Dienstag, 9. Januar 2024

Der Negrellisteg

Vor knapp drei Jahren wurde der Negrellisteg eröffnet. Dabei handelt es sich um eine 160 Meter lange Fussgängerbrücke über das Gleisfeld des Zürcher Hauptbahnhofes. Am Sonntag habe ich die Brücke auf meiner Bierwanderung zum ersten Mal benutzt.

der Turm auf der Nordseite

Blick Richtung Süden

Namensgeber für die Brücke ist Alois Negrelli (1799-1858), ein österreichischer Eisenbahningenieur aus Trient, welches damals noch zu Österreich gehörte und heute italienisch ist. Negrelli hat an verschiedenen Eisenbahnprojekten in Europa mitgewirkt, unter anderem als Projektleiter beim Bau der Spanisch-Brötli-Bahn, der ersten Eisenbahnstrecke in der Schweiz von Zürich nach Baden. Der Negrellisteg überspannt also die Linie der Spanisch-Brötli-Bahn.

ich hatte Glück: der Rote Pfeil fuhr in den HB ein



Montag, 8. Januar 2024

Bierwanderung Negrellisteg

Datum: 07. Januar 2024
Dauer: 1h30
Länge: 5.8 km
Wetter: leichter Regen
Route: Zürich HB-Platzspitz-Lettenviadukt-Josefwiese-Negrellisteg-Zürich HB
Charakteristik: Stadtwanderung


der Lettenviadukt,

die Josefwiese...

...und auf dem Negrellisteg

Das durchzogene Wetter ist dafür verantwortlich, dass sich meine Wanderlust im Moment in Grenzen hält. Morgens in der Dunkelheit bei Kälte und Nässe loszuziehen ist nicht so mein Ding. Aber gestern Sonntag ging ich trotzdem raus, allerdings nur für eine sehr kurze Wanderung. Eine Bierwanderung rund um den Zürcher Hauptbahnhof ist auch bei schlechtem Wetter machbar.

Startort ist genau am gleichen Ort wie heute vor einer Woche, nämlich beim Landesmuseum neben dem HB. Und gleich ist auch das erste Wegstück durch den Platzspitz entlang der Limmat. Dann aber geht es nicht über die Sihl, sondern über die Limmat, welcher ich auf seiner rechten Seite folge. Dort staune ich über Leute, welche bei dieser Kälte in der Limmat schwimmen, darunter zwei Frauen im Bikini.

Weiter geht es über den Lettenviadukt, einen ehemaligen Eisenbahnviadukt, welches heute von Fussgängern und Radfahrern benutzt wird. Es geht vorbei an vielen Läden, welche unter den Bögen des noch existierenden Eisenbahnviaduktes eingerichtet wurden und schon bald bin ich auf der Josefwiese, einem grossen Park welcher in der warmen Jahreszeit von vielen Familien bevölkert ist.

Nach einer Runde um den Park geht es durch die Neugasse und die Röntgenstrasse zum Negrellisteg, auf welchem ich das Gleisgewimmel kurz vor dem Hauptbahnhof überquere. Durch die Europaallee und um den HB herum geht es wieder zum Landesmuseum.

Das in der Beschreibung dieser Bierwanderung erwähnte Bier muss ich ausfallen lassen, denn das Brauereilokal ist am Sonntag geschlossen. Dafür kaufe ich am HB ein Bier der Turbinenbräu, einer anderen Zürcher Brauerei und geniesse es zuhause.




Sonntag, 7. Januar 2024

Gâteau du Vully

Mein Ausflug am Freitag nach Sugiez hatte den einzigen Zweck, in der dortigen Bäckerei Guillaume einen Gâteau du Vully zu kaufen. Der berühmte Kuchen hat seinen Namen vom Mont Vully, der sich zwischen dem Neuenburger- und dem Murtensee erhebt und wie der Buckel eines Wales in der sonst flachen Gegend aussieht.

Ich war vor einigen Jahren schon einmal in dieser Bäckerei, damals war es ein kleiner, unscheinbarer  Laden im Zentrum des Dorfes. Heute aber ist es ein grosses, modernes Geschäft mit einem sehr breiten Angebot und einem grossen Tea Room. Der neue Standort ist wenige Schritte vom Bahnhof entfernt an der Hauptstrasse.

die Bäckerei hat mit dem Kuchen schon viele Auszeichnungen gewonnen

Und der Laden scheint erfolgreich zu sein, bei meinem Besuch war das Tea Room gut besetzt und an der Kasse musste man anstehen. Gefühlt jeder zweite Kunde kaufte einen Gâteau du Vully. Davon gibt es drei Sorten: eine süsse Variante nur mit Rahm, eine weitere süsse Variante mit Rahm und Mandeln und eine salzige Variante mit Speck und Kümmel. Da die Variante mit Mandeln ausverkauft war kaufte ich eine nur mit Rahm.




Samstag, 6. Januar 2024

Egli statt Moules

Am Mittwoch musste ich auf dem Rückweg von Sursee in Olten umsteigen. Dabei fiel mir beim Bahnhofbuffet ein Plakat auf, auf welchem für Moules et Frites Reklame gemacht wurde, jeden Donnerstag und Freitag ab 14 Uhr würden sie angeboten. Das löste bei mir Lust aus, diese französisch-belgische Spezialität wieder einmal zu essen.

Gestern machte ich einen Ausflug nach Sugiez am Murtensee (mehr darüber morgen) und kehrte auf dem Rückweg im Oltner Bahnhofbuffet ein. Aber leider waren die Moules schon am Donnerstag ausgegangen, offenbarte mir der freundliche Kellner und Nachschub gab es keinen. Aber auf der Karte stehen noch andere leckere Speisen, ich entschied mich für die Egli-Knusperli mit Frites. Und ich wurde nicht enttäuscht, die grosse Portion Fisch und die noch grössere Portion Frites waren schön in einem grossen Korb angerichtet, so wie Fish 'n' Chips in England.

Unbedingt erwähnen muss ich auch noch die Location, schliesslich ist das Bahnhofbuffet in Olten eines der ganz wenigen, welche es an Schweizer Bahnhöfen noch gibt. Und eine Einkehr ist dort sehr empfehlenswert, der grosse Raum ist sehr geschmackvoll eingerichtet und lässt einen erahnen, wie es hier vor vielleicht 100 Jahren ausgesehen hat. Ausserdem ist der Service sehr professionell, speditiv und freundlich und die Preise fair. Ich kann jedem empfehlen, einmal hier gemütlich einzukehren statt auf den nächsten Anschlusszug zu hetzen.

Und hier wurde auch Geschichte geschrieben: die FDP und der SAC wurden hier gegründet.





Donnerstag, 4. Januar 2024

Mein Einkauf in Sursee

Zur Erinnerung: am 8. Dezember brannte ich in Sursee an, die Geschäfte waren wegen eines katholischen Feiertags geschlossen. Den geplanten Einkauf musste ich verschieben.

Gestern Mittwoch machte ich einen zweiten Versuch und diesmal öffnete sich die Tür zum Kochtopf, so heisst der Laden gleich neben dem Rathaus.

Und so sieht mein Einkauf aus:

Auf dem Bild ist einerseits ein Brot zu sehen, es handelt sich um ein "Sauerländer Schwarzbrot" mit Roggenschrot und -Mehl, Sonnenblumenkernen und Leinsamen. Gebacken wurde es beim "Eigenbrötler", das ist eine Bäckerei in Wauwil westlich von Sursee. Das Brot ist nur eines von einer Vielzahl meist spezieller Sorten, welche dort gebacken werden. Auf der Website der Bäckerei sind die Sorten unter "Kaufen" beschrieben. Irgendwo hatte ich von dieser Bäckerei gelesen und nahm mir vor, einmal eines der Brote zu kaufen.

Und andererseits sieht man auf dem Bild Meerrettich-Wurzeln. Damit hat es folgende Bewandtnis: vor vier Jahren war ich auf einer Wanderung bei Willisau und kam an einem Feld vorbei, wo Meerrettich angebaut wird. Das hatte ich in der Schweiz noch nirgends gesehen und deshalb nahm ich mir vor, irgendwann von diesem zu kaufen. Auf der Website des Anbauers fand ich heraus, dass man die Wurzeln beim Kochtopf in Sursee kaufen könne. Et voilà, die Erklärung.

Einen Haken hat die Geschichte aber. Im Kochtopf fragte ich die Verkäuferin, woher der Meerrettich stamme. Ich wollte natürlich sicher sein, dass er von Willisau kommt. Und sie tat ihre Pflicht und teilte mir nichtsahnend mit, dass er von Unterstammheim komme. Zuerst war ich enttäuscht, im Nachhinein kann ich aber damit leben, immerhin wurde er im Kanton Zürich angebaut und das erst noch recht nahe von uns.




