Mittwoch, 17. Dezember 2025

Der Rentner-Mammon

Gestern erschien auf msn - dem Microsoft Network Service - ein Artikel über die Swissair-Pensionskasse. Das verleitete mich dazu, hier etwas darüber zu schreiben.

Die Rentner der Swissair - und dazu gehöre ich leider nicht - können einen sorglosen Lebensabend geniessen, mindestens was die Finanzen anbelangt. Die Pensionskasse der einstigen Vorzeige-Airline der Schweiz weist einen sehr hohen Deckungsgrad von 127% auf, dies bei einem Gesamtvermögen von 1.09 Milliarden Franken. Und als die Rentner in Pension gingen lagen die Umwandlungssätze noch über 7%, heutzutage liegen diese bei unter 6%. Das hat einen grossen Einfluss auf die Höhe der ausbezahlten Renten.

weinender Jumbo an einer Personalveranstaltung in der Werft

Die APK, so heisst die Pensionskasse intern, hat noch etwa 2'500 Rentenbezüger, Tendenz abnehmend. Niemand arbeitet mehr für die Swissair, deshalb kommen auch keine neuen Rentenbezüger dazu. Der Mammon kann also unter den verbliebenen Rentnern verteilt werden. Und weil die Kasse prall gefüllt ist und die Rendite des angelegten Kapitals ziemlich hoch ist werden regelmässig Zusatzrenten ausgeschüttet. Im Jahr 2024 wurden beispielsweise sagenhafte 18 Monatsrenten ausbezahlt, also 50% mehr als die eh schon beachtlichen Renten.

Viele ehemalige Swissair-Mitarbeiter wie ich wurden nicht bei der Swissair pensioniert, sondern bei Firmen, welche vor dem Grounding verkauft wurden. Beispiele dafür sind Swissport, Swissôtel oder der IT-Dienstleister Atraxis, bei welcher ich arbeitete. Die Atraxis wurde an die amerikanische EDS verkauft, ehe letztere von der HP übernommen wurde. Deshalb beziehe ich meine Rente von der HP-Pensionskasse. Klagen kann ich darüber nicht, die Rente ist nicht gefährdet und ab und zu gibt es sogar eine 13. Jahresrente. Aber ein bisschen unfair finde ich trotzdem, dass der Mammon so ungleich verteilt wurde.

Die APK hat übrigens berechnet, dass etwa im Jahr 2073 der letzte Rentner übrigbleiben wird und dass dieser den Rest des APK-Vermögens erhalten wird. Das wären dann noch 400 Millionen Franken. Ich hoffe einfach, dass "der letzte Mohikaner" dann noch etwas Gescheites mit so viel Geld anfangen kann.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Action im Old Trafford

Letzte Woche war ich ja im Fussballstadion von Manchester United, das Stadion wird auch Old Trafford genannt, so heisst die Gegend dort.

der Spieler in Rot ist von ManU

Und soeben habe ich im Online-TagesAnzeiger gelesen, dass das gestrige Heimspiel gegen Bournemouth unentschieden endete. Aber kein langweiliges 0:0, sondern ein höchst umstrittenes 4:4. Da wäre ich gerne auch dabei gewesen, bei acht Toren wird es niemandem langweilig, am wenigsten den Spielern.

Montag, 15. Dezember 2025

Auf den Kanälen von Manchester

In Manchester war ich schon dreimal, 1983, 2009 und letzte Woche. Erst beim dritten Besuch entdeckte ich die Kanäle von Manchester. Vermutlich deshalb, weil dort in den letzten Jahren ein neues, aufstrebendes Quartier entstanden ist, die Quays.

Eine der Tramlinien führt genau dorthin, alle paar Minuten fährt ein Tram. Bei der Station Harbour City stieg ich aus und schaute mich um. Das Quartier ist eine bunte Mischung aus mehrstöckigen Wohngebäuden, Einkaufszentren, Restaurants, Kinos und Firmen aus dem Dienstleistungsbereich. Die BBC ist mit diversen grossen Gebäuden vertreten. Über den Kanälen hat es diverse Brücken mit teilweise interessanter Architektur.



Auf dem Wasser in den Kanälen hat es einige Ruderboote, welche ihre Runden drehen. Und dann sehe ich ein etwas grösseres Passagierschiff, welches soeben an einem der Quais anlegt. Das möchte ich mir genauer ansehen und stelle fest, dass es sich um ein Rundfahrten-Schiff handelt, welches gleich zur nächsten Fahrt aufbrechen wird. Spontan entscheide ich mich für eine ungeplante Rundfahrt.

