Montag, 1. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - Q wie Querung Grüze

Schon seit mehr als drei Jahren wird beim Bahnhof Winterthur Grüze gebaut. Einerseits am Bahnhof selbst, aber beim Bauprojekt geht es primär um eine neue, fast 400 Meter lange Brücke, welche den Bahnhof überquert. Ende 2020 stimmte das Stimmvolk dem Projekt mit einem Ja-Anteil von 61% zu.

die neue Brücke ist schon fast fertig

Auf der neuen Brücke werden künftig Buslinien sowie nicht motorisierter Individualverkehr fahren, private Motorfahrzeuge werden sie nicht benutzen dürfen. Der Bahnhof Grüze soll damit öV-technisch aufgewertet werden, es entsteht eine Art neue öV-Drehscheibe. Pendler, welche in den Industriebetrieben in der Nähe arbeiten könnten dann beim Bahnhof Grüze auf Busse umsteigen und so den Hauptbahnhof entlasten. Auch für Einwohner in den Quartieren Grüze und Neuhegi werden sich neue Möglichkeiten ergeben.


Auch die Bahnhof-Infrastruktur wurde dem erwarteten Anstieg der Frequenzen angepasst. Die Unterführung wurde verbreitert und die Perrons werden gegenwärtig noch verlängert, um längere Züge zu ermöglichen. Zudem wurden Treppen und Aufzüge von den Perrons zur Brücke gebaut. Die Passagiere können dann auf der Brücke in die Busse umsteigen.

die Perrondächer am Bahnhof Grüze sind schweizweit einzigartig

Die eigentliche Brücke ist schon seit einiger Zeit fertig gebaut, im Moment werden Geländer, Wartehäuschen, Strassenlampen und anderes eingebaut. Die Eröffnung findet auf den Fahrplanwechsel im Dezember statt. Am 5. September wird es auf und um die Brücke ein Einweihungsfest geben.


Sonntag, 31. Mai 2026

GV Zürichsee-Fähre

Nach der Fahrt über den Vierwaldstättersee ging es am Freitag noch nicht nach Hause, denn ich hatte noch einen GV-Termin in Horgen. Dort fanden sich im Schinzenhof die Aktionäre der Zürichsee-Fähre, das ist die Autofähre zwischen Horgen und Meilen, zur jährlichen Versammlung ein. Ich selbst bin dort zwar nicht Aktionär, ich vertrat aber einen Kollegen, der an der Teilnahme verhindert war.

Schinzenhof-Saal

links das Wappen von Meilen, rechts Horgen

Ich war fast eine Stunde vor Beginn der Versammlung vor Ort und fand den Saal des Schinzenhofs gefüllt mit für das Nachtessen gedeckten Tischen vor. Teilnehmer waren erst wenige im Saal, dafür waren viele Tische als reserviert gekennzeichnet.

Nach und nach füllte sich der Saal und bei der Eröffnung der GV waren nur noch wenige freie Plätze auszumachen. 387 Aktionäre seien anwesend, verkündete der VR-Präsident, was ein neuer Rekord sei. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 lagen etwas unter den Werten des Vorjahres, aber insgesamt ist man mit dem Resultat zufrieden. Es wird wieder eine Dividende von 100 Franken pro Aktie ausgeschüttet.


Nach einer Stunde waren alle Traktanden abgehandelt und der VR-Präsident lud die Teilnehmer zum Apéro im Foyer und auf der Terrasse und zum anschliessenden Nachtessen ein. Und er verkündete, dass es nach dem Hauptgang einen Show-Block mit den Singing Pinguins geben wird.

am Bahnhof Horgen mit Fähre und Fast-Vollmond

Die Vorspeise in Form eines gemischten Salates wurde etwa um 20 Uhr serviert, gefolgt vom Hauptgang um 20 Uhr 45. Auf den Show-Block, das Dessert und das Käsebuffet verzichtete ich zugunsten einer nicht allzu späten Heimkehr. Ich nehme an, dass der Anlass bis fast gegen Mitternacht gedauert hätte.

Samstag, 30. Mai 2026

Vierwaldstättersee

Eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee steht bei mir mindestens einmal jährlich auf dem Programm. Da mein GA auf den regulären Fahrten gültig ist entstehen für mich keine Mehrkosten. Und gestern löste ich den Aktionärs-Gutschein der SGV (Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee) für eine Tageskarte ein, welche zwei Wochen rund um die GV gültig ist, allerdings nur an Wochentagen, das Wochenende ist für zahlende Passagiere reserviert. Dafür ist der Gutschein sogar in der 1. Klasse gültig.


