Wie gestern erwähnt wollte ich schon lange im Grotto gegenüber von Gandria, genannt Cantine di Gandria, einkehren. Dass ich das am Donnerstag endlich realisierte lag unter anderem an einem kürzlichen Eintrag von Thomas Widmer in seinem Blog "Widmer Wandert Weiter". Seine Bilder und die Beschreibung machten mich gluschtig auf einen Besuch am Luganersee.
Das Grotto mit dem Namen "Descanso" (spanisch für "Ruhe") ist nur per Schiff oder Pedes erreichbar, deshalb ist die Planung der Anreise wichtig. Für eine Wanderung dorthin war es mir zu heiss, deshalb kam für mich nur die Schiff-Variante in Frage. Aber nach der Konsultation des Fahrplans auf der Website der Schifffahrtsgesellschaft war ich etwas verunsichert, denn es sind nur wenig Verbindungen aufgeführt mit recht grossen Lücken, was die Planung etwas schwierig macht. Von Thomas Widmer wollte ich wissen, mit welchem Kurs er hin und zurück fuhr und er verwies mich auf den SBB-Fahrplan. Und auf diesem gibt es praktisch jede Stunde eine Verbindung.
Und so war es dann auch, ich nahm von Seuzach den Zug um 11:22 und war etwa um 15:15 am Ziel im Grotto. Allerdings fuhr das Schiff nicht das Grotto, sondern das Zollmuseum an, von wo man in fünf Minuten im Grotto ist.
Die Essenszeiten sind in den Tessiner Grotti nicht einheitlich geregelt, deshalb muss man sich vor einem Besuch informieren, ob es geöffnet ist und auch ein Koch vor Ort ist. Schon mehrmals stand ich vor geschlossenen Türen oder sah mich mit einer kleinen Karte ohne warme Mahlzeiten konfrontiert. Diesmal wollte ich aber auf Nummer sicher gehen und klärte das mit einer KI-Anfrage ab.
Bei meiner Ankunft im Grotto waren nur etwa vier Tische belegt und ich suchte mir einen möglichst schattigen Tisch aus. Aus der relativ kleinen Karte - was per se kein Nachteil sein muss - suchte ich mir zur Vorspeise einen Salametti und als Hauptgang die Luganigha - eine Tessiner Spiralwurst - aus, so wie Thomas Widmer, aber mit Kartoffeln statt Polenta.
Der grösste Andrang in diesem Grotto findet über den Mittag und vor allem abends statt. Als ich aufbrach waren alle Tische für den Abendservice gedeckt, ich schätzte die Anzahl Gedecke auf etwa 120. Abends hat es übrigens ein Grotto-Schiff, welches die Leute zu den diversen am See gelegenen Grotti bringt und sie nach dem Essen wieder einsammelt. Mindestens in der warmen Jahreszeit.



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