Donnerstag, 27. August 2026

Von Südost nach Nordwest

Dreieinhalb Stunden dauerte die Fahrt mit dem Mietauto von Pinarello im Südosten von Korsika nach L'Isle Rousse im Nordwesten. Zuerst alles entlang der Ostküste bis zum Flughafen von Bastia und danach quer durch die Insel. Zu sehen gab es nicht viel, deshalb sind wir praktisch nonstop gefahren.

in der Mitte hinten die Insel Rousse

viel los am Strand

Die Szenerie an unserem neuen Standort unterscheidet sich grundlegend vom vorherigen. Im kleinen  Pinarello war es im Hotel direkt am Privatstrand ziemlich ruhig, am Strand und im Meer hatten wir viel Platz. Ganz anders in L'Isle Rousse, das Hotel ist zwar in Strandnähe, aber wir müssen eine Strasse und eine Eisenbahnlinie überqueren und am Strand liegen die Leute dicht an dicht am öffentlichen Strand. Im Meer wimmelt es von Schwimmenden. Und der Ort ist viel grösser, es hat sogar eine kleine Altstadt mit vielen Restaurants und Shops.

die Markthalle


unser Hotel

Einquartiert sind wir im altehrwürdigen Hotel Liberata in einer grosszügigen Suite mit direktem Meerblick. Und wir sehen auch die Insel Rousse, welche dem Ort den Namen gab.

Mittwoch, 26. August 2026

Abkühlen auf 1200 m

Gestern wollten wir der Hitze etwas entkommen, wenn auch nur für kurze Zeit. Dafür gibt es auf Korsika ja die vielen Berge, die Insel ist sehr zerklüftet und hat fast kein Flachland. Man muss also nie weit fahren, um etwas Höhenluft schnuppern zu können.

am Stausee auf 900 m

Wir wählten eine Rundfahrt zuerst zu einem Stausee auf 900 Metern und weiter über einen 1200 Meter hohen Pass wieder hinunter zur Küstenstrasse zurück zum Hotel.

Unsere Befürchtung, dass die Strasse sehr eng und schwierig sein wird war unbegründet. Mit Ausnahme von ein paar engen Brücken oder Felspassagen bot die Strecke keine Schwierigkeiten und wir konnten die schöne Strecke geniessen.

Vor allem die Strecke vom Pass hinunter zur Küste war sehr attraktiv, immer wieder durften wir die zerklüftete Landschaft mit den vielen Zacken bestaunen. Die Landschaft erinnerte uns etwas an amerikanische Nationalpärke im Westen der USA, so wie der Zion NP.

Heute verlassen wir unser Domizil im Süden von Korsika und transferieren in den Nordwesten, in der Nähe von Calvi steht unser nächstes Hotel.

Dienstag, 25. August 2026

Schwitzen in Bonifacio

Eine gute Stunde dauerte gestern Morgen die Fahrt von Pinarello nach Bonifacio im Südosten von Korsika. Die Strassen waren meist einfach, nur ab und zu etwas kurvig. Das Verkehrsaufkommen war aber recht hoch, was stellenweise zu etwas Stau führte.

eine Riesenyacht im Hafen

Eine Herausforderung war dann in Bonifacio die Suche nach einem Parkplatz. Gefühlt die halbe Insel war auf der Suche nach einem Stellplatz und nahe der Altstadt war längst alles ausgebucht. Ein Parkleitsystem, welches freie Parkplätze anzeigen würde gibt es nicht, wir drehten dann ein paar Runden ohne Erfolg. Wir fanden dann aber doch noch einen grossen Parkplatz mit vielen freien Plätzen, etwa 10 Minuten zu Fuss vom Hafen entfernt.

Blick von Aussichtspunkt zur Stadt...

...und Richtung Süd, im Hintergrund Sardinien

Die Stadt ist auf Kreidefelsen gebaut und sie erhebt sich etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Vom Hafen aus erklammen wir zuerst einen Aussichtspunkt mit schöner Sicht über die Stadt, den Hafen und das Meer. Der Aufstieg an der prallen Sonne war ziemlich schweisstreibend, nur ein leises Lüftchen erfrischte uns ab und zu ein wenig.



