Montag, 13. April 2026

Blindflug über Afghanistan

Seit dem Beginn des Irankrieges ist der Luftraum über dem Iran gesperrt. Das hat Auswirkungen auf fast alle Flüge zwischen Europa und Asien. Die Piloten haben die Wahl zwischen einer Flugroute nördlich oder südlich um den Iran herum. Bei der südlichen Route, bei welcher Saudi Arabien überflogen wird, gibt es keine Einschränkungen. Bei der nördlichen jedoch schon, las ich gestern in der SonntagsZeitung.

Das Problem ist dort der Überflug von Afghanistan. Das von den Taliban regierte Land kann zwar nach Voranmeldung gegen eine Gebühr von 700 Franken überflogen werden, dies jedoch ohne Flugsicherung, denn das Land hat keine Fluglotsen. Die Piloten fliegen sozusagen im Blindflug. Aus Sicherheitsgründen müssen die Flugzeuge einen Abstand von 15 Minuten einhalten, was von den Fluglotsen der Nachbarländer kontrolliert wird. Ein Restrisiko bleibt aber: In einem Notfall müsste der Pilot selbständig zu einem geeigneten Flughafen in Afghanistan navigieren und hoffen, dass die für eine Notlandung geeignete Infrastruktur vorhanden ist. Eine Notlandung in Afghanistan wird im Zeitungsartikel mit einer Notwasserung auf dem offenen Meer verglichen.

Flugroute unseres Fluges nach Singapur

Übrigens, auf unserem Flug nach Singapur mit der Singapore Airlines sind wir am 7. März auch über Afghanistan geflogen.

Samstag, 11. April 2026

Winterthur von A bis Z - O wie Oskar Reinhart

Von 1885 bis 1965 lebte in Winterthur Oskar Reinhart, ein auf Gemälde spezialisierter Kunstsammler und Mäzen. Er entstammte einer wohlhabenden Familie, schon sein Vater Theodor Reinhart, Leiter der Handelsfirma Gebrüder Volkart, war kunstaffin und unterstützte zum Beispiel Ferdinand Hodler.

1919 kaufte Oskar Reinhart das Haus zur Geduld in der Winterthurer Marktgasse, um dort den Club zur Geduld zu gründen. Das Haus wurde im Stil eines traditionell englischen Club House eingerichtet. Den exklusiven Club gibt es bis heute und die Mitglieder treffen sich periodisch im Haus zur Geduld. An den Wänden der verschiedenen Räume hängen viele Bilder aus Reinhart's Sammlung.

Haus zur Geduld

Um seine Sammlung ausstellen zu können baute Reinhart in den 20er Jahren neben seinem Wohnsitz am Römerholz ein Galeriegebäude. Im dortigen Museum sind über 200 bedeutende Werke europäischer Künstler ausgestellt. Im Moment ist das Museum geschlossen, es wird am 9. Mai wiedereröffnet.

Ein anderer Teil der Sammlung befindet sich im Kunst Museum Winterthur - Reinhart am Stadtgarten.

Freitag, 10. April 2026

Wanderung Dussnang - Münchwilen

Datum: 06. April 2026
Dauer:
 4h05
Länge: 14.8 km
Wetter: leicht bewölkt
Route: Dussnang-Erlen - Vorder-Thal - Fischingen-Oberwangen-Anwil-Wiezikon-Sirnach-Münchwilen
Charakteristik: einfache Wege


gwundriges Ur-Vieh bei Vorder-Thal

Vorder-Thal

Fischingen...

...mit dem Kloster

St. Michaels-Kapelle in Oberwangen

an der Murg bei Wiezikon

Nach der Südsee-Weltreise wollten wir am Ostermontag wieder einmal heimische Gebiete erkunden - im Wandermodus. Allzu weit weg wollten wir nicht fahren, deshalb entschieden wir uns für eine Wanderung an der Murg, dabei wollten wir an der Murgwanderung vom 9. Februar anknüpfen, welche von Frauenfeld nach Münchwilen führte.

Diesmal ging es aber in die entgegengesetzte Richtung, von Süd nach Nord, also flussabwärts. Mit Zug und Bus fuhren wir nach Dussnang TG, wo wir die Route unter die Füsse nahmen. Dussnang liegt zwar nicht an der Murg, aber wir wollten noch eine Zusatzschlaufe zum Aufwärmen machen.

