Dienstag, 6. Oktober 2026

Die Murg

Unsere Hochzeitstagswanderung zur Murgquelle war das letzte Teilstück entlang dieses 32 Kilometer langen Flusses, welcher auf Gemeindegebiet von Mühlrüti SG entspringt, dann zeitweise die Grenze zwischen St. Gallen und Thurgau bildet und nördlich von Frauenfeld in die Thur mündet.

Wobei man eher von einem Flüsschen sprechen sollte, besonders im oberen Teil ist die Murg nicht viel mehr als ein Rinnsal, dies besonders bei der gegenwärtig trockenen Witterung. Und auch kurz vor der Mündung könnte man wahrscheinlich überall in der Murg stehen. Ausgenommen natürlich bei Unwettern, dann wird der Pegelstand sicher massiv steigen.

Vier Wanderungen führten entlang der Murg:

  • Hemishofen nach Frauenfeld am 27. Juni 2015
  • Frauenfeld nach Münchwilen am 9. Februar 2026
  • Dussnang nach Münchwilen am 6. April 2026
  • Fischingen nach Sternenberg am 3. Oktober 2026

Montag, 5. Oktober 2026

Vier Gemeinden und drei Kantone

Auf unserer Hochzeitstagswanderung sind wir am Samstag auch an einem aus geographischer Sicht sehr speziellen Punkt vorbeigekommen. Etwa 800 m nördlich des Hörnligipfels treffen vier Gemeinden und drei Kantone aufeinander:

  • Bauma ZH
  • Fischenthal ZH
  • Mosnang SG
  • Fischingen TG




In der Schweiz gibt es nur zwei andere Punkte, an welchen vier Gemeinden zusammentreffen. Der eine am Tiersteinberg AG und der andere im Flussbett der Emme bei Kirchberg BE. Derjenige beim Hörnli ist der einzige, an welchem gleichzeitig mehrere Kantone zusammentreffen.

Sonntag, 4. Oktober 2026

Wanderung Murgquelle

Datum: 03. Oktober 2026
Dauer:
 4h45
Länge: 15.0 km
Wetter: leicht bewölkt
Route: Fischingen-Murg-Bruederwald-Bennenmoos-Schlattberg-Silberbüel-Hörnli-Gfell-Sternenberg
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege



Kloster Fischingen

ein spezieller Wanderweg

die Murg ist fast ausgetrocknet

bei der Murgquelle

es geht zum Hörnli (mit Turm)

auf dem Hörnli

am Ziel in Sternenberg

Alle Jahre wieder feiern wir am 3. Oktober unseren Hochzeitstag - und seit 14 Jahren wird an diesem Tag gewandert. Die regelmässigen Leser meines Blogs wissen natürlich, dass wir uns 2012 vorgenommen hatten, jeden 3. Oktober zu wandern, und zwar jedes Jahr mit einer um einen Kilometer reduzierten Minimaldistanz. Dieses Jahr stand diese bei 11 Kilometern.

Dieses Jahr entschieden wir uns für eine Wanderung auf der Pendenzenliste: der Erwanderung der Quelle der Murg, dem Flüsschen, welches vom Schlattberg nach Norden fliesst und nördlich von Frauenfeld in die Thur mündet.

Mit Zug und Bus fahren wir nach Fischingen, dem Klosterdorf im Kanton Thurgau. Und gleich geht es los auf einer für uns weitgehend unbekannten Route. Zu Beginn folgen wir einem Wanderweg, verlassen diesen dann aber nach etwa 3 km.

Die nächsten 300 Meter sind etwas unangenehm, auf einer Hauptstrasse ohne Trottoir geht es Richtung Süden. Der Verkehr hält sich zwar in Grenzen, aber die wenigen Autos und Motorräder sind sehr sportlich unterwegs.

Dann biegen wir aber auf einen Waldweg mit Kiesbelag ein, welchem wir einige Kilometer bis Tobel folgen. Weiter geht es mal auf Strassen, mal auf Feld- oder Waldwegen hinauf zur Murgquelle bei Schlattberg. Die Quelle sehen wir nicht, sie versteckt sich unter einem undurchdringbaren Dickicht mit vielen Brennnesseln.

