Sonntag, 7. Juni 2026

Villa Arbenz

Im Februar erschien im Landboten ein Artikel über Lost Places im Kanton Zürich. Unter dem Begriff Lost Places versteht man Einrichtungen, welche früher eine Funktion hatten, in der Zwischenzeit aber nutzlos sind. Das können zum Beispiel Restaurants, Fabriken, Militäranlagen, Hütten, Strassen oder Eisenbahninfrastruktur sein. Kürzlich wanderte ich ja in der Gegend des Furttals und besuchte die alte Eisenbahnbrücke der Schipkapassbahn. Auch diese Brücke wurde im Artikel beschrieben.

Standort der Villa Arbenz

Ein anderer Lost Place liegt relativ nahe bei Seuzach zwischen Hünikon und Dorf beim Weiler Rütihof. Dort kam ich gestern auf dem Weg zum Spargelhof in Rafz vorbei. Zu sehen ist dort eine Art Geräteschuppen. Nichts Besonderes, würde man denken, wenn man nicht wüsste, was sich dahinter versteckt.

Villa Arbenz

Bei der "Villa Arbenz" genannten Anlage handelt es sich um eine militärische Kommandozentrale, welche in der Zeit des Kalten Krieges gebaut wurde für den Fall eines Angriffes auf die Schweiz. Im für 100 Personen konzipierten Bunker wäre das Kommando für alle in den Kantonen Zürich und Schaffhausen stationierten Truppen untergebracht worden. Vom als Geräteschuppen getarnten Eingang führt ein 270 Meter langer Stollen zur Kommandozentrale und den Unterkünften.

Die Anlage wurde 1961/62 gebaut und war bis 1994 in Betrieb. Der Standort und die Struktur der Anlage war streng geheim. Heute jedoch können Führungen für Gruppen gebucht werden. Und am kommenden 20. Juni kann der Bunker im Rahmen eines Dorffestes in Dorf öffentlich besichtigt werden. Wenn ich es einrichten kann werde ich dann dort reinschauen.

Den Namen hat der Bunke übrigens von Brigadier Peter Arbenz, dem letzten Kommandanten der Grenzbrigade 6.

Samstag, 6. Juni 2026

GV Appenzeller Bahnen

Die GV der Appenzeller Bahnen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt, letztes Jahr wurde das 150jährige Jubiläum in Heiden gefeiert, dieses Jahr versammelten sich die Aktionäre in der Turnhalle in Gonten AI. Und nächstes Jahr werden sie nach Frauenfeld pilgern müssen. Frauenfeld liegt zwar nicht im Appenzellischen, aber seit einigen Jahren gehört die Frauenfeld-Wil-Bahn zu den Appenzeller Bahnen.

Wie üblich bei dieser GV gab es schon vor dem offiziellen Teil einen Apéro mit Weisswein von Oberegg AI, ein süffiger Riesling Sylvaner. Dank trockener Witterung konnte der Apéro an der frischen Luft stattfinden.

Konzert vor der Turnhalle...

...und in derselben mit 343 Aktionären

Der Gemeindepräsident von Gonten begrüsste die Teilnehmer anschliessend in der Turnhalle. Seine in unverkennbarem Appenzeller Dialekt gehaltene Rede enthielt viel Lustiges und Interessantes aus Geschichte und Gegenwart in seiner Gemeinde.

der Salat steht bereit

soo fein!

Und auch die Ausführungen des VR-Präsidenten und des CEOs zum Jubiläums-Geschäftsjahr 2025 waren gespickt mit Informationen zu diversen Projekten bei den Appenzeller Bahnen. Nach einer guten Stunde trat dann das Catering-Team in Aktion. Serviert wurde ein gemischter Salat und eine Appenzeller Siedwurst mit einer riesigen Portion Chäshörnli und Apfelmus - genau das was ich mir erhofft hatte.

auf der Heimfahrt

Übrigens, für mich war es eine spezielle GV, ich wurde nämlich von einem Verwaltungsrat angefragt, ob ich die Rolle eines Stimmenzählers übernehmen könnte. Ich sagte zu, zu tun hatte ich allerdings fast nichts, es gab keinerlei Gegenstimmen oder Enthaltungen.




