Sonntag, 18. Oktober 2026

Wanderung Servion - St. Martin FR

Datum: 15. Oktober 2026
Dauer:
3h15
Länge: 12.2 km
Wetter: sonnig
Route: Servion-Pierre du Dos à l'Âne-Vuibroye-Châtillens - Oron-la-Ville - Oron-le-Châtel - Le Pralet-Signal-St. Martin FR
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege

Die Fahrt von Seuzach nach Servion, dem Startort meiner Wanderung am Donnerstag, war etwas lang und kompliziert. Da ich in Bulle übernachten wollte musste ich dort zuerst mein Übernachtungsgepäck deponieren. Erst danach konnte ich Servion mit dem öV ansteuern. Damit dauerte die Fahrt fast fünf Stunden.

Um 13:30 erst konnte ich den ersten Schritt hin zum Ziel im freiburgischen St. Martin machen. Aber die Zeit reichte natürlich für die relativ kurze Wanderung. Wie gestern erwähnt war der Zweck der Wanderung der Besuch von ehemaligen Gemeinden im Kanton Waadt, dies nach fast zweijähriger Pause nach dem Besuch von Morcles.

im Hintergrund Freiburger Alpen mit Moléson & Co.

Vuibroye

Das erste Zwischenziel ist aber keine ehemalige Gemeinde, sondern ein Menhir aus Thomas Widmer's Steinbüchlein "Hundertundein Stein". Mehr dazu in einem separaten Eintrag. Kurz nach dem steinigen Besuch treffe ich in Vuibroye ein, der ersten von drei ehemaligen Gemeinden mit einer schönen Aussicht zu den Freiburger Alpen.

Dann geht es via Châtillens hinunter nach Oron-la-Ville, dem grössten Ort in der Gegend mit vielen Industriebetrieben, aber auch einem alten Zentrum. Hier ist der tiefste Punkt der Wanderung, was heisst, dass es wieder aufwärts geht. Nach der Durchquerung des Dorfes zweige ich nach rechts auf einen Wanderweg ab, welcher durch eine völlig überwachsene und damit dunkle Schlucht entlang des Le Flon hinauf nach Oron-le-Châtel führt. Der Bach heisst gleich wie derjenige welcher durch Lausanne fliesst, hat aber mit diesem nichts zu tun.

Oron-la-Ville

Château d'Oron

Auch Oron-le-Châtel ist eine ehemalige Gemeinde, deren Hauptdarsteller natürlich das imposante Château d'Oron ist. Das Tor zum Schloss ist offen und ich kann den Innenhof erkunden, die Innenräume sind aber geschlossen. Das Dorf liegt übrigens direkt an der wichtigen Eisenbahnlinie von Bern nach Genf und vom Zug aus kann man das Schloss sehen, wenn man im richtigen Moment nach draussen blickt.

Blick Richtung Genfersee, den man erahnen kann

Grenzstein VD/FR, hinten St. Martin FR

Von Oron-le-Châtel steigt der Weg noch weiter an bis zum Signal, einem Grashügel auf 831 m, damit ist dies der höchste Punkt der Wanderung. Ich geniesse den Rundblick in alle Richtungen, im Süden kann man den Genfersee erahnen.

Kurz vor dem Ziel in St. Martin verläuft mein Wanderweg über ein kurzes Stück der ehemaligen Gemeinde Bussigny-sur-Oron, welches aus ein paar wenigen Höfen bestand. Und 100 Meter vor dem Ziel überschreite ich die Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg.

Samstag, 17. Oktober 2026

11 ehemalige Waadtländer

Vielleicht hat sich der eine oder andere Leser meines Blogs schon einmal gewundert, dass ich keine ehemaligen Gemeinden mehr bewandere. Tatsächlich sind es schon fast zwei Jahre seit dem Besuch von Morcles, am 11. November 2024 war ich dort und seither machte das Projekt Pause.

Vergessen habe ich es aber natürlich nicht und es stehen ja auch nur noch 14 ehemalige Gemeinden auf der Pendenzenliste: 11 im Waadtland, 2 im Kanton Bern und 1 im Bündnerland. Aber 12 von diesen liegen recht abgelegen und erfordern einen relativ hohen Planungs- und Durchführungs-Aufwand. Das war mit ein Grund dafür, dass das Projekt solange inaktiv war.


Dies sind die 11 noch fehlenden ehemaligen Waadtländer Gemeinden:

St-Cierges
Martherenges
Villars-Mendraz
Peney-le-Jorat
Montaubion-Chardonney
Dommartin
Villars-Tiercelin
Mézières
Vuibroye
Oron-le-Châtel
Bussigny-sur-Oron

Am Donnerstag habe ich das Projekt aber wieder reaktiviert und ich konnte drei Waadtländer Gemeinden abhaken. Verbunden habe ich die Wanderung mit einer Übernachtung in Bulle, welches relativ nah an der Wanderroute liegt.

