Mittwoch, 11. Februar 2026

Wanderung Frauenfeld - Münchwilen

Datum: 09. Februar 2026
Dauer:
 4h20
Länge: 16.5 km
Wetter: zuerst Hochnebel, später zunehmend sonnig
Route: Frauenfeld-Aumühle-Murkart-Matzingen-Jakobstal-Wängi-Rosental-Murgtal-Münchwilen
Charakteristik: einfache Wege und Strassen


Schloss Frauenfeld

die Murg ist fast überall kanalisiert

Alpacas bei Matzingen

Wohnsilo in Matzingen

Weiher in Wängi

Nicht einmal eine halbe Stunde dauert die Zugfahrt von Seuzach nach Frauenfeld mit Umsteigen in Oberwinterthur. Die Thurgauer Hauptstadt liegt sozusagen fast vor unserer Haustür. Wir waren auch schon einige Male in deren Umgebung im Wandermodus unterwegs. Noch nie aber auf der Route, welche wir für den Montag geplant hatten. Was schade ist, denn die Wanderung entlang der Murg ist sehr lohnenswert.

Unter der Bahnhofsunterführung hindurch geht es zur Nordseite des Bahnhofs und nach wenigen Schritten sind wir am Ufer der Murg. Wir folgen dem Uferweg flussaufwärts, schon bald geht es unter der Bahnlinie und einer Strasse hindurch und wenig später erblicken wir gegenüber das Schloss Frauenfeld.

Dann verlassen wir das Stadtgebiet Richtung Süden und folgen der Murg bis Matzingen. Wir staunen ob den grossen hölzernen Murgbahnen, welche wir alle paar hundert Meter antreffen. Für Familien mit Kleinkindern muss das ein sehr attraktiver Weg sein.

Auch zwischen Matzingen und Wängi sind wir meistens direkt am Murgufer unterwegs. In Wängi hat es ein längeres Stück Hartbelag durch ein Industriegebiet. Zum Glück hält sich der Verkehr dort in engen Grenzen.

Auf dem letzten Abschnitt von Wängi nach Münchwilen werden die Wanderer auf vielen Infotafeln über alles Wissenswerte der Gegend informiert. Nach etwas mehr als vier Stunden erreichen wir Münchwilen und sind uns einig, dass das eine sehr lohnenswerte Wanderung war. Und falls wir sie noch einmal machen werden nähmen wir Murmelkugeln mit.

Dienstag, 10. Februar 2026

An der Murg

Die Murg ist ein 34 Kilometer langer Nebenfluss der Thur, sie entspringt in der Nähe des St. Gallischen Mühlrüti und vermengt sich nördlich der Thurgauer Hauptstadt Frauenfeld mit der Thur.

Gestern folgten wir der Murg auf 16 Kilometern ab dem Bahnhof Frauenfeld bis Münchwilen. Natürlich war der Fluss der unbestrittene Hauptdarsteller der Wanderung, wir waren nie weit weg vom Ufer. Und wir bereuen die Wanderung nicht, ganz im Gegenteil. Der Murgweg ist grösstenteils ein bequemer Naturweg, einzig durch die Dörfer hat es Abschnitte mit Hartbelag.

Planetenweg

XXL-Murmelbahn


unübersehbare Infotafel in Wängi

Und es ist ein multifunktionaler Weg:

  • Zwischen Frauenfeld und Matzingen hat es immer wieder grosse, aus Holz gebaute Murmelbahnen in unterschiedlichsten Ausführungen. Leider hatten wir keine Murmeln dabei, gerne hätten wir die Bahnen ausprobiert.
  • Auf der gleichen Strecke hat es auch einen Abschnitt eines Planetenweges. Wir kamen aber nur an zwei Planeten vorbei.
  • Immer wieder sahen wir Tafeln mit der Bezeichnung "Gripspfad", auf diesen sind Gymnastikübungen beschrieben.
  • Im Bereich der Gemeinde Wängi hat es unzählige Infotafeln, auf welchen allerlei Wissenswertes über lokale Eigenheiten erklärt sind.

