Sonntag, 12. Mai 2024

Ladder of Kotor

Wie gestern erwähnt dislozierten wir am Samstag von Budva nach Kotor, ebenfalls an der Mittelmeerküste respektive in einer tiefen Bucht derselben. Der Taxifahrer holte uns wie vereinbart mitsamt Gepäck im HotelSplendid ab, um via Cetinje in ein kleines Dorf namens Njegusi zu fahren, Fahrzeit eine knappe Stunde.

Dort steigen wir mit den Rucksäcken aus, um die populäre Wanderung mit dem Namen "Ladder of Kotor" zu absolvieren. Der Taxifahrer bringt unsere Koffer derweil ins Hotel Hyatt Regency in Kotor.

Unser Weg führt zum Dorf hinaus über einen von Gras überwachsenen Feldweg, gefolgt von einem relativ kurzen, aber anspruchsvollen Aufstieg. Der Weg ist kaum als solcher erkennbar, über Stock und Stein kämpfen wir uns durch das Gestrüpp vorwärts. Ab und zu müssen wir mit unserer Navi-App prüfen, ob wir noch auf dem Weg sind und darauf achten, auf keine Schlange zu treten.

Danach ist das Gelände wieder offen und wir kommen schneller vorwärts. Auf einer Strasse nach Kotor geht es etwa einen Kilometer, bevor wir nach rechts auf einen Bergweg durch den Wald abzweigen. Hier haben wir einen einmaligen Blick über die Bucht von Kotor.

hier beginnt die Ladder of Kotor

Nach drei weiteren Kilometern erreichen wir einen alten Militärpfad, welcher hinunter nach Kotor führt. Allerdings nicht auf dem direktesten Weg, sondern in unzähligen Kehren. Der äusserst steinige Pfad hat fast kein Gefälle und wir verlieren nur sehr langsam an Höhe. Dazu kommt, dass wir der prallen Sonne ausgesetzt sind.

über unendlich viele Kehren geht es runter

Nach einem extrem langen Abstieg kommen wir erschöpft in Kotor an. Besonders das lose Gestein auf dem Pfad hat uns zugesetzt. Die für heute geplante Wanderung in Kotor lassen wir bleiben, stattdessen wollen wir uns im ausgezeichneten Hotel etwas erholen.

hier sind wir nicht alleine unterwegs



Samstag, 11. Mai 2024

Im Lovcen Nationalpark

Auch am Freitag war eine Wanderung geplant, diesmal im Lovcen Nationalpark nördlich von Budva. Doch vor der Wanderung hatten wir eine Stunde Zeit, um Cetinje, eine kleine Stadt am Fuss des Lovcen-Gebirges, zu besichtigen.

Bis 1918 war Cetinje die Hauptstadt von Montenegro und aus dieser Zeit stammen die vielen Paläste, Regierungsgebäude und ein Kloster. Heute ist ja Podgorica die Hauptstadt, deshalb wurden diese Gebäude umgenutzt, die meisten davon in Museen. Entsprechend gross ist das kulturelle Angebot, welches viele Touristen anzieht. Die Stadt ist sehr sauber und die Häuser sind in einem guten Zustand.

das Kloster in Cetinje

Interessant war die Besichtigung einer grossformatigen Reliefkarte von Montenegro, welche von Österreichern im Jahr 1916 konstruiert wurde, um eine Belagerung des Landes vorzubereiten.

auf der Reliefkarte unten links die Bucht von Kotor
und rechts unten Budva

Mit dem vom Reisebüro aufgebotenen Taxi ging es anschliessend in den Nationalpark, wo wir eine 10 Kilometer lange Rundwanderung antraten. Diese führte auf einen kleinen Gipfel, von wo wir eine eindrückliche Rundsicht über das Lovcen und zum Meer genossen. Die Navi-App lotste uns dabei zuverlässig auf den richtigen Wegen durch das Gelände. Ohne diese App wäre die Orientierung nicht immer einfach.

im Hintergrund das Lovcen-Gebirge

Blick zur Bucht von Kotor

Heute dislozieren wir nach Kotor, wir zu Fuss und das Gepäck mit dem Taxi.

