Donnerstag, 26. Oktober 2023

Der Bänkli-Verein

In seinem Blog hat gestern Thomas Widmer über einen Artikel in der "Schweizer Revue" berichtet, in welchem es um die Schweizer Bankkultur geht. Dabei sind nicht die Banken wie UBS oder die gescheiterte CS gemeint, sondern Banken, auf welche man sich setzen kann, auch liebevoll "Bänkli" genannt. Auch auf unseren Wanderungen kommen wir natürlich immer wieder an Bänklis vorbei und nutzen diese ab und zu, um etwas zu trinken oder für einen Tenuwechsel.

am Lago Tremorgio

Was ich nicht wusste ist, dass es sogar einen Bänkli-Verein gibt, den "Verein Bankkultur", welcher sich um den Erhalt der Bankkultur in der Schweiz bemüht. Auf diesem Link kann man mehr darüber erfahren.

Mittwoch, 25. Oktober 2023

ChocoWelt

Jedesmal wenn ich mit dem Zug nach Luzern fahre sehe ich rechterhand in Root die Schokoladefabrik Aeschbach. Da ich diese Marke nicht kannte wollte ich etwas mehr darüber erfahren und schaute in deren Homepage rein. Dabei fand ich unter anderem heraus, dass es dort eine Art Schokolade-Museum und einen Laden gibt. Das habe ich mir am Dienstag angeschaut, ein idealer Ausflug bei Regenwetter.


Kirschstängeli sind eines der vielen Produkte

Der Betrieb hat sozusagen seinen eigenen öV-Anschluss, die S-Bahn-Station Root D4 liegt gleich daneben. Für 13 Franken (AHV-Tarif) kaufe ich mir ein Ticket für das Museum, darin inbegriffen ist ein 5-Franken-Gutschein für einen Einkauf im Laden. Gross ist das Museum nicht, aber schön eingerichtet. Man lernt dabei, wo Kakao angebaut wird und wie daraus Schokolade entsteht. Oder man kann auf Bildschirmen in die Produktionsstätte hineinschauen. Und natürlich an diversen Stellen Schokolade naschen.

süsse Versuchung: der Schokoladebrunnen

Aeschbach hat neben dem Fabrikladen noch eine Verkaufsstelle in Zug und in Steinhausen, bei den Grossverteilern werden die Produkte aber nicht angeboten. Hauptkunden sind Firmen oder Organisationen, welche Schokoladeprodukte zu Werbezwecken bestellen, meistens mit dem jeweiligen Logo der Firma. Was ich auch nicht wusste: Aeschbach produziert die Schoggi-Taler, welche in der Schweiz von Kindern für einen guten Zweck verkauft werden. Auch ich kann mich daran erinnern, einmal Verkäufer gespielt zu haben.

Natürlich löste ich den erhaltenen Gutschein im Laden ein, er reichte aber natürlich nicht für den ganzen Einkauf aus. 

Dienstag, 24. Oktober 2023

Concorde

Heute vor genau 20 Jahren war der letzte kommerzielle Flug einer Concorde, das Flugzeug der British Airways setzte um 16:05 von New York herkommend auf dem Flughafen London Heathrow auf.

Damit ging eine wichtige Ära in der Luftfahrt zu Ende, seither gab es keine zivilen Überschallflüge mehr und es ist auch nicht anzunehmen, dass solche in den nächsten Jahren wieder angeboten werden. Mitentscheidend für die Einstellung der Flüge war der Absturz einer Concorde der Air France in Paris im Jahr 2000, bei welchem 113 Menschen ihr Leben verloren. Die für den Unfall verantwortlichen Schwachstellen am Flugzeug wurden zwar behoben, aber die Nachfrage nach Flügen sank immer mehr, insbesondere auch nach 9/11. Ein wirtschaftlicher Betrieb war nicht mehr möglich, auch weil die Wartungskosten immer höher stiegen.

In meiner Flugstatistik ist die Concorde übrigens auch vertreten: am 26. November 1998 flogen wir mit der G-BOAC der British Airways von London nach New York und landeten gemessen an der Lokalzeit früher als wir abgeflogen sind. Für mich ist das der bisher speziellste Flug in meiner 1843 Einträge umfassenden Flugstatistik.

die G-BOAC (Bild planespotters.net)

Verschrottet wurden die äusserst eleganten Concordes zum Glück nicht, Flugnostalgiker können sie in diversen Museen, zum Beispiel in Seattle, London oder Heidelberg besichtigen. "Unsere" G-BOAC kann in einem eigens gebauten Hangar in Manchester besichtigt werden.


