Zurück zuhause noch ein paar Bemerkungen zu unserem Hotel auf der Lenzerheide, dem Schweizerhof.
Im Jahr 1904 wurde der Schweizerhof mit 60 Betten eröffnet und schon zu Beginn wurde immer wieder erweitert und verändert, um sich den verändernden Bedürfnissen der Reisenden anzupassen. Das heutige 4* Superior Hotel besteht aus einer Vielzahl von ineinander verschachtelten Gebäuden mit 180 Betten in diversen Kategorien von einfachen Budget-Zimmern bis zu modernen, geräumigen Suiten.
Gastronomisch hat man die Wahl zwischen täglich wechselnden Menus für die Halbpensions-Gäste, einer à la carte-Auswahl sowie einer kleinen Karte auf der Terrasse und in der Bar. Dreimal genossen wir ein à la carte Nachtessen und mischten teilweise einzelne Gänge aus dem Halbpensions-Menu bei.
Natürlich gibt es im grössten Hotel am Platz auch ein Wellness-Angebot mit einem Schwimmbad, Jacuzzi, Saunen und einem Hamam. Und die Kinder können sich im Innenhof auf einem kleinen Bike-Track, einem Trampolin und anderen Einrichtungen vergnügen. Allgemein gibt sich das Hotel sehr familienfreundlich, deshalb war der Anteil an Familien mit meist kleinen und kleinsten Kindern sehr hoch.
Schon beim Einchecken ist uns aufgefallen, dass sich das Hotel die Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Die Rezeptionistin machte uns darauf aufmerksam, dass es im Zimmer keine Schlarpen für den Wellness-Bereich habe, dass diese aber gekauft werden können. Wo wolle man unnötigen Abfall möglichst vermeiden.
Abends fragte uns dann der Kellner beim Nachtessen, ob wir nach dem Genuss des Weissweins für den Rotwein neue Gläser möchten. Das irritierte uns ein wenig, schliesslich gehört das Restaurant zu einem 4* Superior Hotel. Damit aber nicht genug: Nach der Vorspeise legten wir Messer und Gabel wie gewohnt auf den Teller. Der Kellner bot uns aber, diese auf einer hölzernen Besteckbrücke zwischenzulagern, um sie für den Hauptgang weiterverwenden zu können.
Im Zimmer fehlte auch der für diese Hotelkategorie übliche Kühlschrank. Wer bei der gegenwärtigen Hitze darüber froh wäre, sich mit einem gekühlten Getränk erfrischen zu können, kann an der Réception einen kleinen Kühlschrank bestellen - natürlich gegen eine Gebühr.
Nachhaltigkeit wird auch beim Frühstück grossgeschrieben. Marlise freute sich auf eine grosse Auswahl an frischen Früchten, darunter auch exotische wie Kiwis, Melonen, Grapefruits usw. Zur Auswahl standen aber nur frische Erdbeeren und Kirschen aus dem Bündnerland. Orangen- oder Grapefruitsaft? Fehlanzeige, die Gäste sollen gefälligst Gemüsesäfte oder Apfelsaft aus dem Thurgau trinken. Und die Miniportion Lachs, welche man bestellen konnte, stammt natürlich aus der Lachszucht in Lostallo GR. Aber immerhin Kaffee wird angeboten, obwohl man es lieber sähe, wenn die Leute aus einer riesigen Tee-Auswahl auslesen würden.
Und zu guter Letzt stand auf der Rechnung noch ein Klimafranken pro Person und Tag. Aber trotz allem haben wir uns im Schweizerhof sehr wohl gefühlt und haben im Nachhinein sogar ein gutes klimatechnisches Gewissen.



