Schweiss floss auch beim Rundgang durch die Altstadt, obwohl es dort auch schattige Gassen gab. Wie nicht anders zu erwarten war strömten unzählige Touris durch die Stadt mit den unzähligen Restaurants und Shops. Jeder noch so kleine Raum wird kommerziell genutzt. Gestaunt haben wir ob den vielen Leuten, welche dicht gedrängt in einem Restaurant bei grosser Hitze etwas Deftiges assen.

Heute wollen wir etwas in die Höhe und wir hoffen, dass sich dort das Schwitzen in Grenzen halten wird.

Montag, 24. August 2026

Strandtag

Unser Flug nach Figari war ja am Samstag alles andere als gewöhnlich. Sehr ungewöhnlich war zudem auch die Einreise, denn wir mussten zuerst einmal bei der Passkontrolle anstehen. Und dies obwohl wir ja nach Frankreich reisten und deshalb aufgrund des Schengen-Abkommens keine Identitätskontrolle fällig gewesen wäre. Aber vielleicht war das eine zusätzliche Schikane, damit sich die Schweizer nicht allzu willkommen fühlen.

unser Hotel am feinsandigen Strand

Willkommen fühlten wir uns dann aber im Hotel Le Pinarello in einer schönen Bucht an der Südostküste. Wir wurden herzlich begrüsst und ein freundlicher Mitarbeiter kümmerte sich um unser Gepäck und um das Parkieren des Mietautos.

fast könnte man meinen es sei ein echter Delphin

Den ersten vollen Tag in Korsika wollten wir nicht mit Aktivitäten vollstopfen, deshalb starteten wir mit einem Tag am Strand. Dieser liegt direkt vor unserem Hotel und ist ideal für ein Bad im ziemlich warmen und sehr klaren Wasser. Man kann recht weit hinauslaufen und immer noch stehen, was auch für Familien ideal ist.

zwei Blue Lagoons an der fast so blauen Bucht

und als Vorspeise gegrilltes Gemüse

Heute werden wir mithilfe unseres Mietwagens einen Ausflug nach Bonifacio unternehmen. Die Altstadt ganz im Südosten ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Korsika.

Sonntag, 23. August 2026

Hauptsache angekommen

Das Positive vorweg: wir und unsere Koffer sind gestern in Figari angekommen und wir haben uns im etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt liegenden Pinarello in unserem Hotel direkt am schönen Strand einquartiert.

am Gate in Zürich

Allerdings brauchten wir dafür etwas mehr Geduld als üblich. Der Abflug in Zürich verlief pünktlich und normal, auch der Flug über die Alpen, Genua, das Ligurische Meer und unsere Ferieninsel Korsika. Eine Viertelstunde vor der Landung sahen wir auf der Karte mit der Flugroute, dass sich das Flugzeug in einer Warteschlaufe drehte. Nach einigen Minuten meldete sich der Captain mit der Mitteilung, dass wir noch nicht landen können, weil auf dem Flughafen keine Standplätze frei seien und dass wir landen würden, sobald er die Freigabe erhalte.

in der Warteschlaufe

Nach etwa 30 weiteren Minuten in der Warteschlaufe meldete der Captain, dass er aufgrund des zur Neige gehenden Treibstoffs gezwungen sein, nach Bastia im Norden der Insel auszuweichen. 15 Minuten später landeten wir auf dem dortigen Flughafen und wir fragten uns, wie es weitergehen wird.

Nach dem Auftanken der Maschine vergingen etwa 40 Minuten, dann teilte uns der Captain mit, dass er von Figari die Bestätigung erhalten habe, dass wir jetzt dort landen können. Also Türen zu, Triebwerke an und Start Richtung Figari.

am Auftanken in Bastia

Kurz vor der Landung meldete sich der Captain wieder und wir ahnten nichts Gutes. Er verkündete, dass wir nochmals in eine Warteschlaufe müssen, weil jetzt wieder alle Standplätze besetzt seien. Dies mit dem Anhang, dass er die Welt nicht mehr verstehe und so etwas noch nie erlebt habe.

nochmals in der Warteschlaufe

Es dauerte dann nochmals 20 Minuten bis zur Freigabe der Landung, welche mit über 2stündiger Verspätung erfolgte. Sehr lange mussten wir dann noch auf unsere Koffer warten, was dazu führte, dass wir im Hotel etwa drei Stunden später als geplant ankamen.

angekommen

Auch ich habe auf meinen vielen Flügen so etwas noch nie erlebt und ich glaube fast, dass uns die Verantwortlichen in Figari schikanieren wollten.

das korsische Bier haben wir uns verdient

Aber jetzt geniessen wir den Strand und die schöne Insel, welche wir von oben schon ausgiebig gesehen haben.


