Sonntag, 17. Mai 2026

Am Wildbach

Nach den Regen- und in höheren Lagen sogar Schneetagen bot sich der Samstag für eine Wanderung an. Das Niederschlagsrisiko wurde von den Wetterschmöckern als moderat eingestuft.

der Wildbach in Embrach

Haumühle Embrach

Eisenbahnviadukt zwischen Bülach und Embrach

Und so war es auch auf meiner Wanderung am Wildbach zwischen Lufingen und der Tössegg. Anfänglich hingen bedrohliche Wolken über mir, nass wurde ich aber erst auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof Seuzach.

Mühle Wildbach in Rorbas

Rorbas

an der Töss zwischen Rorbas und der Tössegg

Auf der flachen Route war ich meistens recht nah am Wildbach, der gestern gar nicht so wild war, unterwegs. Und dies auf überraschend schönen Wegen mit einem hohen Anteil an Natur. Interessant war auch der Besuch von zwei Mühlen, welche anlässlich des Mühlentags in Betrieb waren.

Samstag, 16. Mai 2026

Winterthur von A bis Z - P wie Pünten

Pünten gibt es nur in Winterthur. Das stimmt nicht ganz, denn Schrebergärten gibt es natürlich vielerorts, aber diese heissen in Winterthur eben Pünten. Sozusagen ein geschützter Name für die Eulachstädter Schrebergärten. Der Name leitet sich übrigens vom althochdeutschen Wort "biunta" ab, dabei handelt es sich um ein eingezäuntes Stück Ackerland oder Garten.

Pünten haben in Winterthur eine lange Tradition. Schon im 15. Jahrhundert gab es in Winterthur sogenannte Bürgergärten. Diese wurden rund um die Altstadt angelegt und versorgten die Bevölkerung mit frischem Gemüse und Früchten. Als sich die Stadt ausserhalb der Altstadt ausbreitete mussten die Bürgergärten weichen. Sie wurden aber nicht aufgehoben, sondern in die Aussenquartiere verlegt.

Die Stadt Winterthur ist heute noch Eigentümerin von etwa 2'500 Pünten und ein Teil davon wird auch von der Stadt bewirtschaftet. Wer eine Pünt pachten möchte muss bei der Stadt einen Antrag einreichen.

Alle Pünten unterliegen einem detaillierten, 18 Seiten starken Reglement. Darin ist festgehalten, welche Pflanzen erlaubt sind, welche Abstände einzuhalten sind, wie gross ein Cheminée sein darf, welche Materialien für das Gartenhaus verwendet werden dürfen und vieles mehr.

Die Bilder stammen von den Pünten neben dem EKZ Rosenberg.

Freitag, 15. Mai 2026

Linie Null

Wer in Baden in einen Bus der Linie Null einsteigt muss sich auf viel Überraschungen gefasst machen. Die Linie Null hat keinen Fahrplan und keine festgelegte Route. Die Abfahrtszeiten ab dem Badener Bahnhof sind zwar festgelegt, danach ist aber alles offen. Der Busfahrer entscheidet spontan, wohin die Reise geht. Oder er erfüllt den Wunsch eines Passagiers, an einen bestimmten Ort gefahren zu werden.

Bild TagesAnzeiger

Die Linie Null ist natürlich keine offizielle Buslinie, vielmehr handelt es sich um ein Projekt der St. Galler Künstler Frank und Patrik Riklin. Und das Projekt ist schon bald zu Ende, gefahren wird nur noch diesen Freitag und Samstag um 11:30 und 15:30. Ein Ticket muss man nicht lösen, wenn genügend Platz vorhanden ist kann man einfach einsteigen und irgendwo und irgendwann wieder aussteigen.

Hochzeitstag in der Linie Null (Bild TagesAnzeiger)

Die bisherigen Fahrten haben viel Neugierige angezogen, einmal musste sogar ein zweiter Bus bereitgestellt werden, um die Nachfrage zu befriedigen. Auf einer Fahrt war auch ein Ehepaar dabei, welches den Hochzeitstag mit Champagner feierte. Frank Riklin erklärte das grosse Interesse damit, dass für viele Leute der Tag von A bis Z durchgetaktet und durchorganisiert sei und die Linie Null Gelegenheit biete, aus diesem Korsett auszubrechen.

Donnerstag, 14. Mai 2026

GV Seilbahn Weissenstein

Nach der GV der Jungfraubahn am Montag und derjenigen der Burkhalter Holding am Dienstag war am Mittwoch eine Reise ins Solothurnische angesagt, die Seilbahn Weissenstein lud ihre Aktionäre auf den Jurahügel ins Hotel Weissenstein zur GV ein.

Ich traf punkt 11 Uhr am Ort des Geschehens ein und fand wie zu erwarten war einen voll besetzten Saal vor. Ich fand aber noch einen freien Platz und kaum abgesessen eröffnete der VR-Präsident die Versammlung mit den üblichen Feststellungen. Dass die Aktionäre rechtzeitig eingeladen worden seien, dass alle zwingend erforderlichen Personen anwesend seien und die Versammlung beschlussfähig sei.

Die Abstimmungen und Wahlen wurden zügig abgehandelt, es gab fast keine Wortmeldungen und nur wenig Enthaltungen oder Ablehnungen. Die meisten waren damit zufrieden, dass wieder eine Dividende ausgeschüttet wird.

Nach einer Stunde war alles erledigt und die Bahn frei für das Servicepersonal, welches Wasser, Weiss- und Rotwein in rauhen Mengen in den Saal brachte. Auf jeden Tisch wurden Wasser- und Weinflaschen verteilt, die Aktionäre konnten sich selbst bedienen und bei leeren Flaschen eine neue holen. Alles sehr unkompliziert.

