Sonntag, 4. Juni 2023

Curiosum

Kürzlich war ich bei der GVS in Schaffhausen, dort wollte ich ein paar Flaschen Schaffhauser Wein kaufen. Dabei ist mir der Curiosum aufgefallen und ich schaute mir die Flasche etwas genauer an. Dabei erfuhr ich, was hinter dem etwas seltsamen Namen steckt.

Der Wein wächst in Büsingen am Rhein östlich von Schaffhausen. Das wäre an sich noch nichts Aussergewöhnliches, wenn Büsingen zur Schweiz gehörte. Dem ist aber nicht so, denn das Dorf ist eine deutsche Enklave, ist also ganz von Schweizer Gebiet umrundet. Gekeltert wird der Wein aber von der GVS, deshalb gilt er auch als Schweizer Produkt, wie es auf der Etikette steht. Ein internationaler Wein, sozusagen.


Natürlich kaufte ich mir eine Flasche, welche wir gestern auf unserer Pergola zu einem Mistkratzerli vom Grill genossen. Und ich kann ihn ohne Einschränkung empfehlen.

Freitag, 2. Juni 2023

GV SZU

Leute, welche oft mit dem öV im Raum Zürich unterwegs sind sollten wissen, um was es sich bei der SZU handelt. Die Abkürzung steht für die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, welche auf ihrem eigenen Bahntrassee die Gemeinden im Sihltal bis Langnau am Albis bedient und eben auch die Bahn auf den Uetliberg betreibt.

Am Mittwochnachmittag versammelten sich 143 Aktionäre der SZU in einem Kinokomplex mit 19 Kinosälen in der Sihlcity in Zürich, um an der diesjährigen GV teilzunehmen.


VR-Präsidentin Andrea Felix führte die Teilnehmenden durch die Traktandenliste. Nebst den Standard-Traktanden stand noch ein zusätzliches zur Diskussion: die Fusion der SZU mit der LAF, das ist die Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg. Die Fusion ist ein logischer Schritt, die beiden Firmen arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen. Alle administrativen Aufgaben werden von der SZU erledigt. Mit der Fusion wird die LAF als Firma verschwinden und auch keinen Verwaltungsrat mehr brauchen. Sie wurde mit wenigen Gegenstimmen bewilligt.

Nach diversen Kurzreferaten zu verschiedenen Themen verspürten alle Anwesenden Durst und Hunger, das wurde natürlich antizipiert und ein Apéro Riche bereitgestellt. Fleischbällchen, Samosas, Empenadas und viel Grünzeug warteten auf die Teilnehmer.


Donnerstag, 1. Juni 2023

Wanderung Bassecourt - Undervelier

Datum: 28. Mai 2023
Dauer: 5h55
Länge: 18.7 km
Wetter: sonnig
Route: Bassecourt-Glovelier-Combe Tabeillon-Saulcy-Blanche Maison-Pré de Joux-Undervelier
Charakteristik: einfache bis mittlere Wanderwege


Glovelier

Saulcy

in der Combe Montjean bei Saulcy

eines der vielen Hindernisse

kurz vor dem Ziel in Undervelier

Am Pfingstsonntag wollen wir die Combe Tabeillon südwestlich von Glovelier erkunden. Und dabei gleichzeitig eine Verbindung zwischen Bassecourt und Undervelier herstellen. Wie schon tags zuvor fahren wir mit dem Auto nach Undervelier und nehmen den Bus hinunter nach Bassecourt, wo am Samstag mein Ziel war. Im kleinen Undervelier war ich zuvor noch nie, diese beiden Tage liegt es aber sozusagen in der Mitte unserer Wanderwelt.

Bassecourt durchqueren wir auf der Hauptstrasse und biegen auf einen Weg neben einem kleinen Bach ein, bevor es entlang der Bahnlinie nach Glovelier geht. Wir sind an der prallen Sonne unterwegs und sind froh, dass es bald in den Wald geht.

Durch die Schlucht des Tabeillon führt eine breite Waldstrasse, welche sich Wanderer, Velofahrer und sogar ab und zu Autos teilen. Und auch das Jurabähnli fährt durch die Schlucht, natürlich auf einem eigenen Trassee.

Nach etwa einer Stunde in der Schlucht zweigen wir nach links ab auf den Wanderweg, welcher über ca. 300 hm nach Saulcy hinaufführt. Im auf 910 Metern gelegenen Ort ist es recht angenehm, am Schatten sogar etwas kühl.