Freitag, 5. Juni 2026

Green Logistics

Auf den Schweizer Strassen sieht man immer mal wieder einen Lastwagen von Galliker, das ist ein in ganz Europa operierendes Logistik-Unternehmen mit Hauptsitz im luzernischen Altishofen. Die Firma beschäftigt 3'500 Mitarbeiter, welche die fast 1'400 Lastwagen fahren oder unterhalten oder andere wichtige Aufgaben erfüllen. Verteilt auf Europa operiert der Betrieb von 18 Standorten aus.


Das Unternehmen hat sich auf spezifische Logistik-Branchen spezialisiert, zum Beispiel auf den Transport von Personenwagen, Nahrungsmittel oder Medikamenten mit besonderen Anforderungen.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1919 als reines Familienunternehmen, was es bis heute geblieben ist. Geführt wird es von Peter Galliker in der dritten Generation zusammen mit zwei Geschwistern. Peter Galliker ist auch Verwaltungsrat der LURAG (Luzerner Raststätte AG) und er hielt an dessen GV am Mittwoch ein Referat zum Projekt "Green Logistics".


Ziel des Projektes ist der Totalumbau der Lastwagen-Flotte. Alle Diesel-Lastwagen sollen durch Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb ersetzt werden. Das alleine wäre mit den erforderlichen finanziellen Mitteln ja noch überblickbar, aber für die e-Lastwagen braucht es natürlich eine total neue Infrastruktur mit unzähligen Ladestationen, an welchen die Fahrzeuge über Nacht aufgeladen werden können. Auch die Einsatzplanung für die Fahrzeuge und die Fahrer muss total überarbeitet werden. Die Fahrer können ja nicht einfach an einer Tankstelle aufladen, denn Ladestationen für Lastwagen gibt es praktisch noch keine.

Das Projekt ist schon voll am laufen, in der Schweiz sind schon viele e-Lastwagen unterwegs und an einigen Standorten hat es auch schon Ladestationen. Ein Teil des Strombedarfs soll übrigens durch Solarpanels auf den Dächern der Logistikzentren gedeckt werden.

Die Investitionen in das Projekt sind gigantisch für ein Familienunternehmen. Nur schon ein Lastwagen mit Elektroantrieb kostet etwa zweieinhalb mal so viel wie ein Diesel-LW. Und auch die Lade-Infrastruktur mit riesigen Batterie-Speichern verschlingt Unsummen von Geld. Und all das muss ja auch unterhalten werden. Die Firma erhält zwar staatliche Unterstützung, aber sie braucht dennoch einen langen finanziellen Atem.

Hier findet man mehr Infos zur Firma Galliker auf deren Homepage und hier zum Projekt Green Logistics.

Donnerstag, 4. Juni 2026

GV LURAG

LURAG ist die Abkürzung für Luzerner Raststätte AG, das ist die Autobahnraststätte auf Gemeindegebiet von Neuenkirch zwischen dem Sempachersee und Luzern. Diese Autobahn gehört zur wichtigen Nord-Süd-Verbindung von Mitteleuropa durch den Gotthard nach Italien.

Eröffnet wurde die Raststätte in den Jahren 1984 (Fahrtrichtung Süd) und 1986 (Fahrtrichtung Nord). Die Aktiengesellschaft zur Finanzierung des Baus und Betriebs wurde schon 1982 gegründet. Und gestern fand in der Festhalle Sempach die 43. Generalversammlung der LURAG statt. An die 200 Teilhaber folgten der Einladung, die genaue Zahl habe ich bei der Durchsage der Präsenz verpasst.

