Donnerstag, 28. Mai 2026

Der Meinradsstein

Am Pfingstmontag machte ich auf meiner Lorze-Wanderung einen kurzen Abstecher zum Meinradsstein bei Allenwinden, hin und zurück waren es 20 Minuten.

Kapelle St. Meinrad, links davon der Meinradsstein

Es handelt sich um einen kleinen Findling, welcher neben der im 18. Jahrhundert erbauten Kapelle St. Meinrad liegt. Der Stein verfügt über besondere Kräfte: Pilger auf dem Weg nach Einsiedeln sollen ihn schon im Mittelalter besucht und ihre Beine in die Furche gelegt haben. Das soll angeblich neue Kräfte für den Weiterweg verleihen, ist auf einer Infotafel zu lesen. Besonders hilfreich soll es sein, wenn man dabei den Spruch "Heiliger Sankt Meinrad, nimm mir meine Schmerzen ab" spricht.

der Findling mit besagter Furche

Einer Sage nach soll der Heilige Meinrad auf dem Weg nach Einsiedeln bei diesem Stein Rast gemacht und gebetet haben. Als er sich auf den Stein kniete soll die heute sichtbare Furche entstanden sein.

In der kleinen Kapelle ist eine Freske zu sehen mit der gekrönten Schwarzen Madonna und dem Jesuskind, Bruder Klaus und dem Heiligen Meinrad. Im Himmel sind Gottvater, Gottes Sohn und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube zu sehen. Jesus ist also gleich zweimal abgebildet.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Wanderung Meinradsstein

Datum: 25. Mai 2026
Dauer:
 3h45
Länge: 13.5 km
Wetter: sonnig
Route: Unterägeri-Neuägeri-Schmidtli-St. Meinrad-Pt. 617-KW Lorzentobel-Höllgrotten-Oberallmig-Baar
Charakteristik: einfache Wanderwege


die junge Lorze in Unterägeri

Bunker aus dem 2. Weltkrieg

eine etwas aus der Zeit gefallene Werbung

Lorzentobel

drei Brücken auf einem Bild

überall wird geplegert und gebrätelt

Sowohl die Züge von Seuzach nach Zürich und weiter nach Zug als auch der Bus von Zug nach Unterägeri waren nur mässig besetzt. Für den Pfingstmontag hatte ich mit mehr Reisenden gerechnet. Beim Aussteigen in Unterägeri dann die nächste angenehme Erfahrung: Die Temperatur war sehr angenehm. Keine drückende Hitze, die von einer leichten Bise gedämpfte Temperatur fühlte sich wie etwa 22° an.

Nach wenigen Schritten bin ich am Ufer der Lorze, welche den nahen Ägerisee entwässert, sich durch das Lorzentobel schlängelt und bei Zug in den Zugersee mündet. Dem Flussufer folge ich für ein paar Hundert Meter, dann geht es leicht ansteigend nach links und oberhalb der Lorze durch ein Wohnquartier und hinunter zum Rämselbach, welcher kurz darauf in die Lorze mündet.

Jetzt geht es für ca. einen Kilometer auf dem Trottoir der Hauptstrasse durch das Ägerital. Der Verkehr ist hier stark, viele Ausflügler wollen sich am oder im Ägerisee abkühlen. Beim Schmidtli verlasse ich die Hauptsrasse nach links und folge einer Nebenstrasse zum gestern erwähnten Widmer-Stein und auf dem selben Weg wieder zurück.

Kurz nach dem Schmidtli zweigt der Rad- und Wanderweg durch das Lorzentobel nach links ab. Die Radfahrer sind hier in der Überzahl, aber das ist auf der breiten Kiesstrasse für die Wanderer kein Problem. Auch die Lorze hat in ihrem breiten Flussbett viel Platz und sie plätschert mit gleichmässigem Gefälle friedlich talwärts.

Viel zu sehen gibt es im Tobel nicht, erst kurz vor dem Kraftwerk kommt man an drei Brücken über das Tobel vorbei. Zuerst an der 1985 eröffneten Strassenbrücke, welche das Tobel kühn überspannt, kurz danach am 1910 gebauten Bogenviadukt, welches eher wie eine Eisenbahnbrücke aussieht und zuletzt an der kleinen Holzbrücke von 1759, welche die Lorze auf Bodenebene überbrückt.

Zehn Minuten nach den Brücken erreiche ich die Höllgrotten, das berühmte Höhlensystem in Baar. Dort hat es natürlich viel Volk, welches einen Rundgang in der sicher kühlen Höhle machen will. Keine schlechte Idee bei der herrschenden Temperatur, welche doch einige Grad höher ist als noch in Unterägeri.

Ich verschiebe den Höhlenrundgang aber auf einen Tag mit weniger Ansturm und setze meinen Weg nach Baar fort. Dieser hat aber noch eine kleine Herausforderung parat, denn vom Tobel aus sind 100 Höhenmeter hinauf zu überwinden. Und dies auf einem steilen Weg mit vielen teils hohen Treppenstufen. Hier komme ich trotz Schatten ins Schwitzen.