Nach einem anschliessenden Abstecher aufs Hörnli geht es via Gfell nach Sternenberg, von wo wir mit dem Bus hinunter nach Bauma fahren.

Samstag, 3. Oktober 2026

Swissair-Revival im Oberaargau

Pünktlich zum gestrigen 25jährigen Jubiläum des Swissair-Groundings lud das FliegerMuseum Oberaargau zum Tag der offenen Tür der Swissair-Sonderausstellung ein. Eigentlich sind es sogar drei Tage, an welchem man die Ausstellung gratis besuchen kann, die Aktion läuft noch heute und morgen. Den Besuch wollte ich mir nicht entgehen lassen, obwohl die Anreise zum Oberaargauer Flugplatz südwestlich von Langenthal etwas kompliziert ist. Nicht weniger als viermal musste ich umsteigen und noch eine Viertelstunde zu Fuss gehen.

Der Aufwand hat sich aber gelohnt, nicht nur wegen der Swissair-Ausstellung. Im Museum sind auch viele kleinere und teils uralte Flugzeuge zu sehen. Jedes davon hat eine eigene Geschichte hinter sich.


Modell des Ur-Flughafens in Kloten

In der Swissair-Ausstellung werden viele Objekte mit Bezug zur untergegangenen Airline präsentiert. Alte Uniformen, Flugzeugmodelle, altes Geschirr, Flugzeugsitze, ein Modell des ursprünglichen Flughafen in Kloten und vieles mehr.


Sehr berührend war der etwa 20minütige Film über die Crew eines Swissair-Fluges in Südamerika, welche zum Zeitpunkt des Groundings unterwegs war und in Rio de Janeiro strandete. Der Film erzählt Schritt für Schritt die Tragik der Ereignisse, aber auch die Erlösung, als der Flugbetrieb nach ein paar Tagen wieder aufgenommen wurde und die Crew die Heimreise antreten konnte. Alle Sitze auf der eigens aufgebauten Tribüne waren besetzt, wahrscheinlich waren unter den Zuschauern auch einige ex-Swissairler wie ich. Und ich glaube, dass ich darunter in einige feuchte Augen blickte.

Freitag, 2. Oktober 2026

Das Grounding

Heute sind es 25 Jahre seit dem Grounding aller Swissair-Flugzeuge weltweit. Obwohl sich die finanzielle Situation der Swissair damals fast stündlich verschlechterte war dann das definitive Ende für alle Beteiligten ein Schock. Seien es die vielen Passagiere, welche an den Flughäfen auf ihren Flug warteten, die vielen Mitarbeiter, welche von einem Tag auf den andern eine ungewisse Zukunft vor sich hatten oder alle, welche stolz waren auf die Schweizer Airline, welche die Welt für die Schweiz öffnete und umgekehrt.


Natürlich galt das auch für mich, ich war ja sehr oft mit der Swissair auf der ganzen Welt unterwegs und fühlte mich an Bord der Flugzeuge wie zuhause. Ich arbeitete zwar nicht bei der Swissair Airline, sondern bei der ausgegliederten Informatik-Firma, aber die Swissair war natürlich unser wichtigster Kunde. Ich verlor den Job zwar nicht, aber nach dem Verkauf meines Arbeitgebers an einen amerikanischen IT-Konzern änderte sich vieles.

ein Copilot in Badehosen an der Copacabana
nach dem Grounding

Nicht vergessen werde ich die Durchsage am Nachmittag des 2. Oktobers 2001 am Flughafen Zürich:

«Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste, aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen.»