Auf der einstündigen Fahrt geht es zuerst vorbei an einer Schleuse und dann Richtung Stadtzentrum unter diversen Brücken hindurch und vorbei an alten Lagergebäuden und neuen Hochhäusern bis zum Fluss Irwell. Bevor der Fluss zu eng wird kehrt das Schiff und fährt den gleichen Weg zurück.



Die Kanäle von Manchester gehören zu einem 58 Kilometer langen Kanalsystem, welches von der Mündung des Mersey in die Irische See bei Liverpool nach Manchester führt. Dabei werden 18 Meter mithilfe von 4 Schleusen überwunden. Der Manchester Ship Canal genannte Wasserweg wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, um den in Manchester ansässigen Industriebetrieben einen direkten Meeranschluss zu verschaffen.


ein Bild aus früheren Zeiten


Der Kanal ist immer noch in Betrieb, allerdings sah ich auf der Rundfahrt keine Frachtschiffe. Wahrscheinlich ist der Kanal für die heutigen Schiffe zu schmal. Ich habe gelesen, dass es Bestrebungen gibt, den Kanal zu erweitern.

Sonntag, 14. Dezember 2025

Manchester United

Wer sich auch nur ein Bisschen für Fussball interessiert kennt die beiden in der Englischen Premier League spielenden Klubs Manchester City und Manchester United. Gegenwärtig liegt City auf Platz 2 und United auf Platz 6. United ist mit 20 Meistertiteln zusammen mit Liverpool das erfolgreichste Team.

Matches finden in dieser Jahreszeit nur an Wochenenden statt, aber das Stadion von Manchester United kann auch unter der Woche besucht werden, was ich am Donnerstagmorgen ausnützte. Das Stadion liegt etwas ausserhalb der Stadt nahe der Tramstation Old Trafford, die Tramfahrt dauert etwa eine Viertelstunde. Nach 10 Minuten Fussmarsch stehe ich vor dem Stadion und kaufe mir für 22 £ ein Ticket für eine Stadionführung, welche in einer Viertelstunde beginnt.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des 1910 eröffneten und mehrfach erweiterten Stadions führt uns der Guide hinaus auf die Tribüne. Erst jetzt realisiere ich die eindrückliche Dimension der Arena. Auf den rund um das Spielfeld bis zu 45 Meter aufragenden Tribünen finden über 78'000 Zuschauer Platz. Damit ist es nach dem Wembley-Stadion in London das zweitgrösste Fussballstadion in Grossbritannien.


Dann geht es in die Eingeweide des Stadions durch endlose Gänge zur Umkleidekabine für die Spieler von Manchester United und durch den Spielertunnel hinaus aufs Spielfeld resp. an den Rand desselben, denn das Betreten des Rasens wird mit einer saftigen Busse geahndet.

Der Rasen besteht zu 97% aus Naturrasen, der Rest aus synthetischem Material. Das Spielfeld ist leicht gewölbt, die Mitte des Feldes ist einige Zentimeter höher als der Rand. Damit wird verhindert, dass bei starkem Regen Pfützen entstehen. Der Rasen wird in regelmässigen Abständen mit Knoblauch behandelt, was allfällige Schädlinge vernichten soll.

durch den Spielertunnel gehts aufs Spielfeld

Bevor es wieder ins Innere des Stadions ging versuchte ich mir vorzustellen, wie sich die Spieler fühlen, wenn sie bei vollbesetztem Stadion auf das Spielfeld hinauslaufen. Das muss wohl sogar für die hartgesottenen Profispieler immer wieder eindrücklich sein.

Samstag, 13. Dezember 2025

Ausflug nach Blackpool

Die beiden Nächte meines Kurztrips nach Manchester verbrachte ich nicht in der Stadt, sondern am Flughafen im Hotel Radisson Blu. Das war eine perfekte Wahl. Erstens musste ich nach der Ankunft am Dienstagabend nicht mehr in die Stadt fahren und das Hotel suchen, sondern konnte das Hotel entspannt zu Fuss erreichen. Im Restaurant des Hotels konnte ich dann auch gemütlich ein traditionelles Fish 'n Chips geniessen.

Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass das Hotel nur wenige Fussminuten vom Bahnhof Manchester Airport entfernt lag. Davon profitierte ich am Mittwochmorgen, als ich den direkten Zug via Manchester Zentrum nach Blackpool an der Irischen See nahm. Die Fahrt im S-Bahn-ähnlichen Zug mit etwa 15 Zwischenhalten dauerte 1.5 Stunden.

