Freitag, 9. Oktober 2026

Rassegna-Saison

Der Herbst ist jetzt definitiv da und damit die Saison der Tessiner Rassegnas, das sind die Gastronomie-Festivals, welche sich über mehrere Wochen erstrecken und an welchen jeweils eine ganze Reihe von Restaurants oder Grottis teilnehmen.

die Grottostrasse ist mit Kastanienbäumen gesäumt

Den Anfang macht das Rassegna Gastronomica Mendrisiotto e Basso Ceresio, das ist die Gegend am äussersten Südzipfel der Schweiz. Dorthin reiste ich gestern entspannt mit erstaunlich viel Platz in den Fernzügen.


Als Ziel suchte ich mir das Antico Grotto Ticino in Mendrisio aus. Dieses ist relativ einfach mit der S-Bahn ab Lugano und einem lokalen Bus erreichbar. Es befindet sich etwas ausserhalb des Zentrums in einer Grotto-Strasse, wo sich früher ein Grotto ans nächste reihte. Auch heute hat es dort noch etwa fünf Grotti.

Auf der speziellen Rassegna-Karte hat es zwei Gerichte zur Auswahl, ich entschied mich für den Rehrücken, welcher in zwei Gängen serviert wird. Die Wahl bewährte sich, der Rehrücken war reich garniert mit Spätzli, Rotkraut, Kastanien, Steinpilz, Rosenkohl und einer halben Birne mit Preiselbeeren. Allerdings musste ich auf den zweiten Teller verzichten, denn der erste war schon sehr grosszügig belegt. Immerhin bot mir die Serviceangestellte an, den zweiten Teller als Takeaway mitzunehmen, worauf ich aber dankend verzichtete.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Wandermännchen

Auf den gelben Wanderwegweisern, welche nur die Richtung ohne Ziele anzeigen, ist ein schwarzes Wandermännchen abgebildet. Es könnte aber auch ein Frauchen sein, finde ich.

Irgend jemand hat aber gefunden, dass die abgebildete Person zu männlich sei und dass dies geändert werden soll. Das habe ich kürzlich im Wandermagazin "Das Wandern" gelesen. Und im Artikel hatte es auch ein Bild vom bisherigen Männchen und vom neuen - aber wie soll man dem jetzt sagen? Vielleicht Neutronchen? Anyway, das ist für mich jetzt wieder eine völlig unnötige Anpassung an den ebenso unnötigen Zeitgeist.


Dienstag, 6. Oktober 2026

Die Murg

Unsere Hochzeitstagswanderung zur Murgquelle war das letzte Teilstück entlang dieses 32 Kilometer langen Flusses, welcher auf Gemeindegebiet von Mühlrüti SG entspringt, dann zeitweise die Grenze zwischen St. Gallen und Thurgau bildet und nördlich von Frauenfeld in die Thur mündet.

Wobei man eher von einem Flüsschen sprechen sollte, besonders im oberen Teil ist die Murg nicht viel mehr als ein Rinnsal, dies besonders bei der gegenwärtig trockenen Witterung. Und auch kurz vor der Mündung könnte man wahrscheinlich überall in der Murg stehen. Ausgenommen natürlich bei Unwettern, dann wird der Pegelstand sicher massiv steigen.

Vier Wanderungen führten entlang der Murg:

  • Hemishofen nach Frauenfeld am 27. Juni 2015
  • Frauenfeld nach Münchwilen am 9. Februar 2026
  • Dussnang nach Münchwilen am 6. April 2026
  • Fischingen nach Sternenberg am 3. Oktober 2026

Montag, 5. Oktober 2026

Vier Gemeinden und drei Kantone

Auf unserer Hochzeitstagswanderung sind wir am Samstag auch an einem aus geographischer Sicht sehr speziellen Punkt vorbeigekommen. Etwa 800 m nördlich des Hörnligipfels treffen vier Gemeinden und drei Kantone aufeinander:

  • Bauma ZH
  • Fischenthal ZH
  • Mosnang SG
  • Fischingen TG




In der Schweiz gibt es nur zwei andere Punkte, an welchen vier Gemeinden zusammentreffen. Der eine am Tiersteinberg AG und der andere im Flussbett der Emme bei Kirchberg BE. Derjenige beim Hörnli ist der einzige, an welchem gleichzeitig mehrere Kantone zusammentreffen.

Sonntag, 4. Oktober 2026

Wanderung Murgquelle

Datum: 03. Oktober 2026
Dauer:
 4h45
Länge: 15.0 km
Wetter: leicht bewölkt
Route: Fischingen-Murg-Bruederwald-Bennenmoos-Schlattberg-Silberbüel-Hörnli-Gfell-Sternenberg
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege



Kloster Fischingen

ein spezieller Wanderweg

die Murg ist fast ausgetrocknet

bei der Murgquelle

es geht zum Hörnli (mit Turm)

auf dem Hörnli

am Ziel in Sternenberg

Alle Jahre wieder feiern wir am 3. Oktober unseren Hochzeitstag - und seit 14 Jahren wird an diesem Tag gewandert. Die regelmässigen Leser meines Blogs wissen natürlich, dass wir uns 2012 vorgenommen hatten, jeden 3. Oktober zu wandern, und zwar jedes Jahr mit einer um einen Kilometer reduzierten Minimaldistanz. Dieses Jahr stand diese bei 11 Kilometern.

