Sonntag, 23. August 2026

Hauptsache angekommen

Das Positive vorweg: wir und unsere Koffer sind gestern in Figari angekommen und wir haben uns im etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt liegenden Pinarello in unserem Hotel direkt am schönen Strand einquartiert.

am Gate in Zürich

Allerdings brauchten wir dafür etwas mehr Geduld als üblich. Der Abflug in Zürich verlief pünktlich und normal, auch der Flug über die Alpen, Genua, das Ligurische Meer und unsere Ferieninsel Korsika. Eine Viertelstunde vor der Landung sahen wir auf der Karte mit der Flugroute, dass sich das Flugzeug in einer Warteschlaufe drehte. Nach einigen Minuten meldete sich der Captain mit der Mitteilung, dass wir noch nicht landen können, weil auf dem Flughafen keine Standplätze frei seien und dass wir landen würden, sobald er die Freigabe erhalte.

in der Warteschlaufe

Nach etwa 30 weiteren Minuten in der Warteschlaufe meldete der Captain, dass er aufgrund des zur Neige gehenden Treibstoffs gezwungen sein, nach Bastia im Norden der Insel auszuweichen. 15 Minuten später landeten wir auf dem dortigen Flughafen und wir fragten uns, wie es weitergehen wird.

Nach dem Auftanken der Maschine vergingen etwa 40 Minuten, dann teilte uns der Captain mit, dass er von Figari die Bestätigung erhalten habe, dass wir jetzt dort landen können. Also Türen zu, Triebwerke an und Start Richtung Figari.

am Auftanken in Bastia

Kurz vor der Landung meldete sich der Captain wieder und wir ahnten nichts Gutes. Er verkündete, dass wir nochmals in eine Warteschlaufe müssen, weil jetzt wieder alle Standplätze besetzt seien. Dies mit dem Anhang, dass er die Welt nicht mehr verstehe und so etwas noch nie erlebt habe.

nochmals in der Warteschlaufe

Es dauerte dann nochmals 20 Minuten bis zur Freigabe der Landung, welche mit über 2stündiger Verspätung erfolgte. Sehr lange mussten wir dann noch auf unsere Koffer warten, was dazu führte, dass wir im Hotel etwa drei Stunden später als geplant ankamen.

angekommen

Auch ich habe auf meinen vielen Flügen so etwas noch nie erlebt und ich glaube fast, dass uns die Verantwortlichen in Figari schikanieren wollten.

das korsische Bier haben wir uns verdient

Aber jetzt geniessen wir den Strand und die schöne Insel, welche wir von oben schon ausgiebig gesehen haben.


Samstag, 22. August 2026

ZRH-FSC

So, jetzt ist es soweit, die Koffer sind nicht nur gepackt, sondern seit gestern Nachmittag auch schon eingecheckt. Bald nehmen wir den Zug zum Flughafen und wir hoffen, dass unser relativ kurzer Flug planmässig vonstatten gehen wird.

Bild Edelweiss

Unser Ziel ist Figari im Süden von Korsika, der Flug dauert gemäss Plan eineinhalb Stunden. Durchgeführt wird er von der Edelweiss mit einer A-320. Korsika steht bei mir auf der Pendenzenliste im Zusammenhang mit meiner Mitgliedschaft im Traveler's Century Club. Die Mitglieder dieses Clubs haben ja zum Ziel, möglichst viele Länder und Territorien, welche auf der Liste des Clubs verzeichnet sind, zu besuchen. Im Fall von Korsika handelt es sich um ein französisches Territorium.

Unser Programm auf der Insel ist noch sehr schwammig, wir wollen an den Stränden etwas entspannen und die eine oder andere Stadt besichtigen. Nicht auf dem Programm steht Wandern, dafür sind die Wetterprognosen zu hitzelastig. Und ohne Wanderschuhe und -Rucksack sind unsere Koffer einiges leichter.

Übrigens, der Check-in ging diesmal extrem einfach und schnell vor sich. Nachdem wir uns online eingecheckt hatten brachten wir gestern Nachmittag unsere Koffer zum Flughafen. Keine Schlange, die Abfertigung der Koffer dauerte keine fünf Minuten. Ein echter Fortschritt.

Freitag, 21. August 2026

Der Seuzacher Schandfleck

Wenn man von Hettlingen nach Winterthur fährt kommt man im Seuzacher Ortsteil Oberohringen vorbei, dort sieht man auf der rechten Strassenseite ein altes Gebäude, dessen Fassade auf der Strassenseite mit einem Stahlgerüst abgestützt ist. Dieses unansehnliche Bild ist schon seit vielen Jahren zu sehen.