Flüelen

Isleten

Normalerweise nehme ich das Schiff in Luzern und fahre nach Flüelen zuunterst am Urnersee. Gestern wollte ich es einmal in umgekehrter Richtung machen. Das hat den Vorteil, dass das Schiff ab Flüelen viel weniger besetzt ist als von Luzern aus. Wobei sich das Schiff dann bis Luzern doch ordentlich füllte. Besonders in Brunnen, Beckenried und Vitznau stiegen viel Passagiere ein.

Eglifilet-Chusperli

Treib

DS Schiller, hinten die Mythen

Mit der MS Europa ging es kreuz und quer über den See mit Halten in Isleten, Bauen, Rütli, Brunnen, Treib, Gersau, Beckenried, Vitznau, Weggis, Hertenstein und Verkehrshaus. War wie immer eine wunderschöne Fahrt bei sehr angenehmer Temperatur mit viel Fahrtwind.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Der Meinradsstein

Am Pfingstmontag machte ich auf meiner Lorze-Wanderung einen kurzen Abstecher zum Meinradsstein bei Allenwinden, hin und zurück waren es 20 Minuten.

Kapelle St. Meinrad, links davon der Meinradsstein

Es handelt sich um einen kleinen Findling, welcher neben der im 18. Jahrhundert erbauten Kapelle St. Meinrad liegt. Der Stein verfügt über besondere Kräfte: Pilger auf dem Weg nach Einsiedeln sollen ihn schon im Mittelalter besucht und ihre Beine in die Furche gelegt haben. Das soll angeblich neue Kräfte für den Weiterweg verleihen, ist auf einer Infotafel zu lesen. Besonders hilfreich soll es sein, wenn man dabei den Spruch "Heiliger Sankt Meinrad, nimm mir meine Schmerzen ab" spricht.

der Findling mit besagter Furche

Einer Sage nach soll der Heilige Meinrad auf dem Weg nach Einsiedeln bei diesem Stein Rast gemacht und gebetet haben. Als er sich auf den Stein kniete soll die heute sichtbare Furche entstanden sein.

In der kleinen Kapelle ist eine Freske zu sehen mit der gekrönten Schwarzen Madonna und dem Jesuskind, Bruder Klaus und dem Heiligen Meinrad. Im Himmel sind Gottvater, Gottes Sohn und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube zu sehen. Jesus ist also gleich zweimal abgebildet.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Wanderung Meinradsstein

Datum: 25. Mai 2026
Dauer:
 3h45
Länge: 13.5 km
Wetter: sonnig
Route: Unterägeri-Neuägeri-Schmidtli-St. Meinrad-Pt. 617-KW Lorzentobel-Höllgrotten-Oberallmig-Baar
Charakteristik: einfache Wanderwege


die junge Lorze in Unterägeri

Bunker aus dem 2. Weltkrieg

eine etwas aus der Zeit gefallene Werbung

Lorzentobel

drei Brücken auf einem Bild

überall wird geplegert und gebrätelt

Sowohl die Züge von Seuzach nach Zürich und weiter nach Zug als auch der Bus von Zug nach Unterägeri waren nur mässig besetzt. Für den Pfingstmontag hatte ich mit mehr Reisenden gerechnet. Beim Aussteigen in Unterägeri dann die nächste angenehme Erfahrung: Die Temperatur war sehr angenehm. Keine drückende Hitze, die von einer leichten Bise gedämpfte Temperatur fühlte sich wie etwa 22° an.

Nach wenigen Schritten bin ich am Ufer der Lorze, welche den nahen Ägerisee entwässert, sich durch das Lorzentobel schlängelt und bei Zug in den Zugersee mündet. Dem Flussufer folge ich für ein paar Hundert Meter, dann geht es leicht ansteigend nach links und oberhalb der Lorze durch ein Wohnquartier und hinunter zum Rämselbach, welcher kurz darauf in die Lorze mündet.

Jetzt geht es für ca. einen Kilometer auf dem Trottoir der Hauptstrasse durch das Ägerital. Der Verkehr ist hier stark, viele Ausflügler wollen sich am oder im Ägerisee abkühlen. Beim Schmidtli verlasse ich die Hauptsrasse nach links und folge einer Nebenstrasse zum gestern erwähnten Widmer-Stein und auf dem selben Weg wieder zurück.

