Montag, 30. September 2024

Radspektakel in Seuzach

Gestern Sonntag war in Seuzach echt was los: das letzte Rennen der Rad-WM, das Strassenrennen der Männer, führte durch "mein" Dorf. Das wollte ich mir anschauen.

das Festbeizli ist gut besucht

Gestartet wird um 10:30 beim Sulzer-Hochhaus in Winterthur, dann geht es gemütlich nach Oberwinterthur, wo das Rennen beginnt. Von dort sind es nur wenige Kilometer nach Seuzach und weiter via Hettlingen über den Irchel zurück nach Winterthur. Anschliessend wird nach Zürich gefahren, wo ein Rundkurs mehrmals absolviert werden muss. Total sind 274 km zurückzulegen.

Ich warte beim zentralen Kreisel in Seuzach auf die Durchfahrt der Radprofis. Allein bin ich natürlich nicht, mehrere Hundert Schaulustige säumen die Strasse und beim Kreisel hat es sogar ein Festbeizli mit einer kleinen Tribüne.

TV-Screenshot, ganz rechts unser Haus

Immer wieder fahren Polizei- und Begleitfahrzeuge durch, dann plötzlich wird es laut und das Feld der Fahrer kommt in Sichtweite. Und dann geht es sehr schnell, nach 20 Sekunden sind die Fahrer durch. So kurz nach dem Start ist das Feld natürlich noch sehr kompakt.

Gewonnen hat das lange Rennen der Slowene Tadej Pogacar. Medaillen gab es für das Schweizer Team leider keine.

Sonntag, 29. September 2024

GV Davos-Klosters

Drei Tage nach der Catering-mässig abverheiten GV der Sunstar in Liestal empfing der Käufer des Davoser Sunstar-Hotels, die Davos-Klosters Bergbahnen AG, ihre Aktionäre in Davos. Aber nicht etwa im nun "Mountain Plaza" heissenden ehemaligen Sunstar-Hotel, sondern wie in den Vorjahren im Kongresszentrum, welches während des WEF sozusagen der Nabel der Welt ist. Wahrscheinlich wäre der Platz im Moutain Plaza zu knapp gewesen für die 246 angereisten Teilnehmer.

auf dem Weg nach Davos: die Sunnibergbrücke bei Klosters, oben der Gotschnagrat

Nach Kaffee und Gipfeli eröffnete VR-Präsident Schertenleib die GV. Und dies nicht nur pünktlich, sondern überpünktlich, vier Minuten vor dem geplanten Start um 11 Uhr. Und wer schon einmal an dieser GV dabei war weiss, dass sie nicht lange dauern wird. Schon 8 Minuten nach 11 waren alle Traktanden behandelt, inklusive Abstimmungen. Und Schertenleib hatte sogar noch Zeit für einen kurzen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr.

Es gab dann noch zwei Wortmeldungen seitens eines Vertreters der Gemeinde Davos sowie einer Vertreterin der lokalen Tourismusorganisation. Beide gratulierten den Verwaltungsräten und der Geschäftsleitung für das sehr gute Ergebnis und die hervorragende Zusammenarbeit. Mittlerweile war es 20 nach 11, und da das Catering noch nicht ganz bereit war für den Apéro hängte Schertenleib nochmals 5 Minuten an mit einem Ausblick auf die nahe Zukunft.

Jetzt war es Zeit für den Apéro, bestehend aus Prosecco oder Weisswein mit Chips, Nüssli und dergleichen. Während dem Apéro wurde das Mittagessen vorbereitet, welches sich wie folgt abspielte:

Sowohl das Küchen- als auch das Service-Team arbeiteten professionell, die Qualität der Gerichte und der Service-Ablauf waren tadellos.

die Terrine schmeckte hervorragend

Übrigens, zur Davos-Klosters Bergbahnen AG gehören die Skigebiete Parsenn und Jakobshorn. Madrisa, Rinerhorn  und Pischa sind eigene Gesellschaften.

Freitag, 27. September 2024

GV Sunstar

Bis zum letzten Jahr fand die GV der Hotelgruppe Sunstar jeweils in deren Hotel in Davos statt. Die Aktionäre wurden dort mit einer perfekt organisierten GV und einem ebenso perfekt präparierten und servierten dreigängigen Essen im gediegenen Restaurant verwöhnt. Einer der GV-Höhepunkte im Jahresablauf, welchen man nicht verpassen sollte.

