Dienstag, 13. Mai 2025

Wanderung La Joux - Vauderens

Datum: 10. Mai 2025
Dauer:
 2h40
Länge: 11.1 km
Wetter: sonnig
Route: La Joux FR-La Magne-Sommentier-Lieffrens-Les Mettraux-Le Rafour-Vauderens
Charakteristik: leichte Wander- und andere Wege und Strassen


La Joux

Blick zurück nach La Joux

Sommentier

Lieffrens

Am Samstag gab es endlich wieder einmal eine Ehemalige-Gemeinden-Wanderung, die letzte liegt schon einige Zeit zurück. Auf einer kurzen Wanderung konnte ich die letzten 5 ehemaligen Freiburger Gemeinden besuchen. Eine sehr effiziente Wanderung war das. Etwas weniger effizient war das Zugfahren, aufgrund von Bauarbeiten gab es keine direkten Züge von Winterthur in die Westschweiz, ich musste sowohl in Zürich als auch in Bern Richtung Fribourg umsteigen. Zudem war der Zug von Zürich nach Bern fast übervoll, es hatte viele Teilnehmer eines Volkslaufes in Bern.

Von Romont nehme ich den Bus Richtung Verrerie und steige in La Joux FR als einziger aus. Der kleine Flecken ist damit schon die erste der 5 Ehemaligen. Es geht unmarkiert vorbei an der viel zu grossen Kirche und nach wenigen Minuten nach links zum Hof Le Moulin. Dort muss ich den Weg suchen, welchen ich aber nicht ausmachen kann. Mein GPS führt mich aber zielgenau hinunter zum Bach Ruisseau des Grands Marais, wo es eine von weitem kaum sichtbare schmale Brücke hat.

In der Gegensteigung hinauf nach La Magne ist der Weg dann in Form von Steinplatten gut sichtbar. La Magne war auch eine eigene Gemeinde und ich wundere mich darüber, denn es hat nichts ausser ein paar einzelnen Höfen.

Leicht ansteigend geht es auf einer Nebenstrasse weiter nach Sommentier, dann hinunter nach Grand Clos und - jetzt auf markiertem Wanderweg - wieder hinauf nach Lieffrens. Im nachfolgenden Waldstück gibt es noch einen kurzen Besuch bei einem der speziellen Freiburger Bäume, mehr darüber später.

Auf den letzten Kilometern folge ich immer dem Wanderweg Richtung Vauderens, beim Bois de Ban muss ich aber noch einen kurzen Abstecher in den Wald machen, um noch das Gemeindegebiet der letzten ehemaligen Freiburger Gemeinde betreten zu haben.

Am Ziel in Vauderens steht schon die S-Bahn nach Fribourg bereit. Auch auf der Rückreise muss ich wieder öfter umsteigen als sonst.

Montag, 12. Mai 2025

GV Brauerei Stadtguet

Für die GV der Winterthurer Brauerei Stadtguet streiche ich mir den Termin im Kalender jeweils rot an. Nur in Ausnahmefällen lasse ich sie für mich ausfallen. Dies hat drei Gründe: Erstens sind Brauerei-GVs normalerweise gemütliche Anlässe mit Teilnehmern, welche mit beiden Füssen auf dem Boden stehen. Zweitens führt VR-Präsident Müller die Versammlung in Rekordzeit durch die Traktandenliste, mehr als 15 Minuten braucht er dafür normalerweise nicht. Und drittens ist die Verpflegung mit dem traditionellen Schinken im Brotteig, Salaten und Freibier bodenständig.



Und an der freitagabendlichen GV war wieder fast alles so. Fast deshalb, weil der Schinken im Brotteig mit heissem Fleischkäse ersetzt wurde. Für mich war das aber nicht weiter tragisch, Fleischkäse passt ja auch sehr gut zu einem Bierfest. Und damit bleibt auch etwas mehr Geld in der Kasse der Brauerei.


244 durstige und hungrige Aktionäre pilgerten in die Kleine Reithalle in Winterthur und alle durften noch ein Sixpack Bier nach Hause nehmen.

Sonntag, 11. Mai 2025

GV WWZ

Falls jemand aus der Leserschaft im Kanton Zug wohnt dürfte ihm/ihr klar sein, was sich hinter der Abkürzung WWZ steht: Wasserwerke Zug. Vor über 130 Jahren wurde sie gegründet, damals mit dem Zweck, die Wasserversorgung der Stadt Zug und der umliegenden Gemeinden sicherzustellen. Normalerweise ist das ja Aufgabe der Gemeindebetriebe, im Kanton Zug war man aber offenbar der Ansicht, dass das im Rahmen einer privaten Firma besser funktionieren würde.

In der Zwischenzeit hat sich der Zweck der Firma aber erweitert. Neben Wasser versorgt die Firma ihre Kunden auch mit Energie in Form von Elektrizität, Gas oder Fernwärme. Und ein weiteres Standbein ist die Telekommunikation in Form von TV, Internet sowie Fest- und Mobilnetze.

