir du dos à l'âne (=Eselsrücken) am Waldrand in der Nähe von Servion ausmachen, mit einer stattlichen Höhe von 5.6 Metern und einem Gewicht von 26 Tonnen (so steht es in Thomas Widmer's Büchlein "Hundertundein Stein") handelt es sich um den grössten in der Schweiz stehenden Menhir.



Der mächtige Brocken steht wenige Meter östlich des Baches Parimbot, welcher hier die Kantone Waadt und Freiburg trennt, er könnte deshalb auch als ein überdimensionierter Grenzstein durchgehen. Aber natürlich wurde er in der Bronzezeit nicht als solcher konzipiert. Kantone gab es damals noch lange keine.