Leider wurde das Hotel in Davos im letzten Sommer an die Bergbahngesellschaft von Davos-Klosters verkauft. Als Grund für den Verkauf wurden von Sunstar die nicht kostendeckenden Zimmerpreise erwähnt. Die Hotelkapazitäten wurden auf das jährliche WEF ausgerichtet was dazu führt, dass es in der WEF-freien Zeit zu grosse Kapazitäten hat, welche zu tiefen Preisen verkauft werden müssen.

im Elefantenhaus

Mit dem Verkauf verschwand natürlich die bewährte GV-Location und die Firma musste einen anderen Standort suchen. Naheliegend wäre natürlich eines der verbliebenen Hotels gewesen, aber Sunstar hat sich anders entschieden. Dieses Jahr wurde der Anlass im Elefantenhaus in Liestal durchgeführt. Das Elefantenhaus ist ein ehemaliges Gebäude des lokalen Kraftwerkes, in welchem zwei Generatoren standen, welche angeblich wie Elefanten aussahen. Das Gebäude wurde umgenutzt, heute befindet sich darin ein kleines Theater. Und Liestal macht insofern Sinn, als dass Sunstar dort ihren Geschäftssitz hat.

Am Dienstagnachmittag versammelten sich 88 Aktionäre im besagten Theater, um ihre Rechte wahrzunehmen. Und dies obwohl sie auf verlorenem Posten standen, denn gegen die Mehrheitsaktionäre mit 75% der Stimmen war kein Kraut gewachsen.

Nach diversen Vorträgen zu den Resultaten und Informationen zu geplanten Investitionen führte der VR-Präsident durch die Traktandenliste, welche in einer Viertelstunde abgearbeitet wurde. Anschliessend wurden die Teilnehmer zu einem Apéro riche eingeladen.

Die Aktionäre verliessen das Theater und begaben sich ins Freie, wo einige grosse Tische standen. Niemand wusste genau, wo der Apéro geplant war. Die Tische waren leer und kein Mensch wusste, wie es weiterging. Kein Personal, nichts zu trinken geschweige denn zu essen war vorbereitet. So etwas habe ich an einer GV noch nie erlebt, und von diesen habe ich ja schon viele besucht.

ratloses Herumstehen nach der GV

Nach einer Viertelstunde wurde es mir zu bunt, ich beschloss, den Heimweg anzutreten und zuhause etwas zu essen und trinken. Auf dem Heimweg wunderte ich mich darüber, wie ein Hotelunternehmen wie die Sunstar es nicht fertigbringt, ein vernünftiges Catering für den Apéro zu organisieren. Ein Armutszeugnis für diese Firma und gegenüber den Vorjahren ein Totalabsturz.

Donnerstag, 26. September 2024

Auf dem Schiffenensee

Wenn man mit dem Zug von Bern nach Fribourg fährt überquert man auf dem grandiosen Grandfey-Viadukt den Schiffenensee. Dort schaue ich immer aus dem Fenster, um das ruhige Gewässer mit den Wäldern links und rechts zu bestaunen.

Und als ich vor drei Monaten per Zufall im Internet auf einen Hinweis stiess, dass es auf dem Schiffenensee öffenliche Bootsfahrten gibt, reservierte ich mir gleich einen Platz. Letzten Samstag war es dann soweit, mittags um 12 ging es in Fribourg los.

die Poyabrücke

Zuerst aber noch ein paar Informationen zum See. Es handelt sich um einen Stausee, welcher die Saane auf einer Länge von 12 Kilometern staut. Gebaut wurde die Staumauer von 1959 bis 1964. Das Stauvolumen beträgt 65 Millionen m3. Den Namen übernahm der See von Schiffenen, einem Dorf nahe der Staumauer.

In Fribourg nehme ich den Bus Nr. 1 bis zur Haltestelle Capucins. Von dort geht es in 10 Minuten runter zur Saane, wo das kleine Elektroboot mit max. 12 Passagieren + Kapitän schon bereitliegt. Der Kapitän begrüsst die Passagiere in typischem Freiburger Dialekt und für die französischsprachigen Passagiere auch in perfektem Französisch.

