Freitag, 12. Juni 2026

Eine bäumige Wanderung

Trockenes Wetter und mässige Temperatur: Grund genug für eine Wanderung gestern Donnerstag. Bei der Durchsicht meiner Wander-Pendenzen stiess ich auf eine Route, welche an der Pappelallee im bernischen Büetigen vorbeiführt.

Dass es diese 800 Meter lange Pappelallee gibt erfuhr ich vor einigen Jahren beim Besuch eines Parks mit vielen teils exotischen Bäumen. Im dortigen Shop lag ein Buch mit speziellen Bäumen in der Schweiz auf, darunter eben diese Pappelallee. Seither stand dessen Besuch auf meiner Pendenzenliste.

Die Pappeln - es sind deren 124 - wurden Mitte des letzten Jahrhunderts gepflanzt. Im Rahmen einer Güterzusammenlegung wurde der Büetigenbach begradigt und teilweise eingedolt, die Pappeln wurden entlang des neuen Bachlaufes gepflanzt.

Der Wanderbericht folgt morgen.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Wein aus der Ferne

Nach dem feinen Muscaris von nebenan, also dem Stadler Rebberg einen Kilometer von uns entfernt, öffneten wir gestern eine Weinflasche aus der Ferne. Eine spezielle war es, wir kauften sie letztes Jahr in Moldawien im Shop des Weingutes Milestii Mici, wo wir an einer Führung durch die riesigen, weitverzweigten Weinkeller teilnahmen. Der Weinkeller weist eine unglaubliche Länge von 200 Kilometer auf.

Die Weine werden dort extrem lange gelagert. Die Flasche welche wir kauften hat den Jahrgang 1987 und erst im Jahr 2000 wurde der Wein in nummerierte Flaschen abgefüllt. Der grösste Teil des Weines wird übrigens nach Russland exportiert.

versiegelte Etikette

Den Wein tranken wir gestern als Pairing zu einem Ungarischen Gulasch, was sich als passend erwies. Von welcher Traubensorte der Wein stammt wissen wir nicht, wahrscheinlich ist es eine bei uns unbekannte. Der eher leichte Wein hatte wenig Aroma, vielleicht war er doch schon etwas zu alt. Aber mindestens hatte er keinen Zapfen, mindestens keinen Zapfengeruch. Aber bei der Öffnung der Flasche löste sich der Zapfen in Einzelteile auf, welche dann teilweise im Glas schwammen. Ist aber für das Alter auch nicht weiter erstaunlich.

Dienstag, 9. Juni 2026

Wein von nebenan

Kürzlich las ich in der Winterthurer Zeitung ein Inserat des Weinhändlers Rutishauser DiVino in Winterthur Wülflingen. Darin wurde eine neue Weisswein-Sorte mit der Bezeichnung "Muscaris" angeboten. Und ich las im Inserat, dass diese Sorte oberhalb von Stadel angebaut werde. Dabei läuteten bei mir die Alarmglocken, denn der Weinberg von Stadel liegt von uns aus gesehen gerade einmal einen Kilometer östlich sozusagen am gleichen Hang wie unser Haus. Früher war der Rebberg grösser, auch dort wo unser Haus steht hatte es einmal Reben.

Und auch die Beschreibung der Weinsorte weckte mein Interesse. Der Muscaris geht auf eine Kreuzung der Sorten Solaris und Gelber Muskateller zurück, erfuhr ich. Und dass der Wein mit einem intensiven Bouquet von reifen exotischen Früchte und Zitruszesten aufwarte, wobei der Muskatton dominiere. Zudem sei die Rebsorte pilzresistent und brauche fast keinen Pflanzenschutz.

Muscaris

Also nichts wie hin zum Rutishauser DiVino in der Nähe des Bahnhofs Wülflingen. Dort staunte ich, dass es den Wein sogar in drei Ausprägungen gibt:

Einmal mit einer "Goldenberg Winterthur" beschrifteten Etikette. Diese Beschriftung verwirrte mich etwas, denn am Goldenberg in Winterthur hat es auch einen Rebberg, die Angestellte im Laden versicherte mir aber, dass der Wein von Stadler Rebberg stamme.

Dann in der Flasche mit "Freiraum Muscaris" beschrifteten hippen Etikette und schliesslich die 0.5 l-Flasche mit der Aufschrift "Herbstgold Apéro Muscaris".

Wie sich die Weine in den drei Flaschen voneinander unterscheiden weiss ich nicht, wir haben erst eine Flasche "Goldenberg Winterthur" probiert und er hat uns ausgezeichnet gefallen, insbesondere aufgrund des feinen Muskateller-Aromas. Und natürlich spürten wir dabei, dass wir einen Wein von nebenan genossen.

