Sonntag, 2. August 2026

Museo Doganale

In der Schweiz gibt es ja für fast alles ein Museum, auch ein Zollmuseum. Dieses steht auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Gandria, welches seit 2004 zu Lugano gehört. Das Dorf Gandria ist ja auf der gleichen Seeseite wie Lugano, das Zollmuseum befindet sich aber auf der gegenüberliegenden Seite. Das Museum steht etwa 200 Meter westlich der Grenze zu Italien. Dorthin kommt man nur entweder zu Fuss auf einem Wanderweg oder mit dem Schiff von Lugano.

Anfahrt zum Museum

Nach dem Besuch im Grotto mit Nachmittags-Essen hatte ich noch Zeit für einen Besuch im Museum, es ist nur fünf Minuten vom Grotto entfernt. Ich wurde von einer freundlichen, uniformierten Zollbeamtin begrüsst. Ich stellte mir vor, dass sie wahrscheinlich froh um jeden Besucher ist an diesem abgelegenen Ort.

Schmuggel-Uboot

Die Ausstellung verteilt sich auf vier Stockwerke im schmalen Gebäude und auch im Garten sind ein paar Objekte zu sehen. Wie in einem Museum nicht anders zu erwarten ist wird die Geschichte des Zollwesens erklärt und anhand von vielen Objekten visuell sichtbar gemacht. Hauptthemen in der Ausstellung sind der Warenverkehr, die Schmuggelei, die Ahndung des Imports von verbotenen Gegenständen sowie die Migration.

Sammlung unerlaubter Gegenstände


Mir hat das Museum sehr gut gefallen, einerseits aufgrund seiner Lage, aber auch wegen den interessanten Ausstellungsstücken. Am besten gefiel mir das Schmuggel-Uboot im Garten und ich stellte mir vor, wie beengend es für die Schmuggler gewesen sein muss in der Mini-Kiste mit Fusspedal-Antrieb.

Samstag, 1. August 2026

Grotto Descanso

Wie gestern erwähnt wollte ich schon lange im Grotto gegenüber von Gandria, genannt Cantine di Gandria, einkehren. Dass ich das am Donnerstag endlich realisierte lag unter anderem an einem kürzlichen Eintrag von Thomas Widmer in seinem Blog "Widmer Wandert Weiter". Seine Bilder und die Beschreibung machten mich gluschtig auf einen Besuch am Luganersee.

Das Grotto mit dem Namen "Descanso" (spanisch für "Ruhe") ist nur per Schiff oder Pedes erreichbar, deshalb ist die Planung der Anreise wichtig. Für eine Wanderung dorthin war es mir zu heiss, deshalb kam für mich nur die Schiff-Variante in Frage. Aber nach der Konsultation des Fahrplans auf der Website der Schifffahrtsgesellschaft war ich etwas verunsichert, denn es sind nur wenig Verbindungen aufgeführt mit recht grossen Lücken, was die Planung etwas schwierig macht. Von Thomas Widmer wollte ich wissen, mit welchem Kurs er hin und zurück fuhr und er verwies mich auf den SBB-Fahrplan. Und auf diesem gibt es praktisch jede Stunde eine Verbindung.

Und so war es dann auch, ich nahm von Seuzach den Zug um 11:22 und war etwa um 15:15 am Ziel im Grotto. Allerdings fuhr das Schiff nicht das Grotto, sondern das Zollmuseum an, von wo man in fünf Minuten im Grotto ist.

Die Essenszeiten sind in den Tessiner Grotti nicht einheitlich geregelt, deshalb muss man sich vor einem Besuch informieren, ob es geöffnet ist und auch ein Koch vor Ort ist. Schon mehrmals stand ich vor geschlossenen Türen oder sah mich mit einer kleinen Karte ohne warme Mahlzeiten konfrontiert. Diesmal wollte ich aber auf Nummer sicher gehen und klärte das mit einer KI-Anfrage ab.

Bei meiner Ankunft im Grotto waren nur etwa vier Tische belegt und ich suchte mir einen möglichst schattigen Tisch aus. Aus der relativ kleinen Karte - was per se kein Nachteil sein muss - suchte ich mir zur Vorspeise einen Salametti und als Hauptgang die Luganigha - eine Tessiner Spiralwurst - aus, so wie Thomas Widmer, aber mit Kartoffeln statt Polenta.

