Samstag, 9. Dezember 2023

Die Crèmeschnitte als Höhepunkt

Am Donnerstag versammelten sich etwa 100 Pensionäre der HP zum jährlichen Advents-Mittagessen. Traditionellerweise findet dieses auf der Waid, einem Restaurant am Käferberg hoch über Zürich statt. Bei schönem Wetter hat man von dort eine einmalige Sicht über die Stadt, den See und die Alpen. Dieses Mal wurde die Sicht aber von Hochnebel etwas getrübt.

Entschädigt wurden wir aber kulinarisch, das Küchenteam leistete hervorragende Arbeit. Nur leider gab es beim Hauptgang, dem Rindsstroganoff mit Nudeln, keinen Nachschlag. Aber vielleicht war das besser so, denn zum Dessert wurde eine Crèmeschnitte serviert, welche noch etwas Platz erforderte. Es handelte sich aber nicht um eine 08:15-Crèmeschnitte, sondern um eine sagenhaft gute Variante. Die Crèmemasse zwischen den Blätterteigschichten war ausgesprochen leicht, eher wie ein Mousse. Und sie hatte eine angenehme, unaufdringliche Süsse. Nur schon dieses Dessert rechtfertigt einen Besuch auf der Waid.


Aber Achtung! Wer die Crèmeschnitte als Individualgast bestellt, erhält eine ganze Portion, wir erhielten nur eine halbe Portion.



Freitag, 8. Dezember 2023

Weisses Gold

Weisses Gold: so wurde früher Salz bezeichnet, als die Salzgewinnung noch sehr aufwendig und der Preis hoch war. Bei den Römern wurde Salz auch als Zahlungsmittel verwendet, zum Beispiel zur Bezahlung von Legionären. Daraus ist auch das Wort "Salär" abgeleitet, Salz als Lohn für Arbeit.

Am Mittwoch war ich in Pratteln bei den Schweizer Salinen, wo ich für 12 Franken eine öffentliche Führung gebucht hatte. Ich wollte etwas genauer wissen, wo und wie in der Schweiz Salz gefördert wird. Und der Eintritt war perfekt investiert, ich war der einzige Teilnehmer und kam in den Genuss einer gut einstündigen Privatführung. Die freundliche Angestellte hat mir alles genau erklärt und sie konnte meine Fragen kompetent beantworten.

Die Salzminen befinden sich in Muttenz. Dort hat es unterirdische Kavernen, aus welchen das Salz mit Wasser aus den Minen herausgelöst wird. Das mit Salz angereicherte Wasser, auch Sole genannt, wird dann in einer Pipeline zum Werk in Pratteln gepumpt. Dort wird das überflüssige Wasser in riesigen Silos verdampft. Und fertig ist das Weisse Gold.

die Verdampfungsanlage

Dann trennen sich die Wege für das gewonnene Salz abhängig vom Verwendungszweck. Den grössten Anteil hat das Auftausalz mit 30-50%. Dieses wird in der ganzen Schweiz zum Auftauen von Strassen ausgestreut. Das Auftausalz wird in riesigen Hallen offen gelagert. Dann gibt es Industrie- und Gewerbesalz, welches in grosse Säcke verpackt wird. Speisesalz wiederum hat einen Anteil von 10% und wird in die bekannten Haushaltspackungen abgefüllt. Die strengsten Anforderungen bezüglich Reinheit hat natürlich das Pharmasalz, welches in einer absolut sterilen Umgebung weiterverarbeitet wird.

Übrigens, die Schweizer Salinen haben den Auftrag, alle Kantone mit Auftausalz zu beliefern und sicherzustellen, dass dafür immer genügend Salz vorrätig ist.

vor einem Riesenberg Auftausalz, hier lagern 15'000 Tonnen



Mittwoch, 6. Dezember 2023

Europapark

Am Dienstag stand ein Besuch des Europaparks in meinem Programm. Wie meistens in den letzten ca. 10 Jahren, ausser in den Corona-Jahren, in welchen ja fast alles ausfallen musste.

