Ich bin ja in Neuhausen am Rheinfall aufgewachsen, deshalb interessiert mich natürlich alles, was mit dem grössten Wasserfall Europas zusammenhängt. Gestern las ich im Online-Tagesanzeiger eine lustige Geschichte, welche sich vor 40 Jahren abstpielte.
Zuerst zur Erinnerung: Der Rheinfall bildet die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Schaffhausen, sie verläuft mitten durch den grösseren der beiden Felsen, welcher mit Booten angefahren wird und bestiegen werden kann.
Vor 40 Jahren wurden die beiden Felsen saniert. Es wurde eine Schicht aus Spritzbeton aufgetragen, um sie vor weiterer Erosion durch die gewaltigen Wassermassen zu schützen. Man wollte nicht riskieren, dass die Felsen dereinst weggespült werden.
Noch bevor die Sanierungsarbeiten in Angriff genommen wurden musste der genaue Grenzverlauf ermittelt werden, um die Kosten für die Sanierung anteilsmässig zwischen den Kantonen aufteilen zu können. Massgeblich für den Grenzverlauf ist die Mitte zwischen dem Zürcher und dem Schaffhauser Rheinufer bei mittlerem Wasserstand.
Kurz bevor die Grenze ausgemessen wurde machte sich ein findiger Schaffhauser Bauingenieur daran, auf der Schaffhauser Seite mit einem Bagger etwas Land abzutragen mit dem Ziel, dass der Grenzverlauf etwas Richtung Schaffhausen verschoben wird und damit ein grösserer Teil des Felsens zum Kanton Zürich gehörte. So musste der Kanton Zürich einen grösseren Kostenanteil für die Sanierung übernehmen.
Als Reaktion dazu entfernten Zürcher Beamte in einer Nacht-und-Nebelaktion die Schweizerfahne vom Felsen und hissten die Zürcher Kantonsfahne, um ihren Anspruch auf den Felsen zu manifestieren. Diese wurde aber wenig später wieder entfernt und seither weht wieder die Schweizerfahne im Wind.
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