Mittwoch, 8. Februar 2023

eatrenalin

Gestern habe ich in einem Reisemagazin gelesen, dass es im Europapark eine neue Verpflegungsmöglichkeit gibt, das eatrenalin. Das ist eine Wortschöpfung bestehend aus eat=essen und Adrenalin, ein leistungsförderndes Hormon.

Das weckte meine Neugier und ich habe mal auf der Homepage gestöbert. Es handelt sich um eine Art Floating Restaurant, in welchem man an einem Tisch Platz nimmt, der sich dann durch verschiedene kulinarische Genusswelten bewegt. Untermalt wird das Ganze mit Licht- und Toneffekten. Auf der zweistündigen "Reise" werden acht Gänge auf Gourmet-Level serviert.


Tönt spannend, finde ich und ich habe mir vorgenommen, einen gelegentlichen Besuch ins Auge zu fassen. Günstig ist es allerdings nicht, der Preis fängt bei 195 Euro pro Person an und hat gegen Oben viel Spielraum, je nachdem welche Getränke bestellt werden.

Montag, 6. Februar 2023

Tarte Saviésanne

Vor einigen Jahren abonnierte ich den Gratis-Newsletter der "Schweizer Familie", seither erhalte ich jeden Donnerstag ein Mail. Darin hat es zum Beispiel Tipps für Wanderungen und/oder Restaurants, Vorschläge für Museumsbesuche oder Rezepte. Der Newsletter wird abwechselnd von zwei Redaktoren (Thomas Widmer und Michael Solomicky) und einer Redaktorin (deren Name kenne ich nicht auswendig) verfasst.

Letzten Donnerstag war Michael Solomicky an der Reihe. Nebst einem Wander-Vorschlag im Thurgau (Thomas Widmer war der Lieferant der Idee) und einem Tipp für ein portugiesisches Restaurant in Luzern findet man ein Rezept für eine Tarte Saviésanne, das ist eine Spezialität aus dem Wallis.

Beim Lesen des Rezeptes hatte ich gleich etwas Hunger und wollte das baldmöglichst ausprobieren. Am Samstag buk ich mir die Tarte zum Znacht und ich darf bestätigen, dass der Genuss dieser fein duftenden Spezialität über vieles hinwegtrösten kann, was einem in der Winterzeit widerfahren kann. So hat es der Autor auch im Rezept beschrieben:

TRÖSTEN  Sobald die trüben Wintertage aufs Gemüt drücken, ist Trost gefragt. Ein erprobter Stimmungsaufheller in unserem Haushalt ist die Tarte Saviésanne, ein Menü in einem Stück, rundum in Blätterteig verpackt. Das Rezept für die Spezialität aus dem Wallis ist einfach, sicher und bequem: 400 Gramm Kartoffeln schälen und in 2 mm dünne Scheiben schneiden. 400 Gramm Lauch rüsten, in 4 cm lange Stücke schneiden und 5 Minuten blanchieren. 200 Gramm Walliser Bergkäse in Scheiben und 80 Gramm Bratspeck in feine Tranchen schneiden. Für die Sauce je 1 dl Gemüsebouillon und Weisswein aufkochen, 0,5 dl Vollrahm und 1 Esslöffel Maizena beifügen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Dann 500 Gramm Blätterteig auf etwas Mehl ausrollen, zwei Drittel des Teigs in eine Backform (ca. 25 cm Durchmesser) legen und am Rand 5 cm hochziehen. Die Kartoffeln in die Form schichten, die Sauce darüber giessen. Lauch, Käse und Speck darauf verteilen. Teigrand nach innen klappen und mit Wasser befeuchten. Den restlichen Teig auswallen und auf die Grösse der Backform zuschneiden. Auf die Tarte legen, Ränder abdrücken, mit Eigelb bepinseln und mit einer Gabel einstechen. 75 Minuten im Backofen auf 190 Grad backen. Nach 40 Minuten mit Backpapier bedecken. Und fertig ist der kulinarische Trostspender. Dann kommt der schönste Moment: Wenn die dampfende Tarte aufgeschnitten wird und ihr Duft den Raum erfüllt, ist der Trübsinn wie weggeblasen.