Und sobald wir die beiden anderen Varianten gekostet haben werde ich darüber berichten.

Sonntag, 7. Juni 2026

Villa Arbenz

Im Februar erschien im Landboten ein Artikel über Lost Places im Kanton Zürich. Unter dem Begriff Lost Places versteht man Einrichtungen, welche früher eine Funktion hatten, in der Zwischenzeit aber nutzlos sind. Das können zum Beispiel Restaurants, Fabriken, Militäranlagen, Hütten, Strassen oder Eisenbahninfrastruktur sein. Kürzlich wanderte ich ja in der Gegend des Furttals und besuchte die alte Eisenbahnbrücke der Schipkapassbahn. Auch diese Brücke wurde im Artikel beschrieben.

Standort der Villa Arbenz

Ein anderer Lost Place liegt relativ nahe bei Seuzach zwischen Hünikon und Dorf beim Weiler Rütihof. Dort kam ich gestern auf dem Weg zum Spargelhof in Rafz vorbei. Zu sehen ist dort eine Art Geräteschuppen. Nichts Besonderes, würde man denken, wenn man nicht wüsste, was sich dahinter versteckt.

Villa Arbenz

Bei der "Villa Arbenz" genannten Anlage handelt es sich um eine militärische Kommandozentrale, welche in der Zeit des Kalten Krieges gebaut wurde für den Fall eines Angriffes auf die Schweiz. Im für 100 Personen konzipierten Bunker wäre das Kommando für alle in den Kantonen Zürich und Schaffhausen stationierten Truppen untergebracht worden. Vom als Geräteschuppen getarnten Eingang führt ein 270 Meter langer Stollen zur Kommandozentrale und den Unterkünften.

Die Anlage wurde 1961/62 gebaut und war bis 1994 in Betrieb. Der Standort und die Struktur der Anlage war streng geheim. Heute jedoch können Führungen für Gruppen gebucht werden. Und am kommenden 20. Juni kann der Bunker im Rahmen eines Dorffestes in Dorf öffentlich besichtigt werden. Wenn ich es einrichten kann werde ich dann dort reinschauen.

Den Namen hat der Bunker übrigens von Brigadier Peter Arbenz, dem letzten Kommandanten der Grenzbrigade 6.

Samstag, 6. Juni 2026

GV Appenzeller Bahnen

Die GV der Appenzeller Bahnen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt, letztes Jahr wurde das 150jährige Jubiläum in Heiden gefeiert, dieses Jahr versammelten sich die Aktionäre in der Turnhalle in Gonten AI. Und nächstes Jahr werden sie nach Frauenfeld pilgern müssen. Frauenfeld liegt zwar nicht im Appenzellischen, aber seit einigen Jahren gehört die Frauenfeld-Wil-Bahn zu den Appenzeller Bahnen.

Wie üblich bei dieser GV gab es schon vor dem offiziellen Teil einen Apéro mit Weisswein von Oberegg AI, ein süffiger Riesling Sylvaner. Dank trockener Witterung konnte der Apéro an der frischen Luft stattfinden.

Konzert vor der Turnhalle...

...und in derselben mit 343 Aktionären

Der Gemeindepräsident von Gonten begrüsste die Teilnehmer anschliessend in der Turnhalle. Seine in unverkennbarem Appenzeller Dialekt gehaltene Rede enthielt viel Lustiges und Interessantes aus Geschichte und Gegenwart in seiner Gemeinde.

der Salat steht bereit

soo fein!

Und auch die Ausführungen des VR-Präsidenten und des CEOs zum Jubiläums-Geschäftsjahr 2025 waren gespickt mit Informationen zu diversen Projekten bei den Appenzeller Bahnen. Nach einer guten Stunde trat dann das Catering-Team in Aktion. Serviert wurde ein gemischter Salat und eine Appenzeller Siedwurst mit einer riesigen Portion Chäshörnli und Apfelmus - genau das was ich mir erhofft hatte.

auf der Heimfahrt

Übrigens, für mich war es eine spezielle GV, ich wurde nämlich von einem Verwaltungsrat angefragt, ob ich die Rolle eines Stimmenzählers übernehmen könnte. Ich sagte zu, zu tun hatte ich allerdings fast nichts, es gab keinerlei Gegenstimmen oder Enthaltungen.




