Samstag, 22. August 2026

ZRH-FSC

So, jetzt ist es soweit, die Koffer sind nicht nur gepackt, sondern seit gestern Nachmittag auch schon eingecheckt. Bald nehmen wir den Zug zum Flughafen und wir hoffen, dass unser relativ kurzer Flug planmässig vonstatten gehen wird.

Bild Edelweiss

Unser Ziel ist Figari im Süden von Korsika, der Flug dauert gemäss Plan eineinhalb Stunden. Durchgeführt wird er von der Edelweiss mit einer A-320. Korsika steht bei mir auf der Pendenzenliste im Zusammenhang mit meiner Mitgliedschaft im Traveler's Century Club. Die Mitglieder dieses Clubs haben ja zum Ziel, möglichst viele Länder und Territorien, welche auf der Liste des Clubs verzeichnet sind, zu besuchen. Im Fall von Korsika handelt es sich um ein französisches Territorium.

Unser Programm auf der Insel ist noch sehr schwammig, wir wollen an den Stränden etwas entspannen und die eine oder andere Stadt besichtigen. Nicht auf dem Programm steht Wandern, dafür sind die Wetterprognosen zu hitzelastig. Und ohne Wanderschuhe und -Rucksack sind unsere Koffer einiges leichter.

Übrigens, der Check-in ging diesmal extrem einfach und schnell vor sich. Nachdem wir uns online eingecheckt hatten brachten wir gestern Nachmittag unsere Koffer zum Flughafen. Keine Schlange, die Abfertigung der Koffer dauerte keine fünf Minuten. Ein echter Fortschritt.

Freitag, 21. August 2026

Der Seuzacher Schandfleck

Wenn man von Hettlingen nach Winterthur fährt kommt man im Seuzacher Ortsteil Oberohringen vorbei, dort sieht man auf der rechten Strassenseite ein altes Gebäude, dessen Fassade auf der Strassenseite mit einem Stahlgerüst abgestützt ist. Dieses unansehnliche Bild ist schon seit vielen Jahren zu sehen.

Dahinter steckt eine lange, wechselvolle Geschichte. Vor 23 Jahren wollte die Gemeinde Seuzach das ehemalige Bauernhaus aus dem Inventar von Schutzobjekten entlassen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Gegen diese Absicht erhob der Zürcher Heimatschutz Rekurs. Zwei Jahre später wurde der Schutz des ganzen Gebäudes auf die Nordostfassade reduziert, da Experten nur diese für schutzwürdig erachteten. Weshalb die Fassade geschützt ist entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht ist das oberste Fenster mit den Bögen und Säulen dafür verantwortlich.

die umstrittene Fassade ist in desolatem Zustand

Dann passierte einige Jahre nichts mehr, erst 2018 lagen Pläne für eine neue Überbauung mit Wohnungen, Einfamilienhäusern und einem Wohnblock vor. Das Baugesuch wurde genehmigt mit der Auflage, dass besagte Fassade erhalten bleiben muss. 2019 begannen die Arbeiten mit dem Abbruch einer Scheune und eines am Wohnhaus angebauten Stalles. Etwas Neues entstand aber nicht, die Bank wollte die Neubauten nicht finanzieren.

auf der Rückseite stand früher der Stall

Im Dezember 2020 beantragte die Eigentümerin der Liegenschaft den vollständigen Abbruch, was aber aufgrund des Schutzstatuses natürlich nicht genehmigt wurde. Seither steht der Seuzacher Schandfleck unverändert an der Strasse und wartet auf bessere Zeiten.

Donnerstag, 20. August 2026

Wilder Hausrüttler

Am Montag hat nahe von uns ein Wilder Hausrüttler zugeschlagen. Nein, keine Angst, unser Haus steht nach wie vor auf festem Fundament, beim Wilden Hausrüttler handelt es sich nicht um eine Art Yeti aus dem Himalaya, welcher uns einen Besuch abstattete, sondern um einen Blitz. So gelesen im gestrigen Landboten.