Etwas Gedränge gab es dann beim Hauptgang, welches auf einem Buffet bereitgestellt wurde. Die Leute drängten von allen Seiten zum Buffet und standen sich im Weg, was aufgrund der engen Platzverhältnisse und 358 Teilnehmern nicht weiter erstaunte. Ich hoffe einfach, dass die Teilnehmerzahl im nächsten Jahr nicht viel höher sein wird, sonst wird es dann grenzwertig eng. Und wahrscheinlich hätte dann auch die Feuerwehr keine grosse Freude.

Mittwoch, 13. Mai 2026

GV Burkhalter

Das Kerngeschäft der Burkhalter Holding AG bestand früher aus Elektrotechnik, seit dem Zusammenschluss mit der Poenina im Jahr 2022 kam die Haustechnik (Heizung, Lüftung, Kühlung, Sanitärtechnik) dazu. Der Jahresumsatz 2025 belief sich auf etwas mehr als eine Milliarde Franken.


Die Firma wächst jährlich durch Zukäufe von Kleinbetrieben aus den erwähnten Branchen. Vor einem Kauf wird aber intensiv abgeklärt, ob der Betrieb gut integriert werden kann und ob ein Kauf wirtschaftlich Sinn macht.

Die gestrige GV im Mövenpick Hotel in Regensdorf fand im gewohnten Rahmen statt. Vor der GV gab es Kaffee und Gipfeli und nach dem offiziellen Teil einen Teller mit Zürcher Kalbsgeschnetzeltem und einen Schokoladekuchen zum Dessert, letzteren liess ich aber aus kalorientechnischen Gründen ausfallen.

Dienstag, 12. Mai 2026

GV Jungfraubahn

Acht Jahre waren seit meiner letzter Teilnahme an der GV der Jungfraubahn schon vergangen. Deshalb war es an der Zeit, dort wieder einmal dabeizusein, gestern machte ich mich deshalb auf den Weg nach Interlaken ins Kongresszentrum.

45 Minuten vor Beginn der GV stellte ich mich in der langen Schlange bei der Einlasskontrolle an, um mich zu registrieren und das Abstimmungsgerät, eine Flasche Wasser, eine Schokolade, den Gutschein für den Apéro sowie einen Gutschein für den Online-Shop der Jungfraubahn in Empfang zu nehmen.

der Counntdown läuft...

Im schon sehr gut besetzten Saal fanden ich und ein Swissair-Kollege mit seiner Frau ziemlich vorne noch freie Plätze. Die hinteren Plätze waren schon besetzt, diese haben den Vorteil, dass man schneller beim Apéro ist.

Der VR-Präsident, der CEO und der CFO konnten über ein erfolgreiches Jahr 2025 berichten. Das Ergebnis wurde bisher nur einmal übertroffen und die Aktionäre können sich auf eine erhöhte Dividende freuen. Der Ausblick für das laufende Jahr ist aber etwas durchzogen, aufgrund der Turbulenzen im Nahen Osten haben viele - vor allem asiatische - Reisende ihre Pläne für einen Europa-Besuch verschoben oder auch ganz gestrichen. Das hat bei der Jungfraubahn bereits zu spürbaren Umsatzrückgängen geführt.



Nach 95 Minuten schloss der VR-Präsident die Versammlung und lud die Teilnehmer zum traditionellen Apéro im Casino gleich nebenan ein. Der Apéro in den wunderschönen, reich dekorierten Hallen ist immer ein Höhepunkt. Nach zehn Minuten Anstehen hatte ich einen Schinkenteller mit Kartoffelsalat und ein Glas Wein in den Händen.

Etwas später traf ich dann noch auf einige andere Swissair-Kollegen, mit welchen ich auf vergangene Zeiten anstossen konnte.

Montag, 11. Mai 2026

Schipkapass

Heute liefere ich die Antwort darauf, was es mit der Schipkapass-Wanderung am letzten Freitag auf sich hat. Den Schipkapass gibt es tatsächlich, aber nicht in der Schweiz, sondern in Bulgarien. Der 1185 Meter hohe Gebirgspass überquert das Balkangebirge in Zentralbulgarien.

Streckenführung der Schipkapass-Bahn

Im Jahr 1877 ereignete sich am Schipkapass eine Schlacht im Rahmen des Russisch-Osmanischen Krieges, in welcher russische Truppen den Passübergang eroberten. Und im gleichen Jahr wurde in der Schweiz eine Eisenbahnlinie zwischen Bülach und Baden eröffnet. Deshalb wurde diese Bahn im Volksmund als Schipkapass-Bahn bezeichnet. Auf der Strecke von Bülach nach Baden musste die Bahn zwischen Oberhasli und Buchs den Schwänkelberg überwinden, weshalb die Bahn auch Schwänkelbergbahn genannt wurde.


Die Bahn wurde 1937 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Es mangelte nicht nur an Passagieren, auch für Gütertransporte war sie aufgrund von starkem Gefälle zu wenig leistungsfähig. Die Gleise wurden zum grössten Teil entfernt, ein kurzes Stück davon wird bei Oberhasli noch als Abstellgleis verwendet. Ein nur wenige Meter langes Gleisstück ist aber im Wald zwischen dem Bösbuck und Steinacker erhalten geblieben. Dort gibt es eine Eisenbahnbrücke über den Wanderweg, auf welcher das Gleisstück noch zu sehen ist.