Mittwoch, 7. August 2019

Swissair-News

Die Swissair-News war bis zum Grounding die Personal-Zeitung für alle Angestellten im Konzern. Auch bald 20 Jahre danach gibt es die Zeitung immer noch. Ein kleines Redaktions-Team berichtet darin über Wissenswertes aus der Fliegerei. Regelmässig werden auch pensionierte Mitarbeiter zu speziellen Themen interviewt. Kürzlich durfte ich Jörg Röthlisberger, einem der Redaktoren, über mein Gemeindewandern-Projekt erzählen. Der nachfolgende Artikel erschien in der aktuellen Ausgabe der Zeitung.


Auf Schusters Rappen unterwegs

«Das Wandern ist wie eine Sucht
für mich», sagt Stefan Brauchli.
Seit 2011 hat er mehr als 20 000
Kilometer zu Fuss zurückgelegt
und dabei alle Gemeinden der
Schweiz kennengelernt. Eine
halbe Erdumrundung!


Jörg Röthlisberger

Der 65-jährige Schaffhauser aus Neuhausen beschreibt sich selber als ruhigen, pragmatischen, eher konservativen Typ. Er sei aktiv und ein Geniesser und könne auch mal über die Stränge schlagen, zum Beispiel in München am Oktoberfest, das er, der ganz besonderen Atmosphäre wegen, seit Jahren gerne besucht. Als Programmierer kam Stefan Brauchli 1974 zur Swissair. Besonders die ersten 20 Jahre mit der rasanten Entwicklung der Informatik waren hochspannend. Sehr dynamisch erlebte er die interne Zusammen- arbeit ohne drückende hierarchische Unterschiede. Als Projektleiter und Teamleader schätzte er dann die ausgezeichneten Kontakte mit externen Kunden. Auch für ihn war das Swissair-Grounding eine Katastrophe. Existenzängste machten sich breit, es gab keine Sicherheiten mehr. Grausam war, dass er selber Mitarbeiter auswählen musste, die zu entlassen waren. Nach dem Verkauf der Atraxis ging es unter texanischer «Herrschaft» dann doch weiter.
Wandern als wichtiger Lebensinhalt Mit Marlise, seiner Ehefrau, ist Stefan Brauchli bis heute immer wieder gemeinsam auf Wanderungen unterwegs, früher auch zusammen mit ihren zwei Kindern. Diese intensiven Familienerlebnisse betrachtet er heute als Höhepunkt seines Lebens. Seit seiner Frühpensionierung 2011 ist das Wandern zu einer Sucht, einer Art Spitzensport geworden. Er betrachtet seine Wanderungen als Projekte, die er minutiös vorbereitet und mit GPS entsprechend durchführt und dokumentiert; zudem schildert er die Erlebnisse in seinem Blog. Einfach so ins Blaue, ohne genaues Ziel loszulaufen, ist seine Sache nicht. So waren Brauchlis kreuz und quer in der Schweiz zu Fuss unterwegs, wanderten auf dem Jurahöhenweg, auf der Röschtigraben-Route oder entlang aller grossen Schweizer Flüsse und Seen.
Die Faszination «Es sind die unglaublich vielen Facetten von Eindrücken, die ich beim Wandern hautnah erfahren kann. Die Kombination von Natur, Landschaften, Dörfern und Städten, die Eigenheiten der jeweiligen Bevölkerung, Kulinarisches oder besondere Wetterphänomene faszinieren mich sehr», meint der Nimmermüde. Zu den für ihn schönsten Orten gehören die Walsersiedlung Obermutten in Graubünden, Valagin in Neuenburg und Rue im Kanton Freiburg mit ihren mittelalterlichen Häusern und Schlössern. Die Agglomerationsgemeinden von Lausanne oder andere zersiedelte Landschaften möchte er hingegen nicht mehr sehen. «Alles mit allen Sinnen auf mich einwirken zu lassen, gelingt besser, wenn ich allein unterwegs bin, doch können beim Wandern mit Gleichgesinnten gerade die gemeinsamen Erlebnisse und die Gespräche eine wunderbare Intensität bringen.»
Das Gefühl von tiefer Zufriedenheit stellt sich beim «Wanderer-Freak» aber erst ein, wenn er seine hochgesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht hat. Zum Beispiel sein Projekt, alle 2287 Gemeinden der Schweiz auf jeweils mindestens 10 Kilometer langen Wanderungen besucht zu haben. So hat er innerhalb von acht Jahren mehr als 20 000 Kilometer zurückgelegt, eine halbe Erdumrundung! Solche Triumphe machen ihn stolz. Er wird deswegen aber nie auf einem Ehrenpodest stehen und eine Medaille erhalten. Er freut sich aber, wenn Zeitungen oder das Fernsehen über seine Projekte berichten, denn damit möchte er viele andere zum Wandern animieren, was Lebenselixier für Körper und Seele sein kann. Ein nächstes Projekt wird der Pilgerweg in Italien sein: auf der Via Francigena nach Rom.
Immer noch reisefreudig Während seiner Zeit bei Swissair – ab 1974 – liebte es Stefan Brauchli in der ganzen Welt umherzufliegen. Auch heute reist er noch leidenschaftlich gern. Nun hat er vor, alle Staaten in Europa, die er noch nicht besucht hat, zu bereisen. Dies wird wohl weniger Energie und Durchhaltewillen kosten als seine Wanderprojekte. www.projektgemeindewandernschweiz. blogspot.com