Dahinter steckt eine lange, wechselvolle Geschichte. Vor 23 Jahren wollte die Gemeinde Seuzach das ehemalige Bauernhaus aus dem Inventar von Schutzobjekten entlassen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Gegen diese Absicht erhob der Zürcher Heimatschutz Rekurs. Zwei Jahre später wurde der Schutz des ganzen Gebäudes auf die Nordostfassade reduziert, da Experten nur diese für schutzwürdig erachteten. Weshalb die Fassade geschützt ist entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht ist das oberste Fenster mit den Bögen und Säulen dafür verantwortlich.

die umstrittene Fassade ist in desolatem Zustand

Dann passierte einige Jahre nichts mehr, erst 2018 lagen Pläne für eine neue Überbauung mit Wohnungen, Einfamilienhäusern und einem Wohnblock vor. Das Baugesuch wurde genehmigt mit der Auflage, dass besagte Fassade erhalten bleiben muss. 2019 begannen die Arbeiten mit dem Abbruch einer Scheune und eines am Wohnhaus angebauten Stalles. Etwas Neues entstand aber nicht, die Bank wollte die Neubauten nicht finanzieren.

auf der Rückseite stand früher der Stall

Im Dezember 2020 beantragte die Eigentümerin der Liegenschaft den vollständigen Abbruch, was aber aufgrund des Schutzstatuses natürlich nicht genehmigt wurde. Seither steht der Seuzacher Schandfleck unverändert an der Strasse und wartet auf bessere Zeiten.

Donnerstag, 20. August 2026

Wilder Hausrüttler

Am Montag hat nahe von uns ein Wilder Hausrüttler zugeschlagen. Nein, keine Angst, unser Haus steht nach wie vor auf festem Fundament, beim Wilden Hausrüttler handelt es sich nicht um eine Art Yeti aus dem Himalaya, welcher uns einen Besuch abstattete, sondern um einen Blitz. So gelesen im gestrigen Landboten.

Symbolbild

Wilder Hausrüttler ist die höchste Kategorie von Blitzen gemessen an dessen Stromstärke. Die Bezeichnung entstammt der Blitz-Klassifizierung des Meteorologen Kachelmann:

0 - 3'000 Ampere: Schwacher Brummler
3'000 - 7'000 Ampere: Mittlerer Roller
7'000 - 40'000 Ampere: Starker Knaller
40'000 - 100'000 Ampere: Stabiler Dröhner
über 100'000 Ampere: Wilder Hausrüttler

Angeblich soll es sich beim montäglichen Blitz um einen Positiven Blitz gehandelt haben, welcher sich aus der positiv geladenen oberen Wolkenschicht entladen hat. Positive Blitze sind relativ selten, sie haben oft eine grosse Stromstärke und können mehrere Kilometer von der Wolke entfernt einschlagen und dabei grosse Schäden anrichten. Das weiss ich natürlich erst seit ich mich bei der KI informiert habe.

Wir sind aber ohne Schaden davongekommen. Der Blitz entlud sich um die Mittagszeit, trotz Helligkeit konnte ich ihn sehen und wenige Sekunden später natürlich auch hören. Das war wirklich ein Megaknall, viel lauter als jedes Feuerwerk, das ja mittlerweile fast überall verboten ist.

Dienstag, 18. August 2026

Die 8 Pole

In meinem Blog berichte ich ja immer wieder mal von meinen Projekten: Gemeindewandern, Länderfliegen Europa, mindestens 150 Länder besuchen und anderes. Einige Leser werden wahrscheinlich ab und zu den Kopf schütteln wenn ich wieder ein neues Land abhaken kann und auf der Reise mit dem Flugzeug unweigerlich zur Klimakatastrophe beigetragen habe. Aber für mich hat ja die Aviatik einen grossen Stellenwert und ich lasse mir hier nicht dreinreden.

Am Wochenende habe ich in der Wochenend-Beilage der NZZ einen interessanten Artikel gelesen über einen Briten, welcher auch so ein Projektmensch ist, allerdings mit viel abenteuerlichen Projekten als es meine sind.

Aktuell arbeitet er daran, die 8 Pole der Unzugänglichkeit zu besuchen. Dabei handelt es sich um 6 Pole an Land und 2 Pole auf dem Wasser. Die Landpole sind Orte auf 6 Kontinenten, welche am weitesten von Meeren entfernt sind und bei den Wasserpolen ist es umgekehrt, dort sind die Orte am weitesten von Land entfernt.

