Samstag, 9. März 2024

Schiffliversenken

Neben dem Hugenotten-Wanderbüchlein schenkten mir meine Töchter auch zwei Rätselhefte zum Geburtstag: eines mit BINOXXO- und eines mit BIMARU-Rätseln. Damit könne ich die Zeit im Zug auf der Anreise zu den Wanderungen nutzen, meinten sie. BINOXXO kenne ich schon, aber BIMARU ist neu für mich. Dabei handelt es sich um eine Art Schiffliversenken, welches man aber alleine spielt. Auf einer Matrix von Feldern muss aufgrund von einfachen Regeln der Standort von Schiffen verschiedener Grösse herausgefunden werden.

Ich habe in der Zwischenzeit schon einige dieser Rätsel gelöst, andere konnte ich aber nicht korrekt lösen. Aber mit der Zeit lernt man dazu und man wird genauer und schneller. Sicher werden mich die Heftli künftig auf Zugreisen begleiten. Ein sehr sinnvoller Zeitvertreib, finde ich.

Mittwoch, 6. März 2024

Ein neues Projekt!

Mit etwas Verspätung erhielt ich von unseren Töchtern zum Geburtstag ein Büchlein, ein Wanderbüchlein genau gesagt. Darin ist ein Fernwanderweg von Genf nach Schaffhausen beschrieben. Es geht dabei um die Hugenotten, welche dereinst aus Frankreich vertrieben wurden und sich auf den Weg durch die Schweiz machten. Die einen blieben in der Schweiz, andere zogen weiter nach Deutschland.

Im Buchtitel sind auch die Waldenser erwähnt, das ist eine mit den Hugenotten vergleichbare Religionsgemeinschaft. So genau kenne ich deren Geschichte aber (noch) nicht.

Damit ist für mich ein neues Projekt entstanden, welches ich demnächst in Angriff nehmen werde. Und übrigens, Thomas Widmer hat kürzlich mit dem Schweizer Teil des Jakobsweges begonnen, er will etappenweise von Konstanz nach Genf wandern. Vielleicht begegnen wir uns dann einmal unterwegs, wäre schön!

Dienstag, 5. März 2024

Noch 5

Nach dem Skopje-Trip konnte ich ein weiteres Land in Europa abhaken, welches ich im Rahmen meines Projektes "Länderfliegen Europa" noch besuchen muss.

Übersichtskarte mit den 5 fehlenden Ländern

Jetzt fehlen noch 5 Länder, welche aber momentan teilweise nicht oder erschwert erreichbar sind:

Weissrussland

Für einen Besuch dieses auch Belarus genannten Landes bräuchte ich ein Visum. Wie einfach oder schwierig ein solches beschafft werden kann weiss ich nicht, ich habe mich darüber nicht informiert. Im Moment ist aber die Anreise herausfordernd, Flüge von Westeuropa in die Hauptstadt Minsk gibt es keine, man müsste einen Umweg über Istanbul oder Dubai machen. Flüge von Moskau nach Minsk gibt es viele, aber ein Visum für Russland ist gegenwärtig wahrscheinlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Moldawien

Für das auch Moldau genannte Land braucht es kein Visum, die Einreise ist sogar mit der ID möglich. Und Flüge in die Hauptstadt Chisinau sind zum Beispiel via Wien möglich. Allerdings grenzt das Land an den Südwesten der Ukraine, deshalb werde ich mal abwarten und hoffen, dass der Krieg nicht mehr allzu lange dauert.

Transnistrien

Dieses langgezogene Land im Sandwich zwischen Moldawien und der Ukraine könnte in einem Tagesausflug von Chisinau aus besucht werden, man könnte also beide Länder in einem Aufwisch besuchen. Aber was für Moldawien gilt gilt auch für Transnistrien: es grenzt an die Ukraine. Dazu kommt, dass dieses Land kürzlich Hilfe von Russland angefragt hat. Wenn der eh schon grosse russische Einfluss noch grösser wird könnte es in Zukunft schwierig werden, dorthin zu reisen.

Übrigens, Transnistrien wird nur von wenigen Ländern anerkannt, weil es sich von Moldawien als abtrünnige Provinz losgelöst hat.

