Sonntag, 6. April 2025

Ravellenfluh-Schalenstein

Einige Kilometer vor dem Mittelpunkt des Kantons Solothurn lag am Freitag der zweite Grund für die Wanderung von Oensingen nach Matzendorf: der Ravellenfluh-Schalenstein. Regelmässige Leser meines Blogs vermuten natürlich zurecht, dass auch dieser Stein in Thomas Widmer's Steinbüchlein Einzug fand.

unten der Schalenstein, im Hintergrund ist
das Schloss Neu-Bechburg zu erkennen

Vom Bahnhof Oensingen sind es nur etwa 20 Minuten Fussmarsch zu diesem Stein. Man folgt zuerst dem markierten Wanderweg unterhalb der Ravellenfluh (dies der geographische Teil des Steinnamens) zum Schloss Neu-Bechburg, welches unübersehbar über dem Dorf Oensingen thront. Kurz vor dem Schloss muss man dann aber auf einen nicht markierten Weg abzweigen, welcher dem Hang entlang durch den Wald führt. Und dann ist es wichtig, den genauen Standort des Steins zu kennen, denn er sieht ziemlich unspektakulär aus, mindestens auf den ersten Blick.

einige der Schälchen

Beim zweiten Blick erkennt man aber eine Struktur auf der Oberfläche, welche für den einen Teil des Stein-Namens verantwortlich ist. Diese besteht aus acht Schälchen, welche von Menschenhand eingehauen wurden. Wann die Schälchen entstanden und aus welchem Grund ist nicht bekannt. Ob es sich um ein religiöses Ritual oder vielleicht um die Herstellung von Werkzeugen aus Stein handelt konnten die Archäologen nicht eruieren.

Und beim dritten Blick findet man vielleicht noch das kleine Täfelchen mit der Aufschrift "Schalenstein unter staatl. Schutz" von 1939 (siehe Bild). Bekannte Schalensteine gibt es im Kanton Solothurn 15, diese sind in einem Jahrbuch für Solothurnische Geschichte ausführlich beschrieben.

Samstag, 5. April 2025

Im Herzen Solothurns

Mir fehlen immer noch einige Wanderungen zu Kantons-Mittelpunkten, die letzte liegt schon Jahre zurück. Den Kanton Solothurn kann ich jetzt aber abhaken, denn gestern war ich beim Mittelpunkt dieses Kantons, sozusagen im Herzen Solothurns.

Der Punkt liegt westlich von Balsthal zwischen den Dörfern Laupersdorf und Matzendorf in einem Acker zwischen dem Flüsschen Dünnern und einer Nebenstrasse, auf welcher ich wanderte. Bezeichnet ist der Punkt nicht, wenn man es nicht wüsste würde man dort nichts Spezielles vermuten.

in diesem Acker liegt der Kantonsmittelpunkt, links Matzendorf

Vor dem Kantonsmittelpunkt gab es noch einen anderen Grund für diese Wanderung. Mehr darüber später. Und übrigens, im Gegensatz zur Bisen-Wanderung am Dienstag gab es gestern eine schon fast sommerliche Wanderung mit Shorts und T-Shirt.

Freitag, 4. April 2025

Jungfernstein

Wieder zuhause nach der dienstäglichen Baselland-Wanderung musste ich in Thomas Widmer's Steinbüchlein zuerst den Eintrag zum Jungfernstein lesen um sicher zu sein, dass ich den richtigen Stein (oder sind es deren zwei?) für den Jungfernstein hielt.

auf der Ödenburg mit Blick nach Tecknau

Und ich hatte Glück, im Büchlein hat es zwar kein Bild des Steins, aber die Beschreibung liess keine Zweifel daran, dass der von mir fotografierte Stein der Richtige sein musste.