Sonntag, 8. Februar 2026

Winterthur von A bis Z - L wie Loki

Das Dialektwort Loki für Lokomotive wird in der ganzen Deutschschweiz einheitlich verwendet. Für die Einwohner der Agglomeration Winterthur hat das Wort aber noch eine zweite Bedeutung: Es wurde früher auch für die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik, kurz SLM, verwendet. Das Fabrikareal grenzte direkt an das ursprüngliche Sulzer-Areal im Zentrum von Winterthur.

Montagehalle um 1950

Gegründet wurde die SLM 1871 durch den Engländer Charles Brown, welcher bei Sulzer tätig war. Infolge von Meinungsverschiedenheiten in der Sulzer-Geschäftsleitung entschied er sich für einen Neuanfang. Aufgrund des zunehmenden Ausbaus der Eisenbahn-Infrastruktur in Europa bot sich die Gründung einer Lok-Fabrik an.

Heute hat es in der Loki ein Einkaufszentrum

hier wohnten die Angestellten gleich neben den Fabrikhallen

Die erste produzierte Lokomotive war die berühmte Lok 7, welche 1873 bei der Rigi-Bahn in Betrieb genommen wurde. Sehr speziell dabei war der stehende Dampfkessel. Diese Lok wird sogar heute noch ab und zu für Nostalgiefahrten eingesetzt.

Lok 7

Die meisten von der SLM produzierten Loks waren aber auf Normalspur-Linien für Passagier- und Güterzüge in ganz Europa unterwegs, unter anderem wurden extra starke Loks für den Gotthardverkehr gebaut, so zum Beispiel das berühmte Krokodil. Bei diesem war die SLM für den mechanischen Teil und die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) für den elektrischen Teil verantwortlich.

Samstag, 7. Februar 2026

Pinguin-Rüben

Noch ein Artikel ist mir kürzlich im Landboten aufgefallen: Es ging um die Zuckerrüben, welche länger als üblich auf ihre Verarbeitung zu Zucker auf den Feldern warten mussten.


Im Kern des Artikels ging es darum, dass die Rüben die Wartezeit relativ gut überstanden haben, dies trotz langanhaltender Kälte im Januar. Begründet wurde dies mit der Art der Lagerung. Die Rüben wurden zu Haufen aufgeschichtet und teilweise abgedeckt. Die Rübenhaufen wurden mit Pinguinen verglichen, welche sich bei garstigen Bedingungen zusammenraufen, um die Körperwärme zu nutzen. Für mich hinkt dieser Vergleich aber ein bisschen, denn die Pinguine wechseln ihre Position ja laufend um zu verhindern, dass die Äussersten, welche direkt Wind und Schnee ausgesetzt sind, nicht erfrieren. Bei den Rüben ist das nicht so gut möglich.


Anyway, ich bin beruhigt, dass es die meisten Rüben überlebt haben und dass die Rübenbauern für allfällige Verluste anscheinend entschädigt werden. In der zweiten Hälfte Februar soll die Rüben-Kampagne 2025/26 - so wird die Zeit der Rübenverarbeitung genannt - beendet sein. Und übrigens, der Rübenhaufen, welchen ich in Reutlingen fotografiert hatte, wurde in der Zwischenzeit abtransportiert.

Freitag, 6. Februar 2026

Die Zugwinker

Am Mittwoch erschien im Landboten (und wahrscheinlich auch im Tages Anzeiger) ein seitenlanger Artikel über den Zugwinker von Henggart.

Seit 27 Jahren winkt Martin Horber von seinem direkt an der Linie Winterthur-Schaffhausen stehenden Einfamilienhaus jedem vorbeifahrenden Zug zu, und dies zwischen 5 Uhr 30 und 21 Uhr. Nur während der Mittagszeit macht er Pause, dann geht er normalerweise auswärts essen. Sein Haus ist gut erkennbar, es ist auf zwei Seiten mit je einer alten Bahnhofstafel von Henggart gekennzeichnet.

Die Lokführer, welche auf dieser Strecke unterwegs sind, kennen Herrn Horber natürlich und sie winken ihm freundlich zurück. Früher grüssten sie ihn sogar mit einem Lokipfiff, darüber waren aber die Nachbarn nicht begeistert. Ab und zu winken ihm auch Passagiere zu, welche regelmässig dort unterwegs sind. Auch ich bin ab und zu auf dieser Strecke unterwegs und schaue zum Fenster hinaus, schon oft habe ich Herrn Horber winken gesehen.

