Im Februar erschien im Landboten ein Artikel über Lost Places im Kanton Zürich. Unter dem Begriff Lost Places versteht man Einrichtungen, welche früher eine Funktion hatten, in der Zwischenzeit aber nutzlos sind. Das können zum Beispiel Restaurants, Fabriken, Militäranlagen, Hütten, Strassen oder Eisenbahninfrastruktur sein. Kürzlich wanderte ich ja in der Gegend des Furttals und besuchte die alte Eisenbahnbrücke der Schipkapassbahn. Auch diese Brücke wurde im Artikel beschrieben.
Ein anderer Lost Place liegt relativ nahe bei Seuzach zwischen Hünikon und Dorf beim Weiler Rütihof. Dort kam ich gestern auf dem Weg zum Spargelhof in Rafz vorbei. Zu sehen ist dort eine Art Geräteschuppen. Nichts Besonderes, würde man denken, wenn man nicht wüsste, was sich dahinter versteckt.
Bei der "Villa Arbenz" genannten Anlage handelt es sich um eine militärische Kommandozentrale, welche in der Zeit des Kalten Krieges gebaut wurde für den Fall eines Angriffes auf die Schweiz. Im für 100 Personen konzipierten Bunker wäre das Kommando für alle in den Kantonen Zürich und Schaffhausen stationierten Truppen untergebracht worden. Vom als Geräteschuppen getarnten Eingang führt ein 270 Meter langer Stollen zur Kommandozentrale und den Unterkünften.
Die Anlage wurde 1961/62 gebaut und war bis 1994 in Betrieb. Der Standort und die Struktur der Anlage war streng geheim. Heute jedoch können Führungen für Gruppen gebucht werden. Und am kommenden 20. Juni kann der Bunker im Rahmen eines Dorffestes in Dorf öffentlich besichtigt werden. Wenn ich es einrichten kann werde ich dann dort reinschauen.
Den Namen hat der Bunke übrigens von Brigadier Peter Arbenz, dem letzten Kommandanten der Grenzbrigade 6.

























