Mittwoch, 20. Mai 2026

Mühle Wildbach Rorbas

Nur 10 Gehminuten lagen am Samstag zwischen der Haumüli in Embrach und der Mühle Wildbach in Rorbas. Ein Wegweiser mit der Aufschrift "Mühlentag" zeigte in Richtung des Restaurants "Mühle Wildbach", wo schon eine Traube von Leuten auf eine Führung warteten. Diese begann wenige Minuten nach meiner Ankunft.

Der Mühlenbesitzer himself machte es sich zur Aufgabe, dem Grüppli alles Wissenswerte zur Geschichte und zur Eigenart der Mühle zu erklären. 1868 sei die Mühle erbaut worden, nachdem das Wasserrecht eingeholt wurde. Dieses ist für den Betrieb einer Mühle erforderlich.

am Wildbach direkt unterhalb der Mühle

In der Mühle wurde nie Mehl gemahlen, sie trieb Maschinen für eine Küferei und einer Mosterei an. Die Mühle ist immer noch funktionsfähig, während der Führung wurde sie in Betrieb genommen. Sie hat aber keine Funktion mehr, es ist kein Gerät angeschlossen und die Welle dreht sich leer. Angetrieben wird die Mühle von einer Niederdruck-Francis-Turbine, was für diese Mühle eine Besonderheit darstellt.

Francis Cave, benannt nach der Francis-Turbine

im Transmissions-Raum

Fast mystisch war der etwa sechs Meter lange, begehbare Transmissions-Raum, durch welche die Welle führte, welche auf der anderen Seite die Maschinen antrieb. Die Wände sind feucht und sehen aus wie in einer Tropfsteinhöhle. In diversen Ausbuchtungen stehen brennende Kerzen, welche den fensterlosen Raum ein bisschen erhellen. Und auf diversen Gestellen stehen leere Gin- und Tonic-Flaschen. Dies erklärte der Führer damit, dass in diesem Raum ab und zu Gin & Tonic-Degustationen stattfänden.


Sehr schön fand ich auch die mit Tischen und Stühlen bestückte grosse Terrasse direkt am Ufer des Wildbachs. Dort an einem heissen Sommerabend etwas zu essen und trinken muss extrem schön und angenehm sein.

Dienstag, 19. Mai 2026

Haumüli Embrach

Als ich am Samstag auf meiner Wanderung am Wildbach bei der Haumüli im Norden von Embrach eintraf scharten sich viele Neugierige um die Mühle, welche am Schweizer Mühlentag in Betrieb war. Auffällig viele Familien mit Kleinkindern waren zugegen, für die Kinder war so eine alte Mühle höchst interessant. Schon vor über 800 Jahren gab es hier eine Mühle.

Und zugegebenermassen auch für mich, ich schaute mir die ganze Anlage an und beobachtete die in einer Art Müllertracht gekleideten Männer, welche die Mühle bedienten.

Die Haumüli besteht einerseits aus einer Mühle, in welcher immer noch Mehl gemahlen wird und andererseits aus einem Sägewerk, in welchem bei meinem Besuch gerade ein Baumstamm zu Brettern zersägt wurde.


Montag, 18. Mai 2026

Bierwanderung Wildbach

Datum: 16. Mai 2026
Dauer:
 3h05
Länge: 12.1 km
Wetter: stark bewölkt
Route: Lufingen-Embrach-Rorbas-Tössegg-Unterteufen
Charakteristik: einfache Wanderwege


Weiher Chlostergumpen zwischen Lufingen und Embrach

Embrach

am Wildbach


die letzten Meter des Wildbachs, hinten die Töss

Für die Samstagswanderung war in erster Linie ein Eintrag auf der Bierwandern-Website von Monika Saxer verantwortlich. Meine letzte Bierwanderung liegt schon einige Zeit zurück, sie führte am 9. März letzten Jahres von Gossau über den Schwänberg nach Herisau.