Symbolbild

Wilder Hausrüttler ist die höchste Kategorie von Blitzen gemessen an dessen Stromstärke. Die Bezeichnung entstammt der Blitz-Klassifizierung des Meteorologen Kachelmann:

0 - 3'000 Ampere: Schwacher Brummler
3'000 - 7'000 Ampere: Mittlerer Roller
7'000 - 40'000 Ampere: Starker Knaller
40'000 - 100'000 Ampere: Stabiler Dröhner
über 100'000 Ampere: Wilder Hausrüttler

Angeblich soll es sich beim montäglichen Blitz um einen Positiven Blitz gehandelt haben, welcher sich aus der positiv geladenen oberen Wolkenschicht entladen hat. Positive Blitze sind relativ selten, sie haben oft eine grosse Stromstärke und können mehrere Kilometer von der Wolke entfernt einschlagen und dabei grosse Schäden anrichten. Das weiss ich natürlich erst seit ich mich bei der KI informiert habe.

Wir sind aber ohne Schaden davongekommen. Der Blitz entlud sich um die Mittagszeit, trotz Helligkeit konnte ich ihn sehen und wenige Sekunden später natürlich auch hören. Das war wirklich ein Megaknall, viel lauter als jedes Feuerwerk, das ja mittlerweile fast überall verboten ist.

Dienstag, 18. August 2026

Die 8 Pole

In meinem Blog berichte ich ja immer wieder mal von meinen Projekten: Gemeindewandern, Länderfliegen Europa, mindestens 150 Länder besuchen und anderes. Einige Leser werden wahrscheinlich ab und zu den Kopf schütteln wenn ich wieder ein neues Land abhaken kann und auf der Reise mit dem Flugzeug unweigerlich zur Klimakatastrophe beigetragen habe. Aber für mich hat ja die Aviatik einen grossen Stellenwert und ich lasse mir hier nicht dreinreden.

Am Wochenende habe ich in der Wochenend-Beilage der NZZ einen interessanten Artikel gelesen über einen Briten, welcher auch so ein Projektmensch ist, allerdings mit viel abenteuerlichen Projekten als es meine sind.

Aktuell arbeitet er daran, die 8 Pole der Unzugänglichkeit zu besuchen. Dabei handelt es sich um 6 Pole an Land und 2 Pole auf dem Wasser. Die Landpole sind Orte auf 6 Kontinenten, welche am weitesten von Meeren entfernt sind und bei den Wasserpolen ist es umgekehrt, dort sind die Orte am weitesten von Land entfernt.

Sieben der acht Pole hat er schon besucht, dabei hat er natürlich viel Abenteuerliches erlebt. Zum Beispiel eine Helikopterlandung mitten im südamerikanischen Dschungel, eine Reise in ein afrikanisches Bürgerkriegsgebiet, ein Besuch in einem nordamerikanischen Indianerreservat oder ein Sprung in den Pazifischen Ozean am abgelegensten Ort.

Als einziger Pol fehlt ihm noch derjenige auf dem Eurasischen Kontinent. Dieser befindet sich in der chinesischen Provinz Xinjiang. Tönt eigentlich machbar, aber dummerweise befindet sich der Pol in einem militärischen Sperrgebiet. Da bräuchte es wahrscheinlich Gespräche auf höchster diplomatischer Ebene, um das Projekt abschliessen zu können.

Sonntag, 16. August 2026

ZRH

ZRH ist der IATA-Code für den Zürcher Flughafen. Dort war ich gestern, aber ich bin weder von dort abgeflogen noch gelandet, ich habe lediglich den Flugbetrieb von der Zuschauerterrasse beobachtet. Ausschlaggebend für den Besuch war der freie Eintritt an jedem 15. eines Monats in diesem Jahr. Dies wiederum hängt mit dem 15jährigen Jubiläum der Zuschauerterrasse B zusammen.

