Donnerstag, 10. November 2022

Wanderung La Baroche

Datum: 06. November 2022
Dauer: 4h05
Länge: 16.1 km
Wetter: sonnig
Route: Miécourt-La Tuilerie-Charmoille-Pleujouse-Asuel-Pleujouse-Fregiécourt-Pt. 608-Cornol-La Montoie-Miécourt
Charakteristik: leichte Wanderwege


Blick über die Ebene von La Baroche

Charmoille

Château de Pleujouse

Ortsschild mit Übersetzung in den lokalen Dialekt,
das haben wir in einigen Dörfern gesehen

Wenn man an den Kanton Jura denkt kommen einem die vielen Hügel in den Sinn, welche den Wanderern im Weg stehen, aber auch für eine attraktive Landschaft sorgen. In der Ajoie gibt es aber auch grössere ebene Flächen, so zum Beispiel in der Baroche, so wird die Gegend östlich von Porrentruy genannt. Dort waren wir am Sonntag unterwegs, auf einer Rundwanderung mit Start und Ziel in Miécourt. Ganz flach war die Route aber nicht, am Rand der Ebene waren auch einige Höhenmeter zu überwinden.

Ab Miécourt geht es in östlicher Richtung am Hang des Mont de Miserez gut 100 hm aufwärts und via La Tuilerie gleich wieder hinunter nach Charmoille, welches wir durchqueren und auf geteerten Nebenstrassen nach Pleujouse weitergehen. Dort werden wir von einem alten Château überrascht, wir rechneten nicht damit. Und gleich neben dem Château wird in einem fast so alten Haus gourmetmässig gewirtet. Auch das eine Überraschung in dieser abgelegenen Gegend.

Wir haben aber soeben unser Sandwich verspiesen und gehen ohne Mittagessen weiter. Auf einem schmalen Pfad mit einem kurzen, sehr steilen Anstieg geht es nach Süden Richtung Asuel. Nach der Überschreitung der Grenze der ehemaligen Gemeinde nehmen wir eine Abkürzung zur Strasse, welcher wir bis Fregiécourt folgen. Dabei sehen wir das erwähnte Château zum zweiten Mal.

Ab Fregiécourt steigt der Weg nochmals leicht an, auf einem leichten Waldweg geht es nach Cornol und schnurgerade durch la Montoie zurück nach Miécourt.




Mittwoch, 9. November 2022

Zurück aus Delémont

Nach einem Kurzaufenthalt in der jurassischen Hauptstadt sind wir wieder zuhause. Drei Wanderungen in der Umgebung von Delémont haben wir hinter uns, eine am Anreisetag, eine am Abreisetag und eine dazwischen.

Erwähnenswert ist unser Logis, wir übernachteten im neuen Mercure-Hotel direkt beim Bahnhof. Dieses gehört zur französischen Hotel-Kette Accor und es ist das erste und einzige 4*-Hotel in der Stadt. Die Auswahl an guten Hotels war bisher ziemlich dürftig, schon einige Male wollten wir in Delémont übernachten und mussten dann mangels Verfügbarkeit in guten Hotels auf andere Orte ausweichen.

In den letzten Jahren wurde das Quartier rund um den Bahnhof total umgebaut, es entstanden viele moderne Geschäfts- und Wohnhäuser oder Einkaufszentren. Und seit Juni dieses Jahres hat Delémont endlich ein brauchbares Hotel mit sehr guter Lage.

Ein Restaurant hat das Hotel nicht, es bietet den Gästen lediglich das Frühstück an, welches in der Bar eingenommen wird. Und die Auswahl an Restaurants hält sich besonders an Sonntagen und Montagen in engen Grenzen, fast alle sind zu. Deshalb nahmen wir das Nachtessen zweimal im gleichen Restaurant, dem Metropole, ein. Wir waren damit aber sehr zufrieden.

Ab morgen folgen die Wanderberichte zu den drei Wanderungen.

Dienstag, 8. November 2022

Medeglia und Robasacco

Nach der Tessiner Wanderung vom Mittwoch kann ich zwei ehemalige Gemeinden auf meiner Liste abhaken:

Im Jahr 2007 wurde im Vedeggiotal über eine Fusion von 7 Gemeinden, darunter Medeglia, abgestimmt. Zwei Gemeinden - Isone und Mezzovico-Vira - lehnten die Fusion ab. Die fünf zustimmenden Gemeinden wurden danach zur neuen Gemeinde Monteceneri fusioniert. Dagegen wurde aber Einsprache erhoben mit der Begründung, dass ja nicht über die Fusion von nur fünf, sondern von sieben Gemeinden abgestimmt wurde. Die Einsprache wurde vom Bundesgericht gutgeheissen mit der Empfehlung, nochmals über eine Fusion von fünf Gemeinden abzustimmen. Diese wurde angenommen und 2010 entstand die neue Gemeinde definitiv.