Montag, 23. Oktober 2023

Wanderung Hohenstoffeln

Datum: 22. Oktober 2023
Dauer: 4h55
Länge: 16.7 km
Wetter: sonnig
Route: Barzheim-Lindenhof-Hofwiesen-Stofflerhof-Hohenstoffeln-Sennhof-Homboll-Pfaffenwiesen-Riedheim-Grüt-Barzheim
Charakteristik: einfache Wege, teils markiert, Bergweg am Gipfel


Blick vom Hohenstoffeln über den Hegau

vulkanischer Basalt

sieht aus wie Raps, aber was ist es?
hinten der Hohenstoffeln

Den schönen Herbstsonntag nutzten wir für eine Wanderung im grenznahen Deutschland, wir wollten den Hohenstoffeln erklimmen. Der Berg ist ein Überbleibsel eines Vulkans, welcher vor etwa 14 Millionen Jahren aktiv war. In der Gegend hat es einige Hügel, welche aufgrund von ausgeworfenem Material entstanden sind.

Da es am Wochenende keine Busverbindung nach Barzheim, unserem Startort hat fahren wir mit dem Auto dorthin und nehmen die Rundwanderung in Angriff. Barzheim gehört zum schaffhausischen Thayngen und liegt direkt an der Grenze, welche wir nach wenigen Minuten erreichen.

Auf nicht markierten Feldwegen geht es vorbei am Lindenhof, über die Hauptstrasse hinauf zum Stofflerhof. Hier biegen wir auf einen Bergweg ein, welcher ordentlich steil auf den Gipfel auf 840 Metern führt.

Die Aussicht über den Hegau ist ungetrübt, die Wolken am Horizont haben dekorativen Charakter. Wir stellen uns vor, wie es hier ausgesehen haben könnte, als die Vulkane aktiv waren.

Für den Rückweg wählen wir eine andere Route via Homboll und Riedheim, was die Wanderung sehr abwechslungsreich macht. Wir sind froh, den schönen Herbsttag mit äusserst angenehmer Temperatur draussen verbracht zu haben.

Freitag, 20. Oktober 2023

In der Kaltbach-Höhle

Der Milchverarbeiter Emmi ist mit Abstand der grösste Käseproduzent des Landes. Nebst den "normalen" Käsesorten wird auch eine Premium-Linie produziert. Diese Sorten werden in der Kaltbach-Höhle in der Nähe von Sursee gereift. Dort hatte ich am Mittwoch nach dem Pilatus-Besuch einen Termin für eine Führung.

Die etwa 50 Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, welche durch einen Teil des Höhlensystems geführt wurden. Die Höhle ist nicht natürlich, sie wurde von Menschenhand erschaffen. Zu Beginn waren es nur etwa 15 Meter, heute erstreckt sie sich auf über 2'000 Meter. In der Sandsteinhöhle herrscht das ganze Jahr eine Temperatur von 12°. Dies zusammen mit der Feuchtigkeit sind ideale Bedingungen für das Reifen der Käselaibe. Gegenwärtig sind etwa 100'000 Laibe eingelagert, sie werden von einer Art Robotern automatisch gepflegt und gewendet.

heranreifender Emmentaler...

Welche Käselaibe in der Höhle gereift werden wird nicht dem Zufall überlassen. Die in den Käsereien produzierten Laibe werden von Fachleuten auf der Basis eines Punktesystems bewertet, die Skala reicht von 0 bis 20. Nur Laibe mit einer minimalen Bewertung von 19.5 schaffen es in die Höhle, die Auswahl ist also sehr selektiv.

...und Gruyère soweit das Auge reicht

Der grösste Teil der Käsesorten in der Höhle fällt auf Emmentaler und Gruyère, daneben hat es aber noch diverse andere Sorten wie Engadiner Bergkäse oder Luzerner Rahmkäse. Und interessanterweise auch Appenzeller, der aber nicht im Appenzellischen nach dem Originalrezept produziert wurde. Grenzt für mich etwas an Etikettenschwindel.

