Mittwoch, 8. Juli 2026

Graubünden statt Tirol

Eigentlich wollten wir unserem östlichen Nachbarland einen Besuch abstatten, Mayrhofen im Zillertal wäre unser erstes Ziel gewesen. Kurzfristig haben wir aber umgeplant und uns auf der Lenzerheide einquartiert. Im Schweizerhof, dem wahrscheinlich besten Hotel des bekannten Ferienortes.

links das Parpaner Rothorn

im altehrwürdigen Schweizerhof logieren wir

eine erste Erfrischung nach der Anreise

Hier geniessen wir die etwas angenehmeren Temperaturen und wir beabsichtigen auch die eine oder andere Wanderung zu unternehmen, was im Flachland aufgrund der Hitze nicht ratsam ist.

Montag, 6. Juli 2026

Wanderstatistik 6. Juli

Fünf Einträge fallen in meiner Wanderstatistik auf den heutigen 6. Juli. Seit 2011 gibt es meine Wanderstatistik, zuvor an diesem Tag gemachte Wanderungen sind dort nicht ersichtlich.

2013

Vor 13 Jahren weilten wir auf den Azoren, wo wir auch eine ganze Reihe von Wanderungen machten, so zum Beispiel am 6. Juli im Nordosten der Insel Pico. Für die mit 22.7 km recht lange Wanderung brauchten wir fast 7 Stunden.



Die Route war recht anspruchsvoll, wir wurden aber mit wunderschönen Ausblicken und einer eigentümlichen Vegetation entschädigt.

2014

Von Bilten 1200 hm hinauf zum Hirzli, einem schönen Aussichtspunkt und wieder gleich viel hinunter nach Ziegelbrücke, 15.8 km.


Blick vom Hirzli zum Glärnisch mit dem Vrenelisgärtli

2016

Erste Etappe auf der mit der Nummer 50 markierten ViaSpluga, von Thusis ging es über 18.9 km hinauf nach Andeer.


2017

Mit 20.6 km eine ordentlich lange alpine Route vom Oberalppass zum Tomasee, wo der Rhein entspringt und über den Maighelspass hinunter nach Andermatt. Dabei folgten dem mit der Nummer 49 markierten Vier-Quellen-Weg.


2022

Etwas kürzer war die Route vor vier Jahren von Bergün nach Filisur, sie mass nur 13.7 km.


interessante geologische Struktur bei Filisur



Samstag, 4. Juli 2026

GV Burckhardt Compression

Die Anreise zur GV der SSE in Sion von letzter Woche dauerte mit vier Stunden recht lang. Dies im Gegensatz zur gestrigen GV der Burckhardt Compression in Oberwinterthur. Schon nach einer halben Stunde war ich vor Ort, nach drei Stationen mit der S-Bahn und einem kurzen Fussmarsch.


nach der GV werden die Lehrlinge nach deren LAP geehrt,
alle erhalten traditionellerweise eine Aktie der Burckhardt Compression

349 Aktionäre versammelten sich in der Park Arena, einem Veranstaltungsort gleich gegenüber dem Fabrikareal der Burckhardt Compression, welche Weltmarktführerin bei der Herstellung von grossen Kompressoren ist. 1969 wurde Burckhardt von Sulzer übernommen und 2002 wieder verselbständigt.

Die gestrige GV wurde erstmals vom neuen VR-Präsidenten Jacques Sanche geleitet. Gleich zu Beginn versprach er den Teilnehmern, die GV in einer Stunde über die Runde zu bringen. Ganz gelungen ist das nicht, aber für die wenigen Minuten zu lange hatten die Anwesenden Verständnis.

Sanche, der CEO und CFO berichteten über ein grundsätzlich erfolgreiches Jahr. Der Umsatz war zwar leicht tiefer, aber der Gewinn lag etwa auf der Höhe des Vorjahres, was die Ausschüttung einer gleich hohen Dividende ermöglicht. Sorgen bereitet aber der Bestellungseingang, welcher schon letztes Jahr, aber auch dieses Jahr massiv eingebrochen ist. Das hat mit der unsicheren geopolitischen Lage zu tun, welche viele Kunden dazu bewegt, grössere Investitionen aufzuschieben. Das Management hofft natürlich, dass sich die Situation verbessern wird und der Bestellungseingang danach umso kräftiger zulegen wird.

es ist angerichtet

Wie immer fand der kulinarische Teil der Burckhardt-GV in einer alten Lagerhalle neben der Park Arena statt. Dieses Jahr wurde ein reich belegter Spanischer Teller serviert mit Tortillas, Pouletspiesschen, Gazpacho, Kartoffeln und vielem mehr.

