Montag, 13. November 2023

Wanderung Bogno - Roveredo TI

Datum: 10. November 2023
Dauer: 2h35
Länge: 11.1 km
Wetter: stark bewölkt, kurz etwas Regen
Route: Bogno-Cozzo-Colla-Signôra-Scareglia-Corticiasca-Bidogno-Roveredo TI
Charakteristik: alles auf der Strasse


Bogno aus der Nähe...

...und aus der Ferne

Blick Richtung Lago di Lugano mit dem San Salvatore

Corticiasca

Bidogno

Fünf Stunden nach Abfahrt in Seuzach steige ich in Bogno zuhinterst im Val Colla aus dem Bus, ab Tesserete ging es rauf und runter und durch unzählige Kurven, was ziemlich viel Zeit beansprucht. In der Nacht hat es weit heruntergeschneit, ab etwa 1200 Metern ist es weiss. Mein Weg geht aber zum Glück nicht so weit hinauf.

In Bogno möchte ich auf einem Wanderweg bis Cozzo wandern, den Weg finde ich aber nicht oder er ist nicht markiert. Deshalb und auch weil mein Zeitbudget keine Umwege oder Suchereien zulässt entscheide ich mich für die Strasse. Und weil sich der Verkehr im ganzen Tal in engen Grenzen hält bleibe ich bis zum Ziel in Roveredo auf der Strasse. Das hat auch den Vorteil, dass ich nie weit weg von einer Bushaltestelle bin, falls es mit der Zeit eng werden sollte. Die Busse fahren hier im 2-Stunden-Takt, das Verpassen eines Buses würde eine längere Wartezeit nach sich ziehen.

Wie an einer Perlenkette reihen sich die Dörfer an den Hängen des Tals, im Viertel- bis Halbstundentakt kann ich wieder eine neue ehemalige Gemeinde abhaken. Etwa bei der Hälfte der Strecke beginnt es leicht zu regnen, der Schirm kann aber im Rucksack bleiben. Regen hatte ich nicht erwartet, der Wetterbericht sagte für das Tessin freundliches Wetter voraus.

Auf der Strasse komme ich natürlich zügig voran und nach etwas mehr als 2.5 Stunden erreiche ich Roveredo, aber natürlich nicht das bekannte Roveredo im bündnerischen Misox, sondern das unbekannte im Tessin. Nach 20 Minuten kommt der Bus zurück nach Tesserete.

Sonntag, 12. November 2023

Val Colla

Die Freitagswanderung spielte sich im Val Colla ab. Das Tal nordöstlich von Lugano erstreckt sich von Tesserete bis zur italienischen Grenze. Es wird vom Fluss Cassarate durchflossen, welcher in den Luganersee mündet. An den Hängen über dem Tal reihen sich Dörfer, welche früher selbständige Gemeinden waren, heute gehören sie aber zu Lugano oder Capriasca.

Trotz der relativen Nähe zu Lugano ist das Val Colla recht abgelegen. Der Bus von Tesserete bis Certara zuhinterst im Tal braucht 47 Minuten, ich war von Seuzach aus 5 Stunden unterwegs. Der Bekanntheitsgrad des Tales liegt auf tiefer Stufe, was vielleicht auch daran liegt, dass es praktisch keine touristische Infrastruktur hat. Hotels sucht man dort vergebens und auch Restaurants gibt es praktisch keine. Auch für's Einkaufen müssen die Einwohner nach Tesserete oder noch weiter fahren.





Freitag, 10. November 2023

Wanderung Neumühle - Kleinlützel

Datum: 08. November 2023
Dauer: 3h55
Länge: 14.8 km
Wetter: sonnig
Route: Neumühle-Roggenburg-Gärtlihübel-Neuhaus-Gärtlihübel-Pt. 581-Klösterli-Vordere Rütti-Kleinlützel
Charakteristik: einfache bis mittlere Wege und Strassen


Roggenburg

lange Schatten schon am Mittag, hier beim Gärtlihübel

Sonniges Wetter wurde für den Mittwoch versprochen, und das Versprechen wurde auch gehalten. So konnten wir nochmals etwas Vitamin D tanken, bevor sich die Sonne in den folgenden Tagen wieder rar macht.