Medeglia

Das am Hang südlich der Magadinoebene gelegene Robasacco wurde 2005 zum in der Ebene gelegenen Cadenazzo eingemeindet.






Montag, 7. November 2022

Wanderung Isone - Cadenazzo

Datum: 02. November 2022
Dauer: 4h00
Länge: 13.9 km
Wetter: sonnig
Route: Isone-Medeglia-Monti di Medeglia-Calmagnone-Robasacco-Cadenazzo
Charakteristik: leichte bis mittlere Berg- und Wanderwege


Isone

Medeglia

Feuersalamander habe ich schon lange keine mehr gesehen

Blick über die Magadinoebene Richtung Agglomeration Bellinzona

Gut gestärkt vom vorabendlichen Ziegen-Fünfgänger bin ich bereit für die geplante Wanderung, auf welcher ich zwei ehemalige Gemeinden besuchen werde.

Schon vor neun Uhr steige ich im schattigen Isone aus dem Postauto und muss mich gut anziehen, erstens ist es noch ziemlich frisch und zweitens beginne ich mit einem Abstieg durch das Tal des Vedeggio.

Nach 100 hm runter geht es auf einer Strasse hinauf nach Medeglia und weiter auf einem Bergweg zu den Monti di Medeglia. Ganz einfach ist der Bergweg nicht, die vielen Steine und Wurzeln sind teilweise von dichtem Laub bedeckt. Erhöhte Konzentration ist gefragt.

Nach 400 hm Aufstieg erreiche ich den höchsten Punkt auf 1043 Metern. Und wie erwartet öffnet sich dort oben die grandiose Sicht über die Magadino-Ebene zwischen Bellinzona und dem Lago Maggiore.

Der Abstieg nach Cadenazzo beginnt auf einer breiten Waldstrasse mit Naturbelag. Bei der sechsten Spitzkehre geht es auf einer geteerten Nebenstrasse weiter via Calmagnone und Meggiagra nach Robasacco. Der Wanderweg kürzt einige Strassenkehren ab, ich bleibe aber auf der Strasse. Manchmal entpuppen sich Abkürzungen als schwierige Wege, welche unter Umständen mehr Zeit in Anspruch nehmen als der Umweg.

Ab Robasacco wird es wieder etwas anspruchsvoller, wieder liegt viel Laub auf Stolpersteinen und -Wurzeln. Zuerst unterquere ich die Autobahn, welche von Italienreisenden befahren wird, danach die Eisenbahnlinie, auf welcher vor der Eröffnung des Ceneri-Tunnels die Züge von und nach Lugano und Italien verkehrten.

Mein Ziel ist der Un-Ort Cadenazzo, welchen ich nach einer weiteren Stunde erreiche. Un-Ort deshalb, weil Cadenazzo für mich vor allem aus Strassen, Stau, Güterbahnhof und Industrie besteht. Kein Ort zum Verweilen, eher zum möglichst schnell Wegfahren.


Sonntag, 6. November 2022

Der Fünfgänger in Cevio

Seit einigen Jahren gibt es im Maggiatal ein Ziegenfleisch-Festival, dort heisst es Rassegna Gastronomica sulla Carne di Capra. Dieses Jahr nehmen sechs Gastrobetriebe daran teil, jeder davon bietet ein oder mehrere Gerichte mit Ziegenfleisch an.

Letztes Jahr war ich in Coglio im Eco-Hotel Cristallina, wo ich allerdings vom schuhsohlenmässig zähen Fleisch enttäuscht war. Deshalb wollte ich einem anderen Betrieb die Chance geben, es besser zu machen. Meine Wahl fiel auf das Ristorante Castello im hübschen Cevio. Dort werden zwei Menus angeboten, ein Fünfgänger für 60 und ein Viergänger für 55 Franken.

Am Dienstag nahm ich die lange Reise ins abgelegene Tal unter die Räder mit der Absicht, das Nachtessen in Cevio einzunehmen und nach Bellinzona zurückzukehren, wo ich eine Übernachtung gebucht habe. Am Mittwoch wollte ich in der Nähe der Tessiner Hauptstadt wandern.