Dann geht die Fahrt los. Zwischen diversen Ruderbooten geht es zuerst unter der eindrücklichen Poyabrücke hindurch. Abgesehen von der Brücke wähnt man sich hier wie in einem Fluss durch einen Urwald. beidseits ist alles bewaldet und von der Stadt sieht und hört man nichts.

Kurz danach unterqueren wir den erwähnten Grandfey-Viadukt. Der erste, ursprünglich metallene Viadukt wurde 1862 fertiggestellt. Nach der Elektrifizierung der Strecke wurde die Metallkonstruktion einbetoniert, um die Brücke für die schwereren und schneller fahrenden Züge zu verstärken. Der Viadukt verbindet hier übrigens den Röstigraben.

Grandfey-Viadukt

Kurz nach der dritten, einer Autobahn-Brücke, sieht man auf der rechten Seite seltsame Öffnungen in den Sandsteinfelsen. Dabei handelt es sich um Fenster der Magdalena-Einsiedelei, welche um 1700 in den Fels gehauen wurde. Dort kamen wir vor 8 Jahren auf dem Weg von Laupen nach Fribourg vorbei, besucht hatten wir die Einsiedelei aber aus mir heute unerfindlichen Gründen nicht. Sie steht jetzt deshalb auf meiner Pendenzenliste.

Magdalena-Einsiedelei

Dann geht es vorbei an drei Schlössern, von welchen ich noch nie gehört hatte. Zuerst das Schloss Bärfischen, dann Schloss Klein-Vivers und Gross-Vivers. Unser Kapitän weiss wie zu allem anderen auch über die Schlösser viel Interessantes zu berichten.

Schloss Bärfischen

Jetzt sieht man schon die Staumauer, neben welcher der Kapitän sein Boot geschickt parkiert. Das war nicht nur eine landschaftlich äusserst schöne Bootstour, sondern auch eine sehr interessante und lehrreiche dazu. Für jedermann absolut empfehlenswert. Mehr Informationen zur Strecke, Fahrplan und Priese erhält man hier.

Gleich neben der Staumauer hat es einen riesigen Campingplatz mit einer Bushaltestelle. Von dort geht es via Düdingen und Bern nach Hause.

am Ziel in Düdingen



Mittwoch, 25. September 2024

Über den Rio de Grattavache

Am Mittwoch wanderten wir über den Rio de Grattavache und wähnten uns irgendwo in Südamerika, wo jeder Fluss ein Rio ist. Tatsächlich bewegten wir uns aber zwischen der Kartause La Valsainte und dem Schwarzsee, also mitten im Freiburgischen.


In dieser Gegend hat es viele Bäche, welche auf der Karte allesamt als Ruisseau, also französisch für Bach, bezeichnet sind. Mit zwei Ausnahmen: eben der Rio de Grattavache und der Rio de l'Essert gleich daneben.

der Rio de Grattavache

Aber weshalb ums Himmels Willen heissen diese beiden Bäche Rio? Hat sich da jemand bei Swisstopo einen Spass erlaubt? Vielleicht wissen es die Mönche im La Valsainte, die haben ja einen direkten Draht zum Himmel. Aber fragen kann man die ja nicht.

Vielleicht ist es ein Ausdruck im freiburgischen Patois für einen Bach, das wäre eine plausible Erklärung.

Dienstag, 24. September 2024

La Valsainte

Das Kloster La Valsainte, bei welchem wir am Mittwoch auf unserer Wanderung zum Schwarzsee vorbeikamen, hat eine wechselvolle Geschichte.

Die Kartause wurde 1295 als Ableger der ursprünglichen Kartause La Grande Chartreuse bei Grenoble gegründet. Die Kirche wurde mit Steinen gebaut, die Versammlungsräume und Zellen jedoch aus Holz. Das führte über die Jahrhunderte dreimal zu zerstörerischen und tödlichen Bränden, die Kartause wurde aber jedesmal wieder aufgebaut.

1778 wurde die Kartause aufgehoben, die Mönche mussten in eine andere Kartause bei Bulle übersiedeln. Zwischenzeitlich wurde sie von Trappisten bewohnt, welche aus Frankreich vertrieben wurden. Später wurde ein grosser Teil des Klosters zerstört.