Freitag, 3. Juli 2026

Eröffnung Mehrspur Zürich-Winterthur

Gestern wurde das Mega-Projekt Mehrspur Zürich-Winterthur in Dietlikon offiziell eröffnet, BR Albert Rösti war als zuständiger Minister natürlich dabei. Ich berichtete ja hier kürzlich über dieses Projekt, dessen zentrales Element der 9 km lange Brüttener Tunnel sein wird.

Bild NZZ

In einem Artikel in der heutigen NZZ las ich, dass es bei der Eröffnungsfeier auch Störgeräusche gegeben hat. Einerseits forderte Rösti den Kanton Zürich auf, inskünftig mit Forderungen für neue öV-Projekte etwas zurückhaltender zu sein. Und dann gab es einen Aktivisten, welcher gleich den Abbruch des Projektes forderte, weil es zu überrissen sei und zu wenig Nutzen bringen würde.

so wird der Bahnhof Dietlikon einst aussehen,
ein Quantensprung gegenüber heute (Bild NZZ)

Interessant noch ein finanzieller Aspekt: In den nächsten 10 Jahren wird jeden Tag eine Million Franken verbaut. Kein Wunder bei einem solch komplexen Projekt.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Die Seile sind auf der Schwägalp

Hier ein paar Bilder vom Transport der Seile für die Säntisbahn aus dem Whatsapp-Kanal. Der Konvoi ist heute Morgen pünktlich auf der Schwägalp eingetroffen.


Start in Romanshorn. Pünktlich um 04.55 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung in Richtung Schwägalp. 🚛⛰️

Route über  Salmsach - Egnach - A23 - A1 - Ausfahrt St. Gallen-Winkeln - Herisau - Waldstatt - Saien - Urnäsch - Schwägalp


Die Vorbereitungen auf der Schwägalp laufen und der Kiesplatz ist bereit für die Seilbobinen.


Ankunft Schwägalp


Die drei Seilbobinen sind auf der Schwägalp angekommen und werden nun auf dem vorbereiteten Kiesplatz abgestellt. 


Unser Restaurant Schwägalp hat für Gipfeli, Kaffee oder Zmorge geöffnet.

Dienstag, 30. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - S wie Sulzer

Kein anderes Industrieunternehmen hat die Stadt Winterthur und deren Umgebung mehr geprägt als die Sulzer. Über Generationen hinweg was sie der bedeutendste Arbeitgeber in der Eulachstadt und sie prägte mit ihren riesigen Fabrikhallen auch das Stadtbild nachhaltig. Ein Teil der Gebäude ist in der Zwischenzeit verschwunden, aber zum Beispiel das Sulzer-Hochhaus steht immer noch und es beherbergt nach einer umfassenden Renovation immer noch den Hauptsitz des Sulzer-Konzerns respektive was davon übrig blieb.

das Sulzer-Hochhaus neben dem Stadion Schützenwiese

Die im Jahr 1834 von Johann Jakob Sulzer als Eisengiesserei gegründete Firma entwickelte sich rasch zu einem weltweit tätigen Industriekonzern. Höchst erfolgreich war die Produktion von Dampfmaschinen, welche die weltweite Industrialisierung überhaupt erst ermöglichten. Und auch die berühmten Schiffsmotoren fanden reissenden Absatz und sind teilweise immer noch auf den Weltmeeren oder auch auf Schweizer Seen unterwegs.

Zeichnung eines Schiffs-Dieselmotors von Sulzer

Die Firmengeschichte von Sulzer ist mit derjenigen von Rieter vergleichbar. In den Boomjahren beschäftigte Sulzer weltweit über 30'000 Mitarbeiter. Im Rahmen des weltweiten Strukturwandels der Schwerindustrie wurde ab ca. 1980 die Fertigung in Winterthur reduziert und bis 2016 ganz eingestellt. 

Übrig geblieben ist von der Sulzer eine Firma, welche sich auf Strömungstechnologie spezialisiert hat und in diesem Nischenbereich sehr erfolgreich ist. Wo immer Flüssigkeiten aller Art fliessen, gemischt oder getrennt werden kommt die Strömungstechnologie von Sulzer ins Spiel. Weltweit arbeiten noch etwa 13'000 für Sulzer, produziert wird aber nur im Ausland.