Von Dussnang ging es in südlicher Richtung via Erlen nach Vorder-Thal, wo wir Richtung Osten hielten und nach Fischingen abstiegen. Dort wollten wir noch einen kurzen Abstecher zum Kloster mit der schönen Kirche machen. Und ein Foto vom Portal letzterer machen, von welchem ich hier berichtete.

Jetzt aber folgten wir der Murg, dies allerdings nicht lange, denn am nördlichen Ende von Fischingen zweigten wir nach rechts ab und folgten für etwa eine Stunde dem markierten Wanderweg, welcher östlich der Murg an etwas erhöhter Lage verläuft.

Erst kurz vor Wiezikon bogen wir wieder auf den Murguferweg ein. Die nächsten zwei Kilometer bis Sirnach ist der Murgweg sehr schön angelegt. Es hatte recht viel Volk und diverse Hunde genossen ein Bad im Wasser, welches hier fast keine Strömung hat und nicht zu tief ist.

Das letzte Teilstück bis Münchwilen ist dann etwas weniger attraktiv und der Uferweg ist nicht beschattet. Aber zum Glück hatte die Sonne noch keine Hochsommer-Energie.

Donnerstag, 9. April 2026

GV BVZ

Während unserer Weltreise im März verpasste ich einige GVs, welche ich normalerweise besuche. Aber egal, die GV-Saison dauert ja noch eine Weile und gestern ging sie für mich los.

Die GV der Brig Visp Zermatt Bahn findet normalerweise in Zermatt statt. Vor zwei Jahren war ich das letzte Mal dort, die Versammlung tagte im Zelt des Zermatt Unplugged Festivals. Dieses Jahr wurden die Aktionäre nach Andermatt eingeladen, welches ja sozusagen im Herzen der BVZ-Linie liegt. Die Züge der BVZ fahren auf der Strecke von Disentis via Andermatt und Visp nach Zermatt. Ebenfalls zur BVZ gehört die Gornergratbahn.

Zwei Stunden dauerten die Ausführungen der diversen Redner, zum Schluss gab es noch eine Präsentation des Gemeindepräsidenten von Andermatt über "sein" Dorf.

im Gedränge konnte man sich kaum bewegen

Der VR-Präsident lud die 287 Teilnehmer abschliessend zum Apéro ein. Dieser artete aber leider zu einem wahren Chaos aus. Alle Aktionäre, welche zuvor in einem grossen Konzertsaal Platz hatten, mussten sich in einen kleinen Nebenraum drängen. Es standen etwa 7 Stehtische für je 6 Personen zur Verfügung. Wer nicht schnell genug war konnte das Weinglas nirgends hinstellen und das Gedränge war wie in einer vollen Luftseilbahn. Nach einem Glas Weisswein hatte ich genug davon und machte mich auf den Heimweg. Das war eine Zumutung für die Eigentümer der Gesellschaft, welche teilweise lange An- und Rückreisen hatten.

Mittwoch, 8. April 2026

XXL-Bergsturz

Vor ungefähr 16 Millionen Jahren ereignete sich im Gebiet der heutigen Nordostschweiz eine Naturkatastrophe ersten Ranges: In den Alpen, welche damals noch jung waren, gab es einen gewaltigen Bergsturz. Geologen nehmen an, dass dabei etwa 1000 Mal soviel Material abstürzte wie beim Bergsturz von Blatten im letzten Jahr.

Das Material ergoss sich auf einer Fläche von etwa 50 x 50 Kilometern. Der Schutt vermengte sich mit Kalkstein und mit der Zeit verhärtete sich die Masse und wurde so hart wie Beton. Das Gestein ist auch heute noch sichtbar, dies vor allem zwischen dem Zürich- und dem Bodensee. Es hat auch einen Namen, die Geologen sprechen von Appenzellergranit.

All das und noch viel mehr las ich am 9. Februar im Landboten und im Artikel hatte es auch Ausflugs-Vorschläge zu Orten, wo der Appenzellergranit hautnah erlebt werden kann. So zum Beispiel bei der Klosterkirche in Fischingen, dort wurde das Säulenportal im 17. Jahrhundert aus diesem Stein gebaut. Am Ostermontag wanderten wir dort vorbei, der Wanderbericht ist noch in Bearbeitung.