Ukraine

Hier gibt es nicht viel zu ergänzen. In ein kriegführendes Land zu reisen ist wohl das dümmste, was man machen kann. Ich gehe auch davon aus, dass ein Grenzübertritt nicht möglich ist. Auch nach dem Krieg wird es sicher eine Weile dauern, bis wieder geregelte Verhältnisse herrschen.

Montenegro

Dieses Balkan-Land ist von den 5 Ländern sicher am einfachsten zu besuchen. Es gibt zwar nicht viele Flüge in die Hauptstadt Podgorica, aber immerhin fliegt die Air Montenegro zweimal wöchentlich direkt von Zürich. Für die Einreise reicht die ID. Und dieses Land ist genug weit von den Krisenherden entfernt. Das Land ist auch attraktiv, es gibt einige schöne Küstenstädte, Strände und Berge zum Wandern.


Da ich mich in meinem Projekt an die Länderliste des Traveler's Century Club halte gibt es auf meiner Pendenzenliste noch einige andere Orte, welche es zu besuchen gilt, diese liegen aber alle in Ländern, welche ich schon besucht habe. Zum Beispiel die zu Norwegen gehörende Inselgruppe Spitzbergen oder zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern.

Montag, 4. März 2024

Skopje Teil 3

Nach dem montäglichen Sightseeing in Skopje wollte ich mir am Dienstag die Umgebung der Stadt etwas anschauen. Vor dem Trip hatte ich mich etwas informiert, was es zu sehen gäbe. Ziemlich zuoberst auf der Liste stand das Matka Canyon mit einem Stausee, auf welchem man Bootstouren unternehmen kann. Das tönte für mich gut und ich bestellte nach dem Frühstück ein Taxi, welches mich in etwa 30 Minuten dorthin fuhr. Auf dem Weg dorthin fragte mich der perfekt Englisch sprechende Taxifahrer, ob er mich nach der Besichtigung wieder zurückfahren solle. Damit war ich einverstanden und ich handelte mit ihm einen Fixpreis von 60 Euro aus, in welchem die Wartezeit im Canyon sowie eine zusätzliche Fahrt zu einer Gondelbahn, welche auf einen Berg fährt, beinhaltet.

Unterhalb der für den Stausee verantwortlichen Staumauer lässt mich der Fahrer aussteigen, die Strasse geht nicht weiter. Zu Fuss geht es auf einem Spazierweg zum See, wo die Bootsvermieter und ein Restaurant auf Kunden warten. Davon hat es noch nicht viele, ich bin fast allein an diesem Dienstagmorgen. Auf eine Kanufahrt habe ich keine Lust und für die Ausflugsboote bin ich noch zu früh, deshalb gehe ich zu Fuss auf einem Wanderweg am Ufer des Sees im Unwissen, wohin dieser führt.

im Matka Canyon: Restaurant und Ausflugsboote

Der Weg ist nicht schwierig, aber bei uns ginge er stellenweise als Bergweg durch. Bergschuhe habe ich keine dabei, aber das Profil meiner offenen Schuhe bewährt sich. Staunen muss ich über den vielen Abfall, welcher überall neben dem Weg liegt. Dies im Gegensatz zur Stadt, wo es meistens sehr sauber war. Scheinbar ist bei den Mazedoniern das Umwelt- und Naturbewusstsein noch nicht sehr ausgeprägt. Nach etwa 40 Minuten kehre ich um, trinke im Restaurant noch einen Kaffee und kehre zum Taxi zurück.

am rechten Ufer ist der Weg zu erkennen

Auf dem Weg zur Gondelbahn macht der Taxifahrer noch einen Halt bei einem Kloster, von welchem man eine schöne Aussicht über Skopje hat. Bei der Gondelbahn hat es viel Volk, aber die Gondelbahn ist nicht in Betrieb. Das ist aber noch nicht beunruhigend, denn der Fahrer sagte, dass sie nur eine halbe Stunde pro Stunde in Betrieb sei. Ich studierte deshalb die Betriebszeiten und musste stagnieren, dass die Bahn jeden Montag und am letzten Dienstag jedes Monats geschlossen ist. Und leider war das der letzte Dienstag im Februar. Unverrichteter Dinge geht es zurück zum Hotel, wo ich mit dem Fahrer noch einen Spezialpreis für die Fahrt zum Flughafen aushandle.