A-350 kurz vor dem Flug nach Vancouver

auch Kleinkinder müssen sich nicht langweilen

Für Aviatik-Interessierte ist die Zuschauerterrasse natürlich sehr populär, von nirgendwo sonst hat man eine bessere Sicht über das Geschehen am Flughafen, eine der Pisten ist nur etwa 200 Meter entfernt. Interessanterweise hielt sich der Aufmarsch trotz des Gratiseintritts in Grenzen, es gab keine Wartezeiten und keinerlei Gedränge.

Aus Anlass des freien Eintritts war ein Mitarbeiter von SR Technics, das ist der ehemalige technische Betrieb der Swissair, auf der Terrasse präsent und kommentierte mithilfe eines Mikrofons das Geschehen. Zu jedem Flugzeug wusste er etwas zu erzählen, seien es technische Spezialitäten oder Wissenswertes zur betreffenden Fluggesellschaft. Und natürlich wusste er bei jeder Maschine, woher sie kam und wohin sie flog. Und obwohl ich ja kein aviatischer Laie bin erfuhr ich für mich viel Neues und Interessantes.

die Condor sind immer ein Hingucker, ob in grün...

...oder in Orange

Zum ersten Mal machte ich dann noch einen Abstecher zur Zuschauerterrasse bei den E-Docks, wo die meisten Langstreckenflüge und Non-Schengen-Flüge abgefertigt werden. Dort ist man sehr nah an den grossen Maschinen wie zum Beispiel B-777, A-330 oder A-380, dafür etwas weiter entfernt von den Pisten.

bei den E-Docks

Und bei unserem nächsten Besuch in ZRH wird es dann auch für uns in die Luft gehen. Mehr dazu wenn es soweit ist. Die Koffer sind noch nicht gepackt.

Freitag, 14. August 2026

Klimawandel

Gestern gönnte ich mir einen persönlichen Klimawandel. Vom seit mehreren Wochen herrschenden Hitzeklima in ein angenehmes, wenn auch heruntergekühltes Klima im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen.

im Globus wird alles sehr schön präsentiert

Um das Klima zu schonen - falls das überhaupt noch etwas nützt - benutzte ich für die An- und Rückreise den öV. Mit dem Zug zum Flughafen und von dort mit dem 12er Tram direkt zum Glattzentrum. Auf der Tramstrecke kam ich an gleich vier Orten vorbei, an welchen ich einst meinen Arbeitsplatz hatte.

in der Bildmitte das blaue Gebäude, "Blauer Bock" genannt

Balsberg

ehemaliges AVIS-Gebäude

an der Thurgauerstrasse

Zuerst gleich beim Flughafen der "Blaue Bock" im Werftareal der Swissair und heute Swiss, wo ich mehrere Jahre so nah am Flugbetrieb arbeitete wie sonst nie. Dann gleich daneben aber ausserhalb des umzäunten Flughafenareals im ehemaligen AVIS-Gebäude. Und auf der anderen Seite der Tramline ist der Balsberg zu sehen, der ehemalige Hauptsitz der Swissair, wo ich die ersten Jahre meiner Programmierer-Karriere arbeitete. Und dann noch ein Bürogebäude an der Thurgauerstrasse gegenüber des neu entstandenen Glattparks. Wenn ich auf dieser Tramstrecke fahre werden bei mir immer wieder Erinnerungen geweckt.

Zurück ging es dann mit dem selben Tram nach Stettbach und mit der S11 direkt nach Seuzach.

Donnerstag, 13. August 2026

Am Rheinfällchen

Gestern war ich zu Besuch bei meinem Bruder in Neuhausen, daran anschliessend wollte ich mir den nahen Rheinfall anschauen. Den imposanten Wasserfall kennen wir natürlich sehr gut, schliesslich sind wir in Neuhausen aufgewachsen. Ich wollte mir den Fall gestern aber aufgrund des sehr niedrigen Wasserstandes anschauen.