Dienstag, 7. April 2026

Fertig jetzt

So, schon seit einem Monat berichte ich jetzt hier über unsere Weltreise. Wir haben halt schon viel Schönes und Interessantes gesehen. Angefangen von den kurzen Aufenthalten in Singapur, Sydney und auf Fiji, dann die wunderschöne Kreuzfahrt durch den Südpazifik bis nach Papeete, gefolgt von zwei Nächten auf Moorea und schlussendlich dem kurzen Besuch in Los Angeles. Es hat mir Spass gemacht, die vielen Erlebnisse schriftlich festzuhalten und mit Bildern zu illustrieren und ich hoffe, dass sich niemand beim Lesen gelangweilt hat.


Jetzt ist aber fertig, ab morgen möchte ich mich in diesem Blog wieder um andere Themen kümmern. Zum Schluss aber noch zwei nächtliche Bilder, einmal von einem Konzert auf dem Helipad der Scenic Eclipse II vor der Insel Huanine in Französisch Polynesien, inklusive Mondsichel über dem Horizont. Und dann ein Bild der Milchstrasse, welches Marlise nächtens während der Fahrt über das offene Meer geschossen hat. Schon lange ist es her, seit wir die Sterne so gut sehen konnten.

Montag, 6. April 2026

Tonga und Niue

Zwei neue Länder konnte ich nach unserer Weltreise in meine Länderstatistik aufnehmen: Tonga und Niue, gelegen im Südpazifik zwischen Fiji und den Cook Inseln.


Tonga


Das Königreich Tonga besteht aus 172 Inseln mit einer Gesamtfläche von nur 747 km2, damit ist das Land etwas kleiner als der Kanton Solothurn. Rund 100'000 Einwohner leben auf den 36 bewohnten Inseln. Die meisten Tongaer leben allerdings in Neuseeland, Australien oder den USA. Viele Tongaer erhalten Stipendien, um im Ausland studieren zu können, die wenigsten davon kehren nach dem Studium in ihr Heimatland zurück.

Verkehrstechnisch ist Tonga mit internationalen Flügen vom Flughafen Fua'amotu auf der Hauptinsel Tongatapu angebunden. Von dort gibt es Flüge nach Fiji und Neuseeland.

Sonnenaufgang vor Vava'u

Blick vom Mt. Talau bei Neiafu

Unser Schiff war während unseres kurzen Aufenhalts in einer Bucht vor Neiafu auf der nördlichen Insel Vava'u verankert.

Niue


Der unabhängige Inselstaat Niue besteht aus einer einzigen Koralleninsel mit einer Fläche von 261 km2 und ist damit etwa so gross wie Appenzell Ausserrhoden. Es leben nur etwa 1'800 Einwohner auf der Insel. Wie bei den Tongaern leben auch viel mehr Bürger von Niue im Ausland, vor allem in Neuseeland. Zwischen Niue und Neuseeland besteht ein Assoziierungs-Vertrag, deshalb bestehen zwischen den beiden Staaten enge Verbindungen. Trennend wirkt sich jedoch die Tatsache aus, dass Niue knapp östlich der Datumsgrenze liegt und damit Neuseeland immer einen Tag voraus ist. Eine Verschiebung der Datumsgrenze wird diskutiert.

Was von der Insel zu sehen ist ist der oberste Teil eines erloschenen Vulkans, welcher sich 4'000 bis 5'000 Meter vom Meeresboden abhebt.

Verkehrstechnisch ist Niue mit Flügen von und nach Auckland an den Weltverkehr angebunden. Einen Hafen hat Niue nicht, Frachtschiffe müssen vor der Küste ankern und die Waren werden auf kleinere Boote umgeladen, welche am Landungssteg anlegen.

Badehöhle an der Westküste Niues

Niue

Die Scenic Eclipse II ankerte vor der Hauptstadt Alofi, die Passagiere wurden mit zwei Tenderbooten an Land gebracht.

N.B. Meine Länderstatistik weist jetzt 136 Einträge auf.