Freitag, 14. März 2025

Welcome Edelweiss A350!

Gestern kurz nach 15 Uhr landete der erste in der Schweiz immatrikulierte A350 in Zürich, dies nach einem Überflug ohne Passagiere von Lourdes am Fuss der französischen Pyrenäen. Die Maschine mit dem Kennzeichen HB-IHF gehört der Edelweiss. Neu ist das Flugzeug allerdings nicht, es flog von 2019 bis 2021 für die brasilianische LATAM. Das war natürlich der schlechtestmögliche Zeitpunkt für die Inbetriebnahme eines Flugzeuges, genau dann ging es mit Corona so richtig los.

Zwischen Januar 2021 und März 2025 stand der Flieger dann an diversen Orten unbenutzt herum:

Januar 2021 - Juni 2021 auf dem Flugplatz Guarulhos in Sao Paulo
Juni 2021 - Oktober 2023 in Victorville (Kalifornien)
Oktober 2023 - August 2024 in Lourdes (F)
August 2024 - September 2024 in Shannon (Irland)
September 2024 - Dezember 2024 in Teruel (Spanien)
Dezember 2024 - Februar 2025 in Hanoi (Vietnam)
Februar 2025 - März 2025 in Lourdes (F)

Unglaublich, diese vielen Standortwechsel. Ich hoffe nur, dass der Flieger keine grösseren Standschäden erlitten hat.

Ich habe den gestrigen Überflug auf Flightradar24 mitverfolgt und staunte nicht schlecht ob der doch sehr merkwürdigen Flugroute. Von Lourdes bis Montreux verlief diese ganz normal, dann plötzlich wechselte der Pilot mehrfach die Flugrichtung, zuerst über dem Wallis, dann über Thuner- und Brienzersee und schliesslich noch über dem Napfgebiet, bevor er dann doch relativ normal in Zürich landete. Aber halt, vor der richtigen Landung gab es noch einen tiefen Überflug der Landepiste, gefolgt von einem Durchstartmanöver und der Landung nach zwei engen Kurvenflügen. Und die Landung erfolgte auf einer Piste, welche fast nur für Starts benutzt wird. Aufgrund dieser ungewöhnlichen Flugmanöver wurde der Flughafen für alle anderen An- und Abflüge gesperrt.

Im Online-Landboten wurde dazu ein Artikel aufgeschaltet, mit dabei ist ein Video der "Watersalute" genannten Empfangszeremonie durch die Feuerwehr.

Donnerstag, 13. März 2025

Burg Zug

Gestern wollte ich wieder einmal meinen kürzlich erworbenen Museumspass einsetzen, für's Wandern war es definitiv zu nass. Aber in welches Museum, das musste ich zuerst überlegen. Dann hatte ich die Idee, den Museumsbesuch von der Bundesratswahl abhängig zu machen, diese verfolgte ich ab 8 Uhr. Und schon bald war klar, wo das Museum stehen muss: Im Kanton Zug, dies aufgrund der Wahl von Martin Pfister, welcher in Baar wohnt.

Von den vier Zuger Museen, in welchen der Museumspass gültig ist, wählte ich das Museum Burg Zug aus. Dieses liegt zentral in der Zuger Altstadt, vom Bahnhof nehme ich den Bus bis zum Kolinplatz.

sehr passend: Zuger Jasskarten mit Chriesi-Motiv

Die Burg war früher Bestandteil der Festungsmauer rund um die Stadt. Im Erdgeschoss sind der Empfang, ein kleiner Laden mit Cafeteria und die Garderobe eingerichtet. Die Ausstellungen befinden sich in den drei Obergeschossen.

wunderschöner Kalchelofen...

...mit Bild von der Schlacht bei Arbedo 1422

Zu sehen sind eine alte Schuhmacherwerkstatt, eine ebenso alte Apotheke, Ritterrüstungen aus dem Mittelalter, religiöse Objekte sowie ein Modell der Stadt Zug mit gesprochenen Erklärungen zur Geschichte. Schön sind zwei von französischen Palästen inspirierte Räume mit Kachelöfen und schöner Bemalung.

Übrigens, wenn Markus Ritter gewählt worden wäre, hätte ich das Museum Prestegg in Altstätten besucht. Dieses muss jetzt noch ein wenig warten.

