Freitag, 29. Mai 2020

Wanderung Ruinaulta

Datum: 24. Mai 2020
Dauer: 4h55
Länge: 16.6 km
Wetter: sonnig
Route: Castrisch-Valendas-Carrera-Isla - Bahnhof Versam-Safien - Versam
Charakteristik: leichte bis mittlere Wander- und Bergwege


zwischen Castrisch und Valendas

der von Bikern belagerte Dorfbrunnen in Valendas




Frau am Abgrund. Man vergleiche mit Thomas Widmer's Blog-Eintrag

Versam

Wieder einmal auswärts übernachten und im Restaurant essen, darauf mussten wir lange warten. Am Sonntagmorgen war es soweit, wir nehmen den Weg nach Ilanz in der Surselva unter die (Auto-) Räder. Besser gesagt nach Castrisch gleich neben Ilanz, dort wollten wir die Wanderung durch die Ruinaulta beginnen. Ruinaulta ist der rätoromanische Name für die Rheinschlucht, welche nach dem Flimser Bergsturz vor 10'000 Jahren gebildet wurde.

20 Minuten nach dem Bahnhof Castrisch erreichen wir den Vorderrhein und das westliche Ende der Rheinschlucht. Wir folgen dem Fluss für etwa 30 Minuten und steigen dann nach Valendas auf, wo wir auf dem Dorfplatz mit dem grossen Brunnen viele Leute antreffen. Schöner Sonntag in einer sehr attraktiven Gegend, da ist man nicht allein unterwegs.

Nach dem Abstieg zum Carrerabach geht es gleich wieder hinauf nach Carrera, nur um gleich wieder abzusteigen in die Rheinschlucht. Der Abstieg ist hier anfänglich sehr steil, die Knie werden ziemlich beansprucht.

Jetzt sind wir im Zentrum der Schlucht, flussabwärts geht es bis zum Bahnhof Versam-Safien, wo der Parkplatz bis zum letzten Platz gefüllt ist. Wir sind aber noch nicht am Ziel, dieses liegt knapp 300 hm höher als der Bahnhof. Via Islaplanggen und einen Aussichtspunkt mit Blick ins Safiental (siehe zweitletztes Bild) erreichen wir Versam.

Zum ersten Mal seit dem 13. März benutzen wir den öV. Das Postauto resp. dessen Fahrer bringt uns zurück nach Castrisch. Anschliessend lassen wir uns in unserem Hotel in Ilanz kulinarisch verwöhnen, mit viel Platz rund um unseren Tisch.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Herten

Auf der Wellenberg-Rundwanderung vom Dienstag besuchten wir die ehemalige Gemeinde Herten im Osten von Frauenfeld:

Karte Stand 1919, oben rechts das Schloss Wellenberg



Schon seit über 100 Jahren ist Herten ein Stadtteil von Frauenfeld, 1919 wurde sie eingemeindet (oder muss man sagen eingestadtet?).

Damit habe ich alle ehemaligen Gemeinden im Kanton Thurgau bewandert.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Wanderung Wellenberg

Datum: 19. Mai 2020
Dauer: 4h05
Länge: 16.6 km
Wetter: sonnig
Route: Felben-Wellhausen Bahnhof-Wellhausen-Bietehart-Friedberg-Stäälibuck-Mühlitobel-Oberherten-Schloss Wellenberg-Wellhausen
Charakteristik: leichte Wander- und andere Wege




auf dem Stäälibuck

Schloss Wellenberg...

...mit dem Karpfenteich

Am Dienstag statten wir dem Wellenberg östlich von Frauenfeld einen Besuch ab. Am Bahnhof Felben-Wellhausen parkieren wir und nehmen die Rundwanderung in Angriff. Sie führt zuerst durch Wellhausen, dann zeitweise recht steil hinauf zum Wald. Es ist schon ziemlich warm und wir sind froh, dass die Bäume belaubt sind und damit Schatten spenden. Vor zwei Monaten war das noch nicht der Fall.

Bis zum höchsten Punkt bei Bietehart sind immerhin 300 hm zu bewältigen. Auf der Südseite des Waldes zweigen wir nach rechts ab und folgen einem aussichtsreichen Weg bis zu Frauenfeld's Hausberg, dem Stäälibuck mit dem Aussichtsturm. Bei guter Fernsicht kann man hier das Bergpanorama bewundern, am Dienstag war es aber viel zu dunstig.

Weiter geht es Richtung Frauenfeld bis zum Mühlitobel. Dort zweigen wir auf einen schmalen Trampelpfad ab, welcher zum Weiler Oberherten führt. Jetzt sind wir an der Sonne, aber der Wind lässt uns die Temperatur etwas niedriger empfinden als sie ist. Nach weiteren 20 Minuten stehen wir vor dem Schloss Wellenberg. Die Geschichte des Schlosses geht bis ins Jahr 1204 zurück, heute ist es in Privatbesitz.

Unterhalb des Schlosses machen wir noch einen kurzen Abstecher in ein kleines Tobel mit künstlich angelegten Wasserfällen und einem Karpfenteich. Jetzt ist es nur noch eine Viertelstunde bis zum Bahnhof.

Dienstag, 19. Mai 2020

Wie weiter mit dem Oktoberfest?