Für den Termin dieser Wanderung war in zweiter Linie das Datum des diesjährigen Mühlentages, welcher am Samstag stattfand, verantwortlich. Auf der Route lagen zwei Mühlen, welche am Samstag in Betrieb genommen wurden.

Von Lufingen geht es zuerst ein kurzes Stück auf einer Strasse, bevor es auf einer Brücke über den Itelbach geht, welchem ich ein paar Hundert Meter folge. Bei der Mündung des Itelbachs in den Wildbach beginnt der Wanderweg entlang des Wildbachs bis nach Rorbas, wo dieser in der Töss aufgeht.

Der Wanderweg durch das langgezogene Embrach und Rorbas ist sehr schön angelegt, nur selten ist man ein kurzes Stück auf einer Strasse. Vom starken Verkehr durch diese Dörfer spürt man kaum etwas.

Am nördlichen Ende von Embrach statte ich der Haumühle einen Besuch ab und nur etwa 800 m weiter auch der Mühle Wildbach in Rorbas. Mehr zu diesen Mühlen später. Die Mühle Wildbach steht nur etwa 400 m vor der Mündung in die Töss.

Der Weg von Rorbas bis zur Tössegg, wo die Töss in den Rhein mündet, verläuft meistens recht nah am östlichen Ufer der Töss. Von der Tössegg bis zum Ziel in Unterteufen geht es nochmals aufwärts. Leider war dann das Restaurant Wyberg, wo das Schlachthuus-Bier ausgeschenkt wird, aufgrund einer geschlossenen Gesellschaft geschlossen. Auf der Homepage der Brauerei habe ich aber gelesen, dass das Bier auch im avec in Oberwinterthur gekauft werden kann. Ich werde dann dort einmal vorbeischauen.

Sonntag, 17. Mai 2026

Am Wildbach

Nach den Regen- und in höheren Lagen sogar Schneetagen bot sich der Samstag für eine Wanderung an. Das Niederschlagsrisiko wurde von den Wetterschmöckern als moderat eingestuft.

der Wildbach in Embrach

Haumühle Embrach

Eisenbahnviadukt zwischen Bülach und Embrach

Und so war es auch auf meiner Wanderung am Wildbach zwischen Lufingen und der Tössegg. Anfänglich hingen bedrohliche Wolken über mir, nass wurde ich aber erst auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof Seuzach.

Mühle Wildbach in Rorbas

Rorbas

an der Töss zwischen Rorbas und der Tössegg

Auf der flachen Route war ich meistens recht nah am Wildbach, der gestern gar nicht so wild war, unterwegs. Und dies auf überraschend schönen Wegen mit einem hohen Anteil an Natur. Interessant war auch der Besuch von zwei Mühlen, welche anlässlich des Mühlentags in Betrieb waren.

Samstag, 16. Mai 2026

Winterthur von A bis Z - P wie Pünten

Pünten gibt es nur in Winterthur. Das stimmt nicht ganz, denn Schrebergärten gibt es natürlich vielerorts, aber diese heissen in Winterthur eben Pünten. Sozusagen ein geschützter Name für die Eulachstädter Schrebergärten. Der Name leitet sich übrigens vom althochdeutschen Wort "biunta" ab, dabei handelt es sich um ein eingezäuntes Stück Ackerland oder Garten.

Pünten haben in Winterthur eine lange Tradition. Schon im 15. Jahrhundert gab es in Winterthur sogenannte Bürgergärten. Diese wurden rund um die Altstadt angelegt und versorgten die Bevölkerung mit frischem Gemüse und Früchten. Als sich die Stadt ausserhalb der Altstadt ausbreitete mussten die Bürgergärten weichen. Sie wurden aber nicht aufgehoben, sondern in die Aussenquartiere verlegt.

Die Stadt Winterthur ist heute noch Eigentümerin von etwa 2'500 Pünten und ein Teil davon wird auch von der Stadt bewirtschaftet. Wer eine Pünt pachten möchte muss bei der Stadt einen Antrag einreichen.