Mittwoch, 12. März 2025

Schwänberg

Das Dorf Schwänberg gehört politisch zur Gemeinde Herisau, dem Hauptort des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Eine eigene Gemeinde war es nie, obwohl es als ältestes Appenzeller Dorf gilt. Urkundlich erwähnt wurde es schon im Jahr 821, noch vor Herisau (837) oder Appenzell (1071). Damals trug es noch den Namen "Suweinperac".


Eine Blütezeit erlebte Schwänberg im 17. Jahrhundert, als sich mehrere Herisauer Magistratenfamilien dort niederliessen und stattliche Häuser bauten. Ein Teil davon steht immer noch und ist auch bewohnt, deshalb hat die Siedlung ein Dorfbild von nationaler Bedeutung. Das stattlichste Gebäude ist das 1627-1630 erbaute ehemalige Rathaus, welches aber gegenwärtig wegen Renovationsarbeiten eingerüstet ist. Als Rathaus hat es nie gedient, denn Schwänberg war ja keine eigene Gemeinde. Vielleicht wollten sich die Magistraten von Herisau loslösen und eine eigene Gemeinde gründen.



das eingerüstete ehemalige Rathaus...

sieht normalerweise so aus (Bild Wikipedia)

Viel los war bei unserem Besuch im kleinen Dorf nicht, es hat weder einen Laden noch eine Kirche und das einzige mit "Speisewirtschaft" angeschriebene Haus (ehem. Restaurant Sternen) scheint seit Jahrzehnten geschlossen zu sein.

Dienstag, 11. März 2025

Bierwanderung Schwänberg

Datum: 09. März 2025
Dauer:
 5h20
Länge: 16.2 km
Wetter: sonnig
Route: Gossau-Marstal-Rüti-Schwänberg-Schachen-Nünegg-Polishöchi-Stierweid-Herisau


der Weiher im Marstal

Schwänberg

zwischen den Bäumen ein Bisschen Säntis

Herisau voraus...

...wo gerade einiges los war


Am Sonntag gab es wieder einmal eine Bierwanderung, die letzte lag schon recht weit zurück. Diese spielte sich zu einem kleinen Teil im Kanton St. Gallen und zum grössten Teil in Appenzell Ausserrhoden ab. Praktisch daran war, dass sich die An- und Rückreise zeitlich in engen Grenzen hielt, frühes Aufstehen war nicht erforderlich.

In der Bäckerei beim Bahnhof Gossau kaufen wir uns ein Sandwich, welches den Energiebedarf für die Wanderung deckt. Dann geht es gleich los Richtung Süden. Schnell lassen wir das recht grosse Gossau hinter uns und sind auf Naturwegen unterwegs.

Beim Weiher im Marstal biegen wir auf den Weg Richtung Rüti ein, welcher ohne grössere An- oder Abstiege durch einen schönen Wald führt. Immer wieder begegnen wir Leuten, welche zu Fuss, zu Bike oder zu Ross unterwegs sind. Wir sind erstaunt, dass es hier so viel Volk hat.

Bei der Tobelmüli überschreiten wir die Grenze zum Kanton Appenzell Ausserrhoden und steigen nach Schwänberg auf. Das kleine Dorf hat einige schöne Häuser, es hat deshalb den Status "von nationaler Bedeutung" erlangt. Mehr dazu in einem separaten Eintrag.

Weiter geht es via Schachen und Nünegg hinauf zur Polishöchi auf dem Stäggelenberg, mit 995 Metern der höchste Punkt auf unserer Route. Theoretisch hätte man hier einen schönen Blick zum Säntis, in der Praxis wird dieser aber von vielen Bäumen fast ganz versteckt.

Der Abstieg ist stellenweise etwas steil, mithilfe von Stöcken und dank des trockenen Bodens ist das aber kein Problem. Ab dem Fuss des Stäggelenbergs sind es noch 45 Minuten zum Bahnhof Herisau. Schon von weitem hören wir die Guggenmusiken, welche am Umzug durch das Zentrum des ausserrhodischen Hauptortes teilnehmen. Auch unser Weg führt durch das Zentrum und wir können das fasnächtliche Treiben aus nächster Nähe miterleben.

