Es ist immer wieder interessant zu erleben, wie unterschiedlich die diversen GVs organisiert werden und dann dementsprechend ablaufen. Wenn ich zum Beispiel die GV der BVZ (Brig Visp Zermatt Bahn) in Andermatt mit der gestrigen GV der Gurit Holding in Zürich vergleiche könnten sie fast nicht unterschiedlicher sein. Während die offiziellen Teile noch einigermassen vergleichbar waren gibt es beim anschliessenden inoffiziellen Teil riesige Unterschiede. In Andermatt war es das pure Chaos mit 300 Teilnehmern, welche sich in einem kleinen Raum auf den Füssen herumstanden und unendlich lange auf etwas Essbares warten mussten. Bei Gurit verteilten - oder verloren sich fast - 46 Aktionäre in einem etwa doppelt so grossen Raum und Speis und Trank standen schon bereit.
Ich berichtete hier schon von meinem letzten Besuch der Gurit-GV, ich möchte einfach nochmals daran erinnern, dass die in Wattwil ansässige Firma auf die Produktion von Verbundwerkstoffen spezialisiert ist. Diese werden hauptsächlich in den Bereichen Windenergie, Marine und Luftfahrt eingesetzt.
In den letzten etwa 10 Jahren kämpfte die Firma immer wieder mit diversen Herausforderungen. Einmal vermiesen die Wechselkurse das Geschäft, dann gab es marktbedingte Umsatzrückgänge oder Konkurrenz aus China. Das wirkte sich zunehmend negativ auf den Aktienkurs aus und ich zweifelte immer mehr, ob sich die Firma wird halten können.
Der Verwaltungsrat initiierte im letzten Jahr ein Strukturbereinigungs-Projekt mit dem Ziel, wieder mehr Wachstum und bessere Margen zu erzielen. Unrentable Geschäftszweige wurden aufgegeben, Tochterfirmen teilweise verkauft und die Organisation gestrafft. Das resultierte für 2025 in einem im Vergleich mit dem Vorjahr bedeutend besseren Resultat und die Aussichten für das laufende Jahr haben sich weiter verbessert. Das gefiel auch den Investoren, der Aktienkurs von Gurit ist im laufenden Jahr stark gestiegen.





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen