Donnerstag, 16. Juli 2026

Der nachhaltige Schweizerhof

Zurück zuhause noch ein paar Bemerkungen zu unserem Hotel auf der Lenzerheide, dem Schweizerhof.

Im Jahr 1904 wurde der Schweizerhof mit 60 Betten eröffnet und schon zu Beginn wurde immer wieder erweitert und verändert, um sich den verändernden Bedürfnissen der Reisenden anzupassen. Das heutige 4* Superior Hotel besteht aus einer Vielzahl von ineinander verschachtelten Gebäuden mit 180 Betten in diversen Kategorien von einfachen Budget-Zimmern bis zu modernen, geräumigen Suiten.

Bild unserer Zimmerkategorie

Gastronomisch hat man die Wahl zwischen täglich wechselnden Menus für die Halbpensions-Gäste, einer à la carte-Auswahl sowie einer kleinen Karte auf der Terrasse und in der Bar. Dreimal genossen wir ein à la carte Nachtessen und mischten teilweise einzelne Gänge aus dem Halbpensions-Menu bei.

Natürlich gibt es im grössten Hotel am Platz auch ein Wellness-Angebot mit einem Schwimmbad, Jacuzzi, Saunen und einem Hamam. Und die Kinder können sich im Innenhof auf einem kleinen Bike-Track, einem Trampolin und anderen Einrichtungen vergnügen. Allgemein gibt sich das Hotel sehr familienfreundlich, deshalb war der Anteil an Familien mit meist kleinen und kleinsten Kindern sehr hoch.


Schon beim Einchecken ist uns aufgefallen, dass sich das Hotel die Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Die Rezeptionistin machte uns darauf aufmerksam, dass es im Zimmer keine Schlarpen für den Wellness-Bereich habe, dass diese aber gekauft werden können. Wo wolle man unnötigen Abfall möglichst vermeiden.

Abends fragte uns dann der Kellner beim Nachtessen, ob wir nach dem Genuss des Weissweins für den Rotwein neue Gläser möchten. Das irritierte uns ein wenig, schliesslich gehört das Restaurant zu einem 4* Superior Hotel. Damit aber nicht genug: Nach der Vorspeise legten wir Messer und Gabel wie gewohnt auf den Teller. Der Kellner bot uns aber, diese auf einer hölzernen Besteckbrücke zwischenzulagern, um sie für den Hauptgang weiterverwenden zu können.

Im Zimmer fehlte auch der für diese Hotelkategorie übliche Kühlschrank. Wer bei der gegenwärtigen Hitze darüber froh wäre, sich mit einem gekühlten Getränk erfrischen zu können, kann an der Réception einen kleinen Kühlschrank bestellen - natürlich gegen eine Gebühr.

Nachhaltigkeit wird auch beim Frühstück grossgeschrieben. Marlise freute sich auf eine grosse Auswahl an frischen Früchten, darunter auch exotische wie Kiwis, Melonen, Grapefruits usw. Zur Auswahl standen aber nur frische Erdbeeren und Kirschen aus dem Bündnerland. Orangen- oder Grapefruitsaft? Fehlanzeige, die Gäste sollen gefälligst Gemüsesäfte oder Apfelsaft aus dem Thurgau trinken. Und die Miniportion Lachs, welche man bestellen konnte, stammt natürlich aus der Lachszucht in Lostallo GR. Aber immerhin Kaffee wird angeboten, obwohl man es lieber sähe, wenn die Leute aus einer riesigen Tee-Auswahl auslesen würden.

Und zu guter Letzt stand auf der Rechnung noch ein Klimafranken pro Person und Tag. Aber trotz allem haben wir uns im Schweizerhof sehr wohl gefühlt und haben im Nachhinein sogar ein gutes klimatechnisches Gewissen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Ins Landwassertal

Das Landwassertal erstreckt sich von Davos in südwestlicher Richtung bis nach Filisur. Die Landwasser durchfliesst das Tal und mündet bei Alvaneu in die Albula, welche sich wenig später bei Thusis mit dem Hinterrhein vereint.

Boarding in Filisur Richtung Davos

Nach sechs Wanderungen in der Umgebung der Lenzerheide wollten wir die siebte Wanderung in Folge an einem anderen Ort machen. Unser Startort Davos Glaris erreichten wir von der Lenzerheide aus in etwas mehr als einer Stunde mit dem Bus nach Tiefencastel, der Rhätischen Bahn nach Filisur und einem Nostalgiezug ebenfalls der Rhätischen Bahn durch das Landwassertal hinauf.