Fresken in der Klosterkirche



Sonntag, 3. März 2024

Skopje Teil 2

Am Montag wollte ich die Sehenswürdigkeiten von Skopje erkunden. Mindestens das, was man zu Fuss in vernünftiger Zeit erreichen kann.

Die erste ist gleich vor dem Hotel: der Macedonia Square, das ist der riesige, runde Platz mit dem runden Brunnen und der Statue von Alexander dem Grossen. In diesen Platz münden diverse Strassen aus allen Richtungen, der Platz ist aber Fussgängern und Radfahrern vorbehalten, der Autoverkehr spielt sich ausserhalb des Platzes ab.

Macedonia Square mit der Statue von Alexander dem Grossen,
rechts davon das Marriott, mein Hotel

Eine der vom Macedonia Square abzweigenden Strassen führt über die Stone Bridge, die nächste Sehenswürdigkeit. Auch diese breite Brücke über den Vardar-Fluss ist autofrei, sie wird von vielen Fussgängern benutzt. Die im 15. Jahrhundert aus grossen Steinblöcken erbaute Brücke ist 214 Meter lang und hat 12 Bögen.

die Stone Bridge über den Vardar

Auf der anderen Seite der Brücke folgt sogleich die nächste Sehenswürdigkeit, der Alte Basar. Dabei handelt es sich um den alten Stadtteil mit unzähligen Läden, Restaurants und Imbissstuben, in welchen alles angeboten wird, was es zum Leben braucht. Das Viertel mit den verwinkelten Gassen wurde in den letzten Jahren aufwändig herausgeputzt, die alte Bausubstanz wurde aber erhalten. Auf einem Spaziergang durch die Gassen wähnt man sich fast in einer orientalischen Stadt. Alles ist sauber und sicher und als Tourist wird man mancherorts begrüsst.

der Himmel hängt im Alten Basar voller Regenschirme

Gleich neben dem Alten Basar erhebt sich die Festung auf einem Hügel über dem Vardar. Erste Teile der Festung wurden im 6. Jahrhundert erbaut. Von der Burg hat man einen schönen Blick über die Stadt mit dem Fluss. Ich war mittags um 12 auf der Burg, als plötzlich der Muezzin von einer nahen Moschee zum Gebet aufrief. Der auf dem Minarett installierte Lautsprecher überschallte die ganze Stadt minutenlang mit dem Gebetsruf. Ein eindrückliches Erlebnis. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung liegt bei 33%, der Rest sind orthodoxe Christen und andere. Gesehen habe ich in der Stadt aber viele Moscheen und nur wenige orthodoxe Kirchen.

im Video sieht man über die Stadt und hört dabei den Muezzin

Eine weitere Sehenswürdigkeit liegt wieder auf der anderen Seite der Stone Bridge, also im neueren Stadtteil unweit des Macedonia Square. Ich spreche vom Mutter-Teresa-Gedenkhaus, welches 2009 eröffnet wurde. Wie der Name sagt ist es der katholischen Heiligen und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa gewidmet. Sie wurde in Skopje geboren und lebte dort von 1910 bis 1928. In einem kleinen Museum kann man einiges über ihr Leben erfahren und es sind auch Gegenstände aus ihrer Wohnung ausgestellt.

So, das waren die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Alles ist problemlos zu Fuss erreichbar, sauber und sicher. Und vom Autoverkehr merkt man dabei kaum etwas. Am Dienstag gab es einen Ausflug, mehr dazu morgen.