Sieben der acht Pole hat er schon besucht, dabei hat er natürlich viel Abenteuerliches erlebt. Zum Beispiel eine Helikopterlandung mitten im südamerikanischen Dschungel, eine Reise in ein afrikanisches Bürgerkriegsgebiet, ein Besuch in einem nordamerikanischen Indianerreservat oder ein Sprung in den Pazifischen Ozean am abgelegensten Ort.

Als einziger Pol fehlt ihm noch derjenige auf dem Eurasischen Kontinent. Dieser befindet sich in der chinesischen Provinz Xinjiang. Tönt eigentlich machbar, aber dummerweise befindet sich der Pol in einem militärischen Sperrgebiet. Da bräuchte es wahrscheinlich Gespräche auf höchster diplomatischer Ebene, um das Projekt abschliessen zu können.

Sonntag, 16. August 2026

ZRH

ZRH ist der IATA-Code für den Zürcher Flughafen. Dort war ich gestern, aber ich bin weder von dort abgeflogen noch gelandet, ich habe lediglich den Flugbetrieb von der Zuschauerterrasse beobachtet. Ausschlaggebend für den Besuch war der freie Eintritt an jedem 15. eines Monats in diesem Jahr. Dies wiederum hängt mit dem 15jährigen Jubiläum der Zuschauerterrasse B zusammen.

A-350 kurz vor dem Flug nach Vancouver

auch Kleinkinder müssen sich nicht langweilen

Für Aviatik-Interessierte ist die Zuschauerterrasse natürlich sehr populär, von nirgendwo sonst hat man eine bessere Sicht über das Geschehen am Flughafen, eine der Pisten ist nur etwa 200 Meter entfernt. Interessanterweise hielt sich der Aufmarsch trotz des Gratiseintritts in Grenzen, es gab keine Wartezeiten und keinerlei Gedränge.

Aus Anlass des freien Eintritts war ein Mitarbeiter von SR Technics, das ist der ehemalige technische Betrieb der Swissair, auf der Terrasse präsent und kommentierte mithilfe eines Mikrofons das Geschehen. Zu jedem Flugzeug wusste er etwas zu erzählen, seien es technische Spezialitäten oder Wissenswertes zur betreffenden Fluggesellschaft. Und natürlich wusste er bei jeder Maschine, woher sie kam und wohin sie flog. Und obwohl ich ja kein aviatischer Laie bin erfuhr ich für mich viel Neues und Interessantes.

die Condor sind immer ein Hingucker, ob in grün...

...oder in Orange

Zum ersten Mal machte ich dann noch einen Abstecher zur Zuschauerterrasse bei den E-Docks, wo die meisten Langstreckenflüge und Non-Schengen-Flüge abgefertigt werden. Dort ist man sehr nah an den grossen Maschinen wie zum Beispiel B-777, A-330 oder A-380, dafür etwas weiter entfernt von den Pisten.

bei den E-Docks

Und bei unserem nächsten Besuch in ZRH wird es dann auch für uns in die Luft gehen. Mehr dazu wenn es soweit ist. Die Koffer sind noch nicht gepackt.

Freitag, 14. August 2026

Klimawandel

Gestern gönnte ich mir einen persönlichen Klimawandel. Vom seit mehreren Wochen herrschenden Hitzeklima in ein angenehmes, wenn auch heruntergekühltes Klima im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen.

im Globus wird alles sehr schön präsentiert

Um das Klima zu schonen - falls das überhaupt noch etwas nützt - benutzte ich für die An- und Rückreise den öV. Mit dem Zug zum Flughafen und von dort mit dem 12er Tram direkt zum Glattzentrum. Auf der Tramstrecke kam ich an gleich vier Orten vorbei, an welchen ich einst meinen Arbeitsplatz hatte.

in der Bildmitte das blaue Gebäude, "Blauer Bock" genannt

Balsberg

ehemaliges AVIS-Gebäude

an der Thurgauerstrasse

Zuerst gleich beim Flughafen der "Blaue Bock" im Werftareal der Swissair und heute Swiss, wo ich mehrere Jahre so nah am Flugbetrieb arbeitete wie sonst nie. Dann gleich daneben aber ausserhalb des umzäunten Flughafenareals im ehemaligen AVIS-Gebäude. Und auf der anderen Seite der Tramline ist der Balsberg zu sehen, der ehemalige Hauptsitz der Swissair, wo ich die ersten Jahre meiner Programmierer-Karriere arbeitete. Und dann noch ein Bürogebäude an der Thurgauerstrasse gegenüber des neu entstandenen Glattparks. Wenn ich auf dieser Tramstrecke fahre werden bei mir immer wieder Erinnerungen geweckt.

Zurück ging es dann mit dem selben Tram nach Stettbach und mit der S11 direkt nach Seuzach.