Uhrenmuseen gibt es in der Schweiz viele, die meisten davon befinden sich in der Region Jura, wo ja viele Uhrenfabriken entstanden sind. Eines gibt es aber auch in Winterthur, und zwar im gleichen Gebäude wie das Gewerbemuseum, welches ich am Samstag besuchte. Natürlich habe ich auch einen Blick ins Uhrenmuseum geworfen.
Zu sehen ist einerseits eine Sammlung von kunstvollen alten Taschenuhren in verschiedensten Ausprägungen. Die Uhrmacher bauten die Uhrwerke in metallene Gehäuse aller Art wie Tierchen, Instrumente oder Brillenetuis ein. Unglaublich, wie kreativ die Uhrmacher damals waren.
Zu sehen sind auch zahlreiche Wanduhren aus verschiedenen Epochen, darunter auch einige Exemplare aus der Winterthurer Uhrmacherdynastie Liechti.
Sehr interessant fand ich die sogenannte Betthimmeluhr aus dem 17. Jahrhundert. Die am Betthimmel aufgehängte Uhr in Kugelform wird durch ihr eigenes Gewicht angetrieben und senkt sich in etwa 30 Stunden ab, bevor sie wieder manuell nach oben geschoben werden muss. Die Zeit kann in Liegeposition abgelesen werden, am unteren Pol der Kugel wird die Zeit mit arabischen Ziffern angezeigt.
Für Uhrencracks sehr interessant ist aber ein Gast: Die in Privatbesitz befindliche altarförmige Stockuhr aus Zug, diese ist bis 22. März zu Gast in Winterthur. Die um 1730 hergestellte reich verzierte Uhr weist einige Besonderheiten auf. Zum Beispiel die Form, welche an einen Tabernakel erinnert. Oder die Wecker-Stellscheibe im Zentrum des Zifferblattes und der Schalter für das Ein- und Ausschalten der Weckerfunktion mit der lateinischen Beschriftung "Sonat" (klingeln) und "Silef" (schweigen).




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