Und nicht nur geschmacklich, auch optisch gibt das Gericht einiges her:

Das Rezept kann man natürlich frei variieren, ich habe zum Beispiel noch eine Lage Champignons eingebaut.


Sonntag, 5. Februar 2023

Das Sühnekreuz

Unweit des Solothurner Megalithweges in Riedholz steht ein Objekt aus Thomas Widmer's Steinbüchlein. Dieses wollten wir uns am Dienstag anschauen und machten einen kurzen Umweg dorthin.

Es handelt sich um ein Sühnekreuz, welches zum Gedenken an einen blutigen Vorfall im Jahr 1659 aufgestellt wurde. Damals kämpften zwei Militärpersonen aus Schaffhausen, welche sich schon lange gegenseitig mobbten, gegeneinander. Unterstützt wurden sie beidseits von einem Diener. Zwei Tote waren das Resultat des Duells: Major Jmthurn und der Diener seines Gegners, Jakob Guggerli.



Der Text auf der Tafel ist etwas schwierig zu lesen, hier der Wortlaut:

"Zum Gedächtnis an den blutigen Zweikampf, der am 25. Jänner 1659 in Peter Remunds Hofstatt bei den Weihern zwischen Hauptmann Christoph Ziegler und Major Heinrich Jmthurn beide von Schaffhausen und ihren Dienern Jakob Guggerli aus dem Aargau und Niklaus Grau aus dem Freiburgerbiet mit Pistolen ausgefochten wurde, dabei fanden Major Jmthurn und Jakob Guggerli den Tod.
Zur Erinnerung an dieses blutige Vorkommnis wurde ein Gedächtniskreuz aufgerichtet, das im Jahre 1918 erneuert wurde.
Auf Beschluss des V.V.V. Soloth. ausgeführt"


Samstag, 4. Februar 2023

Die Schildchrott

Der vielleicht imposanteste Findling auf dem Solothurner Megalithweg ist nach einem Tier benannt. Und tatsächlich sieht er mit dem grossen Block als Panzer und dem kleinen Block als Hals und Kopf wie eine übergrosse Schildchrott aus.


Nicht bekannt ist dabei, ob die beiden Blöcke genau so vom Gletscher liegengelassen wurden oder ob der Mensch da etwas nachgeholfen hat.

Und ja, dies ist der Stein, welcher in Widmer's Steinbüchlein Erwähnung gefunden hat, sozusagen als Aufhänger für den ganzen Megalithweg.

Freitag, 3. Februar 2023

Die Ostschweizer Würste

So, die Würste, welche ich auf der  Wanderung im Appenzellischen/St. Gallischen letzte Woche kaufte, sind gegessen. Und dies mit viel Genuss!

Der milde und äusserst zarte St. Galler Schüblig hat mich überzeugt. Die beigemengten, gut sichtbaren  Speckstücklein sorgen für den feinen Geschmack. Jetzt weiss ich, dass St. Gallen nicht nur auf die Bratwurst reduziert werden kann, sondern dass es noch eine feine Alternative gibt.

Übrigens, kürzlich las ich in der Zeitung, dass die Metzgerei Schmid, wo ich die Schüblinge kaufte, ihre Bratwürste nicht mehr in St. Gallen, sondern im Appenzellischen produzieren wird. Viele St. Galler werden den Schmid wahrscheinlich aus Protest boykottieren. Mir ist es aber egal denn ich weiss, dass die Appenzeller das Würstemachen auch beherrschen, wie das Beispiel mit den Südwürsten zeigt:

Als ich die feine Südwurst mit Chäshörnli und Apfelmus genoss fühlte ich mich fast wie ein Appenzeller. Unterstrichen wurde das Gefühl nach dem Genuss eines Ausserrhoder Berggeistes zum Apéro.