Kurz nach dem Schmidtli zweigt der Rad- und Wanderweg durch das Lorzentobel nach links ab. Die Radfahrer sind hier in der Überzahl, aber das ist auf der breiten Kiesstrasse für die Wanderer kein Problem. Auch die Lorze hat in ihrem breiten Flussbett viel Platz und sie plätschert mit gleichmässigem Gefälle friedlich talwärts.

Viel zu sehen gibt es im Tobel nicht, erst kurz vor dem Kraftwerk kommt man an drei Brücken über das Tobel vorbei. Zuerst an der 1985 eröffneten Strassenbrücke, welche das Tobel kühn überspannt, kurz danach am 1910 gebauten Bogenviadukt, welches eher wie eine Eisenbahnbrücke aussieht und zuletzt an der kleinen Holzbrücke von 1759, welche die Lorze auf Bodenebene überbrückt.

Zehn Minuten nach den Brücken erreiche ich die Höllgrotten, das berühmte Höhlensystem in Baar. Dort hat es natürlich viel Volk, welches einen Rundgang in der sicher kühlen Höhle machen will. Keine schlechte Idee bei der herrschenden Temperatur, welche doch einige Grad höher ist als noch in Unterägeri.

Ich verschiebe den Höhlenrundgang aber auf einen Tag mit weniger Ansturm und setze meinen Weg nach Baar fort. Dieser hat aber noch eine kleine Herausforderung parat, denn vom Tobel aus sind 100 Höhenmeter hinauf zu überwinden. Und dies auf einem steilen Weg mit vielen teils hohen Treppenstufen. Hier komme ich trotz Schatten ins Schwitzen.

Der Rest des Weges durch den Wald und das mit unzähligen Wohnblöcken überbaute Baar ist dann easy. Der Zug nach Winterthur ist dann aber sehr gut besetzt, fast alle Plätze sind belegt.

Dienstag, 26. Mai 2026

An der Lorze

Eigentlich wandere ich bei Temperaturen über 25° nicht. Ich habe es nicht so gern, wenn man schon verschwitzt am Startort ankommt und noch viel verschwitzter in einem Zug nach Hause fahren muss.

Kapelle St. Meinrad bei Allenwinden

im Lorzentobel mit alter und neuer Brücke

Gestern Pfingstmontag machte ich eine Ausnahme, dies trotz angekündigter Höchsttemperatur von über 30°. Erstens wird die Hitze gegenwärtig von einer leichten Bise etwas gedämpft, es ist nicht die schwüle Hitze, bei der man auch ohne sich zu bewegen ins Schwitzen kommt. Und zweitens suchte ich mir eine hitzetaugliche Route entlang der Lorze im Zugerland aus. Fast keine Steigungen und ein schattiger Weg entlang des Flüsschens, natürlich flussabwärts.

Blick von der Holzbrücke auf die Lorze

Zug

Auf dem Weg besuchte ich auch einen Stein aus Thomas Widmer's Steinbüchlein. Der Besuch des Steins erforderte einen Abstecher mit einer leichten Steigung, welche aber keinen Schweissausbruch auslöste. Mehr zur Wanderung und zum Stein später.

Sonntag, 24. Mai 2026

GV Brauerei Stadtguet

An drei Orten wird in Winterthur Bier gebraut: In Wülflingen bei der Euelbräu, in Oberwinterthur bei der Chopfab und gleich gegenüber letzterer bei der Brauerei Stadtguet. Das Haldengut-Bier wurde früher auch in Winterthur gebraut, seit vielen Jahren aber bei der Calanda Bräu in Chur.

die noch fast leere Kleine Reithalle

Am Freitag waren die Aktionäre der Brauerei Stadtguet zur GV in die Kleine Reithalle eingeladen. 214 Teilhaber - 30 weniger als letztes Jahr - fanden den Weg in die alte Holzhalle. Und alle freuten sich auf einen geselligen Abend mit Bier à discrétion und einen heissen Fleischkäse mit diversen Salaten und einem St. Galler Bürli. Dies aber erst nach der Abarbeitung der Traktandenliste, was aber wie schon in den Vorjahren nur 15 Minuten in Anspruch nahm.

VR-Präsident Müller in Aktion

Das sommerliche Wetter sorgte dafür, dass sich das Bier einer regen Nachfrage erfreuen konnte. Und für alle stand noch ein Sixpack Bier zum Mitnehmen bereit.