Sempach

Ochsentor

VR-Präsident Wüest, der CEO und CFO berichteten über ein ansprechendes Geschäftsjahr 2025. Der Absatz von Benzin und Diesel war zwar aufgrund der zunehmenden Elektrofahrzeuge rückläufig, dafür legte der Umsatz an den Ladestationen zu. Sehr erfreulich lief das Hotel Holiday Inn auf dem Areal der Raststätte. Die Auslastung erzielte Rekordwerte und in der Hochsaison war es fast immer ausgebucht. Wie schon in den Vorjahren wurde die Ausschüttung einer Dividende genehmigt.

die Festhalle direkt am See

Nach der Abarbeitung der Traktanden referierte Verwaltungsrat Peter Galliker über das Projekt Green Logistics in seiner Logistik-Firma, mehr darüber später.

Natürlich wurden die Aktionäre nicht hungrig und durstig nach Hause geschickt, nach dem Referat wurde sofort ein gemischter Salat gefolgt von Piccata Milanese mit Spaghetti und Gemüse serviert. Auf das Dessert und den Kafi Fertig wollte ich nicht warten, sonst wäre ich viel zu spät nach Hause gekommen.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Flugstatistik 3. Juni

Heute wieder einmal ein Blick in meine Flugstatistik. Fünf Einträge habe ich für den heutigen 3. Juni gefunden:

1977

Flug von Zürich nach Paris Orly. Dies aber weder mit der Swissair noch mit der Air France, sondern mit einer DC-10 der Varig. Das Flugzeug der brasilianischen Airline machte auf dem Flug von Zürich nach Rio de Janeiro eine Zwischenlandung in der französischen Hauptstadt.


Damals - und ein wenig auch heute noch - versuchte ich mit Airlines verschiedener Länder zu fliegen. Als Swissair-Mitarbeiter hatte man auch bei vielen anderen Airlines grosszügige Vergünstigungen. Der Rückflug vom Flughafen Charles de Gaulle war dann zwei Tage später mit einer Caravelle der Air France.

1983

In den 80er Jahren ging ich einmal wöchentlich am Mittag mit einer kleinen Gruppe von Swissair-Kollegen auf den Vita-Parcours in Bassersdorf, anschliessend gingen wir dann in ein Restaurant zum Mittagessen. Und das gleiche Grüppchen machte jährlich einen gemeinsamen Ausflug irgendwo in Europa oder dem nahen Osten.


Am 3. Juni 1983 ging es nach Bulgarien. Von Zürich nach Sofia mit einer DC-9 der Swissair und weiter nach Gorna Orjachowiza im Norden des Landes mit einer Antonov 24 der Balkan Airlines.

das Grüppli am Strand von Burgas

Retour ging es vier Tage später von Burgas via Sofia nach Zürich.

1984

Ein Jahr später war das gleiche Grüppli wieder unterwegs, diesmal im Nordosten der Türkei bei Trabzon am Schwarzen Meer. Nach vier abenteuerlichen Tagen flogen wir am 3. Juni mit einer DC-9 der Swissair wieder nach Hause. Und wir hatten Glück: die Economy Class war voll belegt, deshalb durften wir in der Business Class fliegen - natürlich ohne Aufpreis.

1985

Nein, diesmal war nicht das Vita-Parcours-Grüppli unterwegs, sondern ich alleine auf einer Geschäftsreise nach Oslo mit Rückflug am 3. Juni von Oslo nach Kopenhagen mit einer DC-9 der SAS und weiter nach Zürich mit der Finnair - ebenfalls mit einer DC-9.

1998

Heute vor 28 Jahren flogen wir mit einer Swissair MD-11 von San Francisco nach Zürich, dies auf dem Heimweg nach einer Woche in und um die attraktive Stadt in Kalifornien.

Sehr speziell war der Hinflug am 27. Mai, es war der erste Direktflug von Zürich nach San Francisco. Dies war auch der Grund für die ganze Reise, als Aviatiker wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Jeder Passagier erhielt beim Abflug einen echten Baseball der San Francisco Giants mit spezieller Aufschrift.