Samstag, 2. März 2024

Skopje Teil 1

Mein Flug von Zürich nach Skopje war um 18 Uhr am Sonntagabend. Nicht gerade eine Hauptreisezeit, insbesondere im Februar, dachte ich. Weit gefehlt, unzählige Passagiere waren unterwegs von und zu ihren Flügen. Die Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle hielt sich aber in Grenzen, es waren fast alle Zugänge offen. In der Business Class Lounge musste ich mir dann aber zuerst einen Platz suchen, fast alles war besetzt. Ich wollte aber unbedingt nochmals in die Lounge, leider verliere ich meinen Frequent Traveler Status Ende Februar. Dieser erlaubte mir den Zutritt zur Lounge trotz Flug in Economy.

eine der unzähligen Statuen in Skopje

Erst kurz nach 20 Uhr landete die Maschine am Flughafen von Skopje. Um keine Zeit zu verlieren nahm ich mir ein Taxi zu meinem Hotel am zentralen Platz in der Innenstadt. Der Flughafen liegt relativ weit weg vom Zentrum, die Fahrt dauerte etwa 25 Minuten, und dies ohne Stau. Die Taxis haben einen Fixpreis von 25 Euro für Fahrten vom oder zum Flughafen. Das Land hat zwar eine eigene Währung, den Denar, aber die Bezahlung in Euro ist weitverbreitet. So konnte ich das Taxi in Euros zahlen, ohne zuerst Denars beziehen zu müssen.

auch auf den Brücken geht es nicht ohne

Mein Hotel, das Marriott, ist nicht nur aufgrund seiner Lage, sondern auch aufgrund der Qualität hervorragend, was man von einem 5*-Haus auch erwarten kann. In dessen Restaurant nahm ich auch das Nachtessen ein, denn es war schon 21 Uhr und ich hatte keine Lust mehr, etwas anderes zu suchen.

ein Fake-Ship: dieses ist noch keinen Meter gefahren

Was ich am Montag unternommen und gesehen habe kann erfährt man hier morgen.

Freitag, 1. März 2024

Wanderung quduwi

Datum: 29. Februar 2024
Dauer: 2h40
Länge: 11.1 km
Wetter: bewölkt
Route: Winterthur Seen Bahnhof-Endliker-Winterthur Altstadt-Walcheweiher-Rosenberg-Forrenberg-Seuzach
Charakteristik: leichte Wanderwege und Strassen

Der Bericht über Skopje ist noch nicht geschrieben, gestern war ich ja wandern und hatte noch andere Sachen zu erledigen. Deshalb heute zuerst der Wanderbericht.

Nach der vielen Fliegerei hatte ich keine Lust auf eine weit entfernte Wanderung mit entsprechend langer An- und Rückreise. Deshalb entschied ich mich spontan für eine kurze Wanderung vor der Haustüre, von Winterthur Seen quer durch Winterthur (deshalb der Name quduwi) nach Seuzach.


der Mattenbach (vorne) fliesst in die Eulach

Krokusse mitten in Winterthur

am Walcheweiher mit den kalifornischen Mammutbäumen

Nur eine halbe Stunde dauerte die öV-Anreise zum Bahnhof Winterthur Seen. Die ersten 10 Minuten geht es durch ruhige Wohnquartiere an den Rand der Eulachstadt. Dort treffe ich auf den Mattenbach, der ruhig Richtung Nordwest fliesst, bevor er sich mit der Eulach vereint. Die Fussgänger benutzen den Uferweg auf der linken Seite, die Radfahrer auf der rechten.

Nach einer halben Stunde nahe an der Natur geht es durch die Winterthurer Altstadt und vorbei am Kantonsspital zu den Walcheweihern am Rosenberg. Jedesmal wenn ich dort vorbeikomme staune ich über die riesigen Mammutbäume, welche Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden. Sie sind noch fast eindrücklicher als diejenigen in Kalifornien, denn hier überragen sie alles andere deutlich. Sie werden voraussichtlich noch eine Weile dort stehen, denn sie können bis 4'000 Jahre alt werden.

Über Rosenberg und Forrenberg geht es nach Seuzach und ich finde es gerade ziemlich praktisch, direkt nach Hause wandern zu können und keine lange Rückreise antreten zu müssen.

So, jetzt verfügt meine Wanderstatistik auch für den 29. Februar über einen Eintrag. Keinen Eintrag haben jetzt nur noch der 24. und 25. Dezember. Mal schauen, ob es dieses Jahr an Weihnachten eine ähnliche Wanderung geben wird.

Meine Flugstatistik hat übrigens vor 4 Jahren einen Eintrag für den 29. Februar bekommen, damals flog ich von Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, nach Basel.