Samstag, 22. August 2026

ZRH-FSC

So, jetzt ist es soweit, die Koffer sind nicht nur gepackt, sondern seit gestern Nachmittag auch schon eingecheckt. Bald nehmen wir den Zug zum Flughafen und wir hoffen, dass unser relativ kurzer Flug planmässig vonstatten gehen wird.

Bild Edelweiss

Unser Ziel ist Figari im Süden von Korsika, der Flug dauert gemäss Plan eineinhalb Stunden. Durchgeführt wird er von der Edelweiss mit einer A-320. Korsika steht bei mir auf der Pendenzenliste im Zusammenhang mit meiner Mitgliedschaft im Traveler's Century Club. Die Mitglieder dieses Clubs haben ja zum Ziel, möglichst viele Länder und Territorien, welche auf der Liste des Clubs verzeichnet sind, zu besuchen. Im Fall von Korsika handelt es sich um ein französisches Territorium.

Unser Programm auf der Insel ist noch sehr schwammig, wir wollen an den Stränden etwas entspannen und die eine oder andere Stadt besichtigen. Nicht auf dem Programm steht Wandern, dafür sind die Wetterprognosen zu hitzelastig. Und ohne Wanderschuhe und -Rucksack sind unsere Koffer einiges leichter.

Übrigens, der Check-in ging diesmal extrem einfach und schnell vor sich. Nachdem wir uns online eingecheckt hatten brachten wir gestern Nachmittag unsere Koffer zum Flughafen. Keine Schlange, die Abfertigung der Koffer dauerte keine fünf Minuten. Ein echter Fortschritt.

Freitag, 21. August 2026

Der Seuzacher Schandfleck

Wenn man von Hettlingen nach Winterthur fährt kommt man im Seuzacher Ortsteil Oberohringen vorbei, dort sieht man auf der rechten Strassenseite ein altes Gebäude, dessen Fassade auf der Strassenseite mit einem Stahlgerüst abgestützt ist. Dieses unansehnliche Bild ist schon seit vielen Jahren zu sehen.

Dahinter steckt eine lange, wechselvolle Geschichte. Vor 23 Jahren wollte die Gemeinde Seuzach das ehemalige Bauernhaus aus dem Inventar von Schutzobjekten entlassen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Gegen diese Absicht erhob der Zürcher Heimatschutz Rekurs. Zwei Jahre später wurde der Schutz des ganzen Gebäudes auf die Nordostfassade reduziert, da Experten nur diese für schutzwürdig erachteten. Weshalb die Fassade geschützt ist entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht ist das oberste Fenster mit den Bögen und Säulen dafür verantwortlich.

die umstrittene Fassade ist in desolatem Zustand

Dann passierte einige Jahre nichts mehr, erst 2018 lagen Pläne für eine neue Überbauung mit Wohnungen, Einfamilienhäusern und einem Wohnblock vor. Das Baugesuch wurde genehmigt mit der Auflage, dass besagte Fassade erhalten bleiben muss. 2019 begannen die Arbeiten mit dem Abbruch einer Scheune und eines am Wohnhaus angebauten Stalles. Etwas Neues entstand aber nicht, die Bank wollte die Neubauten nicht finanzieren.

auf der Rückseite stand früher der Stall

Im Dezember 2020 beantragte die Eigentümerin der Liegenschaft den vollständigen Abbruch, was aber aufgrund des Schutzstatuses natürlich nicht genehmigt wurde. Seither steht der Seuzacher Schandfleck unverändert an der Strasse und wartet auf bessere Zeiten.