Der Europapark hat zwei Saisons. Einerseits die Hauptsaison vom März bis Oktober, in welcher der Park täglich von tausenden von Besuchern überschwemmt wird. Und andererseits die kurze Wintersaison, welche dieses Jahr vom 2. Dezember bis 7. Januar dauert. Auch im Winter kommen täglich viele Besucher, anzahlmässig ist es jedoch nur ein Bruchteil im Vergleich mit dem Sommer. Und diese verteilen sich schnell auf die verschiedenen Bereiche, sodass kaum je ein Gedränge herrscht.

die Euromir, eine meiner Lieblingsbahnen

Der ganze Park ist in dieser Zeit weihnächtlich dekoriert mit tausenden von Tannen mit Lichterketten, welche in der Dämmerung und Dunkelheit eine einzigartige Stimmung erzeugen. Untermalt wird diese durch die Berieselung mit Weihnachtsliedern. Wer hier nicht in Adventsstimmung versetzt wird macht etwas falsch.

alles ist hübsch dekoriert

Das Erlebnis musste ich mir aber mit einer langen öV-Anfahrt zuerst verdienen. Die Zug- und am Schluss Busfahrt via Zürich, Basel und Herbolzheim dauerte 4 Stunden und zwischenzeitlich musste ich aufgrund von Verspätungen zweifeln, ob ich es überhaupt schaffen würde.

mit der BlueFire fuhr ich dreimal

Aber es hat geklappt, um 11:30 Uhr war ich im Park (dieser öffnet um 11 Uhr). Auf einem ausgedehnten Rundgang besuchte ich die verschiedenen Länderbereiche wie Holland, Russland, Island, Frankreich oder die Schweiz. Natürlich gehörte auch die Fahrt mit der einen oder anderen Bahn dazu, anstehen musste ich ein einziges Mal, ansonsten kann man einfach rein und losfahren. In der Sommersaison ist stundenlanges Anstehen angesagt. Und wettermässig hatte ich Glück, es war ganztags trocken, so konnten auch viele Bahnen im Freien den Betrieb aufnehmen.

mit dem Monorail geht es über den See

Und natürlich ist auch für Verpflegung gesorgt. In vielen Restaurants und Fastfood-Ständen wird ein breites Angebot an Speisen aus aller Welt angeboten.

mit dieser Bahn fuhr ich nicht, ich wollte nicht nass werden

Um 18 Uhr trat ich nach einem erlebnisreichen Besuch die Heimreise an, welche natürlich wieder 4 Stunden oder sogar noch etwas länger dauerte.

Montag, 4. Dezember 2023

Schwäbisches Gedicht

In der Speisekarte im Liesele habe ich am Freitag auch ein schwäbisches Gedicht gefunden:

Der wo ons möchte kenne lerna,
onser Wese will erfassa,
der muass mit ons zammasitza
ond mit ons sich schmecka lassa:

Knöchla, Sauerkraut ond Spätzla,
Mutschla, Sääla, Kipf ond Brezla,
Hutzelbrot ond Laugawecka,
Schwartamaga, Peitschastecka,
Gaisburger Marsch ond viel Salätla,
Pfitzauf, Zemmetstern ond Fläädle,
Metzelsupp ond Zwetschgaschnitzla,
Schneiderfleck ond Buabaspitzla,
Guatsla, Hefekranz ond -zöpfla,
Fasnetküchla, Gsälz ond Knöpfla,
Streuselkucha, Supp ond Soss,
Maultascha, Dampfnudla riesagross!
Guglhopf, Sprengerle ond Waffla,
Leber- Backstoi-, Luckeleskäs.

Alles dees, en Abständ gnossa,
ischt ons Schwoba artgemäss.

Das Gedicht stammt von Friedrich E. Vogt (1905-1995), einem Schriftsteller aus Stuttgart oder schwäbisch Stuegert.

Einige Ausdrücke waren mir unbekannt. Hier ein paar Übersetzungen aufgrund meinen Google-Suchen:

Knöchla:    Eisbein
Mutschla:    sternförmiges Hefegebäck
Sääla:    nichts gefunden
Kipf:    wahrscheinlich Kipferl oder Hörnchen
Hutzelbrot:    Früchtebrot
Peitschastecka:    Landjäger
Pfitzauf:    ein Gebäck mit Milch und Eiern, welches stark aufgeht oder schwäbisch "aufpitzt"
Metzelsupp:    Wurstbrühe
Schneiderfleck:    ein Hefegebäck
Buabaspitzla:    Schupfnudeln
Gsälz:    Marmelade
Sprengerle:    Anisgebäck
Backstoikäs:    Käsesorte, welche einem Backstein ähnelt
Luckeleskäs:    Quark

Sonntag, 3. Dezember 2023

Schwäbischer Zmittag

Vor einigen Monaten berichtete ich hier über das Liesele, einem Restaurant in Radolfzell am Zellersee, einem Zipfel des Bodensees. Ein Plakat am Bahnhof Konstanz machte mich auf dieses Restaurant aufmerksam. Und am Freitag kehrte ich dort zum Mittagessen ein, das winterliche Wetter liess keine Outdoor-Aktivität zu.

Die Tür war um 11:30 Uhr noch zu, der Wirt bemerkte aber, dass jemand reinwill und öffnete sofort. Das Lokal war noch leer und ich konnte mir einen schönen Tisch aussuchen. Bevor ich die Speisekarte studierte musste ich mich zuerst einmal umsehen. Die Gaststube ist reich dekoriert mit allerlei antikem Geschirr, alten Küchengeräten und Uhren. Fast wie in einem Heimatmuseum.

