Sonntag, 25. Januar 2026

Der Stinkberg

Gestern habe ich über den Goldenberg berichtet, ein passender Name für den schönen Aussichtspunkt mit dem gehobenen Restaurant. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala dürfte der Stinkberg nördlich des Wallrüti-Quartiers liegen. Das ist der 30 Meter hohe Hügel, welchen ich am Mittwoch auf meiner Wanderung für etwas ungewöhnlich hielt. Sein unschmeichelhafter Name ist darauf zurückzuführen, dass dort bis ins Jahr 1965 Kehrichtabfälle deponiert wurden, was natürlich besonders in der warmen Jahreszeit zu entsprechenden Gerüchen führte. Dies wurde von den Anwohnern immer wieder kritisiert. Ab 1965 wurde der Kehricht dann in der neu gebauten KVA verbrannt.

der Stinkberg, links die Treppe

das Stinkberg-Areal ist eingekreist

Die Strasse, welche am Stinkberg vorbeiführt hiess früher übrigens offiziell "Stinkbergstrasse" und bis vor wenigen Jahren hatte sie auf Google Maps immer noch diesen Namen. Im Jahr 2003 wurde der Hügel auf "Rietberg" umbenannt und seither trägt auch die Strasse diesen Namen.

Interessanterweise wurden auf dem Hügel, welcher oben flach ist, Schrebergärten (in und nur in Winterthur heissen diese "Pünten") eingerichtet und vermietet. Ich bin aber nicht so sicher, dass ich den dort gezüchteten Salat oder das Gemüse so schmackhaft fände. Stinken tut es zwar nicht mehr, aber die Gewissheit, dass darunter 30 Höhenmeter alter Kehricht liegt, würde bei mir den Genuss beeinträchtigen.

der Stinkberg in früheren Jahren

In der Nähe des Hügels hat es übrigens immer noch eine Deponie, wo man Abfälle entsorgen lassen kann. Diese werden aber nicht wie früher wild entsorgt, sondern säuberlich getrennt und wenn möglich rezykliert.

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