Dienstag, 8. September 2026

Abgedeckt

Über den schweren Hagelsturm, welcher am 28. August über Seuzach fegte und an unzähligen Gebäuden und Autos schwere Schäden anrichtete, berichtete ich ja schon. Auch unser Haus kam nicht ganz ungeschoren davon, im Vergleich mit anderen Häusern sind die Schäden aber überblickbar.

Gestern liessen wir das Dach von einem Dachdecker untersuchen. Wir wollten sicher sein, dass es keine undichten Stellen hat, wo bei Regen Wasser eindringen könnte. Wobei eine undichte Stelle auch für uns sichtbar war, das Dachfenster im Estrich wurde von riesigen Hagelkugeln eingeschlagen. Dieses wurde jetzt provisorisch mit einer Folie abgedeckt. Ansonsten wurden etwa 30 Ziegel beschädigt, welche ersetzt werden müssen.

das eingeschlagene Dachfenster (oben)...

...ist jetzt abgedeckt

Gestaunt habe ich über den Dachdecker und seine junge Begleiterin (ich nehme an es ist eine Lehrtochter), welche sich auf dem steilen Dach wie Geissen bewegten, ohne Sicherung wohlverstanden. Beim Zuschauen wurde mir fast etwas schwindlig.

Der Dachdecker kommt übrigens aus Bütschwil im Toggenburg, was ja nicht gerade in unserer Nachbarschaft liegt. Er ist jetzt aber täglich in Seuzach unterwegs und kann sich nicht über fehlende Aufträge beklagen. Er war auch bei unseren Nachbarn im Einsatz, deshalb wurde ich auf ihn aufmerksam.

Sonntag, 6. September 2026

Leonie-Moser-Brücke

Seit mehreren Jahren wird an der neuen Brücke über den Bahnhof Winterthur Grüze gebaut, sie ist auch unter dem Begriff "Querung Grüze" bekannt. Am Freitag wurde die Brücke offiziell eingeweiht und am Samstag wurde sie zum ersten Mal für das Publikum geöffnet im Rahmen eines Eröffnungsfestes.

Auf der Brücke konnte man sich an diversen Ständen über dies und das informieren, zum Beispiel über die Städtischen Werke, den ZVV, die Polizei oder den Winterthurer Klimatag, welcher am 13. September stattfindet. Wobei mir der Zusammenhang zwischen der Brücke und dem Klima nicht ganz klar ist. Der Bau der Brücke war sicher alles andere als klimafreundlich.


Zum ersten Mal fuhren gestern auch Busse über die Brücke. Dies aber nicht nach Fahrplan, denn die Brücke wird erst zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb gehen. Bis dann stehen noch letzte Ausbauarbeiten an. Auch ich fuhr mit einem der Extrabusse über die Brücke, gefolgt von einer Rundfahrt mit Fahrt durch das Busdepot im Grüzequartier.

Blick von der Brücke über das Gleisfeld

auch für das leibliche Wohl war gesorgt

Die Brücke hat jetzt auch einen offiziellen Namen erhalten: Leonie-Moser-Brücke. Leonie Moser (1897-1959) war eine der ersten Röntgenschwestern der Schweiz. Da es keine Ausbildung auf diesem Gebiet gab musste sie sich die Kenntnisse selbst aufbauen. Sie arbeitete zwischenzeitlich auch am Winterthurer Kantonsspital. Aufgrund der über die Jahre angehäuften Strahlenbelastung starb sie 1959 an Leukämie.

Übrigens, die Brücke ist für den Bus- Fahrrad- und Fussgängerverkehr reserviert. Für private Motorfahrzeuge ist sie gesperrt.