Weitblick von Servion

Typisch Waadtland

Vuibroye

Château d'Oron

in der Mitte die Dents du Midi

Wandertechnisch gab es zwar keine Schwierigkeiten, aber der Anteil an Hartbelag war ziemlich hoch und der Anteil an markierten Wanderwegen mit etwa zwei Kilometern recht klein. Entschädigt wurde ich aber immer wieder durch schöne Weitblicke in der schönen Gegend im Grenzgebiet Waadt / Freiburg.

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Das Martinsbrünneli

Das Martinsbrünneli befindet sich südwestlich von Rüti gleich südlich der A15, auf der Karte ist es mit "Naturbrücke" bezeichnet. Ein Wanderweg führt direkt dort vorbei.


Vom Wanderweg aus führt ein kurzer, schmaler Pfad zum Wasserfall, welcher unter einer natürlichen Brücke einige Meter in die Tiefe stürzt. Bei meinem Besuch konnte man allerdings kaum von einem Wasserfall sprechen, es war eher ein Rinnsal. Aber immerhin wurde meine Befürchtung, dass das Martinsbrünneli ganz ausgetrocknet sein könnte, nicht bestätigt.


Das Naturdenkmal geht auf einen gewaltigen Bergsturz vor etwa 16 Millionen Jahren zurück. Damals riegelte ein Fessturz ein Tal ab, worauf sich ein immer grösserer See bildete. Als der Wasserdruck zu gross wurde brach der natürliche Damm, worauf sich der ganze See inklusive Schutt ins Flachland ergoss. Das Material im Umfang von 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern deckte die Landschaft zwischen dem heutigen St. Gallen und dem Zürichsee zu.


Das Material verdichtete sich und wurde so hart wie Beton. Die über dem Wasserfall schwebende Brücke besteht aus diesem äusserst harten Material und das Wasser hat die darunterliegende weichere Schicht erodiert. Ein spektakulöser Zeuge von unendlich weit zurückliegenden Ereignissen.

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Wanderung Martinsbrünneli

Datum: 12. Oktober 2026
Dauer:
 3h15
Länge: 12.9 km
Wetter: sonnig
Route: Bubikon-Ritterhaus-Schwarz-Rütiwald-Weid-Martinsbrünneli-Chüeweid-Klimse-Jona
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege

Eigentlich war für den Montag ein Besuch an der OLMA in St. Gallen geplant. Doch als ich am Morgen im Gegensatz zum Sonntag keine Wolke am Himmel ausmachen konnte stellte ich die OLMA zugunsten einer Wanderung zurück. Eine Herbstwanderung bei wandertauglicher Temperatur hatte für mich einen höheren Stellenwert.

Eine lange An- und Rückfahrt wollte ich vermeiden, deshalb wählte ich aus meiner Pendenzenliste die Wanderung zum Martinsbrünneli bei Rüti aus. Die öV-Fahrzeit zum Startort in Bubikon hielt sich mit etwas über einer Stunde in Grenzen.

Ritterhaus Bubikon

rege bespielter Golfplatz bei Bubikon

Vom Bahnhof geht es Richtung Südost zum Dorf hinaus und schon bald stehe ich vor dem Ritterhaus, einem ehemaligen Sitz des Johanniter-Ordens. Schon im 12. Jahrhundert richtete sich hier der Orden ein und über die Jahrhunderte wurde der Gebäudekomplex mehrfach erweitert. Das Museum ist natürlich montags geschlossen, deshalb setze ich nach ein paar Fotos meinen Weg fort.

Ich durchquere einen Golfplatz, welcher für einen Montag rege bespielt wird und ich muss aufpassen, dass mich kein Golfball trifft. Nach der Unterquerung der Autobahn geht es durch ein Fabrikareal zum Flüsschen Schwarz, welches sich dort über eine natürliche Geländekante einige Meter hinunterstürzt.

Blick über Rüti zum Bachtel links der Mitte

Martinsbrünneli

Weiter geht es vorbei am westlichen Rand von Rüti zum Rütiwald, welchen ich auf nicht markierten Wegen durchquere und bei der Weid wieder verlasse. Nach weiteren 20 Minuten stehe ich vor dem Martinsbrünneli, welches für diese Wanderung verantwortlich ist.

Dass das Gewässer einen Namen im Diminutiv hat geht im Moment in Ordnung, denn es besteht aufgrund der trockenen Witterung nur aus einem Rinnsal, welches über die Felsen fliesst. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es sich nach einem Gewitter um einen stattlichen Wasserfall handeln wird. Mehr zum Marinsbrünneli kann man hier morgen lesen.

Jetzt könnte ich in etwa einer halben Stunde direkt zum Ziel in Jona wandern, stattdessen mache ich aber einen grossen Bogen Richtung Osten via Moosriet, Chüeweid, Klimse und Tägernau, bevor es zum Bahnhof Jona geht, wo ich erfahre, dass aufgrund von Bauarbeiten keine Züge fahren. Aber mit einem Ersatzbus komme ich via Rapperswil trotzdem nach Hause.