Unsere Wanderung startet in Neumühle am schweizerischen Ufer der Lützel auf Gemeindegebiet von Roggenburg BL. Den Ort kennen wir gut, am 24. März 2011 machten wir uns dort auf den Weg zur ersten Etappe der Röstigraben-Route, welche in Zermatt endete. Und die Röstigraben-Route war unsere erste Weitwanderung, welche quer durch die Schweiz führte.

Auf einem markierten Weg steigen wir ins Dorf Roggenburg auf und gehen weiter auf Strassen zum Gärtlihübel, wo wir auf einen nicht markierten Weg nach Neuhaus einbiegen. Der Weg ist auf der Karte gestrichelt eingetragen, was alles mögliche bedeuten kann. In diesem Fall sind wir angenehm überrascht, die breite Kiesstrasse bietet keinerlei Schwierigkeiten.

50 Meter vor dem Zwischenziel ist dann allerdings Schluss, wie gestern beschrieben stehen wir vor einer eingezäunten Weide mit Mutterkühen und Kälbern. Wir wollen kein Risiko eingehen, kehren zum Gärtlihübel zurück und steigen auf einer Nebenstrasse auf, bevor wir wieder auf einen gestrichelten Weg abzweigen. In diesem Fall erweist sich der Weg aber als von diversem Gestrüpp überwachsener Pfad. Zum Glück ist er nicht allzu lange, schon bald sind wir wieder auf einer Kiesstrasse hinunter zum Klösterli an der Lützel.

Für den Aufstieg auf dem Grenzweg nach Burg im Leimental ist es jetzt zu spät, deshalb begnügen wir uns mit einer leichten Wanderung nach Kleinlützel im Solothurnischen. Für mich ist das nicht so schlimm, denn in Kleinlützel kann ich eine Verbindung zu einer anderen Wanderung herstellen.

Heute ist wieder ein Trip ins Tessin geplant mit einer Gemeindewanderung, einem kulinarischen Höhepunkt und Übernachtung. Mehr dazu am Sonntag.


Donnerstag, 9. November 2023

Die Lücke an der Lützel

Schon seit Jahren klafft in unserem Wandernetzwerk eine Lücke bei der Lützel zwischen Roggenburg und Burg im Leimental, beide Kanton Baselland:

Diese wollten wir am Mittwoch schliessen in Form einer etwa 13 Kilometer langen Grenzwanderung. Das Unternehmen begann gemäss Plan bei Neumühle an der Lützel. Dann aber versperrten uns bei Neuhaus drei Mutterkühe mit zwei Kälbern den Weg:

Wir hätten zwar den Zaun öffnen können, das war uns aber zu riskant. Bei einem allfälligen Angriff wären wir den Kühen schutzlos ausgeliefert gewesen. Und eine Umgehung der Weide war auch nicht möglich, das Gelände war zu steil und total überwuchert.

Also machten wir rechtsumkehrt und nahmen eine alternative Route. Wo diese hinführte kann man hier morgen lesen.



Dienstag, 7. November 2023

Fusionsgelüste im Ausserrhodischen

Gestern erschien in der NZZ ein seitenlanger Artikel über den Kanton Appenzell Ausserrhoden, wo am 26. November über eine Vorlage betreffend Gemeindefusionen abgestimmt wird. Gemeindefusionen sind im Ausserrhodischen bisher nicht möglich, weil die 20 bestehenden Gemeinden seit 274 Jahren explizit in der Kantonsverfassung aufgeführt sind:

"Der Kanton Appenzell Ausserrhoden besteht aus den Gemeinden Urnäsch, Herisau, Schwellbrunn, Hundwil, Stein, Schönengrund, Waldstatt, Teufen, Bühler, Gais, Speicher, Trogen, Rehetobel, Wald, Grub, Heiden, Wolfhalden, Lutzenberg, Walzenhausen und Reute."