1861 dann erwarben die Mönche in Bulle das Kloster zurück und bauten es wieder auf, diesmal aus Stein. Später gab es Probleme mit dem unstabilen Untergrund, was zu vereinzelten Einstürzen führte. Mit diversen baulichen Massnahmen wurde die Anlage bis 2008 wieder stabilisiert.

Gegenwärtig leben 17 Mönche in der Kartause, welche übrigens als einzige in der Schweiz noch bewohnt ist. Gelebt wird dort sehr spartanisch und in totaler Abgeschiedenheit. Der einzige Kontakt zur Aussenwelt besteht in zwei jährlichen Besuchen von Verwandten. Wobei die Verwandten natürlich ins Kloster kommen, nicht umgekehrt.

Montag, 23. September 2024

Wanderung Jaunpass West

Datum: 19. September 2024
Dauer: 4h55
Länge: 12.5 km
Wetter: sonnig
Route: Jaun-Weibelsried-Pt. 1429-Pt. 1616-Grosse Bäder-Bädermoos-Jaunpass
Charakteristik: leichte Wander- und Bergwege


im Aufstieg Blick Richtung Jaun...

...und vom höchsten Punkt in die Berner Alpen

rechts die Gastlosen

Per Auto fahren wir am Donnerstagmorgen von Charmey nach Jaun, wo wir bei den Talstationen der Bergbahnen parkieren, im Dorf hat es keine öffentlichen Parkplätze.

Im Jahr 2011 wanderten wir im Rahmen der Röstigraben-Route von Jaun nach Rougemont. Da die Bergbahnen östlich dieser Route liegt wollen wir eine Verbindung dahin herstellen. Was nichts anderes heisst, als dass wir in einer Viertelstunde Richtung Jaun und wieder zurück wandern müssen.

Dann geht es aber los Richtung Jaunpass. Nach einer Viertelstunde auf einer als Wanderweg markierten Nebenstrasse biegen wir nach links auf den Bergweg ein. Und dieser hat es in sich, er ist anfänglich mässig, dann aber ordentlich steil. Entschädigt wird man aber mit einer zunehmend weiterreichenden Aussicht über die Freiburger Voralpen.

Beim Punkt 1429 haben wir zwei Varianten, entweder der markierte Wanderweg zum Jaunpass oder eine Nebenstrasse, welche zwar mit anderen Zielen markiert ist, aber indirekt ebenfalls Richtung Jaunpass führt. Wir entscheiden uns für den Wanderweg, welcher sich aber als sumpfig und zunehmend schwierig erweist. Also kehren wir um und gehen auf der Strasse weiter.

Beim höchsten Punkt auf 1745 m öffnet sich ein wunderschöner Blick Richtung Berner Alpen mit dem Wildstrubel im Zentrum. Leider hat es keine Panoramatafel, welche die Gipfel erklärt hätte.

Auf einfachen Wegen und Alpstrassen geht es zum Jaunpass auf 1508 m, wo wir etwa 40 Minuten auf den Bus warten müssen, welcher uns zurück nach Jaun fährt.


Sonntag, 22. September 2024

Cerniat

Am Mittwoch durchwanderten wir Cerniat, die letzte ehemalige Gemeinde im freiburgischen Bezirk Gruyère auf meiner Pendenzenliste:


Im Jahr 2014 schlossen sich Charmey und Cerniat zusammen und gründeten damit die neue Gemeinde Val-de-Charmey.

Cerniat

Hier das dazu passende Gedicht von Alain Neuhaus:

Charmey und Cerniat
Nähme d Fusion klar aa
Die neui Gmeind Val-de-Charmey
Isch drum jetzt uf de Charte z gseh


das Wappen von Val-de-Charmey

Damit stehen jetzt nur noch 5 ehemalige Freiburger Gemeinden auf meiner Pendenzenliste. Diese liegen alle im Bezirk Glâne und ich werde sie auf einer einzigen Wanderung besuchen.