Dienstag, 13. Oktober 2026

Zum Martinsbrünneli

Gestern konnte ich eine Wander-Pendenz abhaken, welche schon seit Februar dieses Jahres auf meiner To-do-Liste stand. Im Landboten las ich einen Artikel über einen Bergsturz, welcher vor 16 Millionen Jahren die Landschaft in der heutigen Nordostschweiz nachhaltig veränderte. Ein Zeuge davon ist das Martinsbrünneli, welches gestern auf meiner Route lag.

Ritterhaus Bubikon

Schwarzbach-Fall bei Rüti

Martinsbrünneli

Pilzzeit

Ich brauche für den Wanderbericht und einen separaten Eintrag für das Martinsbrünneli noch etwas Zeit, heute deshalb nur ein paar Bilder von gestern.

Sonntag, 11. Oktober 2026

Salen(s)tein

Noch ein Nachtrag zu unserer Hochzeitstagswanderung vom 3. Oktober:

Nach der Wanderung feierten wir den Hochzeitstag im argentinischen Steakhouse beim Bahnhof Winterthur. Passend zu unseren feinen Steaks aus Argentinien lasen wir einen aus dem selben Land stammenden Rotwein, einen Malbec, aus.

Als die Flasche am Tisch geöffnet wurde stutzten wir ob dem Namen des Weingutes auf der Etikette: "Salentein". Das erinnerte uns sofort an die fast gleichnamige Gemeinde Salenstein mit dem Schloss an erhöhter Lage.

Ich fragte mich, ob das Weingut vielleicht einen Zusammenhang mit dem Ort am Bodensee haben könnte und fragte KI danach. Hier die Antwort:

Nein, die Bodega Salentein in Argentinien hat historisch und namentlich nichts mit der Schweizer Gemeinde Salenstein zu tun.
Der Name des berühmten argentinischen Weinguts geht stattdessen auf ein historisches Anwesen in den Niederlanden zurück: [1, 2]
  • Der Ursprung: Gegründet wurde das Weingut Bodegas Salentein im Jahr 1996 von dem niederländischen Unternehmer Mijndert Pon.
  • Die Namensgebung: Pon benannte die Bodega nach dem historischen Landsitz seiner Familie – dem „Landgoed de Salentein“ in der niederländischen Stadt Nijkerk, welchen die Familie Pon 1980 erworben hatte. [1, 2, 3]
Die Ähnlichkeit zum Namen der Thurgauer Gemeinde Salenstein am Bodensee ist also rein zufällig. Die einzige Verbindung zur Schweiz besteht heute darin, dass die Spitzenweine aus dem argentinischen Uco-Tal über Weinhändler wie Zweifel 1898 oder von Salis in die Schweiz importiert und dort verkauft werden. [1, 2]

Und natürlich wollte ich auch noch wissen, wo genau der erwähnte Landsitz in Holland liegt, auch das fand ich im Nu heraus, diesmal mithilfe von Google Maps:

Nijkerk liegt ca. 30 km östlich von Amsterdam



Freitag, 9. Oktober 2026

Rassegna-Saison

Der Herbst ist jetzt definitiv da und damit die Saison der Tessiner Rassegnas, das sind die Gastronomie-Festivals, welche sich über mehrere Wochen erstrecken und an welchen jeweils eine ganze Reihe von Restaurants oder Grottis teilnehmen.

die Grottostrasse ist mit Kastanienbäumen gesäumt

Den Anfang macht das Rassegna Gastronomica Mendrisiotto e Basso Ceresio, das ist die Gegend am äussersten Südzipfel der Schweiz. Dorthin reiste ich gestern entspannt mit erstaunlich viel Platz in den Fernzügen.


Als Ziel suchte ich mir das Antico Grotto Ticino in Mendrisio aus. Dieses ist relativ einfach mit der S-Bahn ab Lugano und einem lokalen Bus erreichbar. Es befindet sich etwas ausserhalb des Zentrums in einer Grotto-Strasse, wo sich früher ein Grotto ans nächste reihte. Auch heute hat es dort noch etwa fünf Grotti.

Auf der speziellen Rassegna-Karte hat es zwei Gerichte zur Auswahl, ich entschied mich für den Rehrücken, welcher in zwei Gängen serviert wird. Die Wahl bewährte sich, der Rehrücken war reich garniert mit Spätzli, Rotkraut, Kastanien, Steinpilz, Rosenkohl und einer halben Birne mit Preiselbeeren. Allerdings musste ich auf den zweiten Teller verzichten, denn der erste war schon sehr grosszügig belegt. Immerhin bot mir die Serviceangestellte an, den zweiten Teller als Takeaway mitzunehmen, worauf ich aber dankend verzichtete.