Susi kümmert sich um den Käse

Alle Teilnehmer hatten nach der Führung natürlich Lust, die Käse zu degustieren und sie wurden nicht enttäuscht. Auf einem Käsebuffet wurden etwa 15 Sorten angeboten, dazu gehörte auch ein Raclettekäse. Die Führung mit anschliessendem Käsebuffet kostet 20 Franken, dafür wird aber einiges geboten.

das Buffet ist angerichtet



Donnerstag, 19. Oktober 2023

Pilatus

Schon seit vielen Jahren bin ich Aktionär der Pilatus-Bahn und jährlich erhalte ich zwei Gutscheine für eine Fahrt auf den Luzerner Hausberg. Dort oben war ich aber schon lange nicht mehr, deshalb wollte ich am Mittwoch den Gutschein, welcher Ende dieses Jahres verfällt, einlösen. Und ich bereue es nicht, nur schon die Fahrt ist ein Erlebnis, so wie auch der Aufenthalt mit der einmaligen Rundumsicht.

Es gibt ja zwei Möglichkeiten, um auf den Berg zu kommen. Da ist einerseits die Gondelbahn von Kriens auf die Fräkmüntegg, von wo eine Luftseilbahn auf den Gipfel fährt. Ich wählte aber die andere Variante, mit der Zahnradbahn von Alpnachstad. Dabei handelt es sich mit einer maximalen Steigung von 48% um die steilste Zahnradbahn der Welt, was man als Passagier staunend mitbekommt. Die Fahrt mit den fast neuen Wagen ist wirklich ein Spektakel, besonders im obersten Teil, wo sich die Bahn hart am Abgrund hochschraubt.


Oben angekommen verspürte ich Hunger und stillte ihn mithilfe eines Eglifilet-Tellers im gediegenen Restaurant des Pilatus Kulm Hotels. Der Service ist professionell und die Preise sind erstaunlich fair, kein Höhenzuschlag wird draufgeschlagen.


Für die Besichtigung des Berges gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf diversen Wegen können die Aussichtspunkte erreicht werden. So hat man Sicht auf alle Seiten des Berges. Die Sicht war am Mittwoch trotz Wolken sehr gut, nur die höchsten Berner Gipfel versteckten sich.


Nach dem Genuss der Aussicht geht es wieder nach Alpnachstad hinunter, wo das Schiff nach Luzern schon wartet. Nach dem Pilatus-Erlebnis geht es noch zu einem Termin im Luzernischen, mehr darüber morgen.

rechts der Bürgenstock mit dem Hametschwandlift


Mittwoch, 18. Oktober 2023

OLMA-Zeit

Wir haben Mitte Oktober oder mit anderen Worten: OLMA-Zeit. Während 11 Tagen läuft sie, die traditionsreiche und beliebteste Messe der Schweiz. Wobei zu konstatieren ist, dass es ja nur noch wenig grosse Messen gibt, die Züspa oder Muba gibt es ja schon seit Jahren nicht mehr.

Gestern Dienstag haben wir uns in St. Gallen umgeschaut, begonnen haben wir mit einem Messe-Rundgang inklusive Bratwurst. Vieles an der Messe ist über viele Jahre oder Jahrzehnte gleich geblieben, zum Beispiel die Tiervorführungen in der Freiluftarena oder die riesige Auslage mit schön präsentiertem Gemüse. Es gibt aber auch Neues, dieses Jahr zum Beispiel die neu gebaute Halle 1, wo an unzähligen Ständen Käse, Würste oder Süssigkeiten degustiert werden können, diese waren bisher in Halle 9, wo Platz für Neues geschaffen wurde, zum Beispiel eine grosse Gaming-Halle.

im OLMA-Stall, rechts der Muni

Zürich ist heuer Gastkanton

Nach dem Messerundgang durchstreiften wir ausserhalb des Messegeländes die Chilbi mit einer grossen Zahl von Marktständen mit allem möglichen Nötigem und Unnötigem. Eine grosse Menschentraube scharte sich vor dem Billigen Jakob, welcher wie immer seine Küchengeräte anpries.

Zum Schluss noch etwas Sightseeing, es ging durch die Altstadt vorbei am weltberühmten Klosterbezirk. Ist jedesmal wieder eindrücklich, dieser Ort der Stille mitten in der Stadt.