Samstag, 21. September 2024

Wanderung Charmey - Schwarzsee

Datum: 18. September 2024
Dauer: 4h40
Länge: 16.1 km
Wetter: sonnig
Route: Charmey-Cerniat-Les Riaux-La Valsainte-Les Plans-Grattavache-La Balisaz-Schwarzsee
Charakteristik: leichte Wanderwege und Nebenstrassen, viel Hartbelag


Cerniat

Blick über das Tal mit dem Moléson im Hintergrund

Brunnen beim Kloster La Valsainte

der Schwarzsee liegt uns zu Füssen

Nach dem Frühstück geht es am Mittwoch von unserem Hotel in Charmey aus gleich los, die Wanderroute beginnt vor dem Hoteleingang. Nach einem kurzen Stück auf der Strasse zweigen wir auf den Wanderweg Richtung Cerniat ein. Dieser durchquert das Tal des Javro, welcher das Tal durchfliesst. Es geht also zuerst runter, danach wieder rauf in das schön gelegene Dorf mit vielen hübschen Häusern.

Jetzt geht es weiter auf einer Strasse mit relativ wenig Verkehr Richtung Nordost. Als Wanderer geht man zwar nicht gerne auf Strassen, aber im Gegensatz zum tiefer verlaufenden Wanderweg haben wir immer einen schönen Blick über das Tal und die Berge rundum. Ab und zu sieht man auch zum markanten Moléson.

Nach einer guten Stunde erreichen wir das Kloster La Valsainte. Wir sind überrascht von der Grösse der Anlage, welche von einer hohen Mauer umrundet ist. Das Kloster kann abgesehen von einer von aussen zugänglichen Kapelle nicht besichtigt werden, denn es leben immer noch Mönche dort, welche nicht gestört werden wollen.

Eine weitere halbe Stunde verläuft auf der Strasse, welche jetzt fast keinen Verkehr mehr aufweist, da es keine Durchgangsstrasse ist. Dann geht es auf einem steilen Wanderweg hinauf zum Hof Grattavache und zum höchsten Punkt bei La Balisaz, wo es ein typisches Freiburger Bergbeizli hat.

Auf einem Fahrsträsschen geht es 350 hm hinunter zum Schwarzsee, welchen wir in den letzten Jahren schon oft besucht haben. Die öV-Rückfahrt nach Charmey dauert über zwei Stunden, wir müssen mit Bus, Zug und nochmals Bus einen grossen Umweg fahren über Fribourg und Broc.

Freitag, 20. September 2024

Von Westen zum Jaunpass

Für den Donnerstag hatten wir uns den Jaunpass vorgenommen. Allerdings mussten wir den ursprünglichen Plan, von Weissenbach im Simmental über den Pass nach Jaun zu wandern, aufgeben. Einerseits wäre das für eine alpine Wanderung zu weit gewesen und andererseits hätte der öV-Transfer zu viel Zeit in Anspruch genommen. Stattdessen beschränkten wir uns mit dem Aufstieg von Westen her, also vom freiburgischen Jaun, auf die Passhöhe mit anschliessendem öV-Rücktransfer.

kurz nach dem Start in Jaun dieses hübsche Bauernhaus

Aber auch diese verkürzte Variante hatte es in sich, der Aufstieg über 850 hm in oft recht steilem Gelände erforderte Kraft und Ausdauer. Und an einer Stelle mussten wir umkehren und auf einer anderen Variante weiterwandern, weil uns der Weg zu anspruchsvoll wurde.

zwei neugierige Ziegen begrüssen uns

Natürlich wollen wir es nicht beim Aufstieg von Westen her bewenden lassen, wir möchten auch noch den östlichen Teil absolvieren. Allerdings werden wir das vom Simmental her erledigen und mit dem Bus auch wieder dorthin zurückfahren.

kurz vor dem Jaunpass: die zackigen Gastlosen



Donnerstag, 19. September 2024

Ins Val-de-Charmey

Unsere Route von Charmey zum Schwarzsee führte durch das Val-de-Charmey. So heisst auch die Gemeinde, welche durch die Fusion von Charmey und Cerniat entstand.

Es ist eine intakte Bilderbuchlandschaft in den Freiburger Voralpen mit weit verstreuten Bauernhöfen. Überall hat es Kuhherden welche uns daran erinnerten, dass Milch und vor allem der Käse für den Kanton sehr typisch sind. Der Gruyère ist ja nicht nur in der Schweiz, sondern auch weltweit äusserst beliebt.