Freitag, 10. Mai 2024

Panoramawanderung

Gestern ging es aus eigener Kraft hoch hinauf, von 64 Metern über Meer bis über 800. Da es dazwischen auch mal runter ging mussten wir total 956 Höhenmeter überwinden. So viel wie schon lange nicht mehr. Das Wetter hat uns dabei mitgeholfen, den Aufstieg relativ locker zu stemmen. Die Sonne versteckte sich hinter einer dichten Wolkendecke und kurz nach dem Start gab es sogar ein paar harmlose Regentropfen. Bei praller Sonne wäre das viel mühsamer gewesen.

bei diesem Kloster beginnt der Aufstieg

Gestartet sind wir bei einem alten Kloster in der Nähe von Budva an der Küste. Von dort geht es zuerst auf vielen Treppenstufen etwa 200 hm hinauf, gefolgt von einem relativ steilen Abschnitt auf einer Schotterstrasse. Der Rest dann mittelsteil bis flach bis zum Ziel an einer Hauptstrasse, wo wir von einem Taxi abgeholt werden.

blumiger Blick über Budva

Entschädigt wurden wir für die Anstrengung mit Panoramablicken über die Bucht von Budva und das Umfeld. Eine überaus lohnende Wanderung, da sind wir uns einig.

kurz vor dem Ziel: das verfallende Fort Kosmac

Heute geht es nochmals hoch hinaus, diesmal aber per Taxi auf 1400 Meter über Meer. Die Wanderung selbst wird viel leichter sein, mindestens bezüglich Auf- und Abstieg.

Donnerstag, 9. Mai 2024

Schildkröte, Hund, Wasserschlange, Libellen und Frösche

Unsere Wanderung am Mittwoch in der Nähe des Skadar-Sees war ziemlich abenteuerlich. Nach einer Stunde Fahrt setzte uns der Taxifahrer an einem Ort ab, wo er selbst noch nie war, in the Middle of Nowhere. Aber die Navigations-App bestätigt uns, dass wir am richtigen Ort sind.

Auf markiertem Pfad und Forststrasse geht es mehrheitlich aufwärts. Dann die erste Überraschung: eine Schildkröte mitten auf dem Wanderweg. Das hätten wir hier nicht erwartet. Nach ein paar Fotos geht es weiter und wenig später taucht aus dem Nichts ein Hund auf, ohne menschliche Begleitung. Er ist einige Zeit immer in unserer Nähe, einmal vor uns, dann wieder hinter uns.

Nach einer guten Stunde stehen wir vor einem Fluss, den es zu überqueren gilt, denn auf der anderen Seite sehen wir eine Wanderweg-Markierung. Nur leider hat es keine Brücke. Das Wasser ist etwa knietief, wir könnten es also ohne Schuhe versuchen. Aber was schwimmt denn da im Wasser? Eine etwa einen Meter lange Wasserschlange! Und der Hund springt mehrmals über den Fluss, einmal genau über die Schlange. Uns ist die Sache etwas ungeheuer und wir kehren um, um auf anderem Weg ans Ziel zu gelangen. Unterwegs sehen wir auch viele Libellen und Frösche, welche aus den Pfützen springen, wenn wir uns nähern.

hier kehren wir um

Das Ziel ist Virpazar, ein touristischer Ort am Skadar-See. Bisher haben wir in Montenegro noch nie so viel Touristen an einem Ort gesehen. Der Parkplatz ist voll von Autos und Cars. In einem der vielen Restaurants erfrischen wir uns und machen eine kurze Bootstour auf dem See, welcher zu 30% auf albanischem Boden liegt.

die Berge im Hintergrund gehören zu Albanien



Mittwoch, 8. Mai 2024

Mrtvica Canyon

Nach dem Frühstück checken wir am Dienstagmorgen in Podgorica in unserem Hotel aus und stellen die Koffer ein. Unser Taxifahrer wartet schon auf uns, denn er hat den Auftrag, uns zum Startort unserer Wanderung ins Mrtvica Canyon zu fahren. Das ist eine etwa einstündige Fahrt Richtung Norden.

