Fast jeder Schweizer und jede Schweizerin - vielleicht ausgenommen die jüngeren Jahrgänge - kennt die Firma Rieter in Winterthur. Sie wurde im Jahr 1795 von Johann Jacob Rieter gegründet und ist damit eine der traditionsreichsten industriellen Betriebe der Schweiz. In den ersten Jahren war es eine Handelsfirma, welche mit Gewürzen, Kaffee, Baumwolle, Zucker und anderem handelte. Ab 1812 betrieb Rieter Spinnereien und ab 1835 stellte sie die Spinnereimaschinen für den Eigengebrauch selbst her. Und schon bald interessierte sich die Textilindustrie aus der ganzen Welt für diese Webmaschinen und Rieter entwickelte sich zu einer weltweit agierenden Firma mit Produktionsstandorten auf der ganzen Welt. Die Maschinen wurden laufend weiterentwickelt, was für hohe Auftragsbestände und steigende Umsätze sorgte. Im Jahr 2007 wurde mit 3.9 Milliarden Franken der Umsatzrekord geschrieben.
Seit dem Rekord ging es praktisch nur noch bergab. Die Finanz- und Wirtschaftskrisen, der starke Franken, zyklische Nachfragerückgänge, die Abspaltung der Autosparte und besonders Corona hatten dramatische Einflüsse auf den Auftragseingang. Im Corona-Jahr 2020 sank der Umsatz auf gerade einmal 573 Millionen Franken. In den drei folgenden Jahren stieg der Umsatz aufgrund von Nachhol-Aufträgen wieder an, das war aber eher ein Strohfeuer. 2025 betrug der Umsatz noch 685 Millionen.
Parallel zu den Umsatzzahlen entwickelte sich der Personalbestand. Ende des letzten Jahrhunderts beschäftigte Rieter noch über 13'000 Mitarbeiter, Ende 2025 waren es nur noch 4'220.
Und natürlich litt auch die Rieter-Aktie an den sinkenden Umsätzen. Im Jahr 2007 wurde mit 56.75 Franken der Höchststand erreicht, gegenwärtig liegt der Kurs bei etwa 3 Franken.




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