Cerniat

Ein Höhepunkt war sicherlich das riesige Kloster Valsainte, in welchem immer noch Mönche leben. Mehr dazu später.

Und nach einem steilen Anstieg liegt uns der Schwarzsee zu Füssen und gleichzeitig überschreiten wir die Sprachgrenze.

Mittwoch, 18. September 2024

Noch ein Schoggi-Hotel

Dieses Jahr übernachtete ich schon im Hotel Swiss Chocolate in Lausanne, ich berichtete hier darüber.

Und jetzt sind wir in einem anderen Schoggi-Hotel, dem Hôtel Cailler im freiburgischen Charmey. Jeder kennt die Schoggi-Marke Cailler, wahrscheinlich ist es in der Schweiz oder sogar weltweit die bekannteste Marke. Und produziert wird die Süssigkeit ganz nahe von Charmey, nämlich im wenige Kilometer entfernten Broc.

Aber natürlich sind wir nicht nur der Schokolade wegen hierhin gereist, vielmehr sind zwei Wanderungen geplant, die eine führt heute von Charmey zum Schwarzsee. Auf dem Weg werden wir in einer ehemaligen Gemeinde und etwas später bei einer grossen Klosteranlage vorbeikommen.

Montag, 16. September 2024

Weinstuben und Ziegel

Zwei ehemalige Waadtländer Gemeinden lagen auf dem Rundweg, welchen ich am Samstag ab dem Bahnhof Palézieux absolvierte:


Les Tavernes
und Les Thioleyres fusionierten 2012 mit Oron. Eigentlich erstaunlich, wie lange die kleinen Dörfer autonome Gemeinden waren.

Interessantes dazu habe ich auf Wikipedia gelesen: im 14. Jahrhundert wurde bei Haut-Crêt zwischen den beiden Dörfern eine Abtei gegründet. Auf deren Gebiet wurde später eine Weinstube, auch Taverne genannt, eingerichtet. Darauf ist der Name Les Tavernes zurückzuführen. Vielleicht waren es auch zwei Weinstuben, was die Mehrzahl und die beiden auf dem Wappen abgebildeten Weinkelche erklären würde.


Und auch der Name Les Thioleyres hat mit der Abtei zu tun. Dort gab es nämlich eine Ziegelei, welche Ziegelsteine für den Bau der Abtei, der Weinstube(n) und Bauernhöfe produzierte. Thiole ist ein Patois-Ausdruck für Ziegel.



ein Bischofsstab und zwei Dachziegel

Von den Weinstuben und der Ziegelei sieht man heutzutage nichts mehr und auch die Abtei sucht man vergeblich. In den Dörfern hat es keinerlei Infrastruktur. Aber nach Palézieux oder Oron ist es ja nicht weit.

Sonntag, 15. September 2024

Rundwanderung Palézieux

Datum: 14. September 2024
Dauer: 2h45
Länge: 11.0 km
Wetter: leicht bewölkt
Route: Palézieux-Palézieux Village-Les Tavernes-Vers chez Serex-Les Thioleyres-Sâles-Palézieux
Charakteristik: leichte Wanderwege und Nebenstrassen


an der Broye

Palézieux

Weitblick mit dem Moléson

mangels Brücke war durchwaten angesagt

Freundliches Wetter war für den Samstag im Westen angesagt. Und angenehme Wandertemperatur dazu. Gründe genug für eine Gemeindewanderung bei Palézieux, welches mit öV sehr gut erschlossen ist. Die IC-Züge von Luzern nach Genf halten dort.

Durch einen Wald führt der Wanderweg hinunter zur Broye, welche hier noch naturbelassen sprudelt, dies im Gegensatz zur über weite Strecken kanalisierten Broye weiter unten. Auf einem schmalen Pfad über viele Wurzeln erreiche ich schon bald das Dorf Palézieux.

Nach der Durchquerung des Dorfes geht es auf Feldwegen und einer Strasse zum Weiler Les Tavernes und immer auf Strassen nach Les Thioleyres. Dort zweige ich auf einen nicht markierten Weg ab und steige vorbei an einem Bauernhof zum Bach Le Corbéron ab.