Sonntag, 28. Juni 2026

Neue Säntis-Seile

Am Säntis wird ja gegenwärtig am Projekt Säntis 2026 gearbeitet. Es gibt zwei neue Kabinen, welche in etwa die gleiche Kapazität haben wie bisher, denn an der Struktur der Tal- und Bergstation wird nichts geändert. Die neuen Kabinen werden aber auf neuen Seilen unterwegs sein. Der erste Teil der neuen Seile wird am kommenden Mittwoch, 1. Juli auf der Schwägalp angeliefert. Dabei handelt es sich um zwei von vier Tragseilen sowie das Zugseil, die drei Seile haben ein Gesamtgewicht von 145 Tonnen. Die beiden anderen Tragseile werden später geliefert, diese wiegen nochmals 100 Tonnen. Insgesamt werden also 245 Tonnen Seile gespannt. Da die neuen Seile mehr als 100 Tonnen schwerer sind als die alten müssen die Verankerungen in den Stationen verstärkt werden.

die alten Kabinen werden abtransportiert...

Hergestellt werden resp. wurden die Seile in der Schweiz bei der Firma Fatzer in Romanshorn. Sie ist Weltmarktführerin bei der Herstellung von Hochleistungsstahlseilen, welche nicht nur für Luftseilbahnen, sondern zum Beispiel auch für Brücken, Stadien oder Standseilbahnen eingesetzt werden. Noch ein interessantes Detail: in den neuen Tragseilen sind Glasfaserkabel für die Kommunikation zwischen Berg und Tal integriert. Mehr zu den neuen Seilen kann man hier nachlesen.

...und so sehen die neuen aus

Am Mittwoch war ich ja auf der Schwägalp und habe die abgespannten alten Tragseile gesehen. Diese werden noch einmal gebraucht, nämlich um die neuen Seile auf den Berg hochzuziehen. Das wäre dann sicher noch interessant und wenn ich es einrichten kann werde ich nochmals auf die Schwägalp fahren wenn es soweit ist.

Samstag, 27. Juni 2026

GV SSE

Für die gestrige Teilnahme an der GV der SSE, Société Suisse des Explosifs, war eine lange Reise in die Walliser Hauptstadt Sion angesagt. Ich überlegte es mir mehrmals, ob ich bei dieser Hitze überhaupt hinfahren sollte, die Reise in den meist angenehm klimatisierten Zügen war aber kein Problem und auch der Versammlungsort war klimatisiert. Zuhause hätte ich mehr geschwitzt.

VR-Präsident Loretan hält seine Ansprache

Die SSE lädt die Aktionäre jedes Jahr an einen anderen Ort ein. Dieses Jahr in den Saal "Noda BCVS", das ist eine neue, zur Walliser Kantonalbank gehörende Mehrzweckhalle in einem neu überbauten Areal gleich neben dem Bahnhof. Auf dem Areal hat es Wohnblöcke und eine bunte Mischung von Geschäften aller Art.

die Bar mit dem raffinierten Deckenspiegel

Risotto wird geschöpft

VR-Präsident Loretan durfte über ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 berichten. Sowohl der Bereich Sprengstoff als auch der Chemie-Bereich erwirtschafteten zunehmende Umsätze und auch Gewinne, was den VR dazu bewog, die Dividende zu erhöhen.

im neu überbauten Areal

Die 90 anwesenden Aktionäre waren anschliessend zum Apéro eingeladen. Gegenüber anderen Jahren fiel dieser allerdings etwas dürftig aus, deshalb nahm ich einen früheren Zug nach Hause als ursprünglich geplant. 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Beim Säntis

Gestern war ich beim Säntis, auf der Schwägalp. Auf dem Säntis-Gipfel wäre es bei der gegenwärtigen Hitze sicher etwas angenehmer gewesen, aber auf den Säntis kommt man bis im Spätherbst nur zu Fuss, denn die Seilbahn wird umgebaut. Die Stütze 1, welche vor ein paar Jahren durch einen Lawinenniedergang beschädigt wurde, ist schon abgebaut, die Bahn wird künftig nur noch eine Stütze haben. Und es wird auch neue Kabinen geben.

ein ungewohntes Bild, die Talstation ohne Kabine und Seile

links das Festzelt für die GV

Morgen Freitag findet die GV der Säntisbahn in einem Festzelt auf der Schwägalp statt. Dort werde ich aber nicht teilnehmen, aber das GV-Essen in Form von Schinken mit Kartoffelsalat und Bürli wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die Aktionäre können dieses von Montag bis Freitag einlösen.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Winterthur von A bis Z - R wie Rieter

