Donnerstag, 22. Oktober 2026

GV dormakaba

Am Dienstagnachmittag waren die Aktionäre der dormakaba nach Regensdorf ins Hotel Mövenpick zur diesjährigen ordentlichen GV eingeladen. Der weltweit tätige Spezialist für Schlüssel und digitale Zutrittslösungen hat ein um 6 Monate verschobenes Geschäftsjahr, welches am 30. Juni endet, deshalb findet auch die GV in einer sonst GV-losen Zeit statt.

252 Aktionäre fanden den Weg nach Regensdorf, um im spärlich beleuchteten Versammlungsraum den Ausführungen des VR-Präsidenten, des CEO und CFO zu lauschen und die Anträge zu genehmigen oder abzulehnen.

Die Traktandenliste umfasste die Standard-Themen wie Geschäftsbericht, Gewinnverwendung, Entlastung des Verwaltungsrats, Vergütungsbericht, Nachhaltigkeitsbericht, Wahlen des VR, der Revisionsstelle sowie des unabhängigen Stimmrechtsvertreters. Alles wurde mit grossem Mehr genehmigt.

Nicht vorbereitet war ich dann auf ein zusätzliches Traktandum, in welchem es um eine Statutenänderung ging. Meistens handelt es sich bei solchen Änderungen um kleinere Anpassungen, in diesem Fall jedoch um viel mehr. Die Struktur des Unternehmens, welche anlässlich des Zusammenschlusses der ehemaligen Kaba mit der Deutschen Dorma festgelegt wurde, soll vereinfacht werden. Der CFO umriss die beantragten Änderungen, welche in 7 separaten Abstimmungen genehmigt werden mussten.

Dann ging er ins Detail der Änderungen, über welche in der ersten der 7 Abstimmungen zu befinden war. Aber schon nach wenigen Minuten habe ich den Faden verloren und nach einer halben Stunde hatte ich keine Ahnung mehr, über was jetzt abgestimmt werden soll. Und ich bin ziemlich sicher, dass es den meisten Leuten im Saal gleich ging. Eine so komplizierte Statutenänderung habe ich noch nie erlebt.

Und das war ja erst der Anfang, es folgten noch 6 weitere Abstimmungen. Für mich war das sinnlos vergeudete Zeit und ich verliess die Versammlung, um mich auf den Heimweg zu machen. Vom vorbereiteten Apéro-Buffet machte ich noch ein Bild, gekostet habe ich davon natürlich nichts.

Ich überlege jetzt, ob ich die dormakaba-Aktien verkaufen soll, ich weiss nicht ob ich an einer so kompliziert organisierten Firma beteiligt bleiben will.

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Die KI-Réception

Nach der Wanderung im Waadtland übernachtete ich im Hotel Des Alpes beim Bahnhof Bulle FR. So konnte ich die Rückreise auf den Freitag verschieben und etwas Stress reduzieren. Mein Übernachtungsgepäck deponierte ich dort ja schon vor der Wanderung.

die Check-in-...

Für den Check-in meldete ich mich bei einer Service-Angestellten der hoteleigenen Bar, diese verwies mich aber an die Réception gleich nebenan. Dort war aber keine Réceptionistin anwesend, vielmehr wurde ich von einer Dame auf einem TV-Bildschirm begrüsst. Sie fragte nach meinem Namen, welchen ich in ein Mikrofon sprach, dann wollte sie meine ID sehen, welche ich vor eine Kamera halten musste. Das war's schon, sie öffnete ferngesteuert die für mein Zimmer vorhandene Schlüsselbox neben dem Bildschirm, darin war mein Zimmerschlüssel hinterlegt.

Noch einfacher was das Auschecken am Freitagmorgen. Nach dem Frühstück stellte ich mich wieder vor den Bildschirm, von wo mir eine andere Dame zuwinkte und mich nach meiner Zimmernummer fragte. Und da die Rechnung schon bei der Buchung bezahlt wurde sagte sie so etwas wie "c'est tout bon, bonne journée". Ich legte noch den Schlüssel in ein Körbchen und ging von dannen.

...und die Check-out-Dame

Schon während dem Ein- und Auschecken und auch danach wunderte ich mich über die Art der Abwicklung und ich fragte mich, ob die beiden Damen echte Personen waren oder eher eine Art künstliche KI-Agentinnen. Gegen echte Personen würde sprechen, dass diese ja fast den ganzen Tag vor einer Kamera sitzen und auf Gäste warten müssten. Zudem fand ich die Aussprache teilweise etwas undeutlich. Und beim Auschecken verbrachte die Dame keine Sekunde damit, den Status meines Zimmers anzuschauen.