Der Rest des Weges durch den Wald und das mit unzähligen Wohnblöcken überbaute Baar ist dann easy. Der Zug nach Winterthur ist dann aber sehr gut besetzt, fast alle Plätze sind belegt.

Dienstag, 26. Mai 2026

An der Lorze

Eigentlich wandere ich bei Temperaturen über 25° nicht. Ich habe es nicht so gern, wenn man schon verschwitzt am Startort ankommt und noch viel verschwitzter in einem Zug nach Hause fahren muss.

Kapelle St. Meinrad bei Allenwinden

im Lorzentobel mit alter und neuer Brücke

Gestern Pfingstmontag machte ich eine Ausnahme, dies trotz angekündigter Höchsttemperatur von über 30°. Erstens wird die Hitze gegenwärtig von einer leichten Bise etwas gedämpft, es ist nicht die schwüle Hitze, bei der man auch ohne sich zu bewegen ins Schwitzen kommt. Und zweitens suchte ich mir eine hitzetaugliche Route entlang der Lorze im Zugerland aus. Fast keine Steigungen und ein schattiger Weg entlang des Flüsschens, natürlich flussabwärts.

Blick von der Holzbrücke auf die Lorze

Zug

Auf dem Weg besuchte ich auch einen Stein aus Thomas Widmer's Steinbüchlein. Der Besuch des Steins erforderte einen Abstecher mit einer leichten Steigung, welche aber keinen Schweissausbruch auslöste. Mehr zur Wanderung und zum Stein später.

Sonntag, 24. Mai 2026

GV Brauerei Stadtguet

An drei Orten wird in Winterthur Bier gebraut: In Wülflingen bei der Euelbräu, in Oberwinterthur bei der Chopfab und gleich gegenüber letzterer bei der Brauerei Stadtguet. Das Haldengut-Bier wurde früher auch in Winterthur gebraut, seit vielen Jahren aber bei der Calanda Bräu in Chur.

die noch fast leere Kleine Reithalle

Am Freitag waren die Aktionäre der Brauerei Stadtguet zur GV in die Kleine Reithalle eingeladen. 214 Teilhaber - 30 weniger als letztes Jahr - fanden den Weg in die alte Holzhalle. Und alle freuten sich auf einen geselligen Abend mit Bier à discrétion und einen heissen Fleischkäse mit diversen Salaten und einem St. Galler Bürli. Dies aber erst nach der Abarbeitung der Traktandenliste, was aber wie schon in den Vorjahren nur 15 Minuten in Anspruch nahm.

VR-Präsident Müller in Aktion

Das sommerliche Wetter sorgte dafür, dass sich das Bier einer regen Nachfrage erfreuen konnte. Und für alle stand noch ein Sixpack Bier zum Mitnehmen bereit.

Samstag, 23. Mai 2026

GV Groupe Minoteries

Die GV der Groupe Minoteries SA ist in jeder GV-Saison ein Höhepunkt und ich versuche wenn immer möglich daran teilzunehmen. Die letzten beiden Jahre musste ich aber die Teilnahme auslassen, vorgestern Donnerstag klappte es aber wieder.

rechts das Weinfelder Rathaus

Die GVs der im Waadtland beheimateten GMSA finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Meistens in der Romandie, manchmal aber auch in der Deutschschweiz wie vor drei Jahren in Zürich. Und auch gestern musste ich nicht weit reisen, die Fahrt in meinen Heimatort Weinfelden TG dauerte weniger als eine Stunde.

Empfangen wurden die Aktionäre stilvoll im schönen Rathaus am Hauptplatz. Wie es sich für einen Müllerei-Betrieb gehört gab es zum Kaffee frische Gipfeli und Süssgebäcke. Und auch Steinmühlebrot konnte man probieren, wie der Name vermuten lässt wurde das Mehl mit Steinmühlen gemahlen.

Die Versammlung wurde im 1. Stock von der Verwaltungsratspräsidentin mit etwa 20 Minuten Verspätung eröffnet. Dies war dem Umstand zuzuschreiben, dass einige Aktionäre, welche an einer Führung bei der Zwicky-Fabrik in Müllheim teilnahmen, etwas verspätet eintrafen. Die Eröffnungsrede las die VR-Präsidentin von einem Manuskript auf Deutsch ab. Es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie sich der Sprache der Mehrheit der Teilnehmer angepasst hat. Bei der Behandlung der Traktanden wechselte sie dann zwar aufs Französische, aber wer dieser Sprache nicht mächtig war konnte der Simultanübersetzung mit Kopfhörern lauschen.

Nach einigen meist unnötigen Wortmeldungen, welche die Sitzungsleiterin kompetent beantwortete wurde die Sitzung für geschlossen erklärt und die 186 Teilnehmer wurden zum Mittagessen im grossen Saal des Restaurants Trauben gleich gegenüber dem Rathaus eingeladen.