Blick vom Zug

man könnte fast trockenen Fusses zum Felsen

Auf der Fahrt mit der S9 von Zürich nach Neuhausen Rheinfall hat man einen perfekten Blick über den Wasserfall, das darunterliegende Wasserbecken, das Schloss Laufen und das Industriegebiet auf der Neuhauser Seite. Und gestern staunte ich darüber, dass der Rheinfall fast nur noch zur Hälfte existiert. Die Schaffhauser Seite ist fast ausgetrocknet, nur noch ein paar Rinnsale fliessen hinunter. Fast die ganze Wassermasse fliesst über die etwas tiefer liegende Zürcher Kante unterhalb des Schlosses Laufen.


Der Rheinfall ist sicher bei Hochwasser am imposantesten, ich finde es aber auch eindrücklich, wie sich der Wasserfall von einem Extrem ins andere verändern kann. Aber natürlich hoffe ich, dass baldige Regenfälle dafür sorgen werden, dass aus dem Rheinfällchen wieder ein Rheinfall wird.

Dienstag, 11. August 2026

And the Winner is - Me!!!

Seit einigen Jahren habe ich das Magazin "Transhelvetica" abonniert. In der sechsmal jährlich erscheinenden Zeitschrift wird in jeder Ausgabe ein spezielles Thema behandelt. In den letzten drei Ausgaben lauteten die Themen "Esel", "Stammtisch" und "Duft", in der aktuellen Ausgabe geht es um die "Fifties". Das jeweilige Thema wird auf die Schweiz projiziert und in einer ganzen Serie von Artikeln behandelt. Dabei lerne ich immer wieder für mich neue, interessante Aspekte kennen.

Und in jeder Ausgabe hat es ein Rätsel in Form eines Bildes und einer dazugehörigen Geschichte mit der abschliessenden Frage, wo in der Schweiz sich die Geschichte abspielte. Wer die Antwort herausfindet kann sie einschicken und auf den Gewinn eines Preises hoffen. Meistens habe ich die Antwort gefunden, manchmal war es für mich aber zu schwierig.

In der letzten Ausgabe mit dem Thema "Duft" wurde ein Ort an einem See gesucht mit einem runden Holzsteg (siehe Bild). Meine Nachforschungen ergaben, dass es sich bei dem Bild um eine Anlage im Schwimmbad von Cologny am Genfersee handeln muss.


Vor einigen Tagen erhielt ich Post von Transhelvetica, mit welcher sie mir zum Gewinn des Preises gratulierten. Dieser besteht aus zwei Übernachtungen in einem B&B in den Rebbergen von Salgesch im Wallis östlich von Sierre hart an der Sprachgrenze. Mit dabei ist ein Winzerfrühstück, eine Weindegustation und eine Führung durch das Weingut "Mathier & Bodenmann". Wir freuen uns auf einen Ausflug ins Wallis.

Montag, 10. August 2026

GV Ems Chemie

Viele GVs von Schweizer Unternehmen verändern sich über die Jahre, mindestens was das Rahmenprogramm oder den Versammlungsort betrifft. Oft leider in eine für Aktionäre negative Richtung. Aus einem gediegenen bedienten Essen wird plötzlich ein Apéro Riche oder gar nur noch ein Glas Wein und ein paar Chips. Und im Extremfall wird die GV nur noch virtuell durchgeführt wie zum Beispiel bei der Swatch oder Barry Callebaut.


das Bergwaldchörli Enggenhütten in Aktion

Das müssen die Aktionäre der Ems Chemie bis auf weiteres nicht befürchten. Seit ich vor 18 Jahren Aktien dieser Gesellschaft kaufte verläuft die GV jedes Jahr nach dem gleichen Muster und in der gleichen Reihenfolge:

  1. Die eintreffenden Aktionäre erhalten Kaffee und Gipfeli
  2. Um 10:30 wird die GV durch eine Musikgruppe mit zwei bis drei Stücken eröffnet (die Musikgruppe wechselt von Jahr zu Jahr, dieses Jahr war es das Bergwaldchörli Enggenhütten aus Appenzell)
  3. Der VR-Präsident begrüsst die Aktionäre und Gäste und verdankt den Auftritt der Musikgruppe
  4. Der resp. die CEO gibt einen Überblick über die Geschäftszahlen
  5. Mitarbeitende inklusive Lehrlinge präsentieren neue Produkte der Ems Chemie in einer theatermässigen Aufführung
  6. Der VR-Präsident führt die Versammlung durch die Traktandenliste und es wird abgestimmt
  7. Die Musikgruppe hat ihren zweiten Auftritt
  8. Die Tambouren aus Domat/Ems machen eine Runde durch das Zelt und spielen auf der Tribüne ein paar Stücke
  9. Erst jetzt wird das Mittagessen serviert, ein Dreigänger mit Wasser und Rotwein (auch das Menu ändert von Jahr zu Jahr)

Die GV-Tradition hat bei der Ems Chemie eben einen hohen Stellenwert. Hauptverantwortlich dafür ist natürlich die Familie Blocher mit Vater Christoph, Mutter Silvia und Tochter Magdalena Martullo-Blocher.




Und seit ich an dieser GV teilnehme findet sie immer Anfang August im grossen Festzelt auf dem Fabrikareal in Domat/Ems statt. Meistens war das Wetter sehr sommerlich mit hoher Temperatur, so wie auch dieses Jahr. Der Aufenthalt im Zelt war aber erträglich, die Temperatur wurde durch Zufuhr von gekühlter Luft und durch Besprengen des Zeltes mit Wasser nach oben beschränkt. Noch die Teilnehmerzahl: 2163 Aktionäre waren anwesend, dazu kam noch eine stattliche Anzahl von Gästen.

Sonntag, 9. August 2026

Casa Caminada

Am Freitagabend stand ja wie angekündigt mein Nachtessen in der Casa Caminada in Fürstenau gleich neben dem Schloss Schauenstein, welches das mit drei Michelin-Sternen und 19 GaultMillau-Punkten dekorierte Gourmetrestaurant von Andreas Caminada beherbergt.

Schloss Schauenstein...

...und gleich daneben die Casa Caminada (links)

Ich treffe pünktlich um 18 Uhr im Restaurant ein und werde als erster Gast des Abends an meinen Tisch geleitet. Der Raum ist modern eingerichtet ohne Schnickschnack und wenig Farben. Aus der übersichtlichen Speisekarte wähle ich als Vorspeise die Randen-Gazpacho und als Hauptspeise den Zander aus. Für das Abendmenu mit vier oder fünf Gängen habe ich zu wenig Hunger, was auch mit der anhaltenden Hitze zusammenhängt.

Schon bald wird meine Vorspeise serviert, die kalte Randensuppe mit ein paar Randenstücken schmeckt sehr gut und kühlt etwas ab. Das Brot aus der eigenen Bäckerei und die Kräuterbutter passen dazu ausgezeichnet.

Und auch beim Zanderfilet mit Kartoffeln merkt man, dass hier auf hohem Niveau gekocht wird. Und ich bin froh, dass das Filet nicht grösser als mein Hunger ist. Allerdings würde die Portion einen allfälligen Bärenhunger nur ansatzweise stillen.

mein Dessert

Immerhin hatte ich nach den zwei leichten Gängen noch Platz für eine Kugel Mascarpone-Glacé, was bei mir selten der Fall ist. Die Rechnung fällt inklusive Weiss- und Rotwein und Wasser erträglich aus, obwohl die Preise doch etwas über dem Durchschnitt liegen. Aber verglichen mit dem Schluss Schauenstein sind die Preise sehr fair.