Bei einer Annahme der Vorlage würde dieser Artikel aus der Verfassung entfernt, was den Weg für Fusionen freimachen würde. Für die Umsetzung von Fusionen gibt es dann zwei Varianten: entweder werden die 20 bestehenden Gemeinden per Gesetz auf 3 bis 5 neue Gemeinden reduziert, was einer Zwangsfusion gleichkommt, oder Fusionen müssen von den fusionswilligen Gemeinden beantragt werden, worauf darüber abgestimmt würde. Auf der Homepage des Kantons habe ich dazu ein Video gefunden, in welchem die Vorlage erklärt wird.

Übrigens, im kleineren Appenzell Innerrhoden sind keine Gemeinden, sondern fünf Bezirke in der Kantonsverfassung erwähnt, wobei diese 1:1 den Gemeinden entsprechen, kein Bezirk hat mehr als eine Gemeinde. Trotzdem gibt es dort drei ehemalige Gemeinden: Hirschberg, Rinkenbach und Stechlenegg. Diese stehen aber nicht mehr auf meiner Pendenzenliste, ich habe sie längst besucht.


Montag, 6. November 2023

Familienabend in Zürich

Gestern war eigentlich ein Familienabend bei uns zuhause in Seuzach geplant. Doch es kam anders. Unsere Tochter Manuela schlug vor, in Zürich einen Film anzuschauen und anschliessend essen zu gehen. Auch keine schlechte Idee, dachten wir und stiegen in den Zug zum Zürcher HB.

Im Kino war ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr, deshalb war das für mich eine lange nicht mehr erlebte Erfahrung. Beim Film handelte es sich nicht um einen kommerziellen Hollywood-Streifen. Er gehört zum Programm des gegenwärtig stattfindenden "films for future" Festivals. Die Filme sollen auf Missstände im Bereich Umweltschutz oder Klima aufmerksam machen und Lösungen für die Zukunft aufzeigen.


Wir schauten uns den Film "Dead Sea Guardians" an, darin wird die zunehmende Verlandung des Toten Meeres zwischen Israel und Jordanien thematisiert. Drei Protagonisten - einer aus Israel, einer aus Jordanien und ein Palästinenser - tun sich zusammen und planen eine Durchschwimmung des Toten Meeres von Israel nach Jordanien, damit wollen sie die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen. Aber so einfach ist das in dieser Gegend natürlich nicht, hier ist alles viel komplexer als anderswo. Und im Moment sicher fast unmöglich. Der Film hat mir gut gefallen, er wurde professionell produziert mit schönen Einstellungen.

Am anschliessenden Podiumsgespräch nahmen wir nicht mehr teil, denn wir hatten in einem libanesischen Restaurant (passte gut zum Ort des Geschehens im Film, der Libanon grenzt ja an Israel) in der Nähe der Langstrasse reserviert, wo wir die leckeren Mezze genossen und Manuela's heutigen Geburtstag vorfeierten.

Happy Birthday, Manuela!



Sonntag, 5. November 2023

Noch 70

70 ehemalige Gemeinden stehen jetzt noch auf meiner Pendenzenliste, sie verteilen sich wie folgt auf die Kantone:


Die nördlichste ist Schöntel BE, die östlichste Landarenca GR, die südlichste Bosco Luganese TI und die westlichste Vaugondry VD.

Wer sich die Orte auf der Karte anschauen will kann das auf der Google-Karte machen.

Von den 1255 ehemaligen Gemeinden (Stand 2020) habe ich also schon 94.5% besucht. Aber einige der noch zu besuchenden Orte liegen sehr abgelegen und erfordern gute Planung und viel Zeit.