Dienstag, 6. August 2019

1. August - Dessert

Am 1. August hatten wir im Restaurant des Hotels Albris in Pontresina für das Nachtessen reserviert. Marlise bestellte das 4gängige Spezialmenu zum Nationalfeiertag und ich das sogar 5gängige Fischmenu. Beides war ausgezeichnet, sorgfältig angerichtet und professionell serviert.

Zum Abschluss konnten wir uns am speziell für diesen Abend bereitgestellten Dessert-Buffet bedienen. Unglaublich, was da geboten und megaschön präsentiert wurde:






Montag, 5. August 2019

Wanderung Val da Camp

Datum: 01. August 2019
Dauer: 4h50
Länge: 15.2 km
Wetter: sonnig
Route: Sfazù-Suracqua-Terzana-Lagh da Saoseo-Lagh da Val Viola-Camp-Salina-Sfazù
Charakteristik: einfache bis mittlere Berg- und Wanderwege


am Lagh da Saoseo


der kleine Lagh da Scispadus

Fussbad im Lagh da Val Viola



Blick ins Val Mera



Nach dem wettermässigen Ausrutscher vom Mittwoch war für den Nationalfeiertag Besserung angesagt. Am Morgen hingen zwar noch viele Wolken herum, aber diese lösten sich im Laufe des Tages grösstenteils auf.

In Sfazù hat es einen grossen Parkplatz für Leute, welche wie wir ins Val da Camp wollen. Dort parkieren wir und machen uns auf den Weg. Es gibt zwei Varianten, ins Tal zu wandern, entweder auf der Fahrstrasse oder auf einem Wander- resp. Bergweg. Wir wählen letzteren, er ist zwar anstrengender, aber definitiv schöner.

Der Weg ist sehr abwechslungsreich, es geht über Stock und Stein durch Wälder, über Lichtungen, entlang von Bächen immer mehr oder weniger ansteigend hinauf zum Rifugio Saoseo. Dort ist einiges los, viele Leute verpflegen sich und Kinder spielen. Wir aber setzen unseren Weg fort, wir wollen zum Lagh da Saoseo. Bis zu diesem ist es nur noch eine Viertelstunde.