Mittwoch, 3. Januar 2024

Wanderung Zürich - Langnau am Albis

Datum: 01. Januar 2024
Dauer: 3h10
Länge: 14.5 km
Wetter: bewölkt
Route: Zürich HB-Platzspitz-Wiedikon-Allmend Brunau-Leimbach-Adliswil-Langnau am Albis
Charakteristik: einfache, meist breite Wege, flach


der Autobahnstummel...

...der 1974 eröffneten Sihlhochstrasse

kurz danach bei der Allmend Brunau, hinten der Üetliberg

in Adliswil

Das Wanderjahr 2024 eröffneten wir gleich am ersten Tag mit der gestern erwähnten Sihlwanderung. Die Anreise war kurz und einfach: ab Seuzach mit der S11 nach Zürich HB.

Beim Landesmuseum geht es los, entlang der Limmat geht es am Rand des Platzspitz zum Platzspitz-Spitz, wo die Sihl in die Limmat mündet. Vor 35 Jahren wären wir hier nicht durchgewandert, die Drogenhölle hätte uns abgeschreckt.

Wir überqueren die Sihl und wandern ihr entlang zuerst auf der linken, dann auf der rechten Seite unter dem Hauptbahnhof durch, dann durch das Zentrum von Zürich zur Allmend Brunau, wo es schon fast ländlich aussieht. Hier sind unzählige Spaziergänger mit ihren Vierbeinern unterwegs. Der Verkehr im Zentrum hält sich aufgrund des Feiertages in engen Grenzen. So macht das Wandern auch in einer Stadt Spass.

Kurz danach ist aber die Stadtnähe in Form eines Autobahnkreuzes direkt über uns wieder spürbar. Die breiten Wege beidseits der Sihl sind aber vom Strassenverkehr gut abgeschirmt, es müssen keine Strassen gekreuzt werden.

Weiter geht es am Uferweg durch das zur Stadt Zürich gehörende Leimbach und via Adliswil zum Ziel am Bahnhof von Langnau am Albis.

Für uns war dieser Teil der Sihl Première, wir waren hier noch nie unterwegs. Und wir waren überrascht, wie angenehm das Wandern hier ist. Es hat keine spektakulären Landschaften, aber man ist immer sehr nahe am Fluss und kann dem Verkehr sehr gut ausweichen. Den nächsten Teil der Sihlwanderung werden wir sicher bald in Angriff nehmen.


Dienstag, 2. Januar 2024

An der Sihl

Am Samstag fuhr ich vom Zürcher HB mit der Sihltalbahn nach Adliswil, um von dort aus den Wildnispark Langenberg zu besuchen. Vom Zug aus sieht man immer wieder die Sihl und dabei ist mir aufgefallen, dass es neben dem Fluss breite Wege für Fussgänger und Radfahrer hat. Das löste bei mir die Absicht aus, einmal der Sihl entlang zu wandern, von Zürich bis zum Sihlsee. Und genau damit beschäftigten wir uns am Neujahrstag. Allerdings nicht auf der ganzen Strecke, aber immerhin bis Langnau am Albis.

Die 69 Kilometer lange Sihl entspringt am Drusberg im Kanton Schwyz. Bei Einsiedeln wird sie unter Zuhilfenahme eines weiteren Gewässers, der Minster, zum Sihlsee gestaut. Dabei handelt es sich um den flächenmässig grössten Stausee in der Schweiz.

beim Platzspitz-Spitz, links die Sihl, rechts die Limmat

Danach geht es vorbei am Höhronen durch die Hügellandschaft zwischen den Kantonen Zug und Zürich und durch das rein zürcherische Sihltal nach Zürich, wo sie beim berühmt-berüchtigten Platzspitz in die Limmat mündet. Kurz zuvor unterquert sie die Gleise des Hauptbahnhofs, was ich erst bei der Planung der Route realisierte. Als Zugpassagier sieht man davon rein gar nichts, was ich etwas schade finde. Wäre doch genial, wenn man den Fluss durch ein Fenster sehen könnte.

Blick zum Hauptbahnhof, unter welchem
die Sihl durchfliesst