Ich bin ziemlich sicher, dass es sich um ein KI-unterstütztes System handelt und ich finde es eigentlich recht gut gemacht. Wenn ich wieder einmal dort bin werde ich die Dame fragen, ob sie echt ist.

Dienstag, 20. Oktober 2026

Drei ehemalige Waadtländer

Nach der Wanderung im Waadtland letzte Woche stehen jetzt noch 8 ehemalige Gemeinden in diesem Kanton auf meiner Pendenzenliste. Drei Ehemalige lagen auf meiner Route: Vuibroye, Oron-le-Châtel und Bussigny-sur-Oron.



im Vordergrund Vuibroye



Château d'Oron in Oron-le-Châtel

Am 1. Januar 2012 wurde der grosse Zusammenschluss von 10 Gemeinden in der Gegend rund um Oron-la-Ville umgesetzt. Beteiligt daran waren neben den drei von mir besuchten Ehemaligen auch Châtillens, Chesalles-sur-Oron, Ecoteaux, Oron-la-Ville, Palézieux, Les Tavernes und Les Thioleyres.


Daraus entstand die neue Gemeinde Oron mit einer Fläche von 26 km2 und ca. 6'500 Einwohnern. Und es entstand auch ein neues Gemeindewappen mit einem Löwen und 10 Rechtecken, welche für die 10 an der Fusion teilnehmenden Gemeinden stehen.

Montag, 19. Oktober 2026

Pierre du Dos à l'Âne

Schon von weitem konnte ich den Menhir du dos à l'âne (=Eselsrücken) am Waldrand in der Nähe von Servion ausmachen, mit einer stattlichen Höhe von 5.6 Metern und einem Gewicht von 26 Tonnen (so steht es in Thomas Widmer's Büchlein "Hundertundein Stein") handelt es sich um den grössten in der Schweiz stehenden Menhir.



Der mächtige Brocken steht wenige Meter östlich des Baches Parimbot, welcher hier die Kantone Waadt und Freiburg trennt, er könnte deshalb auch als ein überdimensionierter Grenzstein durchgehen. Aber natürlich wurde er in der Bronzezeit nicht als solcher konzipiert. Kantone gab es damals noch lange keine.

Sonntag, 18. Oktober 2026

Wanderung Servion - St. Martin FR

Datum: 15. Oktober 2026
Dauer:
3h15
Länge: 12.2 km
Wetter: sonnig
Route: Servion-Pierre du Dos à l'Âne-Vuibroye-Châtillens - Oron-la-Ville - Oron-le-Châtel - Le Pralet-Signal-St. Martin FR
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege

Die Fahrt von Seuzach nach Servion, dem Startort meiner Wanderung am Donnerstag, war etwas lang und kompliziert. Da ich in Bulle übernachten wollte musste ich dort zuerst mein Übernachtungsgepäck deponieren. Erst danach konnte ich Servion mit dem öV ansteuern. Damit dauerte die Fahrt fast fünf Stunden.

Um 13:30 erst konnte ich den ersten Schritt hin zum Ziel im freiburgischen St. Martin machen. Aber die Zeit reichte natürlich für die relativ kurze Wanderung. Wie gestern erwähnt war der Zweck der Wanderung der Besuch von ehemaligen Gemeinden im Kanton Waadt, dies nach fast zweijähriger Pause nach dem Besuch von Morcles.

im Hintergrund Freiburger Alpen mit Moléson & Co.

Vuibroye

Das erste Zwischenziel ist aber keine ehemalige Gemeinde, sondern ein Menhir aus Thomas Widmer's Steinbüchlein "Hundertundein Stein". Mehr dazu in einem separaten Eintrag. Kurz nach dem steinigen Besuch treffe ich in Vuibroye ein, der ersten von drei ehemaligen Gemeinden mit einer schönen Aussicht zu den Freiburger Alpen.

Dann geht es via Châtillens hinunter nach Oron-la-Ville, dem grössten Ort in der Gegend mit vielen Industriebetrieben, aber auch einem alten Zentrum. Hier ist der tiefste Punkt der Wanderung, was heisst, dass es wieder aufwärts geht. Nach der Durchquerung des Dorfes zweige ich nach rechts auf einen Wanderweg ab, welcher durch eine völlig überwachsene und damit dunkle Schlucht entlang des Le Flon hinauf nach Oron-le-Châtel führt. Der Bach heisst gleich wie derjenige welcher durch Lausanne fliesst, hat aber mit diesem nichts zu tun.