Natürlich waren wir auch am kleinen See nicht allein, aber weil das zu erwarten war störte es uns nicht. Wir wollen aber noch weiter, zum Lagh da Val Viola, das ist noch eine halbe Stunde. Dort nehmen wir ein erfrischendes Fussbad, bei welchem wir von einem Alphornbläser unterhalten werden. Heimatgefühle kommen am 1. August auf, obwohl wir nur einen Kilometer von der italienischen Grenze entfernt sind.

Auf dem Rückweg kommen wir bei Camp vorbei, das ist ein privat geführtes Gasthaus, nur ein halber Kilometer vom SAC-Rifugio entfernt. Ab Camp folgen wir der Fahrstrasse zurück nach Sfazù.

Eine sehr schöne, dem 1. August würdige Wanderung. Man darf sich aber an den vielen Gleichgesinnten nicht stören, an einem schönen Tag in der Hauptsaison ist man dort nicht alleine unterwegs.



Sonntag, 4. August 2019

Wanderung Cavaglia - Sfazù

Datum: 31. Juli 2019
Dauer: 3h10
Länge: 10.2 km
Wetter: bedeckt, zeitweise Regen
Route: Cavaglia-Puntalta-La Scera-Pedemonte-Splüga-Sfazù
Charakteristik: einfache bis mittlere Berg- und Wanderwege


La Scera


am Ziel in Sfazù


Nach der sonnigen Wanderung zur Segantini-Hütte am Dienstag wechselte das Wetter in der Nacht auf den Mittwoch. Zuerst ein paar Regentropfen am Mittwochmorgen in Ponresina, dann strömender Regen in Cavaglia, dem Startpunkt unserer Wanderung. Cavaglia liegt südlich des Berninapasses im Puschlav, der Ort ist bekannt für die eindrücklichen Gletschermühlen, welche auf einem Rundweg besichtigt werden können. Diese haben wir aber schon im Jahr 2013 besucht, als wir über den Berninapass wanderten.

Trotz des Regens machen wir uns auf den Weg. Nach einem Kilometer erreichen wir eine Abzweigung, bei welcher wir den Weg am Hang oberhalb des Tals nehmen wollten. Dieser sah aber relativ schwierig und bei Regen rutschgefährdet aus. Deshalb entschieden wir uns, ins Tal abzusteigen und wieder nach Sfazù aufzusteigen. Das sind zwar je 500 hm, aber der Weg schien uns einfacher zu sein.

Der Abstieg auf einem relativ steilen Bergweg erwies sich dann aber nicht ganz ohne, aber mit Stöcken bewaffnet schafften wir ihn unbeschadet. In Pedemonte nahmen wir den Wiederaufstieg in Angriff. Dieser entpuppte sich als völlig problemlos, denn bis hinauf nach Sfazù folgten wir einer alten, renaturierten Strasse mit gleichmässiger Steigung. Wahrscheinlich führte die Bernina-Passstrasse früher hier durch.

In Sfazù müssen wir nur eine Viertelstunde auf das Postauto warten, welches uns direkt nach Pontresina fährt.



Samstag, 3. August 2019

Wanderung Segantini-Hütte

Datum: 30. Juli 2019
Dauer: 4h50
Länge: 12.2 km
Wetter: sonnig
Route: Samedan-Pt. 1701-Muottas Muragl-Chamanna Segantini-Alp Languard
Charakteristik: einfache bis anspruchsvolle Wander- und Bergwege


Samedan

in der Bildmitte Celerina


kurz vor Muottas Muragl

Blick ins Roseg-Tal

bei der Segantini-Hütte mit dem knallroten WC-Häuschen

rechts oben die Segantini-Hütte


In wenigen Minuten erreichen wir von Pontresina aus mit dem Zug Samedan. Zuerst geht es flach entlang der Flugpiste in nordöstlicher Richtung. Nach dem nördlichen Pistenende drehen wir nach Südost und schon bald beginnt der Aufstieg Richtung Muottas Muragl. Die erste Stunde sind wir auf dem schattigen Waldweg unterwegs, dann baumlos an der Sonne.