Samstag, 5. September 2026

Stuttgart 21

Am Donnerstag konnte ich am Stuttgarter Hauptbahnhof wieder einmal einen Blick auf die Grossbaustelle des Projektes "Stuttgart 21" werfen. Bei diesem Megaprojekt geht es ja darum, aus dem alten Sackbahnhof einen unterirdischen Durchgangsbahnhof zu machen. Im Jahr 2010 wurde mit den Bauarbeiten begonnen und bis 2021 (was für den Projektnamen verantwortlich ist) hätte der neue Bahnhof in Betrieb gehen sollen.

in der Passerelle zwischen dem provisorischen Bahnhof und der Innenstadt

Davon sind wir aber noch meilenweit entfernt. Wie schon seit einigen Jahren halten die Züge in einem provisorischen Bahnhof ausserhalb der Innenstadt. Die Passagiere müssen dann in gut fünf Minuten zu Fuss durch eine Passerelle Richtung Innenstadt gehen. Dabei können sie durch Öffnungen in der Abschrankung die Baustellen sehen.

Grossbaustelle seit 16 Jahren

Normalerweise bin ich jährlich ein- bis zweimal in Stuttgart und sehe den Fortschritt - oder eben auch nicht. Ich hatte am Donnerstag das Gefühl, dass die Baustelle noch ziemlich gleich aussieht wie vor drei oder vier Jahren. Kann schon sein, dass es unterirdische Fortschritte gab, aber auf der Oberfläche sind kaum Veränderungen zu erkennen.

Das Projekt erinnert mich an den Bau des neuen Berliner Flughafens, welcher mit mehrjähriger Verzögerung eröffnet wurde. Die Verspätungen wurden verursacht durch Planungsfehler, Verzögerungen auf der Baustelle und Projektänderungen. So scheint es auch dem Projekt "Stuttgart 21" zu ergehen. Gemäss aktuellem Stand kann der Durchgangsbahnhof nicht vor 2031 eröffnet werden. Das ist nicht nur für die Passagiere eine Zumutung, es hat auch gravierende finanzielle Konsequenzen.

Freitag, 4. September 2026

Weindorf

Am Mittwoch buchte ich spontan ein Zugticket von Schaffhausen nach Stuttgart und zurück mit dem Intercity, das kostete 81 Franken in der 1. Klasse.



Eingang zum Weindorf

Verantwortlich dafür war wie schon einige Jahre zuvor das Stuttgarter Weindorf, welches noch bis morgen Samstag läuft. Schwäbische Spezialitäten mit einem feinen Wein von den grossen Rebbergen rund um Stuttgart sind eine grossartige Kombination. Der Genuss wird noch verstärkt durch die Location in der Stuttgarter Altstadt (resp. was davon übrig blieb) mit den vielen temporär aufgebauten Lauben. Das Angebot an Speis und Trank ist wirklich sehr vielfältig.


Schwabenteller mit Fleischküchle, Maultasche und Spätzli

rund um den grossen Brunnen wird gegessen und getrunken

Und am frühen Nachmittag ist es speziell unkompliziert, überall hat es viel Platz und der Service ist nicht nur freundlich sondern auch sehr effizient. Abends war ich noch nie dort, wenn alles voll besetzt ist wird es sehr eng und der Service leidet wahrscheinlich darunter.

Ochs am Spiess

Sehr entspannt war auch die Zugfahrt in der 1. Klasse. Viel Platz, ruhig und sauber. Nur die Pünktlichkeit war etwas ungenügend, für mich spielte das aber keine grosse Rolle.

Donnerstag, 3. September 2026

Arbeitsloser Grill

Schon seit über zwei Monaten ist unser Gartengrill arbeitslos. Das ist aber nicht seine Schuld, sondern diejenige der extremen Hitze und Trockenheit in den vergangenen Wochen. Seit dem 26. Juni gilt im Zürich ein Verbot von Feuern im Freien. Dieses wurde zwar vor ein paar Tagen gelockert, es gilt jetzt nur noch im oder in der Nähe von Wald. Und da wir praktisch am Waldrand wohnen dürfen wir den Grill auch weiterhin nicht benutzen.

unser Grill direkt unter ausgetrockneten Bäumen

Das Grillieren eines saftigen Steaks, einer feinen Wurst oder eines Bratens am Drehspiess fehlt uns dieses Jahr schon ein wenig. Wir finden einfach, dass ein Stück Fleisch vom Holzkohlegrill besser schmeckt als aus der Pfanne oder dem Ofen.

