Donnerstag, 3. September 2026

Arbeitsloser Grill

Schon seit über zwei Monaten ist unser Gartengrill arbeitslos. Das ist aber nicht seine Schuld, sondern diejenige der extremen Hitze und Trockenheit in den vergangenen Wochen. Seit dem 26. Juni gilt im Zürich ein Verbot von Feuern im Freien. Dieses wurde zwar vor ein paar Tagen gelockert, es gilt jetzt nur noch im oder in der Nähe von Wald. Und da wir praktisch am Waldrand wohnen dürfen wir den Grill auch weiterhin nicht benutzen.

unser Grill direkt unter ausgetrockneten Bäumen

Das Grillieren eines saftigen Steaks, einer feinen Wurst oder eines Bratens am Drehspiess fehlt uns dieses Jahr schon ein wenig. Wir finden einfach, dass ein Stück Fleisch vom Holzkohlegrill besser schmeckt als aus der Pfanne oder dem Ofen.

gerne würden wir ihn wieder einmal anfeuern

Aber wir haben natürlich Verständnis für das Verbot, ein von uns verursachter Waldbrand wäre für uns ein tragisches Ereignis, welches unsere Liegenschaft auch direkt gefährden könnte. Deshalb fällt uns der Verzicht auf die Grilladen nicht ausserordentlich schwer. Aber natürlich hoffen wir, dass der weitere Wetterverlauf eine Aufhebung des Verbotes ermöglicht. In den nächsten Tagen sieht es aber noch nicht danach aus und dann neigt sich die Grillsaison langsam dem Ende zu.

Mittwoch, 2. September 2026

137

Nach unserem Besuch auf Korsika umfasst die Liste der von mir besuchten Länder und Territorien 137 Einträge, dies auf der Basis der entsprechenden Liste des Traveler's Century Clubs. Auf der Karte von Europa habe ich den Besuch Korsikas mit einem gelben Pin markiert (gelb sind Territorien, rot Länder):

In Europa fehlen mir jetzt noch die folgenden Länder und Territorien:

  • Kaliningrad, eine russische Exklave
  • Weissrussland
  • Ukraine
  • Türkischer Teil von Zypern
  • Akrotiri und Dhekelia, zwei britische Militärbasen auf Zypern

Mein Ziel ist der Besuch von 150 Ländern und Territorien, damit würde ich einen Status im Traveler's Century Club erreichen.

Dienstag, 1. September 2026

Der Hagelsturm

Während wir am Freitagmorgen zur Fahrt durch die Gegend rund um L'Isle Rousse auf Korsika aufbrachen ereignete sich zuhause in Seuzach dramatisches. Etwa um 10 Uhr zog ein Hagelsturm über unseren Wohnort und Teile von Winterthur und hinterliess eine Schneise der Zerstörung. Alles was nicht in einem geschützten Raum war wurde beschädigt. Häuser, Autos und andere Fahrzeuge, Gärten, landwirtschaftliche Kulturen, Fauna, Wälder. Hagelkugeln mit einem Durchmesser von 7 Zentimetern sollen nicht einfach vom Himmel gefallen sein, sondern fast waagrecht in alles geprallt sein, was im Weg war.

eingeschlagenes Dachfenster

Ziegel- und andere Bruchstücke

auch der Sonnenstoren muss ersetzt werden

Am Freitagnachmittag erhielten wir ein Video mit Aufnahmen von unserem Haus und Garten und wir konnten uns ein Bild machen über die Verwüstung. Auch in den Online-Zeitungen wurde über das meteorologische Extremereignis berichtet.

Und auf dem Fussmarsch vom Bahnhof Seuzach nach Hause waren wir am Sonntagnachmittag schockiert über die Schäden an Fassaden Jalousien, Autos, Solarpanels und anderem. Nach einem ersten Augenschein rund um unser Haus konnten wir etwas aufatmen. Es lagen einige Bruchstücke von Ziegeln herum und alles aus Plastik, zum Beispiel Giesskannen, hatten Löcher. Einen grösseren Schaden haben wir zum Glück nicht festgestellt. Wir sind also glimpflich davongekommen.


kaputte Jalousien an einem neuen Wohnblock

und überall maserierte Fassaden

Weniger Glück hatten die Bewohner der Häuser am westlichen Dorfrand. Dort rasten dir Hagelkörner mit voller Wucht ungebremst in die wetterseitigen Fassaden und hinterliessen deutliche Spuren. Völlig zerstört wurden dort auch die heruntergelassenen Jalousien.

eines von vielen beschädigten Autos

Wir werden jetzt das Dach unseres Hauses von einem Fachmann auf versteckte Schäden untersuchen lassen um zu verhindern, dass bei undichten Stellen Wasser eindringen kann. Allfällige Reparaturen werden wir natürlich bei der Versicherung anmelden.

Montag, 31. August 2026

Wieder auf dem Festland

Gestern haben wir die Insel wieder verlassen und uns aufs Festland zurückgezogen. Dies zusammen mit vielen anderen Reisenden, das Edelweiss-Flugzeug von Calvi nach Zürich war fast voll besetzt. Und der kleine Flughafen im Nordwesten von Korsika geriet an seine Grenzen, viele Passagiere fanden in der Abflughalle keine Sitzplätze mehr.

ein letztes Bild in L'Isle Rousse mit der einfahrenden Fähre

Während unseres 8tägigen Aufenthaltes haben wir viel Schönes gesehen, seien es die feinsandigen, weissen Strände oder die charmanten Altstädte und Dörfer mit altehrwürdigem Charakter und fast keinen Bausünden. Auch gegessen und getrunken haben wir gut, besonders die frischen Fische und Meeresfrüchte schätzten wir zusammen mit einem korsischen Wein.