Die im schwäbischen Dialekt verfasste Schbeisekarde brauchte ich eigentlich gar nicht, denn ich wusste genau, was ich essen wollte: die Herrgottsbscheisserle. Das ist ein lokaler Name für Maultaschen oder Ravioli. Es handelt sich also um mit einer gemischten Fleischmasse gefüllte Teigtaschen. Während der Fastenzeit können Katholiken Fleisch essen, ohne dass es der Herrgott sieht, deshalb der lustige Name.

die Herrgottsbscheisserle

Zur Vorspeise hatte ich eine prall gefüllte Flädlisuppe und einen gemischten Salat vom Buffet. Alles frisch gemacht, auch die Maultaschen mundeten vorzüglich. Ich bin sicher, dass alles frisch zubereitet wurde. Auch die Bedienung war sehr freundlich und effizient. Ein Lokal, welches ich ohne Einschränkung empfehlen kann. Zu beachten sind aber die besonders mittags beschränkten Öffnungszeiten. Am besten schaut man auf der Homepage nach.

auch das typisch schwäbisch:
das Weinkrügle aus Ton

Mein nächster Besuch im Liesele ist schon ins Auge gefasst, auf der Karte hat es noch viele lecker tönende Gerichte.


Samstag, 2. Dezember 2023

Ein Chlapf Schnee

Frau Holle hat in der Nacht durchgearbeitet, bei uns sieht es aus wie im Winterwunderland in den Bergen. Die Schneelast drückt die Äste tief hinunter und ich hoffe, dass sie nicht brechen. Ist schon eine Weile her seit sich der Winter bei uns so heftig bemerkbar machte.

Demnächst werde ich mit der Schneeschaufel rausgehen, um wenigstens einen schmalen Weg freizuschaufeln. Ansonsten werde ich wohl eher zuhause bleiben oder allenfalls einen Schneeschuh-Rundgang machen.

Freitag, 1. Dezember 2023

Flüge am 1. Dezember

In meiner Flugstatistik hat es für den 1. Dezember die folgenden 6 Einträge:

1979

Vor 44 Jahren ging es Richtung Fernost, mit der Swissair DC-10 HB-IHE flog ich via Karachi in Pakistan nach Hongkong. Drei Tage später noch weiter nach Manila auf den Philippinen und wieder nach Hause.

die HB-IHE (Bild Jetphotos)

1988

Wieder ging es nach Osten, diesmal sogar noch weiter. Die Swissair DC-10 HB-IHO brachte uns mit einer Zwischenlandung in Bangkok nach Singapur. Dort stiegen wir auf eine B-747 der Singapore Airlines nach Auckland in Neuseeland um. Nach zwei Wochen Ferien am anderen Ende der Welt traten wir wieder die Heimreise an.

Einer der Höhepunkte der Reise war ein Rundflug um den Mount Cook mit einer Gletscherlandung.

auf dem Franz-Josef-Gletscher

Mount Cook

1989

Ein Jahr später waren wir im Westen unterwegs. Nachdem wir am 30. November nach Tampa in Florida geflogen waren ging es am 1. Dezember weiter nach Cancun in Mexiko, dies mit der B-727 N720RC der Northwest Airlines. In Cancun verbrachten wir eine Woche mit Baden und Sightseeing.

bei den Pyramiden von Chichen Itza

N.B. Den Flug nach Cancun und zurück nach Tampa kriegten wir umsonst von Northwest Airlines. Ich hatte mit dieser Airline geschäftliche Beziehungen und der Geschäftspartner wollte sich damit für die gute Zusammenarbeit bedanken.

1992

Flug von Toulouse via Genf nach Zürich mit der Swissair. Mehr weiss ich darüber nicht mehr, die Aufzeichnung des Flugzeugtyps und des Kennzeichens ging irgendwann verloren. Wahrscheinlich war es ein geschäftlicher Flug, ich hatte zeitweise mit Leuten von Airbus zu tun (der Hauptsitz von Airbus ist in Toulouse).

2007

Mit der A-320 HB-IJQ der Swiss ging es nach Malaga, wo ich zwei Tage Meer, spanisches Essen und spanischen Wein genoss.

2012

Vor 11 Jahren waren wir in Chile, am 1. Dezember flogen wir von Puerto Natales ganz im Süden des Landes nach Puerto Montt und weiter nach Santiago de Chile. Das Flugzeug war die B-737 CC-AAG der Sky Airline.

eindrückliche Kulisse im Torres del Paine Nationalpark