Sonntag, 26. Juli 2026

Silberweide statt Olivenbaum

Am 24. August letzten Jahres waren wir auf einer Etappe unserer Bodensee-Umwanderung unterwegs, vom österreichischen Hard nach Bregenz. Kurz vor dem Ziel machten wir noch einen kleinen Abstecher auf eine schmale Landzunge, welche in den See hinausragt. Und dort staunten wir über einen alten Baum, der aufgrund seiner Knorrigkeit und der Blätter für uns wie ein Olivenbaum aussah:

In meinem Wanderbericht von damals erwähnte ich diesen Baum mit der Bildunterschrift "ein Olivenbaum am Bodensee?". Immerhin mit Fragezeichen, denn ich konnte es mir dann doch nicht ganz vorstellen, dass sich ein Olivenbaum direkt am Bodenseeufer wohlfühlen könnte. Das Klima kann ja dort im Winter auch recht garstig und stürmisch sein.

Und gestern ist mir in Google Maps zufällig genau an der Stelle wo der Baum steht eine Markierung "Alte Silberweide" aufgefallen. Und hinter der Markierung versteckt sich ein Bild des Baumes. Womit meine These, es könnte sich um einen Olivenbaum handeln, widerlegt ist.

Ich habe mir die Bäume auf Wikipedia noch etwas genauer angeschaut und stellte fest, dass die Form der Blätter doch eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen:

Olivenbaum

Silberweide

Man möge mir meinen botanischen Aussetzer bitte verzeihen.

Samstag, 25. Juli 2026

Wanderung Davos Glaris - Davos Wiesen

Datum: 14. Juli 2026
Dauer:
3h50
Länge: 13.1 km
Wetter: sonnig
Route: Bahnhof Davos Glaris-Usser Ardüsch-Steigmeder-Sagaloch-Mülitobel-Davos Wiesen-Bahnhof Davos Wiesen
Charakteristik: einfache Bergwege



Wasserfall mitten in einem Tunnel


Davos Monstein auf der gegenüberliegenden Talseite

Davos Wiesen, links das Tinzenhorn, auch Bündner Matterhorn genannt

Die letzte von sieben aufeinanderfolgenden Wanderungen fand etwas abseits der Lenzerheide statt, im Landwassertal zwischen Davos Glaris und Davos Wiesen. Unsere öV-Anfahrt führte mit dem Postauto nach Tiefencastel, mit der RhB nach Filisur und weiter nach Davos Glaris. Sehr speziell war die Fahrt in einem offenen Wagen eines Nostalgiezuges von Filisur nach Davos Glaris.

Gleich beim Bahnhof Glaris beginnt der mit der Nummer 789 markierte Themenweg "Alter Zügenweg". Auf diesem Weg wurden früher Güter von Davos Richtung Filisur transportiert. So konnte die zerklüftete Zügenschlucht umgangen werden.

Auf der rechten Talseite geht es zuerst durch das Dorf Glaris und dann auf einer breiten Forststrasse mit Naturbelag mässig steil aufwärts. Nach etwas mehr als einem Kilometer mutiert der Weg zu einem leichten, angenehmen Bergweg, welcher bei Steigmeder mit 1651 m den höchsten Punkt erreicht.

Während wir aufsteigen senkt sich das Tal der Landwasser immer weiter ab, da wir ja in Fliessrichung wandern. Linkerhand sehen wir am Gegenhang zuerst nur die Kirche des Walserdorfes Monstein, je weiter wir gehen kommt aber das ganze Dorf zum Vorschein. In Monstein steht übrigens die höchstgelegene Bierbrauerei Europas. Vor dem Nachtessen genossen wir dann in unserem Hotel ein feines Monsteiner Bier.

Bei Steigmeder beginnt der Abstieg Richtung Davos Wiesen. In mehreren Kehren geht es durch diverse von Bächen durchflossene Seitentäler, bevor wir die nördlichsten Häuser von Davos Wiesen erreichen. Das langgezogene, besonnte Dorf macht auf uns einen etwas ausgestorbenen Eindruck.