Dieses Jahr entschieden wir uns für eine Wanderung auf der Pendenzenliste: der Erwanderung der Quelle der Murg, dem Flüsschen, welches vom Schlattberg nach Norden fliesst und nördlich von Frauenfeld in die Thur mündet.

Mit Zug und Bus fahren wir nach Fischingen, dem Klosterdorf im Kanton Thurgau. Und gleich geht es los auf einer für uns weitgehend unbekannten Route. Zu Beginn folgen wir einem Wanderweg, verlassen diesen dann aber nach etwa 3 km.

Die nächsten 300 Meter sind etwas unangenehm, auf einer Hauptstrasse ohne Trottoir geht es Richtung Süden. Der Verkehr hält sich zwar in Grenzen, aber die wenigen Autos und Motorräder sind sehr sportlich unterwegs.

Dann biegen wir aber auf einen Waldweg mit Kiesbelag ein, welchem wir einige Kilometer bis Tobel folgen. Weiter geht es mal auf Strassen, mal auf Feld- oder Waldwegen hinauf zur Murgquelle bei Schlattberg. Die Quelle sehen wir nicht, sie versteckt sich unter einem undurchdringbaren Dickicht mit vielen Brennnesseln.

Nach einem anschliessenden Abstecher aufs Hörnli geht es via Gfell nach Sternenberg, von wo wir mit dem Bus hinunter nach Bauma fahren.

Samstag, 3. Oktober 2026

Swissair-Revival im Oberaargau

Pünktlich zum gestrigen 25jährigen Jubiläum des Swissair-Groundings lud das FliegerMuseum Oberaargau zum Tag der offenen Tür der Swissair-Sonderausstellung ein. Eigentlich sind es sogar drei Tage, an welchem man die Ausstellung gratis besuchen kann, die Aktion läuft noch heute und morgen. Den Besuch wollte ich mir nicht entgehen lassen, obwohl die Anreise zum Oberaargauer Flugplatz südwestlich von Langenthal etwas kompliziert ist. Nicht weniger als viermal musste ich umsteigen und noch eine Viertelstunde zu Fuss gehen.

Der Aufwand hat sich aber gelohnt, nicht nur wegen der Swissair-Ausstellung. Im Museum sind auch viele kleinere und teils uralte Flugzeuge zu sehen. Jedes davon hat eine eigene Geschichte hinter sich.


Modell des Ur-Flughafens in Kloten

In der Swissair-Ausstellung werden viele Objekte mit Bezug zur untergegangenen Airline präsentiert. Alte Uniformen, Flugzeugmodelle, altes Geschirr, Flugzeugsitze, ein Modell des ursprünglichen Flughafen in Kloten und vieles mehr.


Sehr berührend war der etwa 20minütige Film über die Crew eines Swissair-Fluges in Südamerika, welche zum Zeitpunkt des Groundings unterwegs war und in Rio de Janeiro strandete. Der Film erzählt Schritt für Schritt die Tragik der Ereignisse, aber auch die Erlösung, als der Flugbetrieb nach ein paar Tagen wieder aufgenommen wurde und die Crew die Heimreise antreten konnte. Alle Sitze auf der eigens aufgebauten Tribüne waren besetzt, wahrscheinlich waren unter den Zuschauern auch einige ex-Swissairler wie ich. Und ich glaube, dass ich darunter in einige feuchte Augen blickte.

Freitag, 2. Oktober 2026

Das Grounding

Heute sind es 25 Jahre seit dem Grounding aller Swissair-Flugzeuge weltweit. Obwohl sich die finanzielle Situation der Swissair damals fast stündlich verschlechterte war dann das definitive Ende für alle Beteiligten ein Schock. Seien es die vielen Passagiere, welche an den Flughäfen auf ihren Flug warteten, die vielen Mitarbeiter, welche von einem Tag auf den andern eine ungewisse Zukunft vor sich hatten oder alle, welche stolz waren auf die Schweizer Airline, welche die Welt für die Schweiz öffnete und umgekehrt.


Natürlich galt das auch für mich, ich war ja sehr oft mit der Swissair auf der ganzen Welt unterwegs und fühlte mich an Bord der Flugzeuge wie zuhause. Ich arbeitete zwar nicht bei der Swissair Airline, sondern bei der ausgegliederten Informatik-Firma, aber die Swissair war natürlich unser wichtigster Kunde. Ich verlor den Job zwar nicht, aber nach dem Verkauf meines Arbeitgebers an einen amerikanischen IT-Konzern änderte sich vieles.

ein Copilot in Badehosen an der Copacabana
nach dem Grounding

Nicht vergessen werde ich die Durchsage am Nachmittag des 2. Oktobers 2001 am Flughafen Zürich:

«Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste, aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen.»