Vor etwa drei Wochen kam die Hiobsbotschaft aus München: 2020 gibt es kein Oktoberfest. Peng. Das schmerzt. Völlig überraschend kam die Nachricht natürlich nicht. Der Veranstalter des grössten Volksfestes der Welt musste sich früh entscheiden, denn die Vorbereitungen beginnen jeweils schon im Sommer. Und die zigtausend Besucher aus aller Welt sollten es auch möglichst früh wissen, damit sie schon gar nicht auf die Idee kommen, einen Flug oder ein Hotel zu buchen. Der Entscheid ist sicher vernünftig, denn das Risiko einer kurzfristigen Absage war einfach zu gross. Man stelle sich einmal vor, dass das Festgelände mit gewaltigem Aufwand aufgestellt wird, und kein Mensch kommt resp. darf nicht kommen. Und auch wenn sich die Situation weiterhin normalisiert und das Verbot von Volksfesten aufgehoben wird, sind die Leute bis im Herbst noch nicht in Oktoberfest-Stimmung.

Bild aus besseren Zeiten

Für mich als Stammgast am Oktoberfest fehlt damit ein wichtiger jährlicher Anlass. Aber nach rund 40maliger Teilnahme kann man auch mal ein Jahr auslassen und hoffen, dass es im 2021 wieder stattfindet. Ob es dann in der gleichen Form wie vor Corona abgeht wage ich zu bezweifeln. Vielleicht muss jeder Besucher einen Attest vorweisen, dass er/sie nicht infiziert ist. Was sicher nicht durchgesetzt werden kann ist eine Abstandsregel. In den Bierzelten sitzen, essen, trinken und singen die Leute zu Spitzenzeiten dicht an dicht. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist es kein Oktoberfest mehr und die Besucher würden grösstenteils ausbleiben.

Was ich hier schreibe gilt natürlich nicht nur für das Oktoberfest in München, sondern für alle anderen Oktoberfeste, von welchen es in den letzten Jahren immer mehr gab. Oder auch für alle anderen Volksfeste, z.B. auf dem Wasen in Stuttgart. Und eine weitere bierige Institution ist betroffen: die vor allem in Bayern überaus beliebten Biergärten. Diese sind alle noch geschlossen. Aber ein fränkischer Bierbauer wusste sich zu helfen, wie man hier nachlesen kann.

Montag, 18. Mai 2020

Wanderung Appenzell Ausserrhoden Mitte

Datum: 17. Mai 2020
Dauer: 4h50
Länge: 17.7 km
Wetter: sonnig
Route: Bühler-Steigbach-Schönenbüel-Höchfall-Kloster Wonnenstein-Hinterhaslen-Haslen-Oberbuech-Steigershus-Bühler
Charakteristik: leichte bis mittlere Wanderwege



Kloster Wonnenstein


beim Zusammenfluss von Rotbach und Sitter

Haslen

der AR-Mittelpunkt bei Haslen

Blick zum etwas verschleierten Säntis

Am Sonntag wollte ich wieder einmal einen Kantonsmittelpunkt besuchen. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden bot sich dafür an, die Anfahrt dauert weniger als eine Stunde. Als Ausgangspunkt für die Rundwanderung wählten wir Bühler AR aus.

Bühler verlassen wir in westlicher Richtung auf einer Nebenstrasse. Bei Steigbach überqueren wir die Hauptstrasse und steigen zum Rotbach ab. Der Rotbach bildet hier die Grenze zwischen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden. Auf diversen Brücken überqueren wir den Bach mehrmals, wechseln also immer wieder den Kanton aus. Den Höchfall können wir leider nicht besuchen, der Weg ist infolge eines Felssturzes seit 4 Jahren gesperrt.

Das nächste Zwischenziel ist das Kloster Wonnenstein. Dieses liegt nördlich des Rotbaches und damit dummerweise im reformierten Ausserrhoden. Lange wurde über die Kantonszugehörigkeit diskutiert bis man sich darauf einigte, dass das Areal innerhalb der Klostermauern zu Innerrhoden gehört. Damit bildet das Kloster eine innerrhodische Exklave in Ausserrhoden.

Dann steigen wir wieder ins Tobel hinunter, zum Zusammenfluss des Rotbaches mit der Sitter. Dort hat sich in einer Mulde ein kleiner See gebildet, an welchem sich Familien mit Kindern für ein Picknick niedergelassen haben.

Wie immer im Appenzellerland geht es nach einem Abstieg wieder hinauf (und umgekehrt), diesmal ins wieder innerrhodische Haslen mit der imposanten Kirche Maria Hilf. Nach der Durchquerung des kleinen Dorfes setzen wir unseren Aufstieg auf schmalen Pfaden fort. Gleich oberhalb des Dorfes liegt der Kantonsmittelpunkt. Aber Moment mal, ich wollte doch den Mittelpunkt des Kantons Appenzell Ausserrhoden besuchen, Haslen liegt aber in Innerrhoden! Ja, genau so ist es, im Appenzellischen ist eben alles etwas komplizierter als anderswo. Mein Vorschlag ist, dass Ausserrhoden bei seinem Mittelpunkt eine Exklave erhält, quasi als verspätete Gegenleistung zum Kloster Wonnenstein.

Nun geht es aussichtsreich weiter über Oberbuech, wo wir mit fast 1000 m den höchsten Punkt der Wanderung erreichen, zurück nach Bühler.