Montag, 15. Juni 2026

GV Interroll

Die Firma Interroll hat ihren Sitz in Sant' Antonino in der Magadinoebene südwestlich von Bellinzona. Südlich der Bahnlinie hat es dort ein riesiges Industriegebiet. Das Unternehmen ist Marktführer für Produkte und Dienstleistungen im Bereich Fördertechnik. Die Produkte werden in Logistikzentren, Flughäfen oder Postzentralen für den Transport und die Sortierung von Behältern, Gepäck oder Paketen eingesetzt.



Am Freitag folgten 70 Aktionäre der Einladung zur diesjährigen GV im Palacinema an der Piazza Castello in Locarno, das ist ein Kinozentrum, in welchem das jährliche Filmfestival stattfindet. Auch ich war einer der 70 Teilnehmer, für mich das erste Mal seit 2019.

VR-Präsident Zumbühl, der CEO und CFO schilderten das Geschäftsjahr 2025 als herausfordernd. Besonders die geopolitischen Unsicherheiten führten dazu, dass viele Investitionen in die Fördertechnik verschoben wurden und die Umsatzzahlen etwas drückte. Insgesamt sei man aber mit dem Resultat zufrieden und man hoffe, dass die zurückgestellten Projekte demnächst nachgeholt würden.



Beim anschliessenden Apéro mit Prosecco, Weisswein und feinen Tessiner Produkten wie Rohschinken, Trockenfleisch, Salami und Käse mischten sich auch der VR-Präsident und der CEO unter die Aktionäre und man konnte sich ungezwungen mit ihnen unterhalten.

Sonntag, 14. Juni 2026

Schlachthuus-Bier

Am 16. Mai war ich auf einer Bierwanderung entlang des Wildbachs von Lufingen zur Tössegg und wollte anschliessend im Restaurant Wyberg in Unterteufen ein Bier der Brauerei Schlachthuus kaufen und zuhause trinken. Leider war aber das Restaurant wegen einer geschlossenen Gesellschaft zu.

Auf der Homepage der Brauerei sind Restaurants und Läden gelistet, in welchen deren Biere erhältlich sind. Der von Seuzach aus nächste Laden wäre der Avec beim Bahnhof Oberwinterthur. Ich schaute dort vorbei, das Bier war aber nicht erhältlich.


Beim dritten Versuch klappte es dann. Im Rio Getränkeladen in Embrach waren vier Sorten der kleinen Brauerei im Angebot. Nach meiner Pappelallee-Wanderung genoss ich dann zwei Sorten davon, ein feines, weil bitteres IPA und ein mildes Cream Ale.

Übrigens, das Bier heisst so weil es in Lufingen in einem ehemaligen Schlachthaus gebraut wird.

Samstag, 13. Juni 2026

Wanderung Pappelallee Büetigen

Datum: 11. Juni 2026
Dauer:
3h00
Länge: 13.3 km
Wetter: bewölkt
Route: Büren an der Aare-Städtiberg-Dotzigen-Pappelallee-Büetigen-Oberberg-Brandholz-Hasenacher-Lyss
Charakteristik: einfache Wanderwege


7-Brunnen-Weg am Städtiberg

Hohle Gasse hinunter nach Dotzigen

124 Pappeln...

...am Pappelweg von Büetigen

hübsche Wolken vor Lyss

Nach dreimaligem Umsteigen in Winterthur, Biel und Busswil fährt die S-Bahn in den Sackbahnhof von Büren an der Aare ein. Zwischen Büren und Lyss hat es jede Stunde eine S-Bahn.

Südlich von Büren geht es hinauf zum Städtiberg, gut 100 hm sind zu überwinden. Bei einer Wegkreuzung leitet mich mein GPS in die falsche Richtung, offensichtlich hat es zwischenzeitlich die Orientierung verloren. Ich merke es aber ziemlich schnell und verliere damit wenig Zeit. Dann geht es hinunter nach Dotzigen zum Bahnhof und entlang der Bahnlinie Richtung Südwesten.