Beim Bahnhof Davos Glaris bogen wir auf den mit der Nummer 789 markierten Alten Zügenweg ein, welcher über 13 Kilometer hoch oben am Hang entlang der Landwasser nach Davos Wiesen führt. Obwohl wir in Fliessrichtung wanderten stieg der Weg über längere Zeit an, um dann später etwas steiler nach Wiesen abzusteigen.

Blick übers Tal nach Davos Monstein

Davos Wiesen

Sehr speziell waren die Fahrten mit dem Nostalgiezug von Filisur nach Davos Glaris und zurück von Davos Wiesen nach Filisur. Besonders die Bergfahrt im offenen Wagen war speziell, einerseits konnten wir uns im Fahrtwind abkühlen, andererseits drosselte der Lokführer das Tempo über die Viadukte und bei einem Wasserfall mitten in einem Tunnel. Das erlaubte es den Passagieren, ausgiebig zu fotografieren oder filmen.

Dienstag, 14. Juli 2026

Hoch hinaus

Gestern waren wir auf dem höchsten mit einer Bahn erreichbaren Punkt der Bergbahnen Lenzerheide/Arosa, dem Parpaner Rothorn auf 2'861 müM. Dorthin nimmt man zuerst die Gondelbahn von Lenzerheide nach Scharmoin und danach die Luftseilbahn zum Gipfel. Wobei das Parpaner Rothorn noch einen leicht höheren Gipfel hat, den Ostgipfel mit 2'896 müM.

links der Ostgipfel des Parpaner Rothorns

Wir haben aber nicht nur die Panorama-Aussicht (welche von Dunst etwas beeinträchtigt war) genossen, wir sind wie in den letzten Tagen natürlich auch gewandert. Für Wanderer und immer mehr auch für Biker gibt es dort ein grosses Angebot. Allerdings braucht es Minimalanforderungen bezüglich Fitness und Berggängigkeit, die Wege können dort oben schon recht anspruchsvoll sein.

Weitblick über Valbella, Parpan und Churwalden

Unsere Route führte via Gredigs Fürggli, Urdenfürggli und Urdensee zur Hörnlihütte, das waren gute 600 m Abstieg und 250 m Wiederanstieg. Mit 6.8 km Distanz war die Wanderung relativ kurz, aber aufgrund des alpinen Geländes doch recht anstrengend.

Blick zurück von der Hörnlihütte zum Urdenfürggli

Zurück zur Lenzerheide ging es mit dem Zug von Arosa nach Chur und von dort mit dem Postauto. Eine lange, aber interessante Rundreise.

Montag, 13. Juli 2026

Alp Sanaspans statt Wasserfall

Seit unserer Wanderung von Scharmoin auf dem Panoramaweg hinunter zur Lenzerheide hatte es auf unserem Wandernetzwerk bei Scharmoin einen Startort ohne Verbindung nach Osten. Diese Art Lücke haben wir gestern geschlossen. Diesmal fuhren wir beide mit der Gondelbahn nach Scharmoin. Bei der Talstation staunten wir ob den Massen an Bikern, welche wahrscheinlich den ganzen Tag rauf und runter sausen. Wir wussten nicht einmal, wie wir uns in der Schlange der Biker einordnen sollten, ohne diese zu stören.

Richtung Osten folgten wir dem Wegweiser zum Wasserfall, welcher in 50 Minuten auf einem schmalen, aber problemlosen Bergweg erreicht werden kann. Wir fragten uns, ob der Wasserfall bei dieser Trockenheit überhaupt Wasser führt, bei unserer Annäherung konnten wir ihn aber gut hören und auch ein Bisschen sehen. Um ihn besser zu sehen stiegen wir auf einem Weg weiter auf, es stellte sich aber heraus, dass wir ihn ganz aus den Augen verloren. Wahrscheinlich hätten wir uns ihm auf einem anderen Weg annähern sollen.

auf dem Weg zur Alp Sanaspans

Zurück wollten wir aber nicht und wir stiegen weiter auf Richtung Alp Sanaspans. Der Weg stellte sich aber als recht alpin heraus, es war eine anstrengende Angelegenheit mit vielen hohen Stufen und rutschgefährdeten Abschnitten.

Bei der bedienten Alphütte auf etwas über 2000 müM genossen wir die Aussicht und nahmen den Abstieg auf einer breiten Alpstrasse in Angriff. Je mehr Höhe wir verloren desto wärmer wurde es auf der Strasse fast ohne Schatten. Zurück im Hotel waren wir froh um eine Abkühlung im Pool. 