Jungfernstein

Der Stein bestehe aus zwei Teilen, einem massiven Fundament und darüber einer ebenen Platte, kann man lesen und dass das Ganze wie ein Tisch oder ein Altar aussehe. Und auch der Name des Steins ist erklärt: kinderlose Frauen aus den umliegenden Dörfern sollen nachts zur Burg hinaufgekraxelt sein und sich auf den Stein gesetzt haben, was angeblich geholfen haben soll, den Kinderwunsch zu erfüllen. Im Büchlein hat es übrigens eine ganze Reihe von Steinen, welche ein ähnliche Funktion hatten.

Donnerstag, 3. April 2025

Wanderung Jungfernstein

Datum: 01. April 2025
Dauer:
 2h55
Länge: 10.5 km
Wetter: leicht bewölkt, steife Bise
Route: Anwil-Talweiher-Oltingen-Lehmatt-Ostet-Wenslingen-Ödenburg-Tecknau
Charakteristik: leichte  Wanderwege

Für den Dienstag hatte ich mir den Jungfernstein, einen der 101 Steine in Thomas Widmer's Büchlein, vorgenommen. Dieser liegt bei der Ödenburg, einer Burgruine oberhalb von Tecknau BL. Dort war ich schon zweimal durchgewandert, dies allerdings bevor ich besagtes Büchlein kaufte und mir danach vorgenommen hatte, alle Steine zu erwandern. Bei den beiden früheren Wanderungen ist mir der Stein nicht aufgefallen und ich fotografierte ihn deshalb auch nicht.


am Talweiher

Oltingen


kurz vor Wenslingen


Nach Umsteigen in Winterthur, Zürich, Olten und Gelterkinden erreiche ich im Bus das etwas erhöht gelegene Anwil. Wie zu befürchten bläst die Bise hier nicht weniger stark als beim Umsteigen in Olten. Einen kurzen Moment lang überlege ich, ob ich bei diesem garstigen Wind überhaupt wandern will. Ich verdränge aber diesen Gedanken und mache mich auf den Weg durch das Dorf.

Am höchsten Punkt des Dorfes zweige ich auf einen Wanderweg ab, welcher durch ein Tobel zum Talweiher hinunterführt. Der Talweiher besteht aus mehreren einzelnen Weihern, welche mit einem Bach verbunden sind.

Mein Weg verläuft am Ufer der Weiher, bevor er einem schönen Bach entlang hinauf nach Oltingen führt. Die Vegetation ist noch nicht weit fortgeschritten aber ich stelle mir vor, dass es hier in ein paar Wochen recht grün und farbig aussehen wird. Für die grüne Farbe ist gegenwärtig der Bärlauch zuständig, welcher sich hier wohl zu fühlen scheint.

In Oltingen versuche ich, die noch laublosen Einzelbäume zu identifizieren, was mir aber nicht gelingt. Ohne Blätter oder Blüten ist das etwas schwierig und ich habe ja nicht Biologie studiert. Ich gehe aber davon aus, dass die von den Bäumen produzierten Früchte essbar sein werden.

Dann geht es hinauf zur Kirche, von wo man einen schönen Blick über das Dorf und die Umgebung hat. Nach einer kurzen Zusatzrunde erreiche ich wieder den Wanderweg, welcher über die Hochebene nach Wenslingen führt. Hier legt die Bise noch einen Zacken zu und bläst fast in Orkanstärke, interessanterweise aus wechselnden Richtungen.

Das hübsche Wenslingen durchquere ich und schon bald stehe ich vor der Ruine der Ödenburg. Aber wo ist der Jungfernstein? Ich weiss ja nicht einmal, wie er aussieht, was meiner Unterlassung, die Beschreibung im Büchlein vorgängig zu lesen, zuzuschreiben ist. Eine Infotafel zum Stein ist nicht auffindbar, ich vermute aber, dass es sich um zwei Steinplatten gleich neben dem Wanderweg handeln muss und fotografiere diese. Ob meine Vermutung korrekt war, kann man hier morgen lesen.