Schon kurz nach Dotzigen sehe ich die von mir angepeilte Pappenallee in ihrer vollen Länge von 800 Metern und ich frage mich, wie viele Pappeln es sein mögen. Ich schätze so um die 100, will es aber genau wissen und zähle vom ersten bis zum letzten Baum durch. Das Resultat: 124.

Kurz nach der letzten Pappel erreiche ich Büetigen, nach dessen Namen die Allee benannt ist. Immer leicht ansteigend geht es durch das Dorf hinauf zum Oberwald und Brandholz und meist entlang des Waldrandes hinunter ins fast etwas städtische Lyss mit einem belebten Zentrum.

Freitag, 12. Juni 2026

Eine bäumige Wanderung

Trockenes Wetter und mässige Temperatur: Grund genug für eine Wanderung gestern Donnerstag. Bei der Durchsicht meiner Wander-Pendenzen stiess ich auf eine Route, welche an der Pappelallee im bernischen Büetigen vorbeiführt.

Dass es diese 800 Meter lange Pappelallee gibt erfuhr ich vor einigen Jahren beim Besuch eines Parks mit vielen teils exotischen Bäumen. Im dortigen Shop lag ein Buch mit speziellen Bäumen in der Schweiz auf, darunter eben diese Pappelallee. Seither stand dessen Besuch auf meiner Pendenzenliste.

Die Pappeln - es sind deren 124 - wurden Mitte des letzten Jahrhunderts gepflanzt. Im Rahmen einer Güterzusammenlegung wurde der Büetigenbach begradigt und teilweise eingedolt, die Pappeln wurden entlang des neuen Bachlaufes gepflanzt.

Der Wanderbericht folgt morgen.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Wein aus der Ferne

Nach dem feinen Muscaris von nebenan, also dem Stadler Rebberg einen Kilometer von uns entfernt, öffneten wir gestern eine Weinflasche aus der Ferne. Eine spezielle war es, wir kauften sie letztes Jahr in Moldawien im Shop des Weingutes Milestii Mici, wo wir an einer Führung durch die riesigen, weitverzweigten Weinkeller teilnahmen. Der Weinkeller weist eine unglaubliche Länge von 200 Kilometer auf.

Die Weine werden dort extrem lange gelagert. Die Flasche welche wir kauften hat den Jahrgang 1987 und erst im Jahr 2000 wurde der Wein in nummerierte Flaschen abgefüllt. Der grösste Teil des Weines wird übrigens nach Russland exportiert.

versiegelte Etikette

Den Wein tranken wir gestern als Pairing zu einem Ungarischen Gulasch, was sich als passend erwies. Von welcher Traubensorte der Wein stammt wissen wir nicht, wahrscheinlich ist es eine bei uns unbekannte. Der eher leichte Wein hatte wenig Aroma, vielleicht war er doch schon etwas zu alt. Aber mindestens hatte er keinen Zapfen, mindestens keinen Zapfengeruch. Aber bei der Öffnung der Flasche löste sich der Zapfen in Einzelteile auf, welche dann teilweise im Glas schwammen. Ist aber für das Alter auch nicht weiter erstaunlich.

Dienstag, 9. Juni 2026

Wein von nebenan

Kürzlich las ich in der Winterthurer Zeitung ein Inserat des Weinhändlers Rutishauser DiVino in Winterthur Wülflingen. Darin wurde eine neue Weisswein-Sorte mit der Bezeichnung "Muscaris" angeboten. Und ich las im Inserat, dass diese Sorte oberhalb von Stadel angebaut werde. Dabei läuteten bei mir die Alarmglocken, denn der Weinberg von Stadel liegt von uns aus gesehen gerade einmal einen Kilometer östlich sozusagen am gleichen Hang wie unser Haus. Früher war der Rebberg grösser, auch dort wo unser Haus steht hatte es einmal Reben.