Ich hatte mich schon zuhause etwas über Blackpool auf Wikipedia informiert und las dort, dass es sich um eine der ärmsten Städte in Grossbritannien handle und dass die früher vor allem für Familien sehr beliebte Stadt direkt am Meer nur noch wenige Besucher anziehe.

North Pier

Schon kurz nach meiner Ankunft am Bahnhof von Blackpool stellte ich aber fest, dass diese Beschreibung kaum zutreffen kann. Der Bahnhof selbst und die nähere Umgebung wirkten auf mich sehr gepflegt und sauber und überhaupt nicht abweisend. Der erste Eindruck wurde dann an der Strandpromenade bestätigt. Die breite Promenade zwischen den drei mehrere Kilometer auseinanderliegenden, auf das Meer hinausragenden Piers lud zu einem längeren Spaziergang ein. Sowohl die Promenade als auch der breite Strand machten einen sehr sauberen Eindruck. Die Piers mit einem grossen Vergnügungs-Angebot waren zwar saisonal geschlossen, auf der Promenade hatte es aber viele geöffnete Fahrgeschäfte, welche auf Kunden warteten.


Center Pier

Das Wahrzeichen von Blackpool ist der eindrückliche Tower zwischen dem North und dem Center Pier direkt gegenüber der Promenade. Gerne wäre ich mit dem Lift hinaufgefahren, der Turm ist aber bis Ostern geschlossen. Dies gilt auch für die vielen Vergnügungsstätten entlang der Strasse wie Spiel-Arkaden, Wachsmuseen und vielem anderem. Aufgrund des riesigen Angebots bin ich sicher, dass Blackpool in der warmen Jahreszeit vor allem für Familien sehr attraktiv ist.

Zum Nachtessen hatte ich im Zentrum von Manchester in einem gepflegten Indischen Restaurant, dem Dishoom, reserviert. Ich bestellte ein Gericht mit Reis und Lammfleisch, überbacken mit einer Teigdecke. Dazu wurden diverse Saucen und eine Art Tsatziki serviert. War sehr lecker und mit einem Preis von gut 30 Franken günstig.

Freitag, 12. Dezember 2025

Zurück aus Manchester

Gestern wurde es für mich spät, mein Rückflug von Manchester nach Zürich mit der Swiss landete erst um 21:30. Das Andocken, Aussteigen und der Transfer von den E-Gates zum Hauptterminal dauerte dann nochmals eine halbe Stunde, erst um 11 war ich zuhause.

im Endanflug auf Manchester, das Bild ist aufgrund
von heftigen Turbulenzen etwas verwackelt

Aber damit musste ich natürlich rechnen, ich wählte sowohl für den Hin- als auch für den Rückflug die Verbindungen am späten Nachmittag und nicht die am Morgen.

ein Bild von Mittwoch...

Einige Leser mögen sich jetzt fragen, was man im Dezember in Manchester machen kann. Die Stadt im Norden von England ist ja nicht unbedingt als Sightseeing-Paradies bekannt. Man assoziiert sie eher mit einer tristen Industriestadt ohne wirkliche Sehenswürdigkeiten.

...und von Donnerstag

Dass dem nicht ganz so ist möchte ich hier in den nächsten Einträgen aufzeigen. Nach den zwei Tagen habe ich nämlich noch lange nicht alles gesehen, was mich interessiert hätte. Ausschlaggebend für meinen Trip nach Manchester war übrigens der günstige Preis für das Flugticket. Für Hin- und Rückflug bezahlte ich gerade einmal total 123 Franken in der Economy Light, also nur mit Handgepäck.

Heute nur ein paar Bilder, morgen werde ich über mein Programm vom Mittwoch berichten.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Meine besuchten Länder und Territorien

Nach der Karte mit einer Auswahl von noch zu besuchenden Ländern hier noch die Karte mit den Ländern und Territorien, welche ich schon besucht habe.

Auch auf dieser Karte sind Länder mit roten und Territorien mit gelben Pins markiert. Die Pins "stecken" auf der jeweiligen Hauptstadt des Landes und Territoriums, auch wenn ich nicht in jedem Fall dort war.

Auch diese Karte ist online zugreifbar und es kann beliebig gezoomt werden.

Hier der Link: Karte TCC Visited

P.S. Heute Nachmittag werde ich für einen Kurztrip von Zürich an ein Ziel in Europa fliegen. Wohin es ging kann man hier am Freitag lesen. Mittwoch und Donnerstag gibt es eine Blog-Pause.