Sonntag, 12. Juli 2026

Um den Heidsee

Auch gestern Samstag waren wir auf einer der lokalen und gut markierten Wanderrouten unterwegs. Diesmal auf dem Familienweg Lenzerheide mit der Nummer 745. Einerseits wird auf dieser Route der Heidsee umrundet, sie enthält aber auch einen nicht zu unterschätzenden Auf- und Abstieg. Für Familien mit Kleinkindern und vielleicht sogar Kinderwagen müssen die Auf- und Abstiege aufgrund von einigen steilen Stellen recht mühsam sein.

Spoina, der höchste Punkt

Für uns war das aber kein Problem, nach bereits drei Wanderungen in Folge waren wir fit genug und wir haben uns auch schon ein wenig an die hohe Temperatur gewöhnt.

am Heidsee

Nach dem 20minütigen Marsch vom Hotel zum See entschieden wir, zuerst den strengeren Teil der Rundwanderung zu absolvieren, um uns danach mit einem Bad im See zu erfrischen. Auf dem gleichen Weg, auf welchem wir am Samstag zum See abgestiegen sind ging es diesmal hinauf bis zum höchsten Punkt auf 1708 müM, um dann in einem grossen Bogen wieder zum See abzusteigen.

viel los auf dem Heidsee

Nach einer Seeumrundung hatte Marlise Lust auf eine Runde mit dem SUP (Stand Up Paddle) auf dem See. Das für mich vorgesehene Bad im See fiel aber der mit 20° für mich zu tiefen Seetemperatur zum Opfer. Weiter als bis zu den Knien reichte es nicht.

Samstag, 11. Juli 2026

Auf der Westseite

Ein weiterer markierter Weg befindet sich auf der Westseite der Lenzerheide, er führt vom Heidbühl oberhalb von Churwalden nach Tgantieni, der Mittelstation der Sesselbahn zum Piz Scalottas. Der Weg verläuft so um die 2000 müM, einmal etwas darunter, einmal darüber.

mit der Gondelbahn von Churwalden nach Heidbühl

Kurz nach dem Start auf Heidbühl, wohin wir mit der Gondelbahn von Churwalden aus gelangten, folgten wir dem Wegweiser mit der Nummer 738. Etwas später realisierten wir aber, dass wir auf einem anderen Weg unterwegs waren, der etwas weiter oben liegt. Der Wegweiser war wahrscheinlich verdreht. Wir entschieden aber, auf dem Weg zu bleiben, obwohl wir mehr Höhenmeter überwinden mussten.

Valbella, Heidsee und Lenzerheide

Trotz der beachtlichen Höhenlage war der Aufstieg an der prallen Sonne recht anstrengend und schweisstreibend und wir waren froh, dass sich ab und zu eine Wolke vor die Sonne schob.

in der Mitte der Piz Scalottas

Marlise hatte aber noch genug Energie für einen Zusatz-Aufstieg zum Piz Scalottas, derweil ich Richtung besagtem Tgantieni talwärts zog. Wieder zusammen nahmen wir den Abstieg zum Heidsee in Angriff, wo Marlise ein erfrischendes Bad nahm.

Freitag, 10. Juli 2026

Über die Hängebrücke

Auf der Lenzerheide und Umgebung hat es einige Themenwanderungen wie zum Beispiel die Panoramawanderung, welche wir am Mittwoch auf dem Programm hatten. Oder wie gestern der mit der Nummer 749 sehr gut markierte, mit 8.4 km relativ kurze Hängebrückenweg mit Ausgangspunkt Lenz.

Lenz

hier sind wir ganz nah am Brienzer Rutschgebiet

Die Temperatur machte uns gegenüber dem Mittwoch etwas mehr zu schaffen. Sie lag in Lenz auf 1350 m natürlich höher als auf 2000 m am Rothorn. Und auf den 500 zu überwindenden Höhenmetern kamen wir schon etwas ins Schwitzen. Der grösste Teil der Route verläuft zwar im Wald, aber auf den breiten Waldstrassen hatte es wenig Schatten.


Blick vom Crap la Tretscha, unten Alvaschein

Der Höhepunkt war natürlich die Überquerung der Hängebrücke im Val Meltger. Sie war zwar mit etwa 50 Metern Länge recht kurz, aber sie wackelte ordentlich und liess den Adrenalinspiegel doch etwas ansteigen.

Wieder zurück in Lenz machten wir noch eine etwa 3 km lange Zusatzschlaufe zum Crap la Tretscha, einem schönen Aussichtspunkt.