Und auch die Beschreibung der Weinsorte weckte mein Interesse. Der Muscaris geht auf eine Kreuzung der Sorten Solaris und Gelber Muskateller zurück, erfuhr ich. Und dass der Wein mit einem intensiven Bouquet von reifen exotischen Früchte und Zitruszesten aufwarte, wobei der Muskatton dominiere. Zudem sei die Rebsorte pilzresistent und brauche fast keinen Pflanzenschutz.

Muscaris

Also nichts wie hin zum Rutishauser DiVino in der Nähe des Bahnhofs Wülflingen. Dort staunte ich, dass es den Wein sogar in drei Ausprägungen gibt:

Einmal mit einer "Goldenberg Winterthur" beschrifteten Etikette. Diese Beschriftung verwirrte mich etwas, denn am Goldenberg in Winterthur hat es auch einen Rebberg, die Angestellte im Laden versicherte mir aber, dass der Wein von Stadler Rebberg stamme.

Dann in der Flasche mit "Freiraum Muscaris" beschrifteten hippen Etikette und schliesslich die 0.5 l-Flasche mit der Aufschrift "Herbstgold Apéro Muscaris".

Wie sich die Weine in den drei Flaschen voneinander unterscheiden weiss ich nicht, wir haben erst eine Flasche "Goldenberg Winterthur" probiert und er hat uns ausgezeichnet gefallen, insbesondere aufgrund des feinen Muskateller-Aromas. Und natürlich spürten wir dabei, dass wir einen Wein von nebenan genossen.

Und sobald wir die beiden anderen Varianten gekostet haben werde ich darüber berichten.

Sonntag, 7. Juni 2026

Villa Arbenz

Im Februar erschien im Landboten ein Artikel über Lost Places im Kanton Zürich. Unter dem Begriff Lost Places versteht man Einrichtungen, welche früher eine Funktion hatten, in der Zwischenzeit aber nutzlos sind. Das können zum Beispiel Restaurants, Fabriken, Militäranlagen, Hütten, Strassen oder Eisenbahninfrastruktur sein. Kürzlich wanderte ich ja in der Gegend des Furttals und besuchte die alte Eisenbahnbrücke der Schipkapassbahn. Auch diese Brücke wurde im Artikel beschrieben.

Standort der Villa Arbenz

Ein anderer Lost Place liegt relativ nahe bei Seuzach zwischen Hünikon und Dorf beim Weiler Rütihof. Dort kam ich gestern auf dem Weg zum Spargelhof in Rafz vorbei. Zu sehen ist dort eine Art Geräteschuppen. Nichts Besonderes, würde man denken, wenn man nicht wüsste, was sich dahinter versteckt.

Villa Arbenz

Bei der "Villa Arbenz" genannten Anlage handelt es sich um eine militärische Kommandozentrale, welche in der Zeit des Kalten Krieges gebaut wurde für den Fall eines Angriffes auf die Schweiz. Im für 100 Personen konzipierten Bunker wäre das Kommando für alle in den Kantonen Zürich und Schaffhausen stationierten Truppen untergebracht worden. Vom als Geräteschuppen getarnten Eingang führt ein 270 Meter langer Stollen zur Kommandozentrale und den Unterkünften.

Die Anlage wurde 1961/62 gebaut und war bis 1994 in Betrieb. Der Standort und die Struktur der Anlage war streng geheim. Heute jedoch können Führungen für Gruppen gebucht werden. Und am kommenden 20. Juni kann der Bunker im Rahmen eines Dorffestes in Dorf öffentlich besichtigt werden. Wenn ich es einrichten kann werde ich dann dort reinschauen.

Den Namen hat der Bunker übrigens von Brigadier Peter Arbenz, dem letzten Kommandanten der Grenzbrigade 6.