Meine Wahl fiel auf den Fünfgänger, wenn schon dann schon, dachte ich mir. Und ich bereute es nicht, jeder Gang war für sich ein Höhepunkt.

die hübsch angerichtete Vorspeise mit ausgezeichnetem Salami und Trockenfleisch

das rosa gebratene Ziegen-Entrecôte war fast so zart wie vom Rind

Ziegenkäse in diversen Ausführungen

vom Grappa zum Dessert konnte ich mich selbst bedienen

Vom Zwischengang, den Tagliatelle mit Ziegenhackfleisch, habe ich kein Bild, die frisch gemachten Teigwaren mundeten aber hervorragend.

Nicht nur mit dem Essen, auch mit dem Service war ich sehr zufrieden. Ein eingespieltes, sehr aufmerksames Team sorgte für einen tadellosen Ablauf. Sogar die Chefin sprang ein, wenn es nötig war. Dort werde ich sicher wieder einmal reinschauen, auf der normalen Karte stehen noch andere Speisen, die ich gerne probiert hätte.

Samstag, 5. November 2022

Steg

Zum Abschluss unserer Walliser Wandertage erhielt die ehemalige Gemeinde Steg noch Besuch von uns:

Steg hiess früher Benken, im 18. Jh. wurde es umbenannt, Namensgeber war der Steg zwischen Steg und Gampel. Das ist die heutige Strassenbrücke, auf welcher der ganze Lötschberg-Verkehr durchfährt.

2009 fusionierte Steg nicht etwa mit Gampel, wo ja der Steg hinführt, sondern mit Hohtenn. So entstand die neue Gemeinde Steg-Hohtenn.

der Steg ist auch auf dem Wappen


In der Gedichte-Sammlung von Alain Neuhaus wurde ich auch bei Steg fündig:

Die neu Gmeind Steg-Hohtenn
Liet bruchschtückhaft im Bezirk Westlich ..ron (ron einzeln aussprechen)
Do fehle no zwöi Buechschtabe voore draa
En R und en A

P.S. Eine aufmerksame Leserin meines Blogs hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die im gestrigen Eintrag abgebildete Kirche nicht die Felsenkirche, sondern die Burgkirche St. Romanus sei und dass die Felsenkirche unten im Fels eingebaut ist. Da hat sie natürlich recht, wir wussten nicht, dass es dort zwei Kirchen gibt und nahmen an, dass es sich bei der von uns besuchten Kirche um die Felsenkirche handelt.

Freitag, 4. November 2022

Wanderung Raron - Steg

Datum: 28. Oktober 2022
Dauer: 2h15
Länge: 8.9 km
Wetter: bewölkt
Route: Raron Bahnhof-Burgkirche-Niedergesteln-Ruine Gestelnburg-Stägärfäld-Steg-Gampel - Bahnhof  Gampel-Steg
Charakteristik: leichte Wanderwege


Burgkirche St. Romanus über Raron

Raron

Niedergesteln

auf der Burgruine ob Niedergesteln

Ursprünglich war eine Wanderung von Steg hinauf nach Guttet geplant, inklusive Besuch von drei ehemaligen Gemeinden, darunter Steg. Aus öV-technischen Gründen verwarfen wir das Vorhaben aber, wir hätten einfach zu viel Zeit benötigt. Aber am Freitag wollten wir wenigstens Steg einen Besuch abstatten, dies im Rahmen einer kurzen und einfachen Talwanderung.

Wir parkieren am Bahnhof Gampel-Steg und nehmen den nächsten Zug nach Raron. Dort überqueren wir den Rotten, so wird ja die Rhone im Oberwallis genannt, und gehen durch das Dorf und hinauf zur auf einem hohen Felsen gebauten Burgkirche. Auf einer Infotafel wird die Geschichte der Kirche und der angrenzenden Burg erklärt. Unter anderem erfahren wir, dass sich Rainer Maria Rilke's Grabmahl neben der Kirche befindet. Der Dichter verbrachte seine letzten Lebensjahre im Wallis.

Unser nächstes Zwischenziel ist das Nachbardorf Niedergesteln. Dort steigen wir auf einem sehr schön angelegten Weg zur Burgruine Gestelnburg auf, wo wir die Aussicht über das Tal geniessen. Sozusagen im Keller der Burg kann man ins Feschtiloch kriechen, das ist eine eiszeitliche Höhle. Ganz rein wagte ich mich aber nicht, ich hatte auch keine Taschenlampe dabei.

Entlang des Galdibaches setzen wir unsere Wanderung in westlicher Richtung fort und erreichen nach etwa einer Stunde Steg. Das Dorf kennen wir zwar vom Auto aus, denn dort fährt man ja durch, wenn man durch den Lötschberg-Tunnel fährt. Zu Fuss waren wir aber noch nie in dieser ehemaligen Gemeinde.