Auf Muottas Muragl, wo ja eine Standseilbahn hinaufführt, ist es mit der Ruhe vorbei. Unzählige Wanderer, Biker oder auch unsportliche Leute tummeln sich rund um die Bergstation. Zugegebenermassen gibt es gute Gründe, hier hinaufzufahren. Die Aussicht ins Bernina-Massiv und auf die Engadiner Seen sucht seinesgleichen. Zudem kann man sich im gepflegten Restaurant mit riesiger Sonnenterrasse ausgezeichnet verpflegen.

Wir verpflegen uns aber nicht, sondern setzen unsere Wanderung in Richtung Segantini-Hütte fort. Auch hier sind wir nicht alleine, denn die Wanderung von Muottas Muragl zur Hütte und zurück ist sehr populär und auch für weniger trainierte Leute machbar. Auch die bewartete Segantini-Hütte kann sich nicht über mangelnde Gäste beklagen. Rund um die Hütte ist jeder Bank und jeder Stein besetzt.

Auch hier bleiben wir nicht lange und nehmen den Abstieg Richtung Pontresina in Angriff. Der Weg führt über Stock und Stein durch stark zerklüftetes Gelände. An einigen Stellen muss man sich gut auf den Weg konzentrieren, um im steilen Hang nicht auszurutschen. Mancherorts hat es Stahlseile, an denen man sich festhalten kann.

Auf der Alp Languard entschliesse ich mich für eine Bahnfahrt mit der Sesselbahn hinunter nach Pontresina. Der happige Aufstieg und die schwierigen Passagen im Abstieg haben an meinen Kräften gezehrt. Marlise aber hat noch genug Energie für einen Abstieg zu Fuss.

Freitag, 2. August 2019

Val da Camp

Nachdem wir am Mittwoch den Weg zum Val da Camp vorgespurt haben nahmen wir uns für den Donnerstag vor, in ebendieses Tal hinein- und wieder hinauszuwandern.

Das Val da Camp ist ein Seitental des Puschlavs. Es ist sehr dünn besiedelt und hat aufgrund der von Gewässern geprägten Landschaft den Status einer Gegend von nationaler Bedeutung. Im Sommer hat es eine reservierungspflichtige Postautolinie ins Tal, diese wird von vielen Touristen benutzt. Wir aber waren zu Fuss unterwegs.

Der ausführliche Bericht folgt in den nächsten Tagen, hier vorweg nur ein paar Bilder:

Lagh da Saoseo

Lagh da Val Viola




Donnerstag, 1. August 2019

Planänderung

Eigentlich war am Mittwoch eine Wanderung ins Val da Camp im Puschlav geplant, mit Start in Cavaglia. In Cavaglia sind wir vor einigen Jahren auf unserer Route durchs Puschlav bis nach Tirano durchgekommen. Dort wollten wir anknüpfen.

Auf dem Weg von unserem Hotel zum Bahnhof Pontresina fallen ein paar Tröpfchen vom Himmel. Der Wetterbericht sagte etwas Niederschlag voraus, deshalb war das keine Überraschung. Doch es kam schlimmer. In Cavaglia schüttete es fast wie aus Kübeln und wir bereiteten uns auf eine Regenwanderung vor.

Bei der Abzweigung auf unseren geplanten Weg entschieden wir uns dann aber für eine alternative Route, denn der vorgesehene Weg sah ziemlich glitschig und schwierig aus. Die neue Route führte zuerst 500 hm ins Tal hinunter, von wo wir die fast gleiche Anzahl hm wieder aufzusteigen hatten. Unser Ziel war dann nicht im Val da Camp, sondern in Sfazu am Eingang zu demselben. Sfazu liegt an der Berninastrasse, mit dem Postauto ging es wieder nach Pontresina zurück.

trübes Wetter bei La Scera

der Poschiavino

am Ziel in Sfazu warten wir auf das Postauto