Der Weg ist auf der Karte gestrichelt eingetragen und ich wundere mich, dass beim Bach keine Brücke eingetragen ist. Diese gibt es auch nicht, der Weg führt brückenlos über den Bach. Also Schuhe und Socken ausziehen und durchwaten.

Der Rest der Strecke bis zum Bahnhof Palézieux verläuft neben der Bahnlinie, welche von Palézieux nach Lausanne führt. Die Wanderung war kurz, die Zugfahrt mit fast sieben Stunden hin und zurück doch eher lang.

Freitag, 13. September 2024

Verspargelter Gotthard

Mein Besuch auf dem Gotthardpass am Mittwoch war der erste seit einigen Jahren. Damals waren wir auf dem 4-Quellen-Weg unterwegs. Seither hat sich das Bild auf dem Pass dramatisch verändert: Fünf riesige Windräder dominieren die Landschaft.

Erbaut wurde die "Gotthard-Windpark" genannte Anlage zwischen Juni 2019 und Oktober 2020. Jährlich werden bei durchschnittlichen Windverhältnissen 16 GWh produziert. Die dreiblättrigen Windräder haben eine Nabenhöhe von 98 Metern und einen Rotordurchmesser von 92 Metern, die Gesamthöhe liegt bei 144 Metern. Eindrücklich ist das Gewicht, ein einziges Windrad bringt 936 Tonnen auf die Waage, ohne Fundament versteht sich. Weitere Informationen zur Anlage findet man hier. Ganz unten auf der Seite hat es ein interessantes Video über den Bau der Anlage.

Für mich sind die Windräder sehr gewöhnungsbedürftig. Es ist ein gutes Beispiel, wie nachhaltig diese riesigen "Spargeln" das Landschaftsbild verändern, um nicht zu sagen verunstaltet. Der Mensch hat am Gotthard in den letzten paar Hundert Jahren viel verändert und in die Natur eingegriffen, aber so sichtbar wie jetzt mit diesen Windrädern war das noch nie.

Donnerstag, 12. September 2024

Sasso San Gottardo

Schon seit einiger Zeit stand der Besuch des Sasso San Gottardo auf meiner Pendenzenliste. Gestern konnte ich den Eintrag löschen.

Wahrscheinlich weiss nicht jeder Leser, was der Sasso San Gottardo ist: Es handelt sich um eine militärische Festungsanlage auf dem Gotthardpass, gebaut wurde sie in den Kriegsjahren 1941 bis 1944. Die Festung hätte einen Angriff vom Tessin her abweisen sollen, dazu kam es aber glücklicherweise nicht. Bis 1995 diente sie als Übungs- Anlage für die Artillerie. Die Festung verfügte über zwei fest installierte Kanonen und einige Maschinengewehre.

Stromgeneratoren

Die Festung ist in Form eines weit verzweigten Gangsystems in den Berg hineingebaut. Sie verfügt über zwei Ein- resp. Ausgänge, welche natürlich perfekt getarnt waren. Im Notfall hätten die Soldaten mehrere Wochen in der Festung verbringen können. Sie hatte eine autonome Stromversorgung, Schlafräume, Küche und sanitäre Anlagen, diese aber ohne Duschen.

der Schräglift fährt 80 hm nach oben

Als Besucher muss man sich entscheiden, ob man die ganze Anlage anschauen möchte oder nur einen Teil. Ich wollte mich nicht mit einem Teil begnügen und kaufte das Ticket für 25 Franken, welches auch zum Besuch des hinteren Teils berechtigt.

einer der letzten Tagesbefehle

Zuerst geht es etwa 300 Meter durch einen Stollen bis zum vorderen Teil der Festung. Dort hat es diverse Ausstellungen in verschiedenen Räumen, zum Beispiel eine Bergkristall-Ausstellung oder eine zum Thema "Goethe's Besuch auf dem Gotthardpass".

Mannschaftsunterkunft

Dann geht es durch einen 500 Meter langen Stollen zu einem Schräglift, mit welchem man weiter in den Berg hineingefahren wird. Dort können die Mannschaftsunterkünfte, Essräume sowie die Kanonen und Maschinengewehr-Stände besichtigt werden.

eine von zwei Kanonen

Eindrücklich war für mich vor allem die Weitläufigkeit der Anlage und die Vorstellung, dort ohne Tageslicht Tage oder Wochen verbringen zu müssen.