Mittwoch, 2. April 2025

Diese fiese Bise

Auf der gestrigen kurzen Wanderung im Baselland waren nicht die Landschaft oder der Widmer-Stein,  die Hauptdarsteller. Nein, es war der Wind. Eine steife Bise dominierte die Unternehmung von A bis Z. Schon beim Umsteigen im Bahnhof Olten musste ich mich in einem der Warteräume vor der kalten, zügigen Luft schützen. Und in Anwil, meinem Startort, war ich nahe daran, wieder umzukehren.

im Aufstieg nach Oltingen

den Schafen mit ihrem dicken Fell war die Bise egal

Zeitweise blies der Wind so stark, dass ich mich dagegen anstemmen musste und auf Waldstücken knackte es bedrohlich in den Ästen. Und natürlich war ich froh um die windfeste Jacke, welche ich dank einer morgendlichen Warnung am Radio mitnahm. Und abends verkündete Thomas Bucheli im SRF Meteo, dass die Bise im Baselland am stärksten wehte.

Die vielen Einzelbäume in Oltingen waren noch ohne Laub, eine Identifikation war deshalb schwierig und ich konnte auch niemanden fragen, keiner hielt sich freiwillig draussen auf. Ich tippe aber auf Kirschen, Obst und einige Nussbäume.

Dienstag, 1. April 2025

Die Oltinger Einzelbäume

Gestern suchte ich eine Wanderroute für heute, welche a) nicht zu weit weg liegt und b) nicht allzu lange ist, denn die letzte liegt schon wieder zwei Wochen zurück. Das Wetter und eine Erkältung waren dafür verantwortlich, dass ich schon länger nicht im Wandermodus war.

Zufälligerweise sah ich dabei auf der Online-Karte von SchweizMobil, dass in und um Oltingen BL hunderte von Einzelbäumen eingezeichnet sind, so viele wie kaum an einem anderen Ort. Ich nehme an, dass es sich um Kirsch- oder Obstbäume handelt. Diese möchte ich mir heute anschauen.

Auf der Route befindet sich noch eine weitere Sehenswürdigkeit, einen Stein aus Thomas Widmer's Steinbüchlein. Mehr dazu erfährt man hier morgen.

Montag, 31. März 2025

Helvetic hält Rekord in LCY

Gestern weckte ein Artikel auf einer TAMedia-Seite mit dem Titel "Schweizer Flugzeug sorgt für Rekord am London City Airport" mein Interesse. Und beim Lesen erfuhr ich viel Neues, hier das Wichtigste:

  • Der Embraer 195 der Helvetic Airways ist gegenwärtig das grösste Flugzeug, welches am Londoner City Airport (LCY) landen darf.
  • Alle Flugzeugmodelle, welche in LCY landen, müssen dafür zertifiziert werden.
  • Der Grund dafür ist der mit über 5° sehr steile Anflugwinkel (normal sind etwa 3°).
  • Nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die Piloten müssen zertifiziert sein, Voraussetzung ist eine spezifische Schulung im Simulator.
  • An- und Abflüge müssen vom Captain durchgeführt werden, der Copilot darf das nicht übernehmen.
  • Die Flugzeuge benötigen eine spezielle Einrichtung, um den Captain vor allem beim Anflug zu unterstützen. Bei der E195 der Helvetic kann der "Steep Approach"-Knopf gedrückt werden. Damit wird ein System auf den Tragflächen aktiviert, welches für eine ausreichende Geschwindigkeit bei der Landung sorgt.
Das alles finde ich sehr interessant, dies vielleicht auch deshalb, weil mein letzter Flug ja nach LCY führte und ich keine Ahnung von diesen doch sehr speziellen Anforderungen hatte.

Bild Helvetic Airways

Wer den Artikel liest findet darin auch ein eindrückliches Video mit dem Anflug eines E195 auf LCY.