Fast jeder Schweizer und jede Schweizerin - vielleicht ausgenommen die jüngeren Jahrgänge - kennt die Firma Rieter in Winterthur. Sie wurde im Jahr 1795 von Johann Jacob Rieter gegründet und ist damit eine der traditionsreichsten industriellen Betriebe der Schweiz. In den ersten Jahren war es eine Handelsfirma, welche mit Gewürzen, Kaffee, Baumwolle, Zucker und anderem handelte. Ab 1812 betrieb Rieter Spinnereien und ab 1835 stellte sie die Spinnereimaschinen für den Eigengebrauch selbst her. Und schon bald interessierte sich die Textilindustrie aus der ganzen Welt für diese Webmaschinen und Rieter entwickelte sich zu einer weltweit agierenden Firma mit Produktionsstandorten auf der ganzen Welt. Die Maschinen wurden laufend weiterentwickelt, was für hohe Auftragsbestände und steigende Umsätze sorgte. Im Jahr 2007 wurde mit 3.9 Milliarden Franken der Umsatzrekord geschrieben.

Hauptsitz der Rieter in Winterthur

Seit dem Rekord ging es praktisch nur noch bergab. Die Finanz- und Wirtschaftskrisen, der starke Franken, zyklische Nachfragerückgänge, die Abspaltung der Autosparte und besonders Corona hatten dramatische Einflüsse auf den Auftragseingang. Im Corona-Jahr 2020 sank der Umsatz auf gerade einmal 573 Millionen Franken. In den drei folgenden Jahren stieg der Umsatz aufgrund von Nachhol-Aufträgen wieder an, das war aber eher ein Strohfeuer. 2025 betrug der Umsatz noch 685 Millionen.

weltweite Rieter-Standorte

XXL-Spinnmaschine

Parallel zu den Umsatzzahlen entwickelte sich der Personalbestand. Ende des letzten Jahrhunderts beschäftigte Rieter noch über 13'000 Mitarbeiter, Ende 2025 waren es nur noch 4'220.

der Aktienkurs der Rieter ist im Kriechgang

Und natürlich litt auch die Rieter-Aktie an den sinkenden Umsätzen. Im Jahr 2007 wurde mit 56.75 Franken der Höchststand erreicht, gegenwärtig liegt der Kurs bei etwa 3 Franken.

Dienstag, 23. Juni 2026

Zuger Chriesisturm

Gestern Mittag gab es in Zug einen Sturm. Nein, natürlich kein lokales Unwetter, das wäre in der gegenwärtigen Hochdrucklage sehr unwahrscheinlich. Allfällige Leser aus Zug und Umgebung wissen natürlich, dass es sich um den jährlichen Chriesisturm handelt.


die Zuschauer drängen sich in der Altstadt

die Leitern liegen bereit

Der Brauch geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Erstmals im Jahr 1711 wurde im Frühsommer die grosse Glocke der Pfarreikirche St. Michael geläutet. Das galt als Zeichen, dass die Chriesiernte auf der Allmend eröffnet war. Und sofort stürmten die Leute mit langen Leitern zur Allmend, um sich die schönsten Chriesi zu sichern.

zuerst die Männer mit Leitern,

dann die Frauen mit Chratten

Im 19. und 20. Jahrhundert geriet der Brauch dann etwas in Vergessenheit, erst im Jahr 2008 wurde er wieder belebt. Da die Chriesibäume auf der Allmend in der Zwischenzeit Überbauungen gewichen sind findet der Sturm in der Zuger Altstadt statt. Etwa fünf männliche Zweierteams stürmen punkt 12 Uhr - genau dann läutet die Chriesiglocke genannte grosse Glocke - mit 8 Meter langen Leitern durch die Gassen der Stadt und wieder zurück zum Startpunkt. Natürlich geht es darum, als schnellstes Team ins Ziel zu kommen.

Nach dem Zieleinlauf der Männer sind die Frauen an der Reihe. Diese schleppen aber keine Leitern, sondern Chratten auf dem Rücken, mit welchen die geernteten Chriesi nach Hause gebracht werden. Und nach den Frauen sind auch noch Kinder dran, für Nachwuchs ist also gesorgt.

Nach den Stürmen wird auf dem Landsgemeindeplatz ausgiebig gefeiert. Besonders grossen Andrang gabs bei den Chriesiwürsten vom Grill und aufgrund der Hitze bei den Getränkeausgaben. Auch frische Chriesi aus dem Zugerland gabs zu kaufen.