Alle Pünten unterliegen einem detaillierten, 18 Seiten starken Reglement. Darin ist festgehalten, welche Pflanzen erlaubt sind, welche Abstände einzuhalten sind, wie gross ein Cheminée sein darf, welche Materialien für das Gartenhaus verwendet werden dürfen und vieles mehr.

Die Bilder stammen von den Pünten neben dem EKZ Rosenberg.

Freitag, 15. Mai 2026

Linie Null

Wer in Baden in einen Bus der Linie Null einsteigt muss sich auf viel Überraschungen gefasst machen. Die Linie Null hat keinen Fahrplan und keine festgelegte Route. Die Abfahrtszeiten ab dem Badener Bahnhof sind zwar festgelegt, danach ist aber alles offen. Der Busfahrer entscheidet spontan, wohin die Reise geht. Oder er erfüllt den Wunsch eines Passagiers, an einen bestimmten Ort gefahren zu werden.

Bild TagesAnzeiger

Die Linie Null ist natürlich keine offizielle Buslinie, vielmehr handelt es sich um ein Projekt der St. Galler Künstler Frank und Patrik Riklin. Und das Projekt ist schon bald zu Ende, gefahren wird nur noch diesen Freitag und Samstag um 11:30 und 15:30. Ein Ticket muss man nicht lösen, wenn genügend Platz vorhanden ist kann man einfach einsteigen und irgendwo und irgendwann wieder aussteigen.

Hochzeitstag in der Linie Null (Bild TagesAnzeiger)

Die bisherigen Fahrten haben viel Neugierige angezogen, einmal musste sogar ein zweiter Bus bereitgestellt werden, um die Nachfrage zu befriedigen. Auf einer Fahrt war auch ein Ehepaar dabei, welches den Hochzeitstag mit Champagner feierte. Frank Riklin erklärte das grosse Interesse damit, dass für viele Leute der Tag von A bis Z durchgetaktet und durchorganisiert sei und die Linie Null Gelegenheit biete, aus diesem Korsett auszubrechen.

Donnerstag, 14. Mai 2026

GV Seilbahn Weissenstein

Nach der GV der Jungfraubahn am Montag und derjenigen der Burkhalter Holding am Dienstag war am Mittwoch eine Reise ins Solothurnische angesagt, die Seilbahn Weissenstein lud ihre Aktionäre auf den Jurahügel ins Hotel Weissenstein zur GV ein.

Ich traf punkt 11 Uhr am Ort des Geschehens ein und fand wie zu erwarten war einen voll besetzten Saal vor. Ich fand aber noch einen freien Platz und kaum abgesessen eröffnete der VR-Präsident die Versammlung mit den üblichen Feststellungen. Dass die Aktionäre rechtzeitig eingeladen worden seien, dass alle zwingend erforderlichen Personen anwesend seien und die Versammlung beschlussfähig sei.

Die Abstimmungen und Wahlen wurden zügig abgehandelt, es gab fast keine Wortmeldungen und nur wenig Enthaltungen oder Ablehnungen. Die meisten waren damit zufrieden, dass wieder eine Dividende ausgeschüttet wird.

Nach einer Stunde war alles erledigt und die Bahn frei für das Servicepersonal, welches Wasser, Weiss- und Rotwein in rauhen Mengen in den Saal brachte. Auf jeden Tisch wurden Wasser- und Weinflaschen verteilt, die Aktionäre konnten sich selbst bedienen und bei leeren Flaschen eine neue holen. Alles sehr unkompliziert.

Etwas Gedränge gab es dann beim Hauptgang, welches auf einem Buffet bereitgestellt wurde. Die Leute drängten von allen Seiten zum Buffet und standen sich im Weg, was aufgrund der engen Platzverhältnisse und 358 Teilnehmern nicht weiter erstaunte. Ich hoffe einfach, dass die Teilnehmerzahl im nächsten Jahr nicht viel höher sein wird, sonst wird es dann grenzwertig eng. Und wahrscheinlich hätte dann auch die Feuerwehr keine grosse Freude.