Der markierte Weg nach Undervelier führt durch die Combe Montjean, vorbei am Blanche Maison und am Hof Pré de Joux, meistens abwärts, ab und zu aber auch mit Gegensteigungen. Eine ungewöhnliche Herausforderung sind die vielen Durchgänge, welche alles andere als wandererfreundlich sind. Da sind einerseits Tore, welche mit kaum zu öffnenden Ketten gesichert sind. Oder schmale Durchgänge, bei welchen man sich leicht an Stacheldrähten verletzen kann. In einem Fall mussten wir einen Stacheldraht anheben und untendurch kriechen, was für Einzelpersonen kaum möglich ist.

So, das waren die beiden Pfingstwanderungen im Jura. Eigentlich planten wir für den Montag eine dritte Wanderung, diese hätte sich aber vollständig an der prallen Sonne abgespielt, deshalb verzichteten wir darauf. So konnten wir auf der frühen Rückfahrt dem Pfingstverkehr weitgehend ausweichen.


Mittwoch, 31. Mai 2023

Die vier letzten Jurassier

Vier ehemalige Gemeinden im Kanton Jura befanden sich bis Pfingstsamstag auf meiner Pendenzenliste. Mit der etwas anders als geplant verlaufenen Wanderung konnte ich alle am gleichen Tag abräumen:


Glovelier, Bassecourt, Courfaivre, Undervelier und Soulce schlossen sich 2013 zur neuen Gemeinde Haute-Sorne zusammen. Der Name lehnt sich an den Oberlauf des Flüsschens Sorne an, welches das Gebiet durchfliesst und bei Delémont in die Birs fliesst.

Das Dorf Courfaivre haben wir am Samstag zwar nicht bewandert, wir sind aber beim Punkt 753 südlich des Dorfes auf dem ehemaligen Gemendegebiet durchgewandert.


Nachtrag 2.6.23:

Alain Neuhaus hatte wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen, weil ich hier kein passendes Gedicht aus seiner Sammlung einbauen konnte. In der Zwischenzeit war er kreativ und hat einen zu Soulce passenden Reim gedichtet:

E Wanderig mit Uufschtiig nach Soulce
Und plötzlich ganz schnäll schtiigt de Puls
Mir chömme no meh is Schwitze
Tipp: Pause und chli häresitze

Nachtrag 11.6.23:

Auch zu Bassecourt und Undervelier hat Alain Neuhaus gedichtet, das ist dabei herausgekommen:

S Wappe vo Bassecourt cha me au schpiegelverchehrt gseh
Dänn isch es das vo Undervelier
Die beide Gmeinde händ d Eigeschtändigkeit uufgäh
Im Johr zwöituusigdrizäh


Ich finde das sehr speziell mit den spiegelbildlichen Wappen der beiden Nachbargemeinden, so sehen sie aus (links Bassecourt, rechts Undervelier):


Wobei, wenn man genau hinschaut sind sie nicht genau spiegelbildlich, die schwarzen Dreiecke sind nicht identisch.




Somit sind also alle ehemaligen Gemeinden des jüngsten Kantons bewandert.


Dienstag, 30. Mai 2023

Wanderung Gorges du Pichoux - Bassecourt

Datum: 27. Mai 2023
Dauer: 5h00
Länge: 16.2 km
Wetter: sonnig
Route: Gorges du Pichoux-Undervelier-Les Ravières-Soulce-Prés de Chenal-Pt. 753-Le Cantonnement-Bassecourt
Charakteristik: einfache Wander- und andere Wege


interessante Steinformation mit Wasserfall
in der Gorge du Pichoux

Undervelier

Soulce

Aufstieg durch brusthohes Gras bei Soulce

Nachdem die für Pfingstsamstag geplante Rundwanderung aufgrund des fehlenden Wanderweges durch die Gorges du Pichoux nicht funktionierte mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen. Das Auto lassen wir auf dem Parkplatz in der Schlucht stehen und wandern auf der Strasse Richtung Undervelier mit der Absicht, via Soulce nach Glovelier weiterzuwandern. Nur schon das kurze Stück bis Undervelier bestätigte, dass die Durchwanderung der ganzen Schlucht auf der Strasse keine gute Idee ist. Die Strasse ist eng, hat kein Trottoir und der Verkehr ist - mindestens bei schönem Wetter - recht rege mit Autos und Motorrädern.