Montag, 22. Juni 2026

Villa Arbenz von innen

Kürzlich berichtete ich hier von der Villa Arbenz, einer militärischen Kommandozentrale zwischen Hünikon und Dorf. Von aussen würde man nicht vermuten, dass sich hinter dem an einen Geräteschuppen erinnernden Gebäude eine weitverzweigte Anlage versteckt. Am Samstag war sie für die Öffentlichkeit zugänglich, dies im Rahmen einer Dorfet in Dorf :-)

Villa Arbenz von aussen

Für einen Unkostenbeitrag von 10 Franken pro Person öffnete sich die Schleuse zum Bunker. Und schon nach wenigen Metern erlebten wir einen Temperaturschock, denn in der Anlage herrscht eine Temperatur von 12°, 20° weniger als draussen. Aber wir waren froh um die willkommene Abkühlung.

Das Maschinengewehr diente zur Verteidigung des Eingangs

im 270 m langen Stollen

Zuerst geht es durch einen 270 Meter langen Stollen, welcher nicht schnurgerade ist, sondern an drei Stellen abgewinkelt ist. Vermutlich hatte das den Zweck, die Anlage bei einem allfälligen Angriff besser verteidigen zu können.

die Villa Arbenz war dank Stromgeneratoren autark

Schlafzimmer des Kommandanten

Hinter dem Stollen befindet sich dann die frühere Kommandozentrale der Grenzbrigade 6, welche für die Verteidigung von Teilen der Kantone Zürich und Thurgau sowie Schaffhausen zuständig war. Die Zentrale besteht aus einer Vielzahl von Räumen. Einerseits aus dem Kommandoraum, dann hat es aber alles, was für einen mehrwöchigen Aufenthalt notwendig ist. Büros, Übermittlungsräume, Schlafräume, Toiletten, Lagerräume, Küche, Essräume und noch einiges mehr.

Offiziers-Messe

Die heutige Anlage ist eigentlich ein Militärmuseum, überall hat es Waffen, Karten, Telefone, Übermittlungsgeräte, Kücheneinrichtungen und sogar einen schön gedeckten Esstisch im Essraum für die Offiziere. Nicht alles gehörte aber zur Original-Einrichtung der Kommandozentrale, vieles stammt aus diversen Sammlungen. So zum Beispiel die ausgestellten Raketen, denn die Anlage hatte keine Raketenwerfer. Die einzigen Waffen waren Gewehre und Pistolen zur Selbstverteidigung.

Normalerweise ist die Villa Arbenz nur im Rahmen von Gruppenführungen zugänglich. Wer sich dafür interessiert findet hier weitere Informationen.

Sonntag, 21. Juni 2026

Noch mehr Zeppelin

Hier noch ein paar technische Details zu den drei deutschen Zeppelinen:

  • Der Rumpf hat eine Länge von 75 Metern und einen Durchmesser von 14 Metern
  • Die Hülle hat ein Volumen von 8'425 m3 und ist mit unbrennbarem Helium gefüllt
  • Das Volumen der Kabine beträgt nur 29 m3, damit hätte sie 290 Mal in der Hülle Platz
  • Der Zeppelin wird von drei schwenkbaren Triebwerken (zwei auf den Seiten und eines am Heck) angetrieben, mit welchen senkrechte An- und Abflüge möglich sind
  • Das maximale Startgewicht beträgt 8'050 kg
  • Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 125 kmh, die Reichweite bei 1'000 km und die maximale Flughöhe auf 3'000 m
jeder Passagier erhält nach dem Flug eine Urkunde

Die meisten Flüge starten und landen in Friedrichshafen, vereinzelt gibt es aber auch welche ab Essen, Oberschleissheim bei München, Bonn und Bad Homburg. Die Liste der Flüge kann man hier anschauen. Die Zeppeline fliegen nur bei günstiger Witterung. Bei Gewitterrisiko oder starken Winden können Flüge kurzfristig abgesagt werden. Das war bei uns der Fall, unser auf letzten Sonntag gebuchter Flug wurde aufgrund von zu starken Windprognosen abgesagt. Zum Glück noch rechtzeitig bevor wir am Samstag nach Friedrichshafen aufbrechen wollten. Wir konnten dann problemlos auf den Donnerstag umbuchen.

Und hier noch ein Bild von Lindau mit dem Zeppelin-Schatten und ein eindrückliches Video vom Start unseres Zeppelins über unsere Köpfe mit den nächsten Passagieren: