Einige Kilometer vor dem Mittelpunkt des Kantons Solothurn lag am Freitag der zweite Grund für die Wanderung von Oensingen nach Matzendorf: der Ravellenfluh-Schalenstein. Regelmässige Leser meines Blogs vermuten natürlich zurecht, dass auch dieser Stein in Thomas Widmer's Steinbüchlein Einzug fand.
das Schloss Neu-Bechburg zu erkennen
Vom Bahnhof Oensingen sind es nur etwa 20 Minuten Fussmarsch zu diesem Stein. Man folgt zuerst dem markierten Wanderweg unterhalb der Ravellenfluh (dies der geographische Teil des Steinnamens) zum Schloss Neu-Bechburg, welches unübersehbar über dem Dorf Oensingen thront. Kurz vor dem Schloss muss man dann aber auf einen nicht markierten Weg abzweigen, welcher dem Hang entlang durch den Wald führt. Und dann ist es wichtig, den genauen Standort des Steins zu kennen, denn er sieht ziemlich unspektakulär aus, mindestens auf den ersten Blick.
Beim zweiten Blick erkennt man aber eine Struktur auf der Oberfläche, welche für den einen Teil des Stein-Namens verantwortlich ist. Diese besteht aus acht Schälchen, welche von Menschenhand eingehauen wurden. Wann die Schälchen entstanden und aus welchem Grund ist nicht bekannt. Ob es sich um ein religiöses Ritual oder vielleicht um die Herstellung von Werkzeugen aus Stein handelt konnten die Archäologen nicht eruieren.
Und beim dritten Blick findet man vielleicht noch das kleine Täfelchen mit der Aufschrift "Schalenstein unter staatl. Schutz" von 1939 (siehe Bild). Bekannte Schalensteine gibt es im Kanton Solothurn 15, diese sind in einem Jahrbuch für Solothurnische Geschichte ausführlich beschrieben.