Der Zugwinker war aber nicht Eisenbahner von Beruf, sondern Monteur bei der Siemens. Schon früh begeisterte er sich aber für die Eisenbahnen und er ist das ganze Schweizer Bahnnetz schon mehrmals abgefahren.

Es gibt aber noch einen zweiten Bahnwinker in der Schweiz: In Wassen an der alten Gotthardstrecke winkt Xaver Andermatt mit einer Schweizerfahne regelmässig den Zügen zu. Herr Andermatt hat aber seit der Eröffnung des Basistunnels weit weniger zu winken als sein Kollege in Henggart mit 9 Zügen pro Stunde.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Wanderung Ämtlerwäg Teil 3

Datum: 03. Februar 2026
Dauer:
 4h20
Länge: 16.5 km
Wetter: anfangs sonnig, zunehmend bewölkt, ein paar Regentropfen
Route: Hedingen-Ismatt-Im Gibel-Schachen-Buechholz-Im Lochenhof-Dürrenbach-Pt. 638-Müliberg
Charakteristik: einfache Wege und Strassen, ab und zu schnee- und eisbedeckt


Blick über das Säuliamt, links der Mitte der Uetliberg

steiler Aufstieg Richtung Islisberg


auch die Berge zeigten sich ab und zu

Nur eine gute Stunde dauert die öV-Anfahrt von Seuzach nach Hedingen mit schlankem Anschluss in Zürich. So müssen wir nicht allzu früh aufstehen und können nach der Peak Hour auf den Zug.

Der Hedinger Bahnhof liegt nicht direkt am Ämtlerwäg, deshalb müssen wir zuerst etwa 20 Minuten zur Ismatt aufsteigen. Ab dort können wir den blauen Wegweisern folgen. Die nächsten zwei Kilometer geht es auf geteerten Nebenstrassen Richtung Nordost, meistens hat man Sicht zum Uetliberg. Schon bald können wir uns den Jacken entledigen, die Temperatur an der Sonne ist schon recht frühlingshaft.

Weiter geht es auf Naturwegen hinauf Richtung Islisberg. Der Weg ist auf einem kurzen Stück ordentlich steil und wir sind froh, dass wir auf- und nicht absteigen können. Die gewonnenen Höhenmeter werden wir aber sofort wieder los, der Abstieg nach Schachen ist aber weniger steil.

Jetzt ziehen mehr und mehr Wolken auf und ein kalter, kräftiger Wind ist dafür verantwortlich, dass wir die Jacken wieder auspacken. Das Dorf Schachen durchqueren wir und machen die verlorenen Höhenmeter gleich wieder gut. Im Waldstück oberhalb von Bonstetten hat es auf dem Weg ab und zu Schnee und Eis, dort müssen wir etwas aufpassen.

Dann geht es Richtung Süden immer auf Naturwegen an Waldrändern durch eine attraktive Landschaft, ab und zu hat man freie Sicht zu den Alpen. Bei Dürrenbach fallen ein paar Tropfen vom Himmel und wir packen vorsichtshalber den Schirm aus. Der Spuk ist aber bald vorbei, wir bleiben trocken. In Müliberg haben wir Glück, der Bus nach Affoltern am Albis fährt zeitgleich mit uns ein.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Auf dem Ämtlerwäg im Säuliamt

Ende 2023 absolvierten wir zwei Etappen auf dem Ämtlerweg, einem Themenweg im Zürcher Säuliamt hinter dem Uetliberg. Der mit blauen Wegweisern markierte Rundweg ist 50 km lang. Unsere erste Etappe führte von Türlen am Türlersee nach Knonau und die zweite von Knonau nach Hedingen.


Gestern Dienstag, also über zwei Jahre seit der letzten Etappe, wollten wir in Hedingen am Ziel der zweiten Etappe anknüpfen. Bei sonnigem Wetter ging es los und schon bald kamen erste Frühlingsgefühle auf, unsere Winterjacken landeten im Rucksack. Etwas später aber kamen erste Wolken verbunden mit einem kalten Wind daher, die Jacken mussten wir wieder auspacken. Schon bald war der Himmel vollständig bedeckt und wir spürten sogar ein paar Regentropfen.


hinten mittig der Uetliberg "von hinten"

Beendet haben wir die Etappe nach 16.5 Kilometern in Müliberg. Mehr dazu morgen.