Montag, 1. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - Q wie Querung Grüze

Schon seit mehr als drei Jahren wird beim Bahnhof Winterthur Grüze gebaut. Einerseits am Bahnhof selbst, aber beim Bauprojekt geht es primär um eine neue, fast 400 Meter lange Brücke, welche den Bahnhof überquert. Ende 2020 stimmte das Stimmvolk dem Projekt mit einem Ja-Anteil von 61% zu.

die neue Brücke ist schon fast fertig

Auf der neuen Brücke werden künftig Buslinien sowie nicht motorisierter Individualverkehr fahren, private Motorfahrzeuge werden sie nicht benutzen dürfen. Der Bahnhof Grüze soll damit öV-technisch aufgewertet werden, es entsteht eine Art neue öV-Drehscheibe. Pendler, welche in den Industriebetrieben in der Nähe arbeiten könnten dann beim Bahnhof Grüze auf Busse umsteigen und so den Hauptbahnhof entlasten. Auch für Einwohner in den Quartieren Grüze und Neuhegi werden sich neue Möglichkeiten ergeben.


Auch die Bahnhof-Infrastruktur wurde dem erwarteten Anstieg der Frequenzen angepasst. Die Unterführung wurde verbreitert und die Perrons werden gegenwärtig noch verlängert, um längere Züge zu ermöglichen. Zudem wurden Treppen und Aufzüge von den Perrons zur Brücke gebaut. Die Passagiere können dann auf der Brücke in die Busse umsteigen.

die Perrondächer am Bahnhof Grüze sind schweizweit einzigartig

Die eigentliche Brücke ist schon seit einiger Zeit fertig gebaut, im Moment werden Geländer, Wartehäuschen, Strassenlampen und anderes eingebaut. Die Eröffnung findet auf den Fahrplanwechsel im Dezember statt. Am 5. September wird es auf und um die Brücke ein Einweihungsfest geben.


Sonntag, 31. Mai 2026

GV Zürichsee-Fähre

Nach der Fahrt über den Vierwaldstättersee ging es am Freitag noch nicht nach Hause, denn ich hatte noch einen GV-Termin in Horgen. Dort fanden sich im Schinzenhof die Aktionäre der Zürichsee-Fähre, das ist die Autofähre zwischen Horgen und Meilen, zur jährlichen Versammlung ein. Ich selbst bin dort zwar nicht Aktionär, ich vertrat aber einen Kollegen, der an der Teilnahme verhindert war.

Schinzenhof-Saal

links das Wappen von Meilen, rechts Horgen

Ich war fast eine Stunde vor Beginn der Versammlung vor Ort und fand den Saal des Schinzenhofs gefüllt mit für das Nachtessen gedeckten Tischen vor. Teilnehmer waren erst wenige im Saal, dafür waren viele Tische als reserviert gekennzeichnet.

Nach und nach füllte sich der Saal und bei der Eröffnung der GV waren nur noch wenige freie Plätze auszumachen. 387 Aktionäre seien anwesend, verkündete der VR-Präsident, was ein neuer Rekord sei. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 lagen etwas unter den Werten des Vorjahres, aber insgesamt ist man mit dem Resultat zufrieden. Es wird wieder eine Dividende von 100 Franken pro Aktie ausgeschüttet.


Nach einer Stunde waren alle Traktanden abgehandelt und der VR-Präsident lud die Teilnehmer zum Apéro im Foyer und auf der Terrasse und zum anschliessenden Nachtessen ein. Und er verkündete, dass es nach dem Hauptgang einen Show-Block mit den Singing Pinguins geben wird.

am Bahnhof Horgen mit Fähre und Fast-Vollmond

Die Vorspeise in Form eines gemischten Salates wurde etwa um 20 Uhr serviert, gefolgt vom Hauptgang um 20 Uhr 45. Auf den Show-Block, das Dessert und das Käsebuffet verzichtete ich zugunsten einer nicht allzu späten Heimkehr. Ich nehme an, dass der Anlass bis fast gegen Mitternacht gedauert hätte.