Das dreigängige Gericht und der passende Rot- und Weisswein vom Ottoberg wurden von den flinken Serviceangestellten professionell und speditiv serviert. Einzelne Aktionäre hatten es nach dem Hauptgang eilig, denn am Nachmittag standen noch andere GVs auf dem Programm. Ich genoss jedoch noch entspannt das Dessert und einen Kaffee.

Freitag, 22. Mai 2026

MehrSpur Zürich-Winterthur

Auf der Zugstrecke von Winterthur nach Zürich und umgekehrt bin ich oft unterwegs, wahrscheinlich sind es an die 200 Fahrten jährlich. Obwohl ich jeden Bahnhof und fast jedes Haus entlang der Strecke kenne schaue ich immer wieder gern nach draussen um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. Und seit Anfang dieses Jahres schaue ich noch öfter raus, denn es gibt fast täglich etwas Neues. Dies vor allem in Winterthur-Töss und bei Dietlikon, Brüttisellen und Bassersdorf.

Zu sehen sind unzählige Baustellen entlang der Gleise, welche sich laufend verändern. Dass es so viele Baustellen hat ist kein Zufall, denn sie haben alle mit dem Bau des Brüttenertunnels zu tun. Über den Bau dieses Tunnels wurde seit Jahrzehnten diskutiert und nach einigen Projektänderungen erhielt die SBB im letzten Jahr die Baubewilligung. Nach dem Bau erhöht sich die Kapazität zwischen den beiden grössten Zürcher Städten deutlich. Bisher beschränkt sie sich auf eine Doppelspur, in welcher Effretikon der Engpass ist. Der 9 km lange Brüttnertunnel wird dann zwischen Winterthur-Töss und Dietlikon zwei separate Tunnelröhren haben und kurz vor Dietlikon wird ein Abzweiger im Tunnel nach Bassersdorf führen. Die Züge werden mit 160 kmh durch den Tunnel fahren und dafür 3 Minuten benötigen.

in diesem Bereich südlich von Töss...

wird die Tunnellinie auf die bestehende Linie treffen

Bis es soweit ist müssen wir allerdings noch etwas Geduld haben, die Eröffnung des Tunnels ist erst im Jahr 2037 geplant. Die Baustellen, welche man jetzt sieht stehen ganz am Anfang eines äusserst komplexen Bauvorhabens. Überall wird Gelände planiert um Platz zu schaffen für Installationsplätze, Materiallager oder eine geänderte Linienführung. Der Bau des eigentlichen Tunnels ist erst ab 2029 geplant.

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf den Tunnel, auch die Bahnhöfe Töss, Dietlikon, Bassersdorf und Wallisellen werden umfassend verändert. Zudem müssen viele die Bahnlinie kreuzende Wege und Strassen umgebaut, verlegt oder aufgehoben werden. Und auch die bestehende Bahninfrastruktur wie Fahrleitung oder Weichen wird angepasst oder total erneuert. 

auf diesem Feld östlich von Dietlikon entsteht das südliche Tunnelportal

Das Projekt heisst bei der SBB "MehrSpur Zürich-Winterthur". Alles Wissenswerte dazu kann man auf der Projekt-Website nachlesen.

Noch ein paar Worte zu den Kosten. Gemäss aktuellem Stand wird das Projekt etwa 4 Milliarden Franken kosten. Pro Tunnel-Kilometer sind das 444 Millionen, verglichen mit dem Gotthard-Basistunnel mit 214 Millionen pro Kilometer ein recht teurer Tunnel.

Donnerstag, 21. Mai 2026

Wenn ich den See seh brauch ich kein Meer mehr

Wenn ich den See seh brauch ich kein Meer mehr - dieses originelle Wortspiel stand im Zentrum der Präsidialansprache an der GV der SGV Holding AG am Dienstag in Luzern. SGV ist die Abkürzung für Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, bestehend aus den drei Teilen Schifffahrtsbetrieb, dem Gastronomiebetrieb "Tavolago" und dem Bereich Schifftechnik "Shiptec".

Die SGV nimmt für sich in Anspruch, ein touristisch hochwertiges Produkt auf dem wahrscheinlich schönsten See der Schweiz anzubieten und dazu beizutragen, dass die Leute dieses Angebot vermehrt nutzen und sich zweimal überlegen, an irgendein Meer zu fahren.

Und das Angebot wird tatsächlich auch rege genutzt, das Geschäftsjahr 2025 war für die SGV sehr erfolgreich mit einem Nettogewinn von über 7 Millionen Franken. Eine Dividende wird vorläufig aber nicht ausgeschüttet, der Gewinn wird in diverse Projekte investiert. Zum Beispiel in Renovationen der Schiffe oder den Umbau des MS Saphir von Diesel- auf Wasserstoff-Antrieb. Bis 2050 will die Firma 100% CO2-neutral sein.

Apéro riche

Die GV in der grossen Messehalle war für die 412 Teilnehmer sehr angenehm. Sowohl während dem offiziellen Teil als auch beim anschliessenden Apéro riche hatte es viel Platz und es gab kein Gedränge.