Montag, 10. März 2025

Bärlauch-Alarm!

Gestern auf unserer Wanderung im Appenzell-Ausserrhodischen sahen wir ihn zum ersten Mal in diesem Jahr: den Bärlauch. Endlich können wir das würzige Wildkraut wieder in unsere Speisen integrieren. Zur Vorspeise mit Käse oder Spargeln, zur Hauptspeise in Form von Bärlauchspätzli oder Bärlauchrisotto.

Die Blätter die wir sahen waren aber noch sehr jung und zart, deshalb liessen wir die Finger davon und beschlossen, noch etwas zu warten.

In der aktuellen Schweizer Familie habe ich übrigens ein Rezept für Schweinsfilet im Bärlauchmantel gefunden, welches ich demnächst umsetzen werde, online kann man es hier anschauen.




Sonntag, 9. März 2025

Zugfahren in China

Auf unserer Chinareise vor 41 Jahren starteten wir in Guangzhou ganz im Süden und reisten mit diversen Zwischenstationen bis nach Peking im Nordosten. Viermal benutzten wir dabei das Flugzeug, einige Male aber auch den Zug. Die im Zug zurückgelegten Strecken waren ziemlich lang, etwa dreimal übernachteten wir im Schlafwagen. Damals waren die Züge ich China natürlich noch nicht so komfortabel wie heute, die alten Wagen ratterten über die unebenen Schienenstränge, was das Schlafen nicht gerade förderte. Aber immerhin waren unsere Abteile in der 1. Klasse relativ sauber und gepflegt.

Fahrt im langen Zug durch die weite Landschaft

Im Zug haben wir aber nicht nur versucht zu schlafen, wir wurden auch kulinarisch verwöhnt. Wir staunten, was das Küchenteam aus der äusserst engen und heissen Küche hervorzauberte. Convenience Food, welcher schnell in der Mikrowelle aufgewärmt wurde: Fehlanzeige. Alles wurde frisch zubereitet und in mehreren Gängen serviert. Wie in China üblich konnte jeder Passagier das Essen selbst aus grossen Töpfen schöpfen. Das war Chinesisches Essen in Reinkultur. Zum Essen wurde immer Tee gereicht, für ein Trinkgeld konnte man aber auch Reiswein oder Bier bestellen, was dann beim Einschlafen etwas half.

unser Chefkoch

nicht alles gegessen, war aber trotzdem sehr gut

Und spannend war nicht nur die Aussicht durch die Zugfenster in die unendlich weite und fast unberührte Landschaft, sondern bei den Zwischenhalten auf Bahnhöfen das Treiben rund um den Zug. Die chinesischen Passagiere mischten sich mit lokalen Händlern, welche den Passagieren alles mögliche und unmögliche zum Kauf anboten. Und immer wieder wurden wir fast wie extraterrestrische Wesen bestaunt, besonders unsere Kleidung und die Fotoapparate stiessen auf grosses Interesse.

das Gutenacht-Bier steht bereit



Samstag, 8. März 2025

SWISS Wanderlust

"SWISS Wanderlust", so heisst der erste A350, welcher diesen Sommer an die Swiss ausgeliefert wird. Für mich als Wanderer und Aviatiker natürlich der perfekte Name für ein Flugzeug und ich freue mich schon jetzt darauf, einmal mit diesem Flieger irgendwohin zu reisen.

Speziell an diesem Flugzeug ist aber nicht nur der Name, sondern auch die Bemalung. Diese besteht aus einer ganzen Reihe von Motiven mit Bezug zur Schweiz. Eine Seilbahn, ein Skifahrer, eine beflügelte Gämse und vieles anderes. Damit wird Swissness in die ganze Welt hinausgetragen. Mehr dazu auf der Swiss Homepage.


Die A350 ist zwar für die Swiss neu, aber so neu ist das Flugzeug dann doch nicht. Vor 7 Jahren sind wir schon einmal mit einer A350 der Lufthansa von München nach Chicago und zurück geflogen.

Noch vor der Swiss wird die Edelweiss den A350 erhalten: am nächsten Donnerstag wird der erste Flieger dieses Typs nach Zürich überflogen. Dieser sieht aber genauso aus wie alle anderen Edelweiss-Flieger.