Donnerstag, 1. Oktober 2026

Wanderung Braunfels

Datum: 23. September 2026
Dauer:
3h35
Länge: 14.0 km
Wetter: sonnig
Route: Schloss Braunfels-Braunfels-Bagnolshütte-Bonbaden-Philippsteiner Hütte-Tierpark-Braunfels-Schloss Braunfels
Charakteristik: einfache Wanderwege und Strassen







Nach der kurzen Fahrt von Weilburg nach Braunfels kommen wir kurz vor 11 Uhr beim Schloss an. Und da die erste Schlossführung um 11 Uhr beginnt entscheiden wir uns spontan, daran teilzunehmen. Die Führerin erzählt der Gruppe viel Interessantes aus der Geschichte, welche vor 800 Jahren mit dem ersten Gebäude auf dem Schlosshügel begann. Die Geschichte geht aber weiter, die Besitzerfamilie lebt immer noch im Schloss. Deshalb ist auch nur der unbewohnte Teil für Führungen geöffnet.

Danach schnüren wir die Wanderschuhe und nehmen den markierten Rundweg in Angriff. Wobei die Markierungen ziemlich spärlich vorhanden sind, ich bin froh, dass ich einen Track runterladen konnte, welcher mir den Weg genau anzeigt.

Der Weg führt meistens durch Wälder, was bei der hohen Temperatur von Vorteil ist. Zu sehen gibt es nicht viel, erst auf dem Abstecher durch den fürstlichen Tierpark neben dem Schloss sehen wir ein paar Damhirsche.

Braunfels heisst übrigens nicht nur das Schloss, sondern auch das darunter liegende Dorf mit einem schönen, mittelalterlichen Zentrum.



Mittwoch, 30. September 2026

Wanderung Goetheweg Wetzlar

Datum: 22. September 2026
Dauer:
3h00
Länge: 11.2 km
Wetter: sonnig
Route: Neuer Friedhof Wetzlar-Wetzlar - Ilmenau Anlage - Garbenheim-Neuer Friedhof Wetzlar
Charakteristik: einfache Wanderwege und Strassen






Nach dem Besuch in Limburg war am Dienstag eine weitere Stadt an der Reihe: Wetzlar in Hessen, auch sie liegt an der Lahn.

Damit wir in Wetzlar nicht lange einen Parkplatz suchen müssen stellte ich auf Google Maps als Ziel ein Parkhaus nahe der Altstadt ein, die Navigation dorthin funktionierte tadellos. Schon praktisch, diese Navigationshilfen, das Autofahren wird damit um einiges entspannter.

Bei der Einfahrt ins Parkhaus gab es dann aber ein unerwartetes Problem. Man konnte nicht wie üblich ein Ticket rauslassen, mit welchem man vor der Ausfahrt zahlen kann, die Einfahrt war nur mit einer Debit- oder Kreditkarte möglich. Aber dummerweise akzeptiert das System nur einheimische Karten, alle unsere Schweizer Karten wurden schnöde zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass die Karte gesperrt sei (was natürlich nicht der Fall war). Wir machten eine oder zwei weitere Runden im Zentrum, wir fanden aber nirgends freie Parkplätze. Deshalb beschlossen wir, zum grossen Parkplatz beim Neuen Friedhof oberhalb der Stadt zu fahren, wo es viele freie Plätze gab.

Der Friedhof liegt am Wetzlarer Goetheweg, welchen wir nach der Stadtbesichtigung bewandern wollten, deshalb spielte es für uns keine Rolle, ausserhalb der Stadt zu parkieren.

Vom Parkplatz aus machen wir uns im Gegenuhrzeigersinn auf besagten Themenweg. Nach etwa 20 Minuten erreichen wir die Altstadt mit dem grossen Dom und wir staunen ob dem total mit Autos verstellten Domplatz und einer Baustelle. Ein Bild mit Dom, aber ohne Autos ist fast unmöglich.

Auch Wetzlar hat eine sehr sehenswerte Altstadt, obwohl sie es im direkten Vergleich mit Limburg schwer hat. Goethe lebte übrigens im Sommer 1772 in Wetzlar, ihm ist deshalb der Goetheweg gewidmet.

Nach dem Stadtrundgang setzen wir unsere Goethe-Rundwanderung fort, wir verlassen die Stadt in nordöstlicher Richtung und kehren via Garbenheim zum Parkplatz zurück.