Am Donnerstag waren die Aktionäre zur jährlichen GV in die Bossard-Arena in Zug eingeladen. 1301 Teilhaber fanden den Weg in die Eishockey-Halle, das Heimstadion des EV Zug. Beim Einchecken musste man sich entscheiden, wo man das anschliessende Nachtessen einnehmen möchte. Zur Auswahl standen entweder die Bossard-Arena selbst oder 5 Restaurants in der Nähe oder in der Altstadt. Ich entschied mich für die Bossard-Arena, die anderen Varianten schienen mir etwas kompliziert. Der Grund dafür, dass nicht alle in der Hockeyhalle verköstigt wurden liegt am beschränkten Platz auf dem Spielfeld.

Nach den einführenden Reden des VR-Präsidenten und des CEOs ging es an die Abarbeitung der Traktandenliste. Alle Anträge wurden mit grossem Mehr genehmigt, ein einziger Aktionär meldete sich zu Wort und bemängelte den tiefen Aktienkurs, welcher deutlich unter dem Buchwert liegt. Er schlug vor, den Bereich Telekommunikation auszugliedern resp. zu verkaufen.

Nach dem offiziellen Teil kündigte der Präsident einen Gastredner an, welcher zum Thema KI, also künstliche Intelligenz, referieren wird. Stephan Sigrist, der Gründer des Think Tanks W.I.R.E. versuchte, den gegenwärtigen Stand von KI und dessen Zukunft auszuleuchten. Für viele Aktionäre war der 45minütige Vortrag etwas zu lang, sie hätten das Nachtessen aufgrund von Hungergefühlen lieber vor der Rede zu sich genommen. Auch für mich dauerte es etwas zu lange, deshalb verzichtete ich auf die Nachspeise, um nicht allzu spät zuhause zu sein.

Freitag, 9. Mai 2025

Sternen Wettingen

Noch ein Nachtrag zu meinem Besuch im Kloster Wettingen.

Wenn man vom Bahnhof Wettingen zum Kloster geht sieht man linkerhand den Gasthof Sternen, ein imposantes, schön renoviertes Riegelhaus. Dieses steht ausserhalb der ehemaligen Klostermauern, aber der Name Sternen bezieht sich auf den Meeresstern - Stella Maris - welcher ja für das Kloster eine grosse Bedeutung hat.

Das Gasthaus beeindruckte mich und ich habe schnell reingeschaut. In den gediegen eingerichteten Räumen im Erdgeschoss und 1. Stock genossen viele Leute den Sonntags-Zmittag, viele davon haben wahrscheinlich Geburtstag, Taufe oder sonstwas gefeiert. Ein Blick in die Speisekarte verriet mir, dass hier edel gespiesen werden kann, vorausgesetzt der Koch verrichtet einen guten Job.

Und dann ist mir beim Eingang noch eine Tafel aufgefallen, welche behauptet, der Sternen sei das älteste Gasthaus der Schweiz, weil hier schon anlässlich der Gründung des Klosters oder kurz danach ein Gästehaus errichtet wurde, in welchem Besucher der Klosterbrüder absteigen und sich verköstigen konnten. Ich nehme aber an, dass das heutige Gebäude neueren Datums ist.

Wie auch immer, falls ich mal hungrig in Wettingen vorbeikomme werde ich mir dort etwas Feines gönnen.

Donnerstag, 8. Mai 2025

GV Reishauer

Noch nie von Reishauer gehört? Kein Problem, vor wenigen Jahren ging es mir gleich. Bevor ich dann eine Aktie von Reishauer kaufte informierte ich mich natürlich, was die Firma produziert. Und seit der gestrigen GV weiss ich noch etwas mehr darüber.

Bei einem grossen Teil der auf der Erde fahrenden Fahrzeuge ist Reishauer indirekt bei der Produktion beteiligt. Sie stellt nämlich Schleifmaschinen für Zahnräder her, welche in jedem Getriebe vorhanden sind. Und zwar unabhängig von der Antriebsart, ob Verbrennungs- oder Elektromotor. Das Wichtigste bei Zahnrädern ist die Präzision, welche einen geräuscharmen und kraftstoffsparenden Betrieb ermöglicht. Und genau hier ist die in Wallisellen beheimatete Reishauer weltführend. Sogar die chinesischen Autoproduzenten setzen auf durch Reishauer-Schleifmaschinen bearbeitete Zahnräder, obwohl diese sicher viel teurer sind als andere.

Das Geschäftsjahr 2024 war für Reishauer ziemlich herausfordernd. Einerseits führte die weltweit zyklische Schwäche der Autoindustrie für einen Rückgang der Bestellungen und andererseits häuften sich die Lagerbestände an Zahnrädern an. Das führte dazu, dass in Wallisellen Kurzarbeit angeordnet werden musste.

Die im 11. und obersten Stock des Glatt-Towers stattfindende GV fand im kleinen, fast familiären Kreis statt. Gerade einmal 31 Aktionäre folgten der Einladung. Dazu kamen die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung sowie der unabhängige Stimmrechtsvertreter und die Revisoren, total etwa 50 Personen.