Der grösste Andrang in diesem Grotto findet über den Mittag und vor allem abends statt. Als ich aufbrach waren alle Tische für den Abendservice gedeckt, ich schätzte die Anzahl Gedecke auf etwa 120. Abends hat es übrigens ein Grotto-Schiff, welches die Leute zu den diversen am See gelegenen Grotti bringt und sie nach dem Essen wieder einsammelt. Mindestens in der warmen Jahreszeit.

Freitag, 31. Juli 2026

Ab in den Süden

Schon lange wollte ich dem Grotto an den Gestaden des Luganersees gegenüber von Gandria einen Besuch abstatten, verbunden mit einer Besichtigung des nahen Zollmuseums. Gestern Nachmittag habe ich den Plan im Rahmen einer Kurzvisite im Südkanton realisiert.

Monte San Salvatore

Anfahrt zum Zollmuseum

Angesichts der herrschenden Bruthitze brauchte es allerdings etwas Überwindung. Ich habe den Ausflug aber gut überstanden, dies dank gut funktionierenden Klimaanlagen in den Zügen und dem leisen Lüftchen auf der Überfahrt mit dem Schiff und im Grotto. Ins Schwitzen geriet ich dann aber im Zollmuseum, dies trotz Ventilatoren, welche aber natürlich nur sehr beschränkt Kühlung verschaffen.

das Grotto 5 Gehminuten vom Museum

Gandria

Heute beschränke ich mich auf ein paar Impressionen, über das Grotto und das Zollmuseum folgen separate Einträge.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Seit 10 Jahren am Bloggen




Genau heute vor 10 Jahren, also am 30. Juli 2016, schrieb ich meinen ersten Blog-Eintrag. Damals startete mein Projekt "Gemeindewandern Schweiz" und der erste Eintrag enthielt eine Liste mit der Anzahl noch fehlenden Gemeinden pro Kanton. Das schweizweite Total lag bei 872 fehlenden Gemeinden. Das Projekt ist ja schon seit sieben Jahren abgeschlossen und seit 2019 berichte ich über meine Erlebnisse in einem neuen Blog.

Total habe ich in den beiden Blogs schon über 3'000 Einträge aufgeschaltet und diese wurden etwa 270'000 mal aufgerufen. Das sind etwas über 70 Aufrufe pro Tag. Das ist nicht wahnsinnig viel aber für mich genug, um weiterhin über meine Aktivitäten und anderes zu berichten. Und für mich ist es auch eine Art Tagebuch mit dem Vorteil, dass ich meine Erlebnisse beim Schreiben der Einträge ein zweites Mal erleben kann.

Allen Lesern danke ich für das Interesse an meinem Blog.

Dienstag, 28. Juli 2026

14 Mal Ferien am 28. Juli

Meine Flugstatistik weiss ja alles über meine Flugreisen, zum Beispiel auch, dass ich an einem 28. Juli schon 14 Mal im Ausland weilte. Vielleicht war ich an diesem Tag auch schon öfter im Ausland, dann war es aber nicht mit dem Flugzeug. Hier sind die Destinationen:

1984: Geschäftsreise nach Minneapolis/St. Paul, am 28. Juli war der Rückflug via Boston nach Zürich

1985: Geschäftsreise nach Karachi in Pakistan, am 28. Juli Flug von Zürich via Athen nach Karachi

1998: Familienferien im Südosten der USA (North Carolina, South Carolina, Georgia, Tennessee

2001: Familienferien zuerst im Westen der USA (Utah und Umgebung), danach in Florida

2004: Familienferien auf den Kanaren (Teneriffa und La Palma)

2005: Familienferien in Kuba

2006: Familienferien auf Madeira

2007: Familienferien im Indischen Ozean (La Réunion und Mauritius)

2008: Familienferien im Nordwesten der USA und zum Schluss noch New York

2009: Familienferien in Costa Rica

2010: Familienferien im Osten von Kanada (Quebec und Ontario)

die Girls an den Niagarafällen

2011: Familienferien in Kalifornien

kräftige Sylvia!

2012: Wanderreise zu zweit nach Wales (Pembrokeshire Coast Path)

irgendwo an der walisischen Küste

2022: Privatreise zu zweit nach Ecuador

auf dem Äquator bei Quito



Sonntag, 26. Juli 2026

Silberweide statt Olivenbaum

Am 24. August letzten Jahres waren wir auf einer Etappe unserer Bodensee-Umwanderung unterwegs, vom österreichischen Hard nach Bregenz. Kurz vor dem Ziel machten wir noch einen kleinen Abstecher auf eine schmale Landzunge, welche in den See hinausragt. Und dort staunten wir über einen alten Baum, der aufgrund seiner Knorrigkeit und der Blätter für uns wie ein Olivenbaum aussah:

In meinem Wanderbericht von damals erwähnte ich diesen Baum mit der Bildunterschrift "ein Olivenbaum am Bodensee?". Immerhin mit Fragezeichen, denn ich konnte es mir dann doch nicht ganz vorstellen, dass sich ein Olivenbaum direkt am Bodenseeufer wohlfühlen könnte. Das Klima kann ja dort im Winter auch recht garstig und stürmisch sein.

Und gestern ist mir in Google Maps zufällig genau an der Stelle wo der Baum steht eine Markierung "Alte Silberweide" aufgefallen. Und hinter der Markierung versteckt sich ein Bild des Baumes. Womit meine These, es könnte sich um einen Olivenbaum handeln, widerlegt ist.

Ich habe mir die Bäume auf Wikipedia noch etwas genauer angeschaut und stellte fest, dass die Form der Blätter doch eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen:

Olivenbaum

Silberweide

Man möge mir meinen botanischen Aussetzer bitte verzeihen.

Samstag, 25. Juli 2026

Wanderung Davos Glaris - Davos Wiesen

Datum: 14. Juli 2026
Dauer:
3h50
Länge: 13.1 km
Wetter: sonnig
Route: Bahnhof Davos Glaris-Usser Ardüsch-Steigmeder-Sagaloch-Mülitobel-Davos Wiesen-Bahnhof Davos Wiesen
Charakteristik: einfache Bergwege



Wasserfall mitten in einem Tunnel


Davos Monstein auf der gegenüberliegenden Talseite

Davos Wiesen, links das Tinzenhorn, auch Bündner Matterhorn genannt

Die letzte von sieben aufeinanderfolgenden Wanderungen fand etwas abseits der Lenzerheide statt, im Landwassertal zwischen Davos Glaris und Davos Wiesen. Unsere öV-Anfahrt führte mit dem Postauto nach Tiefencastel, mit der RhB nach Filisur und weiter nach Davos Glaris. Sehr speziell war die Fahrt in einem offenen Wagen eines Nostalgiezuges von Filisur nach Davos Glaris.

Gleich beim Bahnhof Glaris beginnt der mit der Nummer 789 markierte Themenweg "Alter Zügenweg". Auf diesem Weg wurden früher Güter von Davos Richtung Filisur transportiert. So konnte die zerklüftete Zügenschlucht umgangen werden.

Auf der rechten Talseite geht es zuerst durch das Dorf Glaris und dann auf einer breiten Forststrasse mit Naturbelag mässig steil aufwärts. Nach etwas mehr als einem Kilometer mutiert der Weg zu einem leichten, angenehmen Bergweg, welcher bei Steigmeder mit 1651 m den höchsten Punkt erreicht.

Während wir aufsteigen senkt sich das Tal der Landwasser immer weiter ab, da wir ja in Fliessrichung wandern. Linkerhand sehen wir am Gegenhang zuerst nur die Kirche des Walserdorfes Monstein, je weiter wir gehen kommt aber das ganze Dorf zum Vorschein. In Monstein steht übrigens die höchstgelegene Bierbrauerei Europas. Vor dem Nachtessen genossen wir dann in unserem Hotel ein feines Monsteiner Bier.

Bei Steigmeder beginnt der Abstieg Richtung Davos Wiesen. In mehreren Kehren geht es durch diverse von Bächen durchflossene Seitentäler, bevor wir die nördlichsten Häuser von Davos Wiesen erreichen. Das langgezogene, besonnte Dorf macht auf uns einen etwas ausgestorbenen Eindruck.

Unser Ziel ist der Bahnhof von Davos Wiesen, dieser liegt aber über 200 hm unterhalb des Dorfzentrums, es steht uns also noch ein Abstieg bevor, welcher sich kurz vor dem Ziel als recht abenteuerlich herausstellt.

Auch auf der Rückfahrt nach Filisur kommen wir in den Genuss einer Fahrt mit dem Nostalgiezug. Der offene Wagen ist voll besetzt, deshalb setzen wir uns in einen normalen Wagen, in welchem die Fenster zum Glück offen sind.