Freitag, 21. August 2026

Der Seuzacher Schandfleck

Wenn man von Hettlingen nach Winterthur fährt kommt man im Seuzacher Ortsteil Oberohringen vorbei, dort sieht man auf der rechten Strassenseite ein altes Gebäude, dessen Fassade auf der Strassenseite mit einem Stahlgerüst abgestützt ist. Dieses unansehnliche Bild ist schon seit vielen Jahren zu sehen.

Dahinter steckt eine lange, wechselvolle Geschichte. Vor 23 Jahren wollte die Gemeinde Seuzach das ehemalige Bauernhaus aus dem Inventar von Schutzobjekten entlassen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Gegen diese Absicht erhob der Zürcher Heimatschutz Rekurs. Zwei Jahre später wurde der Schutz des ganzen Gebäudes auf die Nordostfassade reduziert, da Experten nur diese für schutzwürdig erachteten. Weshalb die Fassade geschützt ist entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht ist das oberste Fenster mit den Bögen und Säulen dafür verantwortlich.

die umstrittene Fassade ist in desolatem Zustand

Dann passierte einige Jahre nichts mehr, erst 2018 lagen Pläne für eine neue Überbauung mit Wohnungen, Einfamilienhäusern und einem Wohnblock vor. Das Baugesuch wurde genehmigt mit der Auflage, dass besagte Fassade erhalten bleiben muss. 2019 begannen die Arbeiten mit dem Abbruch einer Scheune und eines am Wohnhaus angebauten Stalles. Etwas Neues entstand aber nicht, die Bank wollte die Neubauten nicht finanzieren.

auf der Rückseite stand früher der Stall

Im Dezember 2020 beantragte die Eigentümerin der Liegenschaft den vollständigen Abbruch, was aber aufgrund des Schutzstatuses natürlich nicht genehmigt wurde. Seither steht der Seuzacher Schandfleck unverändert an der Strasse und wartet auf bessere Zeiten.

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