Freitag, 7. August 2026

Zwei Tage Bündnerland

Heute Nachmittag nehme ich den Zug nach Chur, wo ich eine Nacht verbringen werde. Auf dem Programm stehen zwei Sachen:

Fürstenau

Heute Abend habe ich in der Casa Caminada reserviert. Das ist das Zweit-Restaurant gleich neben dem berühmten Schloss-Restaurant von Andreas Caminada in Fürstenau im Domleschg. Dort ist es etwas einfacher und erschwinglicher als im Schloss, aber gekocht wird natürlich auch auf hohem Niveau. Ich bin gespannt.

GV 2025

Und morgen Samstag findet für mich der Höhepunkt des GV-Jahres statt, die Ems-Chemie Holding AG wird wieder um die 2'000 Aktionäre zu einer weiteren legendären GV empfangen. Der Anlass könnte auch als SVP-Parteiversammlung durchgehen, die Firma wird ja von Magdalena Martullo-Blocher geleitet und ich nehme an, dass auch ihr Vater präsent sein wird. Ich freue mich auf eine GV mit einem unterhaltsamen Rahmenprogramm, dies trotz der auszuhaltenden Hitze im grossen Festzelt.

Über das Erlebte werde ich dann am Sonntag schreiben.

Donnerstag, 6. August 2026

Mehr zur Klausenfahrt

Wir als GA-Abonnenten würden die Klausenfahrt, welche wir am Dienstag machten, normalerweise mit dem öV machen. Der Grund dafür, dass wir von der Normalität abwichen war, weil ich mit dem Mitsubishi Grandis, meinem neuen Auto, einmal eine etwas längere Strecke fahren wollte. Bisher war ich eher im Nahbereich unterwegs, noch nie war ich mehr als eine halbe Stunde am Stück unterwegs. Und vor der Klausenfahrt zeigte der Kilometerzähler erst etwa 450 km an.

Nebst dem Komfort auf längeren Fahrten wollte ich auch ein paar für mich neue Funktionen ausprobieren wie zum Beispiel den E-Save Modus. Damit kann man zum Beispiel auf Autobahnstrecken verhindern, dass das Auto mit dem Elektromotor fährt und so die Batterieladung für Strecken in Städten und Dörfern "sparen". Auf Autobahnen ist die Fahrt mit dem Benzinmotor sowieso effizienter.

Oder die Position "B" des Schalthebels, welche nebst "P", "D", "R" und "N" zur Verfügung steht. Diese Position kann bei Talfahrten verwendet werden, um einerseits die Bremsen zu schonen, indem der Motor in einem kleineren Gang als Bremse verwendet wird und damit andererseits gleichzeitig die Bewegungsenergie des Autos rekuperiert wird, um die Batterien aufzuladen. Das konnte ich auf der Talfahrt vom Klausenpass nach Linthal optimal einsetzen.

Ausserdem wollte ich die Navigation mithilfe von Google Maps ausprobieren. Wenn mein Handy im Auto ist wird dieses automatisch  auf das Infosystem des Autos gespiegelt, der Inhalt des Handy wird dann auf dem grossen Bildschirm neben dem Armaturenbrett (kann man dem heutzutage überhaupt noch so sagen?) angezeigt. Grundsätzlich funktionierte die Navigation gut, ich hatte aber mit der von mir vorgegebenen Rundfahrt mit diversen Via-Punkten Probleme, das System zeigte die Distanz und Fahrzeit immer nur bis zum nächsten Via-Punkt an. Aber wahrscheinlich habe ich da etwas falsch gemacht, ich muss das nochmals genau anschauen.

Nach der Klausenfahrt zeigt der Kilometerzähler jetzt 729 km an. Getankt habe ich noch nie und gemäss Anzeige kann ich immer noch weitere 200 km fahren. Ist doch eine sehr beachtliche Reichweite, finde ich.

Mittwoch, 5. August 2026

Klausenfahrt

Gestern waren wir fast sieben Stunden mit meinem neuen Auto, dem Mitsubishi Grandis, unterwegs. Höhepunkt der Rundfahrt war der Klausenpass. Der Klausen zählt mit seinen 1948 Metern nicht zu den höchsten Schweizer Pässen, ich finde die Fahrt durch die wild zerklüftete Landschaft aber immer wieder eindrücklich.

unsere ungefähre Route

kurz vor der Passhöhe

ein Gewitter braut sich zusammen

Blick über den Urnerboden

Auf der Rundfahrt machten wir auf dem Pass, auf dem Urnerboden und in Glarus Halt, wir deckten uns mit Alpkäse, Kalberwürsten, Brot und Pasteten ein.

Dienstag, 4. August 2026

Die türkische Migros

Letztes Jahr schrieb ich in einem Eintrag über eine Migros-Filiale in Istanbul, welche ich im Jahr 1972 auf einer meiner ersten Reisen fotografierte. Damals war ich höchst überrascht, fern der Heimat auf eine Migros-Filiale zu stossen.

Istanbul 1972

Letzte Woche las ich im Migros-Magazin einen Artikel über die Geschichte der türkischen Migros, war sehr interessant. Gegründet wurde sie in meinem Geburtsjahr, also 1954, von Gottlieb Duttweiler höchstpersönlich. Wie in der Schweiz fuhren anfänglich Migros-Verkaufswagen in die Quartiere, um die Bevölkerung mit guten und günstigen Lebensmitteln zu versorgen.

Die Migros ist heute einer der wichtigsten Detailhändler in der Türkei, sie betreibt über 3800 Filialen. Im Vergleich mit den 659 Schweizer Migros-Filialen ist das sehr gross, aber das Land ist ja auch viel grösser.  Ausser dem Namen gibt es keine Verbindungen mehr zur Schweizer Migros, sie gehört zur Anadolu-Unternehmensgruppe, zu welcher auch Wasserkraftwerke und Brauereien gehören. Deshalb kann man in den türkischen Filialen im Gegensatz zur Schweiz auch Bier kaufen.


Es gibt in der Türkei übrigens immer noch mobile Migros-Filialen. Im Südwesten des Landes verkehren drei Schiffe entlang der touristischen Küsten und machen in der Nähe von Stränden Halt.

Sonntag, 2. August 2026

Museo Doganale

In der Schweiz gibt es ja für fast alles ein Museum, auch ein Zollmuseum. Dieses steht auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Gandria, welches seit 2004 zu Lugano gehört. Das Dorf Gandria ist ja auf der gleichen Seeseite wie Lugano, das Zollmuseum befindet sich aber auf der gegenüberliegenden Seite. Das Museum steht etwa 200 Meter westlich der Grenze zu Italien. Dorthin kommt man nur entweder zu Fuss auf einem Wanderweg oder mit dem Schiff von Lugano.

Anfahrt zum Museum

Nach dem Besuch im Grotto mit Nachmittags-Essen hatte ich noch Zeit für einen Besuch im Museum, es ist nur fünf Minuten vom Grotto entfernt. Ich wurde von einer freundlichen, uniformierten Zollbeamtin begrüsst. Ich stellte mir vor, dass sie wahrscheinlich froh um jeden Besucher ist an diesem abgelegenen Ort.

Schmuggel-Uboot

Die Ausstellung verteilt sich auf vier Stockwerke im schmalen Gebäude und auch im Garten sind ein paar Objekte zu sehen. Wie in einem Museum nicht anders zu erwarten ist wird die Geschichte des Zollwesens erklärt und anhand von vielen Objekten visuell sichtbar gemacht. Hauptthemen in der Ausstellung sind der Warenverkehr, die Schmuggelei, die Ahndung des Imports von verbotenen Gegenständen sowie die Migration.

Sammlung unerlaubter Gegenstände


Mir hat das Museum sehr gut gefallen, einerseits aufgrund seiner Lage, aber auch wegen den interessanten Ausstellungsstücken. Am besten gefiel mir das Schmuggel-Uboot im Garten und ich stellte mir vor, wie beengend es für die Schmuggler gewesen sein muss in der Mini-Kiste mit Fusspedal-Antrieb.