Calvi

Korsika wäre ein sehr schönes Wanderland, auf unseren Fahrten mit dem Mietwagen haben wir immer wieder Wanderwegweiser gesehen. Allerdings sind die Wege aufgrund der Topographie vielfach recht anspruchsvoll. Für eine Wanderung war es uns aber einfach viel zu heiss, die Temperatur lag meistens über 30°.

noch ein Blick zurück nach L'Isle Rousse

Angesichts solcher Temperaturen waren wir froh, dass unsere Unterkünfte über eine Klimaanlage verfügten. So konnten wir uns nach einer schweisstreibenden Besichtigungstour oder einem Abendessen in den heissen Gassen der Städte in ein herrlich kühles Zimmer zurückziehen. Und auch unser Auto hatte natürlich eine Klimaanlage, ohne diese hätten wir es kaum ausgehalten.

Sonntag, 30. August 2026

Ins Zentrum

Bisher hielten wir uns auf Korsika an den Küsten im Südosten und Nordwesten und den angrenzenden Gebieten auf. Gestern machten wir noch einen Abstecher ins Zentrum der Insel, nach Corte.

eine alte Bogenbrücke im Süden von Corte

Corte ist der einzige grössere Ort im Landesinnern von Korsika, mit knapp 8'000 Einwohnern ist er einwohnermässig etwa gleich gross wie Seuzach und deshalb immer noch recht klein. Auch bezüglich Höhe ist Corte mit Seuzach vergleichbar, beide liegen auf etwa 440 müM. Corte war von 1755 bis 1769 die Hauptstadt von Korsika, heute ist es Ajaccio an der Westküste. Corte ist übrigens die einzige Universitätsstadt Korsikas.

fünfarmiger Brunnen in Corte


Eindrücklich ist die auf einem Felssporn erbaute Zitadelle mit einer Burg. Leider ist diese nicht zugänglich, aber man kann sie von einem Aussichtspunkt aus bestaunen.


Samstag, 29. August 2026

Durch die Täler

Am Freitag wollten wir die umliegenden Täler und einige der darin versteckten Dörfer im Nordwesten von Korsika erkunden. Schon kurz nach dem Abbiegen in eine Nebenstrasse fühlten wir uns wie in einer anderen Welt ein paar Hundert Jahre in der Vergangenheit. Die kompakten Dörfer kleben an den Hängen oder thronen auf den Hügeln, vergleichbar mit Tessiner Dörfern in Tälern wie das Verzascatal oder Onsernonetal. Wenn man die vielen herumstehenden Autos ausblendet sehen die Dörfer noch genauso aus wie im Mittelalter, keine wuchernden Neubauten verunstalten das Bild.

Kloster bei Corbara

Pigna...

...mit dem Hotel Palazzo

Auf unserer Rundfahrt von L'Isle Rousse geht es durch Corbara, Pigna, Sant'Antonino, Feliceto und Speloncato zurück nach L'Isle Rousse. An einigen Orten halten wir an und machen einen (schweisstreibenden) Rundgang.

Sant'Antonino

Speloncato

Abends geniessen wir wie immer ein feines Nachtessen in der Altstadt direkt am Meer. Marlise hatte Austern, Salat und einen ganzen Fisch, ich ein Menu mit Schwertfisch-Carpaccio, Pulpo und Zitronen-Tarte.

P.S. Derweil wir hier schwitzend die Insel erkundeten ereignete sich zuhause in Seuzach ein dramatisches Unwetter mit Sturm und Hagel. Hier ein Bild vom Schriftzug der Migros Seuzach:


Auch unser Garten wurde in Mitleidenschaft gezogen, wir haben ein Video davon erhalten. Nach unserer Heimkehr werden wir zuerst einmal aufräumen müssen.



Freitag, 28. August 2026

Besuch in Calvi

Nur eine halbe Stunde Fahrzeit westlich von L'Isle Rousse entfernt liegt Calvi, eine mittelalterliche Stadt mit einem schönen, langen Strand. Bei der Anfahrt sieht man schon von weitem die auf einem Hügel erbaute Zitadelle.


Bei grosser Hitze erklimmen wir die Zitadelle und geniessen die Aussicht über den Hafen, das Meer und die Berge. Die Fernsicht ist allerdings aufgrund von saharastaubbelasteten Wolken stark eingeschränkt.



Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher auf die Insel Rousse mit dem Leuchtturm. Auch hier kommen wir beim kurzen Aufstieg ordentlich ins Schwitzen.

Insel Rousse

Am meisten macht uns die Hitze aber beim Nachtessen in der Altstadt von L'Isle Rousse zu schaffen. Wie ein Bleideckel lastet sie über uns und wir kühlen sogar den Rotwein in einem Behälter mit Eiswasser. Aber zum Glück verfügt unser Zimmer im Hotel Liberata über eine leistungsfähige Klimaanlage, welche für einen erholsamen Schlaf sorgt.