Unser Ziel ist der Bahnhof von Davos Wiesen, dieser liegt aber über 200 hm unterhalb des Dorfzentrums, es steht uns also noch ein Abstieg bevor, welcher sich kurz vor dem Ziel als recht abenteuerlich herausstellt.

Auch auf der Rückfahrt nach Filisur kommen wir in den Genuss einer Fahrt mit dem Nostalgiezug. Der offene Wagen ist voll besetzt, deshalb setzen wir uns in einen normalen Wagen, in welchem die Fenster zum Glück offen sind.

Freitag, 24. Juli 2026

Wanderung Parpaner Rothorn - Hörnlihütte und Innerarosa - Arosa

Datum: 13. Juli 2026
Dauer:
3h20 / 0:45
Länge: 6.8 km / 2.9 km
Wetter: sonnig
Route: Parpaner Rothorn-Pt. 2693-Gredigs Fürggli-Urdenfürggli-Pt. 2476-Urdensee-Hörnlihütte / Talstation Hörnlibahn-Bahnhof Arosa
Charakteristik: einfache bis mittlere Bergwege


Blick von der Bergstation Parpaner Rothorn


grosse Auswahl an Wanderzielen


durch die Galerie gehts zum Gredigs Fürggli

Blick über das Urdental zum Hörnli und Hörnlihütte

Das Parpaner Rothorn mit seinen 2861 Metern über Meer ist der höchste Punkt, welchen man im Gebiet Arosa/Lenzerheide mit einer Bahn erreichen kann. Dort hinauf fuhren wir am vorletzten Montag, zuerst mit der Gondelbahn nach Scharmoin, welches wir ja schon gut kannten und auf den Gipfel mit der Luftseilbahn. Wobei die Bergstation der Luftseilbahn nicht auf dem höchsten Punkt des Rothorns steht, der Ostgipfel ist mit 2896 Metern noch leicht höher.

Und wieder sind viele Biker unterwegs, die Hälfte der Luftseilbahn ist mit etwa 20 Bikes belegt und die andere Hälfte mit deren Besitzern und ein paar Wanderern wie wir oder Leuten, welche nur die Aussicht bewundern wollen.

Neben der Bergstation hat es eine ganze Reihe von Wanderwegweisern, welche entweder nach Norden oder nach Süden zeigen. Wir starten Richtung Norden mit dem Zwischenziel Gredigs Fürggli, welches wir vom Skifahren her kennen. Mit den Skiern fährt man dort durch eine recht lange Galerie unter einer Felspartie. Und auch unser Wanderweg verläuft durch diese Galerie.

Beim Gredigs Fürggli verzweigt der Wanderweg, nach Osten geht es Richtung Arosa, wir setzen unsere Wanderung aber nach Norden zum Urdenfürggli fort. Dort befindet sich die Schnittstelle zwischen den Skigebieten von Lenzerheide und Arosa. Vor 12 Jahren wurde dort die Urdenbahn zwischen dem Urdenfürggli und der Hörnlihütte eröffnet.

Wir nehmen aber nicht die Urdenbahn, sondern steigen zu Fuss ins Urdental ab und kurz vor dem Urdensee wieder hinauf zur  Hörnlihütte. Die Markierung ist hier etwas unklar. Der direkte Weg zur Hörnlihütte ist wegen Steinschlaggefahr gesperrt und es ist unklar, welches der richtige alternative Weg ist.

Schlussendlich schaffen wir es aber bis zur Hörnlihütte. Für einen Abstieg zu Fuss nach Arosa ist die Zeit zu knapp, deshalb nehmen wir die Gondelbahn nach Innerarosa, von wo es noch drei Kilometer bis zum Bahnhof sind. Die Rundreise beenden wir mit der RhB-Fahrt nach Chur und dem Postauto zur Lenzerheide.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Nostalgie-Minigolf

Eineinhalb Monate nach meiner Geburt geschah Geschichtsträchtiges: Die weltweit erste Minigolf-Anlage wurde in Ascona eröffnet. Und wer hat's erfunden? Genau, ein Schweizer natürlich. Der Genfer Gartenarchitekt Paul Bongni baute 18 Betonbahnen mit standardisierten Hindernissen und liess die Anlage mit der Bezeichnung "Minigolf" patentieren.