Kurz vor Undervelier biegen wir auf einen Wanderweg ein, der in östlicher Richtung nach Soulce führt. Die Temperatur ist schon fast sommerlich und wir kommen mit Shorts und T-Shirt ins Schwitzen, insbesondere beim Auf- und Abstieg kurz vor Soulce.

Noch mehr schwitzen wir beim Aufstieg nach Soulce. Er ist der Sonne ausgesetzt und führt auf einem schmalen Pfad durch brusthohes Gras und andere Pflanzen, darunter auch Brennesseln. Ich nehme das Stechen derselben in Kauf, Marlise zieht die langen Hosen an und schwitzt noch mehr.

Wir sind froh, dass wir bald auf eine kaum befahrene Strasse einbiegen können, welcher wir einen guten Kilometer folgen und auf einen nicht markierten Waldweg einbiegen, welchem wir bis zur Kreuzung mit einem Wanderweg folgen.

Jetzt gibt es noch eine Planänderung. Marlise steigt nach Frénois auf und kehrt nach Undervelier zurück. Ich habe keine Lust mehr auf einen Aufstieg und steige nach Bassecourt ab, wo ich den direkten Bus nach Undervelier nehme und das in der Schlucht stehende Auto abhole.


Montag, 29. Mai 2023

Gorges du Pichoux

Für Pfingstsamstag war eine Wanderung durch die Gorges du Pichoux geplant, dies als Teilstück einer Rundwanderung in der Haute-Sorne südwestlich von Delémont. Die Idee für die Schluchtwanderung durch die Gorges du Pichoux entnahmen wir einer Seite auf der Website von mySwitzerland. Dort wird suggeriert, dass die enge Schlucht mit ihren vielen Quellen durchwandert werden könne und dass es bei der Bushaltestelle Le Pichoux auch einen Parkplatz habe.

Von Undervelier herkommend wollten wir auf besagtem Parkplatz parkieren, aber wir fanden ihn nicht. Und es gab auch keinen Wanderweg, welcher in die Schlucht führte. Schon bei der Durchfahrt bemerkten wir, dass es neben der Strasse gar keinen Platz für einen Wanderweg hat. Einzig etwas südlich von Undervelier gibt es einen nicht markierten Weg zu einem kleinen See und etwas weiter entlang der Sorne, welche die Schlucht durchfliesst.

am Lac Vert in der Pichoux-Schlucht

Das warf unseren Plan natürlich über den Haufen, die Schlucht auf der Strasse durchwandern wollten wir aufgrund des relativ regen Verkehrs nicht. Aber immerhin die ca. 1.5 Kilometer kurze erwähnte Wanderung machten wir. Und schmiedeten einen neuen Plan, wie man hier morgen lesen kann.

die Sorne in der vermoosten Schlucht



Sonntag, 28. Mai 2023

La Petite Gilberte

Pfingsten verbringen wir im Kanton Jura, wo noch ein paar ehemalige Gemeinden auf uns warten. Im wahrscheinlich besten Hotel des Kantons, dem Mercure am Bahnhof von Delémont, haben wir uns einquartiert.

Am Freitagabend haben wir im Petite Gilberte in Courgenay für das Nachtessen reserviert, dort wollte ich schon lange einmal einkehren. Die Schweizer Bevölkerung im schon etwas reiferen Alter kennt La Petite Gilberte natürlich, das ist die junge Frau, welche im Ersten Weltkrieg die in der Ajoie stationierten Soldaten etwas aufmunterte. Das Restaurant gab es dannzumal schon, die Soldaten und Offiziere konnten sich dort verpflegen und sich  mit Gilberte auf Schweizerdeutsch unterhalten. Auch gesungen wurde viel, das half sicher, die Leute etwas aufzumuntern.

Vor einigen Jahren wurde das Restaurant inklusive Hotel vom Ehepaar Bernasconi übernommen und mit viel Liebe zum Detail gehegt und gepflegt. Davon profitierten wir, das Essen war ausgezeichnet und der Service aufmerksam. Zwischendurch kam sogar die Chefin vorbei.

zum Dessert: das ausgezeichnete Vacherin

Wenn man die grosse Gaststube betritt wird man sofort 100 Jahre zurückversetzt. Viele Objekte sind noch im Originalzustand vorhanden, so zum Beispiel diverse Bilder an den Wänden oder die kleine Bühne mit Klavier.