gerne würden wir ihn wieder einmal anfeuern

Aber wir haben natürlich Verständnis für das Verbot, ein von uns verursachter Waldbrand wäre für uns ein tragisches Ereignis, welches unsere Liegenschaft auch direkt gefährden könnte. Deshalb fällt uns der Verzicht auf die Grilladen nicht ausserordentlich schwer. Aber natürlich hoffen wir, dass der weitere Wetterverlauf eine Aufhebung des Verbotes ermöglicht. In den nächsten Tagen sieht es aber noch nicht danach aus und dann neigt sich die Grillsaison langsam dem Ende zu.

Mittwoch, 2. September 2026

137

Nach unserem Besuch auf Korsika umfasst die Liste der von mir besuchten Länder und Territorien 137 Einträge, dies auf der Basis der entsprechenden Liste des Traveler's Century Clubs. Auf der Karte von Europa habe ich den Besuch Korsikas mit einem gelben Pin markiert (gelb sind Territorien, rot Länder):

In Europa fehlen mir jetzt noch die folgenden Länder und Territorien:

  • Kaliningrad, eine russische Exklave
  • Weissrussland
  • Ukraine
  • Türkischer Teil von Zypern
  • Akrotiri und Dhekelia, zwei britische Militärbasen auf Zypern

Mein Ziel ist der Besuch von 150 Ländern und Territorien, damit würde ich einen Status im Traveler's Century Club erreichen.

Dienstag, 1. September 2026

Der Hagelsturm

Während wir am Freitagmorgen zur Fahrt durch die Gegend rund um L'Isle Rousse auf Korsika aufbrachen ereignete sich zuhause in Seuzach dramatisches. Etwa um 10 Uhr zog ein Hagelsturm über unseren Wohnort und Teile von Winterthur und hinterliess eine Schneise der Zerstörung. Alles was nicht in einem geschützten Raum war wurde beschädigt. Häuser, Autos und andere Fahrzeuge, Gärten, landwirtschaftliche Kulturen, Fauna, Wälder. Hagelkugeln mit einem Durchmesser von 7 Zentimetern sollen nicht einfach vom Himmel gefallen sein, sondern fast waagrecht in alles geprallt sein, was im Weg war.

eingeschlagenes Dachfenster

Ziegel- und andere Bruchstücke

auch der Sonnenstoren muss ersetzt werden

Am Freitagnachmittag erhielten wir ein Video mit Aufnahmen von unserem Haus und Garten und wir konnten uns ein Bild machen über die Verwüstung. Auch in den Online-Zeitungen wurde über das meteorologische Extremereignis berichtet.

Und auf dem Fussmarsch vom Bahnhof Seuzach nach Hause waren wir am Sonntagnachmittag schockiert über die Schäden an Fassaden Jalousien, Autos, Solarpanels und anderem. Nach einem ersten Augenschein rund um unser Haus konnten wir etwas aufatmen. Es lagen einige Bruchstücke von Ziegeln herum und alles aus Plastik, zum Beispiel Giesskannen, hatten Löcher. Einen grösseren Schaden haben wir zum Glück nicht festgestellt. Wir sind also glimpflich davongekommen.


kaputte Jalousien an einem neuen Wohnblock

und überall maserierte Fassaden

Weniger Glück hatten die Bewohner der Häuser am westlichen Dorfrand. Dort rasten dir Hagelkörner mit voller Wucht ungebremst in die wetterseitigen Fassaden und hinterliessen deutliche Spuren. Völlig zerstört wurden dort auch die heruntergelassenen Jalousien.

eines von vielen beschädigten Autos

Wir werden jetzt das Dach unseres Hauses von einem Fachmann auf versteckte Schäden untersuchen lassen um zu verhindern, dass bei undichten Stellen Wasser eindringen kann. Allfällige Reparaturen werden wir natürlich bei der Versicherung anmelden.