Und nur gute zwei Jahre später, im Juli 1956, entstand in Winterthur eine Kopie der Asconer Minigolf-Anlage. Und diese ist nach genau 70 Jahren immer noch in Betrieb und zwar immer noch mit den gleichen Bahnen. Wahrscheinlich mussten die Bahnen schon mehrmals repariert und ausgebessert werden, aber es lässt sich darauf uneingeschränkt spielen.


neben dem Loch ist das Eröffnungsdatum "Juli 1956" erkennbar

Am Dienstag war die Familie Brauchli dort am Spielen. Nur die kleine Rya, unser fünf Monate junges Enkelkind, musste noch zuschauen. Oder besser durfte, denn sie hat uns und den anderen Leuten neugierig zugeschaut und sich ob der vielen kleinen Bälle gewundert.


Minigolf-Anlagen haben sich ja weltweit verbreitet und es gibt sie in unendlich vielfältigen Varianten. Besonders die USA ist sehr kreativ mit unglaublich phantasievollen Anlagen. Auch in Winterthur beim Schützenhaus hat es eine etwas neuere Anlage mit vielen übergrossen Tierfiguren. Wir fanden aber die nostalgische Bahn im Winterthurer Breite-Quartier fast schöner.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Wanderung Alp Sanaspans

Datum: 12. Juli 2026
Dauer:
3h05
Länge: 10.1 km
Wetter: sonnig
Route: Scharmoin-Pt. 1825-Alp Sanaspans-Pt. 1879-Lenzerheide
Charakteristik: einfache bis mittlere Berg- und Wanderwege


kurz vor der Alp Sanaspans, oben rechts das Dach der Hütte


sehr steiler Abstieg

die verdiente Erfrischung

Nach der Panoramawanderung von Scharmoin nach Lenzerheide hatte es zwischen Scharmoin und dem Rest unseres Wandernetzwerkes eine Lücke. Das war Grund genug für eine zweite Wanderung mit Start bei Scharmoin. Diesmal aber in die andere Richtung, nach Süden.

Diesmal nehmen wir beide die Gondelbahn und wir staunen wieder darüber, wie viele Biker wieder anstehen, alle mit Hightech-Bikes und krassen Anzügen und Helmen, fast wie Astronauten.

Unser erstes Ziel ist der Wasserfall, welchen man von der Lenzerheide aus ausmachen kann, wenn man genau weiss, wo er sich befindet. Der Wegweiser bei Scharmoin gibt dafür 50 Minuten an. Der Bergweg ist sehr angenehm, meist ist man am Schatten und es hat nur wenig Steigung oder Gefälle.

Beim Wasserfall angekommen sehen wir nur den allerobersten Teil davon, viel weniger als aus der Ferne aber immerhin etwas näher. Wir möchten noch etwas mehr davon sehen und steigen auf dem Weg Richtung Alp Sanaspans auf. Schon bald merken wir aber, dass wir nicht mehr vom Fall sehen, sondern gar nichts mehr. Nur das Rauschen ist noch zu hören. Wir haben aber keine Lust umzukehren und steigen weiter auf.

Jetzt wird der Weg ziemlich happig. Wir müssen hohe, in den Fels geschlagene Stufen sowie ein steiles, rutschiges Wegstück überwinden. Nach etwa 20 Minuten sind wir froh, das Gröbste überstanden zu haben, bis zur Alp Sanaspans ist der Weg wieder einfach.

Bei der bewirteten Hütte verweilen wir einen Moment und geniessen die Aussicht und das kühle Lüftchen auf etwa 2000 müM. Für den Abstieg steht zum Glück eine einfache Alternative zur Auswahl, auf dem gleichen Weg abzusteigen wäre noch schwieriger gewesen.