Punktgenau weiss der Taxifahrer aber nicht, wo unsere Wanderung beginnt, aber nach telefonischer Rücksprache mit dem lokalen Reisebüro klappt es und wir machen uns auf den Weg, welcher einem wilden Fluss aufwärts folgt. Der Einstieg in den Weg ist nicht ganz eindeutig, aber mithilfe der Navigations-App finden wir ihn. Einmal auf dem richtigen Weg können wir uns nicht mehr verirren, er ist gut markiert.

hier beginnt unsere Wanderung

Er ist zum grössten Teil einfach, es hat aber einige Stellen über grössere Felsen, wo wir auch die Hände zuhilfe nehmen müssen. Deshalb stufen wir ihn als mittelschweren Bergweg ein. Nach einer Stunde Marschzeit wird die Schlucht eng, beidseits ragen fast senkrechte Felswände in die Höhe. Der Fluss zwängt sich tosend talwärts mit spektakulären Wasserfällen.


Nach 6 Kilometern sind wir an einer Stelle, wo das Wasser auf der gegenüberliegenden Seite aus der Felswand sprudelt. Ein eindrückliches Schauspiel, das Wasser kommt fast von allen Seiten.


Wir sind noch nicht ganz am Ziel, trotzdem kehren wir hier um, denn wir haben noch einen längeren Transfer vor uns. Der gleiche Taxifahrer wartet dort auf uns wo wir ausgestiegen sind. Er fährt mit uns zurück nach Podgorica, um die Koffer abzuholen und bringt uns nach Budva an der Mittelmeerküste.

Dienstag, 7. Mai 2024

Podgorica

Podgorica habe touristisch nicht viel zu bieten, meinte der Vertreter des lokalen Reisebüros, über welchen wir unsere Wanderreise in Montenegro gebucht hatten gestern Morgen bei einem Info-Gespräch in der Hotellobby. Die Stadt sei im Zweiten Weltkrieg total zerstört worden und habe deshalb keine alte Bausubstanz.

Trotzdem haben wir einen Spaziergang durch die auf nur 50 Metern über Meer gelegene Stadt mit 150'000 Einwohnern gemacht und dabei einige Sehenswürdigkeiten entdeckt.

Zum Beispiel den Clock Tower mit einer Uhr auf nur einer Seite, er wurde von den Türken errichtet.

Oder die alte Steinbrücke über einen Bach mitten im Zentrum, daneben auf einem Hügel Überreste einer Festung.

Dann die schöne orthodoxe Kirche Hram Hristovog Vaskrenja mit unzähligen farbenfrohen Fresken.


Und zum Schluss die elegante Millenium Bridge über den Fluss.


Das war ein abwechslungsreicher Stadtrundgang, ein schöner Start unserer Montenegro-Reise, welche noch viele Höhepunkte verspricht. Heute steht die erste Wanderung auf dem Programm.

Montag, 6. Mai 2024

Unser gestriger Flug

Am Sonntagabend gab es für uns einen eineinhalbstündigen Flug ab Zürich. Für mich war der Flug in dreifacher Hinsicht speziell:

1. Es war mein erster Flug an einem 5. Mai und mittlerweile fehlen in meiner Flugstatistik nur noch zwei Daten: der 24. und 25. Dezember.

2. Der Flug ging in ein von mir noch nie besuchtes Land: Montenegro mit der Hauptstadt Podgorica. In meinem Projekt "Länderfliegen Europa" kann ich also ein weiteres Land abhaken.

3. Der Flug war mit einer für mich neuen Airline, der Air Montenegro. Durchgeführt wurde der Flug zwar von der TRADEAIR, dies aber im Auftrag der Air Montenegro.

nach der Landung in Podgorica

So, bei Sonnenschein werden wir heute Podgorica entdecken und ab morgen wird gewandert, ich werde mich wenn möglich täglich hier melden.