Donnerstag, 2. Februar 2023

Wanderung Solothurner Megalithweg

Datum: 31. Januar 2023
Dauer: 3h45
Länge: 12.2 km
Wetter: leicht bewölkt
Route: Solothurn-St. Niklaus-Verenaschlucht-Einsiedelei-Pt. 509-St. Niklaus-Pt. 540-Pt. 484-Weihern-Schloss Waldegg-St. Niklaus
Charakteristik: einfache bis mittlere Wanderwege


Solothurn mit dem verschneiten Weissenstein im Hintergrund

in der hübschen Verenaschlucht

bei der Einsiedelei ausgangs der Schlucht

dieser Findling mit dem langen Grat fällt auf,
weil er stark vermoost ist

Schloss Waldegg

Der Solothurner Megalithweg beginnt in St. Niklaus nördlich von Solothurn. Man könnte mit dem Bus dorthin fahren, wir nehmen den Weg aber zu Fuss in Angriff, es sind ja nur etwa drei Kilometer.

Dann stehen wir vor dem südlichen Ende der Verenaschlucht, welche auf unsere Durchwanderung wartet. Vor 10 Jahren bin ich schon einmal vom Weissenstein herkommend durch die Schlucht gewandert, sie hat mir dannzumal schon sehr gut gefallen. Und so auch am Dienstag, der gemütliche Weg entlang des Verenabaches ist sehr schön angelegt.

Bei der Einsiedelei zweigen wir nach rechts ab und folgen einem Bergweg unterhalb einer Fluh hinauf und auf der oberen Seite der Fluh gleich wieder hinunter. Dabei nehmen wir zuerst einen falschen Weg, merken es aber bald und suchen den richtigen Weg.

Auf dem Themenweg kreuz und quer durch den schönen Wald kommen wir alle paar hundert Meter an einer Station vorbei, wo auf einer Tafel der betreffende Findling erklärt ist. Es ist schon erstaunlich, in welcher Dichte die Findlinge hier herumliegen. Wahrscheinlich hat sie der Gletscher Richtung Jura geschoben, wo sie dann liegengeblieben sind.

Nach der letzten der 13 Stationen machen wir noch einen kleinen Umweg, denn ganz in der Nähe hat es noch ein Objekt aus Thomas Widmer's Steinbüchlein. Und auch einer der Findlinge hat es übrigens in sein Büchlein geschafft, mehr dazu später.

Zum Schluss geht es auf einem schönen Alleeweg mit Aussicht in die Berge zum Schloss Waldegg. Marlise wandert weiter zur Aare hinunter und entlang des Aareufers zurück nach Solothurn. Ich nehme es gemütlicher und nehme den Bus in St. Niklaus.


Mittwoch, 1. Februar 2023

Solothurner Megalithweg

Der Solothurner Megalithweg stand schon seit einigen Monaten auf meiner Pendenzenliste. Gestern waren wir dort und bereuten es nicht. Auf dem etwa 10 Kilometer langen, abwechslungsreichen Rundweg kamen wir an 13 Stationen vorbei, wo speziell gekennzeichnete Findlinge oder eben Megalithen stehen. Einige davon haben eine stattliche Grösse. Auf dem Weg sahen wir aber auch viele mit einem Schild "err. bl.", also erratischer Block, bezeichnete Findlinge.

Vorerst ein paar Bilder von einigen der Stationen:

im "Schalenstein" sind künstliche Vertiefungen sichtbar,
welche kultisch-religiösen Zwecken dienten

die Findlinge in dieser Gegend wurden auf Gletschern von den südlichen
Walliser Tälern hierhergetragen, so auch das "Chli Matterhorn"

wie bei den meisten hier liegenden Findlingen handelt es sich
um Granitblöcke, so auch bei der "Pyramide"

Mehr zur Wanderung und zu weiteren Steinen ab morgen.