Oron-la-Ville

Château d'Oron

Auch Oron-le-Châtel ist eine ehemalige Gemeinde, deren Hauptdarsteller natürlich das imposante Château d'Oron ist. Das Tor zum Schloss ist offen und ich kann den Innenhof erkunden, die Innenräume sind aber geschlossen. Das Dorf liegt übrigens direkt an der wichtigen Eisenbahnlinie von Bern nach Genf und vom Zug aus kann man das Schloss sehen, wenn man im richtigen Moment nach draussen blickt.

Blick Richtung Genfersee, den man erahnen kann

Grenzstein VD/FR, hinten St. Martin FR

Von Oron-le-Châtel steigt der Weg noch weiter an bis zum Signal, einem Grashügel auf 831 m, damit ist dies der höchste Punkt der Wanderung. Ich geniesse den Rundblick in alle Richtungen, im Süden kann man den Genfersee erahnen.

Kurz vor dem Ziel in St. Martin verläuft mein Wanderweg über ein kurzes Stück der ehemaligen Gemeinde Bussigny-sur-Oron, welches aus ein paar wenigen Höfen bestand. Und 100 Meter vor dem Ziel überschreite ich die Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg.

Samstag, 17. Oktober 2026

11 ehemalige Waadtländer

Vielleicht hat sich der eine oder andere Leser meines Blogs schon einmal gewundert, dass ich keine ehemaligen Gemeinden mehr bewandere. Tatsächlich sind es schon fast zwei Jahre seit dem Besuch von Morcles, am 11. November 2024 war ich dort und seither machte das Projekt Pause.

Vergessen habe ich es aber natürlich nicht und es stehen ja auch nur noch 14 ehemalige Gemeinden auf der Pendenzenliste: 11 im Waadtland, 2 im Kanton Bern und 1 im Bündnerland. Aber 12 von diesen liegen recht abgelegen und erfordern einen relativ hohen Planungs- und Durchführungs-Aufwand. Das war mit ein Grund dafür, dass das Projekt solange inaktiv war.


Dies sind die 11 noch fehlenden ehemaligen Waadtländer Gemeinden:

St-Cierges
Martherenges
Villars-Mendraz
Peney-le-Jorat
Montaubion-Chardonney
Dommartin
Villars-Tiercelin
Mézières
Vuibroye
Oron-le-Châtel
Bussigny-sur-Oron

Am Donnerstag habe ich das Projekt aber wieder reaktiviert und ich konnte drei Waadtländer Gemeinden abhaken. Verbunden habe ich die Wanderung mit einer Übernachtung in Bulle, welches relativ nah an der Wanderroute liegt.

Weitblick von Servion

Typisch Waadtland

Vuibroye

Château d'Oron

in der Mitte die Dents du Midi

Wandertechnisch gab es zwar keine Schwierigkeiten, aber der Anteil an Hartbelag war ziemlich hoch und der Anteil an markierten Wanderwegen mit etwa zwei Kilometern recht klein. Entschädigt wurde ich aber immer wieder durch schöne Weitblicke in der schönen Gegend im Grenzgebiet Waadt / Freiburg.

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Das Martinsbrünneli

Das Martinsbrünneli befindet sich südwestlich von Rüti gleich südlich der A15, auf der Karte ist es mit "Naturbrücke" bezeichnet. Ein Wanderweg führt direkt dort vorbei.


Vom Wanderweg aus führt ein kurzer, schmaler Pfad zum Wasserfall, welcher unter einer natürlichen Brücke einige Meter in die Tiefe stürzt. Bei meinem Besuch konnte man allerdings kaum von einem Wasserfall sprechen, es war eher ein Rinnsal. Aber immerhin wurde meine Befürchtung, dass das Martinsbrünneli ganz ausgetrocknet sein könnte, nicht bestätigt.


Das Naturdenkmal geht auf einen gewaltigen Bergsturz vor etwa 16 Millionen Jahren zurück. Damals riegelte ein Fessturz ein Tal ab, worauf sich ein immer grösserer See bildete. Als der Wasserdruck zu gross wurde brach der natürliche Damm, worauf sich der ganze See inklusive Schutt ins Flachland ergoss. Das Material im Umfang von 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern deckte die Landschaft zwischen dem heutigen St. Gallen und dem Zürichsee zu.


Das Material verdichtete sich und wurde so hart wie Beton. Die über dem Wasserfall schwebende Brücke besteht aus diesem äusserst harten Material und das Wasser hat die darunterliegende weichere Schicht erodiert. Ein spektakulöser Zeuge von unendlich weit zurückliegenden Ereignissen.