Auf dem anfänglich sehr steilen Fahrsträsschen geht es in grosszügigen Zickzacks immer weiter talwärts und die Temperatur steigt mit jedem Zick und Zack an. Die ursprüngliche Absicht, noch bis Lenz zu wandern, geben wir angesichts der Temperatur auf und nehmen den direkten Weg zu unserem Hotel.

Dienstag, 21. Juli 2026

Seehasenfest

Die Stadt Friedrichshafen wurde im Zweiten Weltkrieg buchstäblich in Schutt und Asche gelegt, besonders die Industriebetriebe waren wichtige Angriffsziele. Nach dem Kriegsende im Jahr 1949 fand dort das erste Seehasenfest statt, man wollte den Kindern damit eine Freude bereiten und wieder einmal unbeschwert festen.

Einfahrt in den Hafen

Damals dauerte das Fest einen einzigen Tag, mittlerweile wurde es aber auf fünf Tage ausgedehnt, es beginnt jeweils an einem Donnerstag im Juli und endet an einem Montag, so wie gestern.

Friedrichshafen ist aufgrund seiner Südlage an den Gestaden des Schwäbischen Meers immer wieder eine Reise wert, die entspannte Anreise mit der Fähre ab Romanshorn wertet den Besuch sogar noch auf. Für mich besonders reizvoll ist der Besuch während des Seehasenfestes, wenn die ganze Stadt in Feierlaune ist und die ganze Seepromenade ein riesiger Festplatz ist.

Überall kann man feine Sachen kaufen oder sich in einem der Festzelte niederlassen um sich vom aufgestellten Personal verwöhnen zu lassen. Und wer wie ich die bayrische oder schwäbische Musik mag kommt auch auf seine Rechnung.

Zeppeline im Formationsflug

An einem Samstag oder Sonntag war ich noch nie an diesem Fest, dann hätte es für mich zu viel Volk. Gestern Nachmittag hatte es überall noch genügend Platz und es gab nie ein Gedränge.

Montag, 20. Juli 2026

Wanderung Familienweg Lenzerheide

Datum: 11. Juli 2026
Dauer:
 3h20
Länge: 12.9 km
Wetter: sonnig
Route: Lenzerheide-Heidsee Bad-Pt. 1656-Spoina-Briula-Heidsee (Umrundung im Gegenuhrzeigersinn)-Heidsee Bad-Lenzerheide
Charakteristik: einfache Berg- und Wanderwege


auf der Seeumrundung



der See lockte bei der Hitze viel Volk an

Am Ende der Wanderung vom Heidbühl nach Lenzerheide sind wir am Heidsee vorbeigekommen und haben uns im dortigen Schwimmbad umgesehen. Wir waren beeindruckt von der schönen, grossen Anlage, welche ein grosses Angebot für Familien mit Kindern bietet. Darunter hat es Wasserrutschen und viele Spielgeräte, einige davon im Wasser. Und der Strand ist flach abfallend, man kann weit hinausgehen ohne schwimmen zu müssen. Die ganze Anlage ist übrigens frei zugänglich und gratis benutzbar.

Am Samstag stand dann der Heidsee sozusagen im Zentrum unseres Wandergeschehens. Wir wählten den markierten Weg rund um den See aus, er ist mit der Nummer 745 markiert. Der Weg umrundet den See und führt auf der Westseite etwa 200 hm hinauf und macht einen weiten Bogen zum Weiler Spoina und wieder zum See hinunter.

Nach der Wanderung hatte Marlise noch Lust auf eine Runde mit dem SUP (Stand Up Paddle) auf dem See. Gleich neben dem Schwimmbad hat es ein Wassersport-Zentrum, wo man SUPs, Kanus, Pedalos und andere Geräte mieten kann. Marlise war dann eine ganze Stunde auf dem Brett unterwegs. Meine Absicht, ein Bad im See zu nehmen, musste ich aufgrund der eher mässigen Wassertemperatur dann annullieren.