Freitag, 5. Juni 2026

Green Logistics

Auf den Schweizer Strassen sieht man immer mal wieder einen Lastwagen von Galliker, das ist ein in ganz Europa operierendes Logistik-Unternehmen mit Hauptsitz im luzernischen Altishofen. Die Firma beschäftigt 3'500 Mitarbeiter, welche die fast 1'400 Lastwagen fahren oder unterhalten oder andere wichtige Aufgaben erfüllen. Verteilt auf Europa operiert der Betrieb von 18 Standorten aus.


Das Unternehmen hat sich auf spezifische Logistik-Branchen spezialisiert, zum Beispiel auf den Transport von Personenwagen, Nahrungsmittel oder Medikamenten mit besonderen Anforderungen.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1919 als reines Familienunternehmen, was es bis heute geblieben ist. Geführt wird es von Peter Galliker in der dritten Generation zusammen mit zwei Geschwistern. Peter Galliker ist auch Verwaltungsrat der LURAG (Luzerner Raststätte AG) und er hielt an dessen GV am Mittwoch ein Referat zum Projekt "Green Logistics".


Ziel des Projektes ist der Totalumbau der Lastwagen-Flotte. Alle Diesel-Lastwagen sollen durch Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb ersetzt werden. Das alleine wäre mit den erforderlichen finanziellen Mitteln ja noch überblickbar, aber für die e-Lastwagen braucht es natürlich eine total neue Infrastruktur mit unzähligen Ladestationen, an welchen die Fahrzeuge über Nacht aufgeladen werden können. Auch die Einsatzplanung für die Fahrzeuge und die Fahrer muss total überarbeitet werden. Die Fahrer können ja nicht einfach an einer Tankstelle aufladen, denn Ladestationen für Lastwagen gibt es praktisch noch keine.

Das Projekt ist schon voll am laufen, in der Schweiz sind schon viele e-Lastwagen unterwegs und an einigen Standorten hat es auch schon Ladestationen. Ein Teil des Strombedarfs soll übrigens durch Solarpanels auf den Dächern der Logistikzentren gedeckt werden.

Die Investitionen in das Projekt sind gigantisch für ein Familienunternehmen. Nur schon ein Lastwagen mit Elektroantrieb kostet etwa zweieinhalb mal so viel wie ein Diesel-LW. Und auch die Lade-Infrastruktur mit riesigen Batterie-Speichern verschlingt Unsummen von Geld. Und all das muss ja auch unterhalten werden. Die Firma erhält zwar staatliche Unterstützung, aber sie braucht dennoch einen langen finanziellen Atem.

Hier findet man mehr Infos zur Firma Galliker auf deren Homepage und hier zum Projekt Green Logistics.

Donnerstag, 4. Juni 2026

GV LURAG

LURAG ist die Abkürzung für Luzerner Raststätte AG, das ist die Autobahnraststätte auf Gemeindegebiet von Neuenkirch zwischen dem Sempachersee und Luzern. Diese Autobahn gehört zur wichtigen Nord-Süd-Verbindung von Mitteleuropa durch den Gotthard nach Italien.

Eröffnet wurde die Raststätte in den Jahren 1984 (Fahrtrichtung Süd) und 1986 (Fahrtrichtung Nord). Die Aktiengesellschaft zur Finanzierung des Baus und Betriebs wurde schon 1982 gegründet. Und gestern fand in der Festhalle Sempach die 43. Generalversammlung der LURAG statt. An die 200 Teilhaber folgten der Einladung, die genaue Zahl habe ich bei der Durchsage der Präsenz verpasst.

Sempach

Ochsentor

VR-Präsident Wüest, der CEO und CFO berichteten über ein ansprechendes Geschäftsjahr 2025. Der Absatz von Benzin und Diesel war zwar aufgrund der zunehmenden Elektrofahrzeuge rückläufig, dafür legte der Umsatz an den Ladestationen zu. Sehr erfreulich lief das Hotel Holiday Inn auf dem Areal der Raststätte. Die Auslastung erzielte Rekordwerte und in der Hochsaison war es fast immer ausgebucht. Wie schon in den Vorjahren wurde die Ausschüttung einer Dividende genehmigt.

die Festhalle direkt am See

Nach der Abarbeitung der Traktanden referierte Verwaltungsrat Peter Galliker über das Projekt Green Logistics in seiner Logistik-Firma, mehr darüber später.

Natürlich wurden die Aktionäre nicht hungrig und durstig nach Hause geschickt, nach dem Referat wurde sofort ein gemischter Salat gefolgt von Piccata Milanese mit Spaghetti und Gemüse serviert. Auf das Dessert und den Kafi Fertig wollte ich nicht warten, sonst wäre ich viel zu spät nach Hause gekommen.