Beim anschliessenden Apéro mit kleinen, aber feinen Häppchen gesellte sich VR-Präsident Waser an meinen Stehtisch und ich konnte kurz mit ihm sprechen. Er erzählte mir viel Interessantes über die Firma.

Mittwoch, 7. Mai 2025

GV Accelleron

Vor drei Jahren wurde der zum ABB-Konzern gehörende Bereich "ABB Turbocharging" verselbständigt. Seither heisst die neu an der Börse kotierte Firma "Accelleron", abgeleitet von accellerate, beschleunigen.

Das Kerngeschäft dieser in Baden ansässigen Firma besteht aus der Produktion von Turboladern für Diesel- und Gasmotoren. Die grössten Kunden sind Schiffswerften, welche die Fracht- und Kreuzfahrtschiffe mit den riesigen Motoren ausrüsten sowie Produzenten von Diesellokomotiven. Die Turbolader werden aber von Accelleron nicht nur produziert, sondern auch gewartet, was einen grossen Teil des Umsatzes generiert, welcher im letzten Jahr über einer Milliarde Dollar lag.

Erfunden wurde der Turbolader übrigens von einem Schweizer: Alfred Büchi meldete 1905 ein Patent an. In den 30er Jahren wurden bei Saurer in Arbon die ersten Diesellastwagen mit Turboladern ausgerüstet.

Als zweites Standbein wurden Firmen dazugekauft, welche sich auf die Treibstoff-Einspritzung spezialisiert haben. Auf diesem Gebiet ist die Digitalisierung ein wichtiger Wachstumsmarkt, denn die Betreiber der Schiffe und Dieselloks achten immer mehr auf einen möglichst ökologischen und treibstoffsparenden Betrieb der Motoren.

Das Jahr 2024 war für die noch junge Accelleron ein Spitzenjahr mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und Gewinnsteigerungen. Davon profitieren auch die Aktionäre, die Dividende wird um 47% gegenüber 2023 erhöht.

An der gestrigen GV in Baden versammelten sich 463 Aktionäre. Wer früh genug (ab 8 Uhr) dort war konnte bei Kaffee und Gipfeli mit den anwesenden Verwaltungsräten und Geschäftsleitungs-Mitgliedern diskutieren, bevor die GV um 9 Uhr begann. Wer aber wie ich erst kurz vor Beginn dort war tröstete sich damit, dass es nach der GV sicher noch Gelegenheiten für Gespräche und einen Imbiss oder Apéro geben werde. Aber weit gefehlt: VR-Präsident Riemenschneider wünschte allen Anwesenden eine gute Heimreise. Wer Lust hatte, durfte noch für einen Kaffee anstehen, ansonsten wurde man leeren Magens nach Hause geschickt. Zuhause angekommen genehmigte ich mir ein etwas spätes Frühstück.

Dienstag, 6. Mai 2025

Stella Maris

Stella Maris - Meeresstern - diesen Namen gab sein Gründer dem Kloster Wettingen. Und das hat folgenden Grund:

Ritter Heinrich II von Rapperswil, der spätere Gründer des Klosters, begab sich im 13. Jahrhundert auf eine Pilgerreise nach Jerusalem. Auf der Heimfahrt überquerte er das Mittelmeer auf einem Schiff, welches in einen schweren Sturm geriet und zu kentern drohte. Er betete zu Maria und bat sie, ihn vor dem Untergang zu retten. Er versprach ihr, nach der Rettung ein Kloster zu gründen. Dann erschien am Himmel über dem Meer ein heller Stern und der Sturm legte sich. Nach seiner Rückkehr ins Limmattal erschien wieder der selbe Stern und er setzte sein Versprechen um. Das war im Jahr 1227, dem Gründungsjahr des Klosters.

Der Meeresstern taucht auch auf dem Wappen des Klosters auf, und zwar zusammen mit dem Bild einer Meerjungfrau. Diese zwei Elemente sieht man im Klosterareal immer wieder, sei es in der ursprünglichen Kirche, an Toren oder im Kreuzgang. Der Meeresstern hat auch Einzug in das Gemeindewappen von Wettingen genommen, allerdings ohne Meerjungfrau:


Eingang zur ursprünglichen Kirche
mit Meeresstern und Meerjungfrau

Im Kloster lebten Zisterzienser-Mönche zusammen mit Laienbrüdern. Letztere trugen im Gegensatz zu den Mönchen als Erkennungsmerkmal Bärte. Sie lebten getrennt voneinander, die Laienbrüder hatten praktisch keine Mitspracherechte.

Bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1841 erlebte es eine wechselvolle Geschichte mit guten und schlechten Zeiten. Brände und finanzielle Probleme mussten überwunden werden. Dazu ein interessantes Detail: Irgendwann wurden im öffentlichen Teil der Kirche Ikone aus Italien ausgestellt. Das lockte viele Pilger an, welche bei ihrem Besuch auch den Opferstock grosszügig fütterten.

Einer der letzten Mönche war übrigens Alberich Zwyssig, der Komponist des Schweizerpsalms.

Und zum Schluss noch dies: Die Führerin bestätigte am Sonntag, dass das Starbucks-Logo mit Stern und Meerjungfrau nichts mit dem Kloster zu tun habe!